Umgehen mit psychischem Druck

Tipps, Ratschläge und Hilfen zum Schreiben. Wie machst du das? Hilfe bei Blockaden, Hemmungen und Anfangsschwierigkeiten

Umgehen mit psychischem Druck

Beitragvon Davebones » 12.10.2015, 20:38

Servus! :meditation:

Wow. mein erster Post hier und schon eine recht traurige Frage. Tut mir schon irgendwie leid... :( Seit einigen Jahren schreibe ich kleinere Geschichten (Meistens Fanfiction :writing: ) Doch seit einigen Monaten schreibe ich an einem Roman. Als ich die 100 Seiten marke durchbrach wandte ich mich voller Freude zu meiner Familie. Ich erzählte ihnen dass ich EVENTUELL einen Roman veröffentliche (Wurde ja im Schriftsteller-Werden Blog empfohlen, da nichts motivierender ist als Leute die fragen "Bist du schon fertig?" :nod: ) , in einiger Zeit, versteht sich. Ich rechnete mit aufmunternden Worten, gelegentlichen Witzen. Doch so viel glück hatte ich nicht. :nosad: Das "Feedback" war erschütternd. Noch ohne auch nur eine Seite gelesen zu haben wurde meine Arbeit als "Müll" und "Zeitverschwendung" bezeichnet. :doh: Aufgrund meiner derzeitigen körperlichen Verfassung bin ich vor 2016 gar nicht befähigt einen so genannten "Brötchenjob" anzunehmen. Und angefangen hat das Schreiben als Hobby. Dennoch war ein häufiger Terminus "Anstatt dass du dir was vernünftiges suchst." :tricked: Kurz nach der doch erschreckend schmerzvollen Worte akzeptierte ich sie...oder eher erkenne ihre Existenz an.

Zur Info: Ich bin etwas über 20 Jahre jung, und lebe aufgrund meines "Zustands" noch "Bei Mutti". :oops: Als ich nicht mehr auf dieses "Feedback" reagierte kamen drastischere Aktionen ins Spiel. Als ich anfing davon zu sprechen dass es sehr wohl Autoren gibt die auch vom Schreiben leben können wurde mir kurzzeitig die Nahrung erwehrt, da ich es mir doch als "Ach so toller" Autor (Wobei ich Schriftsteller bevorzugte und auch sagte) es mir ja selbst bezahlen kann. :nolaugh: Als man mir dann meinen eigenen Kater nahm, mit der ironischen Begründung ich könne ihn doch eh nicht füttern ahnte ich schon an einen Tiefpunkt dieser Misere. Mutter nahm den Kater (Maximal 4 Monate alt) an sich. Und zwei tage später warf sie ihn mit wucht gegen die Wand. (Der Kater keilte wieder mit dem Hund, normalerweise werd eich gerufen und nehme den Kater an mich. Der Hudn ist übrigens ein ausgewachsener golden-retriver). Wofür mir die Schuld gegeben wurde, da sie ihn ja nur nahm, weil ich ihn mir ja nicht leisten könne. :shock:

Nun zu meiner Kernfrage: Wie würdet ihr damit umgehen? Habt ihr tipps oder der gleichen? Wie kann man vernünftig schreiben, wenn einem von überall solches "Feedback" entgegen kommt? Was kann man gegen so eine Situation tun? Bin für alle Ratschläge mehr als offen!
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Re: Umgehen mit psychischem Druck

Beitragvon Maggi1417 » 13.10.2015, 19:53

Wie würdet ihr damit umgehen? Habt ihr tipps oder der gleichen? Wie kann man vernünftig schreiben, wenn einem von überall solches "Feedback" entgegen kommt? Was kann man gegen so eine Situation tun? Bin für alle Ratschläge mehr als offen!

