Trotz Plot kein Schreibfluss

Tipps, Ratschläge und Hilfen zum Schreiben. Wie machst du das? Hilfe bei Blockaden, Hemmungen und Anfangsschwierigkeiten

Trotz Plot kein Schreibfluss

Beitragvon Kunstmelodie » 11.07.2015, 12:21

Hallo liebe Schreibwerkstättler!

Ich weiß nicht, ob das hier unter den Thread "Schreibblockade" fällt, aber ich mache es dennoch hier, da es ein häufig vorkommendes Problem ist und es dafür für eine Schreibblockade ein bisschen zu viel/häufig vorkäme :shock:

ich befinde mich momentan auf Seite 122 und komme einfach nicht voran. Mein Problem, was ich auch bei anderen Projekten habe und welches ich allgemein gesehen recht häufig habe:

Ich weiß, wie es weiter geht, ich habe so grob geplant und sitzte dann vor dem PC und weiß nicht, was ich schreiben soll. Zum Beispiel bei meiner jetzigen Szene:
Meine Protas sollen in einem Wirtshaus arbeiten. Sie stehen vor der Tür.
-Ich weiß, wie es aussehen soll.
-Ich weiß, das sie da nun rein gehen, auf den Besitzer und seinen Sohn treffen.
-Dann erklären diese Ihnen die Arbeit.
-Dann ist eine Lücke?!
- Und dann abends ist der erste, katastrophal verlaufende Arbeitstag.

Was meint ihr, woran liegt das? Zu wenig geplottet? Nicht vorhandene Subplots? Ich weiß es nämlich selbst nicht mehr :/

Ich habe einmal bei einem Projekt richtig ausführlich geplottet [z.B: sie geht in ihr Zimmer, sieht dort das,denkt sich oh das habe ich ja vergessen, öffnet es, sagt".." ] und hatte dann das Gefühl, ich hätte die Szene bereits geschrieben und demzufolge war, was das weiter schreiben anbelangt, auch wieder Ebbe.

Vondaher: habt ihr irgendwelche Tipps von mir? Erfahrungen? Kennt ihr solche Situationen? Was macht ihr dann? Was würdet ihr an meiner Stelle nun tun?

Ganz liebe Grüße, ich bedanke mich für jede Art von Hinweisen!

Kunstmelodie
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Re: Trotz geplotte kein Schreibfluss

Beitragvon Schnuddel » 11.07.2015, 12:34

habt ihr irgendwelche Tipps von mir?


Ne, sorry, du fragst doch gerade selber. :XD:

Nein, das kenne ich auch. Sitze gerade an einer Kurzgeschichte, von der ich ziemlich genau weiß,wie sie verlaufen und enden soll ... aber ich kriege sie nicht geschrieben.
Mein innerer Zensor ist hellwach. Ich denke, man sollte einfach mal drauflosschreiben. Irgendwas, was in die richtige Richtung geht, und es ein paar Tage ruhen lassen.
So werde ich das jetzt machen. Denn an einem Text rummeckern kann ich ganz gut, auch wenn es der eigene ist.
Mein Rat: schreib, schreib. Ganz egal, wie Sch... es sich anhört. Schreib, korrigieren kannst du später.

Lg Schnuddel
Was sich leicht liest, war harte Arbeit.
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Re: Trotz geplotte kein Schreibfluss

Beitragvon Kelpie » 11.07.2015, 12:35

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich dein Problem verstanden habe. Ist es die Lücke zwischen der Erklärung der Arbeit und dem Abend?

Wenn du nicht weißt, was da passieren soll, ist es offensichtlich nichts Wichtiges - warum also nicht einfach einen Absatz machen und mit dem Abend weiterschreiben?

Wenn du aus irgendeinem Grund diese Lücke füllen musst - trotzdem Absatz machen und erst einmal ignorieren. Am Ende kannst du das immer noch füllen.

Oder hast du eine ganz generelle Schreibblockade. Weißt du nicht einmal, wie du die Szenen beginnen sollst, bei denen du weißt, worum es geht?

