[Liebe]*UPDATE*Change of Jade - Der Koidrache TEIL 1/4 (BL)

Liebe, Romantik, Sehnsucht

[Liebe]*UPDATE*Change of Jade - Der Koidrache TEIL 1/4 (BL)

Beitragvon Camel1987 » 15.10.2014, 21:35

*Update* Kommentare von "Snoopylein" und "unkompliziert" übernommen. Vielen Dank dafür :)

Hallo liebe Schreibwerkstatt-User,

wir (die Srcibal Dragonflies) haben eine Mini-Geschichte für euch! :D Die Geschichte haben wir für einen Kurs geschrieben und wir hatten nur eine begrenzte Seitenzahl zur Verfügung, weswegen die Geschichte schnell und vor allem kurz abgehandelt werden musste.
Was wollen wir wissen: Spannung? Verständlichkeit? Wollt ihr weiterlesen? Anregungen und Verbesserungsvorschläge? Schreibt einfach, was euch einfällt :wink:

Hier der Text:

JESS
Während er den individuellen Kunstwerken der Natur beim Fallen zuschaute, musste Jess sich abwenden, denn er hatte das Gefühl, eines von ihnen zu sein: Einsam. Fallend.
Die ersten Schneeflocken des Jahres machten ihn immer traurig, denn sie erinnerten ihn an diese eine Nacht.
Auf dem Weg zur Grundschule hatte er der bettelnden Frau jeden Tag einen Dollar und ihrem Sohn, der etwa in Jess' Alter war, sein Essen gegeben. Bis zu diesem Tag, an dem die ersten Schneeflocken gefallen waren: Scheinbar schlafend hatte sie am Boden gelegen, er weinend über ihr. Die Situation sofort begreifend, hatte Jess den Jungen am Arm gepackt und mit sich gezerrt...
Abrupt wandte er sich vom Fenster ab, warf einen prüfenden Blick in den Spiegel und verließ das Haus. Während der U-Bahn-Fahrt verriet ihm ein Blick auf sein Handy, dass sein Tag voll von anstrengenden Meetings war, und er freute sich bereits jetzt auf sein Feierabendbier. Als es endlich soweit war, erwarteten ihn seine Kollegen bereits und begrüßten ihn freudig.
„Hey, Jess, unser Schürzenjäger! Guck mal, die Rothaarige da hinten. Die zieht dich schon mit ihren Blicken aus!“
„Ich wette zehn zu eins, dass du heute ausnahmsweise mal keine abschleppst“, fügte Mister Bates, sein Chef, hinzu.
„Die mach ich mir später klar. Lasst mich erstmal ein paar Bier trinken.“ Während Jess dies sagte, drehte er sich um und gab die Bestellung an die vollbusige Bardame weiter.
Der Alkohol zeigte schnell seine berauschende Wirkung und die Rothaarige ließ sich von Jess betören.
„Sollen wir nicht lieber zu mir gehen?“, flüsterte er ihr ins Ohr, als er eine der Locken zurückstrich. Ein Kichern, dann stand sie auf. Er zwinkerte seinen Kollegen verschwörerisch zu, die johlten, als sie die Bar verließen. Leidenschaftlich knutschend fuhren sie im Taxi durch die nächtliche Großstadt. Während sich seine Hand den Weg unter ihre Bluse suchte, fühlte er sich ungewohnt nervös, denn anders als sonst waren es heute nur wenige Drinks gewesen.
'Brüste. Busen, Titten, BHs... Mister Bates könnte sich auch mal einen zulegen. Dem muss ich morgen ja auch wieder in den Arsch kriechen... Was ist eigentlich so toll an Brüsten? Verdammt, Jess, konzentrier dich! Brüste! Brüste sind toll...!...?'