Ehrlicherweise klingt das so, als wäre die Mangelnde Unterstützung für das Schreiben dein geringstes Problem. Sie zu, dass du so bald wie möglich auf eigenen Füßen stehst, dann musst du dir so einen Quatsch auch nicht mehr gefallen lassen.
Sprich einfach nicht mehr drüber und mach dein Ding. Falls du mit dem schreiben tatsächlich finanzielle erfolgreich werden solltest, kannst du es ihnen hinterher immer noch unter die Nase reiben.
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Re: Umgehen mit psychischem Druck

Beitragvon Desperado » 13.10.2015, 23:40

Nicht darüber reden und als festes Ziel einen Auszug ins Auge fassen.
Irgendwann verkracht man sich mit den Eltern. Das ist die Zeit, wo man alt genug sein sollte auf eigenen Füßen zu stehen.
Was deine Mutter gerade macht ist ein Aufschrei von Stress und Überforderung. Sie will scheinbar endlich wieder ein kinderfreies Haus haben. Ist ja auch verständlich.
Das der Auslöser jetzt deine Schreiberei war, ist Pech. ...hätte auch alles andere sein können ...
Such dir ne Wohngemeinschaft und bau dein eigenes Leben auf. Ich war mit 18 von zu Hause weg.
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Re: Umgehen mit psychischem Druck

Beitragvon Zwielicht » 14.10.2015, 00:20

Das soll jetzt keine Entschuldigung für ihr Verhalten sein, aber: Deine Mutter hat Panik, dass du ihr für den Rest ihres Lebens auf der Tasche liegst - denn du bist ja jetzt "Schriftsteller". Eine super Ausrede, sich keinen Brotjob zu suchen - denkt sie.

Deswegen schließ ich mich den beiden anderen uneingeschränkt an. Zieh so bald wie möglich aus / werde selbständig und schreib weiter, statt drüber zu sprechen. Du wirst immer wieder Leute treffen, die damit überhaupt nichts anfangen können.
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Re: Umgehen mit psychischem Druck

Beitragvon Vaerson » 14.10.2015, 03:13

Das kommt mir doch seltsam bekannt vor - Hätte ich selbst vor keinen vier Jahren genauso verfassen können. :D

Aber Kopf hoch! Du bist jung, du kannst dein Leben selbst bestimmen.
Mich traf eine schwere Erkenntnis, als ich (damals noch Schüler, wenn auch im letztem oder vorletztem Jahr) mit meinen Freunden Alkohol kaufte. Vor uns war ein älterer, ausländischer Mitbürger, der nichts als Knoblauch und eine Packung Toast auf dem Band liegen hatte. Er bezahlte aber nicht einmal einen Euro (die Münzen kramte er einzeln aus seiner Jackentasche) - Dabei wäre es in schlechteren Zeiten ausreichend, um zwei, drei Tage lang nicht zu hungern. In genau diesem Augenblick kam mir diese Idee, diese Erleuchtung, dass das Leben selbst furchtbar billig ist.

Es kommt alleine darauf an, was du möchtest. Also, was möchtest du wirklich? Deine Ruhe haben und schreiben? Dann such dir einen ruhigen Job (in der Stadtverwaltung, zum Beispiel, oder wo es sich eben anbietet) - Es muss ja kein Beruf sein, der dich vollkommen einnimmt. Wenn du so etwas findest, dann kannst du auch einen vier-Stunden-Tag wählen, oder fünf, oder sechs. Vielleicht sogar einen, der es dir erlaubt, Mittwoch-Nachts um zwei Uhr noch vor dem Bildschirm zu sitzen. Das kann auch manchmal etwas langweilig sein, aber es reicht für eine kleine Wohnung, für warmes Essen und einen Fernseher, oder Laptop mit Internet-Anschluss. Und es würde alles dir gehören. Und du hättest alle Freiheiten.


Was deinen Roman angeht:
Ja, so eine Zurückweisung tut weh. Besonders beim erstem Projekt. Besonders, wenn man sie nicht erwartet hat. Du hast Monate daran gesessen und vielleicht ist dies alles, was du in Monaten geschafft hast. Ich kenne das Gefühl, aber es wird langsam besser werden...