Viele Grüße,
Kelpie
Derweilen ist auf dem Feld schon alles gewachsen, bevor die wussten, warum und wie genau es gedeiht. (Franziska Alber)
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Re: Trotz geplotte kein Schreibfluss

Beitragvon Padrion » 11.07.2015, 12:38

Kunstmelodie hat geschrieben:Vondaher: habt ihr irgendwelche Tipps von mir? Erfahrungen? Kennt ihr solche Situationen? Was macht ihr dann? Was würdet ihr an meiner Stelle nun tun?


Und ob ich das kenne. Ich mache dann erstmal was anderes. Am besten etwas, bei dem man automatisch auf andere Gedanken kommt z.B. Lesen, Computerspielen oder auch Haus und Gartenarbeit (das lenkt zwar nicht so gut ab, beruhigt aber zumindest das Gewissen, den ganzen Tag nichts geschafft zu haben). Am nächsten Tag, nachdem ich hoffentlich gut geschlafen habe, schnappe ich mir ein Kapitel der Geschichte, das ich schon geschrieben habe, überarbeite es und dann bin ich bereit mich dieser verfluchten Szene zu stellen. Naja, meistens... :wink:
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Re: Trotz Plot kein Schreibfluss

Beitragvon Kunstmelodie » 11.07.2015, 12:56

@schnuddel:

haha upps^^

Ja, ich sitzte an dieser Szene mit diesem Problem nun seit 3 Monaten :roll:

Ich sitzte dann davor und denke "schreib einfach irgendetwas!" ,aber es geht nicht. Und dieses Problem kam wirklich schon bei jedem meiner Projekte auf, immer wieder, egal wann.

@kelpie: teils, teils. Also ich "fürchte" mich vor dieser Lücke, weil ich denke, die muss ich füllen. Aber wie du schon sagst, ich brauche es mir nicht unnötig schwer machen und werde daher einfach zum Abend springen. Dennoch komme ich nicht weiter. Also das hauptproblem liegt nicht bei der Lücke, sondern eben, das ich geplottet habe und trotzdem nicht weiß, was ich schreiben soll.
Und man kann doch nicht so oft und häufig eine Schreibblockade haben, oder?

Ja, ich weiß einfah nicht, wie ich jetzt weiter schreiben soll. Meine Szene endet mit: "Skeptisch betrachtete Zoe das Haus und wagte sich ein wenig näher heran. Kein Zweifel. Bei dieser ach so heiligen Halle, dessen Namen in fetten Lettern am Dach fest genagelt worden war, handelte es sich um ein Wirtshaus."


@padrion: Also ich hänge da nun schon jetzt seit 3 Monaten... Und ich lese dann imemr die letzte Seite, um wieder rein zu kommen, aber alleine das ist eigentlich schon zu viel, weil ich dann frustriert denke: boah ist das scheisse...vondaher glaube ich dass das Korrigieren eines Kapitels eher den gegenteiligen Effekt hätte. :roll:

Und ich denke auch öfters an meine anderen ganzen "coolen" Projekte, will aber bei diesem bleiben, da ich einmal bei einem bleiben will, anstatt immer zu wechseln, wenn es mal nicht vorwärts geht.

ganz liebe Grüße!
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Re: Trotz Plot kein Schreibfluss

Beitragvon Ankh » 11.07.2015, 13:12

Ich schließe mich Kelpie an, wenn in der Zwischenzeit nix passiert, gibt es auch nix zu erzählen. Dass dir nichts sinnvolles einfällt, ist daher verständlich.

Überleg dir einfach einen guten Überleitungssatz und mach einen Zeitsprung. Deine Geschichte kann davon nur profitieren, wenn du nicht jeden unwichtigen Schritt im Detail ausführst.

Edit, weil du inzwischen geantwortet hast:

Wenn du geplottet hast, dann weißt du doch eigentlich, was in dem Gasthaus passieren soll. Ich würde dann erstmal ein paar Sätze lang beschreiben, wie es generell am Abend in dem Gasthaus zugeht, um den Leser zu verorten. Und dann passiert eben, was dein Plot sagt, dass passiert.
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Re: Trotz Plot kein Schreibfluss

Beitragvon Padrion » 11.07.2015, 13:13

Kunstmelodie hat geschrieben:Also ich hänge da nun schon jetzt seit 3 Monaten...