Die größte Unterstützung, die ich mir damals hätte vorstellen können, wäre eine ehrliche, aber nicht vernichtende Kritik gewesen: Es ist mutig, dass du deinen Text deiner Familie gezeigt hast, ich habe mich so etwas nicht getraut - Weil ich befürchtete, dass etwas ähnliches geschehen würde. Auch von meinen Freunden hätte ich kein Verständnis zu erwarten gehabt und so behielt ich alles für mich, schrieb wenn niemand im Haus war, schrieb wenn alle schliefen.
Falls es dir da ähnlich ergeht, könntest du mir ja einfach mal die ersten fünf oder zehn Seiten schicken: Ich lese es dann sorgfältig durch, nenne dir meinen Eindruck, fasse ehrlich zusammen was mir gefiel, oder nicht gefiel und du kannst dann mit der Kritik umgehen, wie du möchtest.
Das musst du natürlich nicht, aber wenn du möchtest (oder eigentlich möchtest, aber aus irgendeinem Grund Bedenken hast), dann könntest du mich einfach mal per PN anschreiben.
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Re: Umgehen mit psychischem Druck

Beitragvon Arminius » 14.10.2015, 04:41

Was ich Dir dazu raten kann: Nutze dieses negative Feedback als Motivation es allen zu zeigen. Sage Dir, jetzt erst recht. Dann suche Dir Freunde, die Dein Interesse teilen oder ihm zumindestens nicht negativ gegenüber stehem. Familie kann man sich leider nicht aussuchen, Freunde schon.

Und, aber das haben schon viele der anderen Beantworter geschrieben: Sieh zu, dass Du unabhängig wirst. Eigene Wohnung, Job und das Schreiben vorerst weiter als "Hobby". Leider wird es wohl nicht anders funktionieren. Im übrigen haben die meisten Schriftsteller so angefangen. Erst wenn sie ihr ertes Buch oder auch die ersten beiden erfolgreich auf den Markt gebracht haben, konnten sie allmählich vom Schreiben leben.
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Re: Umgehen mit psychischem Druck

Beitragvon Dingelchen » 14.10.2015, 10:48

Hi,

auch auf mich macht es den Eindruck, als sei dein Wunsch, Schriftsteller zu werden, der Auslöser für diesen Krach, aber als läge die Ursache woanders. Ich kenne deinen "Zustand" nicht, aber evtl. bereitet es deiner Mutter Sorgen, dass du dann 2016 nicht aktiv nen Job annimmst, sondern quasi im Zimmerchen "auf gut Glück" weiterschreibst, dann evtl. Pech haben wirst und nie auf eigenen Beinen stehen kannst.
Ich glaube, dass du bei deiner Mutter das Thema erst mal bleiben lassen solltest, bis sich die Wogen glätten. Weil wer eine Katze gegen die Wand schmeißt, muss schon ordentlich emotional drauf sein :shock: .
Falls es dein Zustand zulässt, könntest du dir auch Arbeit von zuhause aus suchen - manche Umfrageinstitute bieten das an, sofern dir Telefonieren liegt (meist nach ner Einschulung vor Ort), bzw. gibt es auch Online-Seiten (z.B. Textbroker) wo man sich als Autor ein bisschen was dazuverdienen kann mit Texten von Werbetexten, Blogeinträgen, usw. - bringt echt nicht viel Geld, aber du hättest dann schon mal was in der Hand, wo du a) deinen Willen zum Geldverdienen und b) in letzterem Fall (Texten) die Möglichkeit durch Schreiben etwas zu verdienen, beweisen könntest -- das nur als Praxisvorschlag, liegt aber auch nicht jedem ;) , und Texten ist gehalttechnisch schon "Sklavenarbeit" ^^ (wobei ich das ne Zeitlang ganz gern machte, hatte irgendwie Spaß gemacht, ist aber auch erst ne Eingewöhnung nötig, weil Werbetexten wieder was ganz anderes ist als nen Roman texten ;) ).