Vielleicht ist die Szene auch einfach nicht gut, und du sträubst dich deshalb dagegen.

Probier doch mal einen anderen Ansatz: Lass die Szene weg, spring zur nächsten und beginne (sinngemäß) mit:

Das Einstellungsgespräch am gestrigen Abend war gut verlaufen. Der Wirt - ein freundlicher, untersetzter Mann mit beginnender Glaze - hatte ihnen erklärt, was ihre Aufgaben waren. Dazu gehörten neben dem Bedienen der Gäste auch das Putzen der Tische und Stühle sowie das Leeren der Aschenbecher. Zum Glück mussten sie nicht auch noch Tellerwaschen. Sie hatten außerdem den Sohn des Wirtes getroffen. Im Gegensatz zu seinem Vater war er groß und gertenschlank. Er hatte während des Gesprächs seltsam abwesend gewirkt, ganz so als beschäftige ihn irgendetwas. Leider hatte sich noch keine Gelegenheit ergeben, ihn näher kenennzulernen, und jetzt galt es erstmal ein dringenderes Problem zu lösen... <-Einstieg in die Szene->
Zuletzt geändert von Padrion am 11.07.2015, 13:53, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Trotz Plot kein Schreibfluss

Beitragvon brehb » 11.07.2015, 13:47

...
Meine Protas sollen in einem Wirtshaus arbeiten. Sie stehen vor der Tür.
-Ich weiß, wie es aussehen soll.
-Ich weiß, das sie da nun rein gehen, auf den Besitzer und seinen Sohn treffen.
-Dann erklären diese Ihnen die Arbeit.
-Dann ist eine Lücke?!
Beide sind begeistert, sie hatten gefürchtet Mädchen für alles sein zu müssen, aber es gibt Blauspüler, Küchenmägde und Putzpersonal
Sie einigen sich über den Lohn und einen freien Tag im Monat
Leider kann der Wirt ihnen keinen Schalfplatz bieten aber er gibt ihnen die Adresse seiner Tante, die eine Kammer günstig vermietet
Sie besiegeln ihren Vertrag mit Handschlag und verabreden, dass die Arbeit am Abend um 18:00 Uhr beginnt
Sie verlassen das Gasthaus, besorgen sich noch beim Trödler die verpflichtende grüne Schürze
dann gehen sie in die Kirche um Gott zu danken und zünden eine Kerze an
dann gehen sie in den Park, setzen sich auf eine Bank und schauen den Enten bein Brüten zu
Sie warten auf den Abend und beide schlummern ein.
Die Kirchturmglocken wecken sie, zum Glück um 17:00Uhr

- Und dann abends ist der erste, katastrophal verlaufende Arbeitstag.

LG
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Re: Trotz Plot kein Schreibfluss

Beitragvon IPatricia » 11.07.2015, 13:59

Hey!

Ganz ehrlich, dieses Problem habe ich extrem häufig, ich kann das also gut nachvollziehen. Meine Geschichte ist ziemlich durchgeplant, aber nicht so genau, dass ich nur noch eine Liste abarbeiten muss und keine kreative Freiheit mehr habe. Ich weiß, was in dem Kapitel passieren soll, komme aber aus irgendeinem Grund nicht weiter.

Meistens hat das einen Grund: Die Szene passt so nicht.
Mein erstes Kapitel habe ich ohne Probleme runtergschrieben, am zweiten habe ich mich unglaublich lange aufgehangen, bis ich gemerkt habe: Nein, das geht so nicht. Dann habe ich einen anderen Ansatz für das Kapitel gewählt und voilá, plötzlich hat es funktioniert. Wenn man ins Stocken gerät, hat das häufig einen guten Grund. Bei mir passiert das, wenn gerade - nun ja - nichts passiert. Irgendwie sträube ich mich unterbewusst dagegen, uninteressante Passagen zu schreiben, weil das für mich langweilig ist. Das ist für mich dann das Zeichen, dass ich diese Passage anders angehen muss. Meistens ist diese Entscheidung dann goldrichtig.

Szenen, die wir persönlich gut finden, an denen haben wir auch Spaß zu schreiben. Szenen, die nicht ganz so interessant sind, das kommt uns vor wie eine Art von Pflichtprogramm - und das macht keinen Spaß. Wenn man Mühe hat, eine Szene zu schreiben, muss man sich fragen, warum das so ist. Passiert in dieser Szene nichts? Ist sie langweilig? Ist die Szene wirklich so wichtig für den Handlungsverlauf? Bei mir sind solche Szenen häufig welche ohne Dialoge, ohne Aktion und ohne Interaktion zweier Figuren. Klar, manchmal muss man auch ein bisschen was beschreiben, aber nicht ein ganzes Kapitel lang.

Mach' dir bewusst, woran es liegt, dass diese Szene dich blockiert. Unterbewusst weißt du es sicherlich schon. Ich glaube, es liegt daran, dass das beschreiben einer Arbeit auch dir ein bisschen fade vorkommt und du dich dagegen sträubst, das auf Papier zu bringen. Vielleicht musst du die Szene irgendwie anders angehen, ich kenne deine Geschichte nicht genau, deshalb kann ich dir dabei nicht wirklich helfen.

Du kenst vielleicht den Spruch: Viele Wege führen nach Rom. (Oder waren es 'alle'?)
Das gilt auch für's schreiben. Wichtig sind ein Anfang und ein Ende, der Weg dorthin kann aber durchaus verschieden sein. Manchmal muss man ein Teilstück des Weges ändern, um besser voran zu kommen. Eine andere Abzweigung wählen. Vielleicht funktioniert es dann plötzlich wieder besser.
Ich selbst habe gewisse Eckpunkte des Plots meiner Geschichte, was dazwischen ist, entscheide ich manchmal aber spontan. Wenn ich merke, dass das eine für mich nicht klappt, versuche ich es mit etwas anderem. So kommt dann auch die Freude am Schreiben wieder, weil ich den kreativen Prozess immer am spannendsten finde. Erhalte dir die Möglichkeit, spontan kreativ werden zu müssen, das kann sehr motivierend sein.

Ich hoffe, du überwindest deine Schreibblockade, das Problem hatten wir sicher alle schonmal, egal ob Plot oder nicht. :girl:
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Re: Trotz Plot kein Schreibfluss

Beitragvon Arynah » 11.07.2015, 16:31

Ich muss mich da IPatricia anschließen. Dieses Problem habe ich auch häufig.

Ich plane meine Geschichte selbst immer Stückweise. Ich schreibe ein Kapitel und dann kommt das nächste. Oft passiert es mir, dass ich die Dinge einfach abarbeite, die rein müssen. Dinge, die erwähnt werden müssen. Und dabei nehme ich häufig die erste Idee, die mir kommt - die meist schlechte. Ich habe dann selbst keinen Spaß an diesen Szenen und schiebe sie auf oder arbeite sie mühsam herab.

Was man immer bedenken muss: Wenn du kein Spaß an diesen Szenen hast, wie soll der Leser es dann haben? Schreibe nur, worauf du Lust hast. Wenn du merkst, dass du gerade keinen Spaß daran hast, ändere den Plot. Ganz einfach. Einigen fällt das einfacher, weil sie wie ich "lockerer" 'Plotten', während andere starrte Konstrukte haben. Aber du plottest ja genauso wenig ausführlich, so dass dies hilfreich ist.

Bei deiner Situation, kann ich nur auf mich zurückschließen. Du hast also diese grobe Struktur vom Wirtshaus. Wenn ich merke, dass ich nicht anfangen kann bzw nicht weiß, wie ich mich zum Schreiben motivieren soll, liegt es nicht nur daran, dass die Vorgeschichte langweilig ist, sondern dass auch der katastrophal verlaufende Arbeitstag ebenso wenig spannend auf mich wirkt, sonst wäre ich Feuer und Flamme, beim Schreiben endlich dort hin zu kommen. vielleicht hast du diesen Teil eben nicht spannend genug für dich ausgearbeitet.
Bei mir ist es nämlich so, dass ich liebend gerne Zwischensequenzen schreibe, wenn ich weiß, dass danach etwas total Tolles auf meine Finger wartet. Durch diese Vorfreude werden auch die Zwischensequenzen besser, egal wie langweilig mir sie vorher erschienen (vor allem, weil ich durch sie eben auf das Tolle hinarbeiten kann und Informationen einfließen lasse).
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Re: Trotz Plot kein Schreibfluss