Ansonsten find ich es von außen betrachtet nicht so schlimm, dass du mit ü20 noch bei deiner Mutter wohnst. Hab schon einige Studienkollegen kennengelernt wo das der Fall war.
Auf alle Fälle würde ich mir einen Plan B überlegen - also etwas, das du abseits des Schreibens auch tun kannst, falls es nicht gleich klappen sollte. Gleichzeitig find ich, dass auch das Schreiben - egal ob Hobby oder mit "ernsteren" Absichten - Achtung verdient hat, weil es ebenso harte Arbeit ist. Und wenn du bis 2o16 eh nix anderes machen kannst, beschäftigst du dich wenigstens sinnvoll.
Vielleicht sind es einfach nur kleine Gesten, die deine Mutter zumindest von ihrer Emotionalität ein wenig runterholt - dass du weiterhin bereit bist, am Leben abseits des Schreibens teilzunehmen, so weit es dein Zustand eben zulässt.

Ich wünsch dir viel Glück, v.a. auch mit dem Schreiben, und hoffe, dein Kater muss nicht nochmal herhalten ...

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Nur die Vernunft tanzte nicht mit."

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Re: Umgehen mit psychischem Druck

Beitragvon Davebones » 14.10.2015, 10:58

Erstmal danke für die Antworten! Mein Problem ist dass mir mein gesundheitlicher Zustand dazwischen pfuscht. Auch eine Arbeit ist erstmal ein Unding, ich bin also quasi ans "Haus gebunden"
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Re: Umgehen mit psychischem Druck

Beitragvon Tsaphyre » 14.10.2015, 12:37

Hallo Davebones,

so ein Zustand ist ein Hemmschuh für ein 'normales' Leben und das ist echt beschissen. Ich habe das letztes Jahr auch erlebt (ich konnte mehrere Monate nicht einmal schreiben und bin jetzt noch nicht wieder ganz auf der Höhe), habe allerdings das Glück, einen Mann an meiner Seite zu haben, der mich in allem unterstützt...

Solange Du nichts tun kannst, ist es leider so, dass Du mit Deiner Familie und Deine Familie mit Dir klarkommen müsst. Da sie das mit dem Schreiben nicht gut aufgenommen haben, würde ich mit ihnen - das haben die anderen ja schon geschrieben - nicht mehr darüber reden. Vielleicht ist es sinnvoller, mit ihnen darüber zu sprechen, wie Du Geld verdienen kannst, sobald sich Deine Situation verbessert, und zu versuchen, Dich um Deinen Verantwortungsbereich zu kümmern und zur Not auch drum zu kämpfen: "Mama, die Katze füttere ich!" Wenn man so eng aufeinander lebt und dies nicht aus Liebe, sondern aus zwingenden Umständen heraus tut, dann ist der Druck für jeden immens. Es ist wichtig, in einer solchen Situation die Grenzen der anderen zu respektieren, vor allem aber auch seine eigenen Grenzen klar zu setzen.

Hart bleibt es oft trotzdem. Dein gesundheitlicher Zustand wird Dir sicherlich auch einiges an Geduld und Nerven abverlangen. :?

Input bezüglich Deines Romans kannst Du Dir hier holen, es finden sich immer Leute, die gerne ein paar Seiten unter die Lupe nehmen. Vielleicht erntest Du hier keine Begeisterungsstürme, aber Du wirst als Schriftsteller ernst genommen. :dasheye:

Viel Glück und hoffentlich glätten sich die Wogen bei Dir zu Hause bald. *daumendrück*

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Re: Umgehen mit psychischem Druck

Beitragvon Erotomania » 14.10.2015, 13:19

Hallo Davebones,

ich war vor zwei Jahren ist einer ähnlichen Situation. Krank, habe kurzfristig einen Ausbildungsplatz gekündigt, was zu ordentlich Stress hier zu Hause geführt hat. Unverständnis, Vorwürfe, Herunterspielen meines Zustandes (man kann es sich nicht immer leicht machen, manchmal muss man sich eben durchbeißen, ich wäre auch gerne zu Hause, ich bin auch oft müde und gehe Arbeiten etc, pp)