Beitragvon Maggi1417 » 11.07.2015, 16:50

Wenn Szenen nicht so richtig fließen liegt das oft daran, dass die Struktur fehlerhaft ist oder ganz fehlt. Auch eine Szene folgt der klassischen Struktur Ziel-Konflikt-Auflösung/Katastrophe.
In der Szene, die dir Probleme bereitet fehlt scheinbar diese Struktur, im besonderen der Konflikt. Der zeigt sich erst am Ende (der erste katastrophale Arbeitstag). Das ganze Zeug davor ist nur eine Aneinanderreihung uninteressanter Ereignisse. Warum sollte es den Leser interessieren, wie sie die Arbeit in einem Wirtshaus erklärt bekommt?
Du hast jetzt 2 Optionen:
1. Du pimpst die Szene auf, indem du dir einen Konflikt, irgendeine Hürde überlegst, die die Protagonistin überwinden muss, bevor sie loslegen kann
2. Du streichst das ganze Vorgeplänkel einfach und zeigst nur den katastrophalen ersten Arbeitstag. Zu dieser Lösung würde ich tendieren.

Arnyah hat das gut gesagt. Wenn es beim schreiben schon langweilig ist, wie soll es dann der Leser spannend finden? Du musst mit deinen Figuren nicht Big Brother spielen und jeden ihrer Schritte "mit der Kamera" verfolgen. Lass dir bloß von niemandem einreden, du müsstest irgendwelche langweiligen Zwischensequenzen zeigen, einfach nur, weil sie chronologisch an der Reihe sind. In einen Roman gehören nur Szenen, die die Handlung voran treiben. Langweiliges Füllmaterial (zum Beispiel, wie jemand die Arbeit in einem Wirtshaus erklärt bekommt) hat in einem spannenden Buch nichts zu suchen. Wenn nichts interessantes passiert, überspringst du es einfach.
Beiße dich an so etwas gar nicht erst fest. Wenn es nicht läuft, schreib die nächste Szene. Vermutlich wirst du beim überarbeiten feststellen, dass du die übersprungen Szene überhaupt nicht brauchst
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Re: Trotz Plot kein Schreibfluss

Beitragvon Kunstmelodie » 11.07.2015, 19:30

Wow, so viele neue Antworten, Dankeschön!

Vorweg: Ich habe nun seit diesem Beitrag 2336 Wörter an meinem Projekt weiter geschrieben, einschleßlich dieser Szene! Danke euch! Habe jetzt ganz kurz den Angestellten kennnen lernen lassen, dann in einem Satz die Tätitgkeiten, dann Entzürnen über die Arbeitskleidung, dann Sprung und dann glaube 2 Seiten der Arbeittag :D Allerdings weiß ich nun nicht mehr, wie es weiter gehen soll :roll: Ich glaube, mein Plot hat einfach zu viele Lücken, bzw zu viele Momente, in denen ich nicht weiß, was sie nun machen könnten, was eben auch interessant genug ist.

-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
So!
@Ankh: Ja, da hast du recht.
Ja, eigentlich könnte es so einfach sein^^

@Padrion: An die Möglichkeit hatte ich noch gar nicht gedacht gehabt, wäre nicht schlecht gewesen :) Nur leider ist der Wirtssohn wichtig, denn der wird später ein love interest, daher will ich ihn aktiv einleiten und nicht passiv. ^^ Aber deine Version gefällt mir auch gut!

@brehb: Dankeschön, ist ja echt lieb von dir! das zeigt mir, dass ich mir im passiven, indirekten schreiben ruhig mehr zu trauen kann. Ich denke immer, das ich alles aktiv schreiben muss und Zeitsprünge zb oder solche Absätze nicht gut beim Leser ankommen...

@IPatricia: Auch dir Danke für deine lange Antwort! :)
Danke dir, daraus ziehe ich viel!
Ja, das mit dem Auftragen der Arbeit war von vornehrein eh nur als 2, maximal 3 Sätze geplant gewesen. ;) ich glaube ich hing einfach schon zu lange an dieser Szene fest und dann wurde das problem immer größer, je mehr Zeit verstrich.

@Arynah: danke! :)
Mh, dabei muss ich dir aber widersprechen:
liegt es nicht nur daran, dass die Vorgeschichte langweilig ist, sondern dass auch der katastrophal verlaufende Arbeitstag ebenso wenig spannend auf mich wirkt, sonst wäre ich Feuer und Flamme, beim Schreiben endlich dort hin zu kommen. [...]
Bei mir ist es nämlich so, dass ich liebend gerne Zwischensequenzen schreibe, wenn ich weiß, dass danach etwas total Tolles auf meine Finger wartet. Durch diese Vorfreude werden auch die Zwischensequenzen besser, egal wie langweilig mir sie vorher erschienen (vor allem, weil ich durch sie eben auf das Tolle hinarbeiten kann und Informationen einfließen lasse)

Das ist bei mir nicht zu.
Also zum einen ist die Szene plotrelevant, weil sie da den love interest kennen lernt, weil das ihre 80 % am Tag einnehmende Tätigkeit des tages sein wird und sie daudrch ein wenig mehr in die fremde Gesellschaft eingegliedert werden und sie neue Aufgaben machen muss, die sie noch nie gemacht hat^^
Und zum anderen ist ds für mich totak egal, welche Szene davor oder danach kommt, so lange ich bei der jetzigen Szene Probleme habe, habe ich da Probleme -.- Aber ist natürlich praktisch, wenn man sich so gut motivieren kann!

Auf den Rest antworte ich später :)
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Re: Trotz Plot kein Schreibfluss

Beitragvon Kunstmelodie » 11.07.2015, 21:37

@Maggi1417: Ja, das habe ich in meiner neuen Antwort nun erklärt:
ich habe immer das Gefühl, besser aktiv, statt passiv zu schreiben, keine zeitsprünge zu machen, oder Sachen auszulassen, weil der Leser sich dann veröppelt vorkommt. Aber Dieses Angst ist ja nun unbegründet :D
Wie gesagt, das Erklären der Arbeit war von Anfang an kurz geplant ^^

Danke dir auch!
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Re: Trotz Plot kein Schreibfluss

Beitragvon Anchesa » 12.07.2015, 20:40

Ich habe dieses Problem immer dann, wenn meine Charaktere noch nicht gut genug ausgearbeitet sind und ich sie noch nicht gut genug kenne. Sobald man weiß, wie sich Person A im Allgemeine verhält, weiß man auch genau wie sie zum Beispiel diese Kneipensituation angehen würde und kommt dadurch viel schneller in den Schreibfluss. Also vielleicht da nochmal ansetzen!
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Re: Trotz Plot kein Schreibfluss

Beitragvon Kunstmelodie » 12.07.2015, 20:53

@Anchesa:
Ah okay, Danke dir! :)

Nunja, ich habe Charakterinterviews gemacht, kenne ihre Häuser, Zimmer, Gewohnheiten in und auswendig also ich würe nicht sagen, das es daran liegt. Ich wusste bereits auch schon, wie der Arbeitstag verlaufen wird, wie sie sich verhält, und brachte trotzdem nichts zu Papier.
Nun habe ich das Problem ja gelöst, wie ich einen Beitrag zuvor schrieb.

Danke euch! :girl:

Allerdings weiß ich nun nicht so recht, wie es weiter geht. Also in dem Fall ist mein Plot ZU lückenhaft bzw durch das ganze "schreibe nur eine Szene, wenn es spannend ist und den Plot vroantreibt", bin ich etwas verunsichert. Der Typ wird zum love interest, die Tornadodynamik wird wieder aufgeriffen und sie lernen das Land besser kennnen..aber so richtig...mhh :thinking:
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