Wenn die Situation zu Hause nicht mehr tragbar für dich ist, würde ich dir eine Beratung bei einem Sozialarbeiter oder einer unabhängigen Beratungsstelle empfehlen. Pro Familia, Caritas, Awo und andere Einrichtungen bieten so etwas manchmal an. Grade in Großstädten sollte es da einiges an Auswahl geben. Das, was du beschreibst klingt nicht danach, dass deine Familie dich nicht ernst nimmt. Das klingt für mich schon nach Mobbing, denn ganz ehrlich: Nahrung verweigern und den Kater attackieren ist mehr, als nur seelisch Druck machen zu wollen. Du musst natürlich selber wissen, wie lange du diese Situation noch aushältst, aber eine unabhängige Beratung kann vielleicht nicht schaden. Möglicherweise haben sie sogar andere Ideen, wie du die Zeit sinnvoll bis zu deiner Genesung überbrücken kannst =) Und lass dich von deiner Leidenschaft nicht abbringen. Schreibe weiter, lerne dazu, informiere dich hier in der Schreibwerkstatt und werde so gut, dass du einen Vertrag bei einer Agentur, oder einem Verlag bekommst. Dann kannst du deiner Mutter diesen Vertrag vor die Nase halten und wenn du es ihr richtig zeigen willst, lege ihr einen ordentlichen Vorschuss vor, den du bei einem Verlagsvertrag bekommst =) Bis dahin suche dir Unterstützung, denn der Weg wird nicht leicht sein und es wird einiges an Zeit verstreichen. Doch wenn du es wirklich willst, wirst du es schaffen =)

Und nebenbei: Ich bin 22 und hocke noch immer zu Hause rum. Ich mache zur Zeit eine schulische Ausbildung und kann mir eine eigene Wohnung nicht leisten. Wie die meisten in meinem Alter, die ich kenne. Und die Studenten, die eine eigene Wohnung haben bekommen entweder Bafög und Geld von den Eltern, oder haben sehr gut verdienende Eltern, die das alleine stemmen können ( ich bekomme kein Bafög, aber für eine eigene Wohnung reicht es auch nicht). Also musst du dir deswegen keine Vorwürfe machen =)

Liebe Grüße, Erotomania
"Das klagenswerte Leben schwindet schon im Zweifel. Ein Schwan gleich im Erleben,
vor Einsicht schwarzes Übel."
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Re: Umgehen mit psychischem Druck

Beitragvon Feuerfeder » 14.10.2015, 17:07

Hallo Davebones,

eine schwierige Situation, in der du dich befindest. Ein wenig kann ich sie nachvollziehen, denn ich wohne ebenfalls noch bei meiner Mutter und bin auch finanziell zur Zeit komplett von ihr abhängig, was mich sehr belastet.
Bei dem, was du beschreibst, wäre mein erster Impuls, so schnell wie möglich auszuziehen. Dass das nicht so einfach geht macht die Situation natürlich noch mal anstrengender.

Ich möchte deine Mutter nicht verurteilen, da ich zu wenig von der Situation weiß, aber wer einen Kater gegen die Wand wirft, hat in meinen Augen komplett versagt. Mit so jemandem würde ich gar nicht mehr versuchen, zu reden.
Darum hoffe ich, dass sie "nur" angespannt ist, frustriert über deine Lage, aber auch belastet durch deinen Gesundheitszustand. Und dass das, was du beschreibst, nicht der Normalzustand ist.
Wenn sie noch mit sich reden lässt, mach ihr klar, dass eine spätere Veröffentlichung ein Wunschtraum von dir ist, ein (sehr) langfristiges Projekt, und dass das nicht bedeutet, dass du deinen Lebensunterhalt davon abhängig machst.
Du hast gerade deinen ersten Roman begonnen, ich würde mich erst mal nur mit dem Schreiben an sich beschäftigen. Veröffentlichungen, Agenten, Verlage, mit all diesen Sachen kannst du dich auch noch beschäftigen, wenn es soweit ist. Und das ist es noch eine ganze Weile nicht.
Im Moment ist es ein Hobby, dass dir guttut. Und wenn du das auch deiner Mutter klarmachen kannst, wird sie da hoffentlich keine Einwände mehr gegen haben.

Ich vermute, Motivation oder Unterstützung wirst du dir trotzdem eher wo anders suchen müssen. Aber da bist du hier ja schon mal an der richtigen Adresse und einen Mangel scheint es da bei dir auch nicht zu geben.

Liebe Grüße
Feuerfeder
"Auf den Flügeln seiner Einbildungskraft verlässt der Mensch die engen Schranken der Gegenwart."
Friedrich Schiller
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Re: Umgehen mit psychischem Druck

Beitragvon Davebones » 14.10.2015, 21:13

Hey Feuerfeder! :mrgreen:

Ich versuche tatsächlich zur Zeit meine Mutter etwas mehr "Wissen" über das Schrieben zu bringen, ihr zu zeigen dass man davon sehr wohl leben kann und dass ich nicht verblendet bin. Ich machte ihr klar, dass mir klar ist, dass ich mein ganzes leben lang schreiben muss, wenn ich mein ganzes Leben lang davon leben will. Wenigstens meinte sie gestern zu mir dass sie sich mein Manuskript ansehen wird, und sich dann ein Urteil erlauben wird. Was ein großer fortschritt ist! :nod:
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Re: Umgehen mit psychischem Druck

Beitragvon Desperado » 15.10.2015, 07:18

Davebones hat geschrieben:Ich versuche tatsächlich zur Zeit meine Mutter etwas mehr "Wissen" über das Schrieben zu bringen, ihr zu zeigen dass man davon sehr wohl leben kann und dass ich nicht verblendet bin.


Manchmal ist aber genau das der falsche Weg.
Handeln - nicht reden, dann bietest du keine Angriffsfläche und überzeugst irgendwann mit Resultaten wie einem Vertrag und den ersten tausend Euro. Momentan verpufft deine Energie in Konfrontation und Diskussion :|
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Re: Umgehen mit psychischem Druck

Beitragvon Ankh » 15.10.2015, 09:13

Wenn es deiner Mutter wirklich darum geht, dass sie Schriftstellerei nicht für einen geeigneten Brotjob hält (denn mal ehrlich, davon zu leben ist wirklich nicht einfach), dann solltest du sie daran erinnern, dass du derzeit ohnehin aus gesundheitlichen Gründen keinen anderen Job annehmen kannst. Die Zeit zu überbrücken, indem du schreibst, ist allemal besser, als dazusitzen und gar nichts zu tun. Im besten Falle wirst du dadurch zu einer Unterstützung statt zu einer Last.

Ich denke aber auch, wer Katzen an die Wand wirft hat noch ganz andere Probleme. Offenbar steht deine Mutter unter starkem psychischem Druck, und vielleicht hat der gar nichts mit dir und der Schriftstellerei zu tun. Ich kenne eure Situation oder euer Verhältnis zueinander nicht. Aber vielleicht hilft es, wenn du ein offenes Ohr dafür hast, was sie belastet. Wenn sie Gelegenheit hat, sich ihren Druck mal von der Seele zu reden, dann hat sie vielleicht auch im Anschluss ein offeneres Ohr für deine Pläne und Ambitionen.

Viel Glück und guten Schreibfluss,

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Re: Umgehen mit psychischem Druck

Beitragvon Feuerfeder » 15.10.2015, 16:40

Desperado hat geschrieben:Handeln - nicht reden, dann bietest du keine Angriffsfläche und überzeugst irgendwann mit Resultaten wie einem Vertrag und den ersten tausend Euro. Momentan verpufft deine Energie in Konfrontation und Diskussion :|

Wie soll das denn in der aktuellen Situation helfen? Er kann ja schlecht einen Vertrag aus dem Hut zaubern oder monate- bzw. sehr viel eher jahrelang ohne Essen auskommen, weil er mit dem Schreiben kein Geld verdient.
Einem Zweifler seinen Erfolg entgegen zu schleudern ist ja schön und gut. Aber im Moment sollte er meiner Meinung nach lieber Energie darauf verwenden, mit der Mutter zu reden, als immer wieder Energie durch ihre ständige Gegenwehr zu verlieren, da er der Situation ja nicht entfliehen kann. Das stelle ich mir wesentlich kräftezehrender vor.
Zumal sie ja anscheinend auch nicht ganz taub ist, was das Thema angeht.
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