Sie lag neben ihm im zerwühlten Bett und schlief. Sein Blick glitt über ihren nackten Körper und blieb an ihren Brüsten hängen. 'Widerlich.'
Eine unbändige Wut auf sich selbst überkam ihn und er hatte das Bedürfnis allein zu sein. Unsanft schüttelte er sie wach.
„Du musst jetzt gehen!“, brüllte er ungehalten.
„Wieso?“, fragte sie schockiert.
„Ich kann deine Anwesenheit nicht länger ertragen!“
„Ach, für Sex war ich dir also gut genug, aber Frühstück ist nicht mit drin, oder wie?“
„Weißt du was, Miststück? Wenn ich wiederkomme, bist du weg!“
Hektisch zog er sich an, stürmte fluchend den Flur hinunter und knallte die Tür hinter sich zu.
Immer noch vor sich hin schimpfend stratzte er ziellos durch die verschneiten Straßen der Metropole. Plötzlich wurde er nach hinten geworfen, und bevor er wusste, was geschehen war, hatte er schon nach dem Arm der Person gegriffen, die in ihn hineingelaufen war. Irgendwer brüllte: „Sam! Für einen Hunderter bekomme ich sonst mehr als nur einen Blowjob, du mieser Stricher!“
Jess' Blick haftete an dem Arm, den er immer noch umklammert hielt. Die längliche Narbe darauf erinnerte ihn an eben jene schicksalhafte Nacht.

Ich habe den verwirrten Jungen bis zu meinem Haus gezerrt. Außer Atem stehen wir meiner Mama gegenüber.
„Seine Mama ist tot“, sage ich nur.
Entsetzt starrt sie den Jungen an und geht vor ihm in die Hocke. „Mein Kleiner. Wie heißt du denn überhaupt? Wo wohnst du denn? Möchtest du etwas trinken? Hast du Hunger?“
Auf den Boden starrend, flüstert er kaum hörbar seinen Namen: „Yoichi Kamamura. Ich habe kein Zuhause.“
„Kann er dann hier wohnen?“, frage ich sofort.
„Ich muss erstmal telefonieren“, antwortet Mama. „Du kannst in der Zeit ja schon mal den Tisch decken.“
Erfreut hole ich Gläser aus dem Schrank, als ich Mama reden höre: „... bitte kommen Sie den Jungen abholen.“
„Du willst ihn mir also doch wieder wegnehmen?!“, brülle ich und schmeiße die Gläser auf den Boden, die in lauter Scherben zerspringen. Wütend schubse ich Yoichi in den Wandschrank und verstecke mich dort mit ihm.
Seine Augen fixieren mich panisch und ich verspüre den starken Drang, ihn zu beschützen.
Plötzlich reißt ein Mann in Blau die Schranktür auf und ich muss entsetzt dabei zusehen, wie er sich meinen neuen Freund schnappt. Yoichi schreit, wehrt sich nach Kräften, kann sich befreien, stolpert und fällt in die Glasscherben. Aus einer länglichen Schnittwunde am Arm quillt Blut. Während der Polizist ihn aus der Wohnung zerrt, weiß ich, dass ich ihn nie wieder sehen werde.


Es war derselbe Junge.
Zuletzt geändert von Camel1987 am 20.10.2014, 22:16, insgesamt 4-mal geändert.
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Re: Change of Jade - Der Koidrache TEIL 1/3 (Boys Love)

Beitragvon snoopylein90 » 16.10.2014, 20:36

JESS
Während er den individuellen Kunstwerken der Natur beim Fallen zuschaute, musste Jess sich abwenden, denn er hatte das Gefühl, eines von ihnen zu sein: Einsam. Fallend.
Die ersten Schneeflocken des Jahres machten ihn immer traurig, denn sie erinnerten ihn an diese eine Nacht.
Auf dem Weg zur Grundschule hatte er der bettelnden Frau jeden Tag einen Dollar und ihrem Sohn, der etwa in Jess' Alter war, sein Essen gegeben. Bis zu diesem Tag, an dem die ersten Schneeflocken gefallen waren: Scheinbar schlafend hatte sie am Boden gelegen, er weinend über ihr. Die Situation sofort begreifend, hatte Jess den Jungen am Arm gepackt und mit sich gezerrt...
Er schlüpfte in seinen Armani-Anzug, die hochglänzenden ledernen Schuhe und zog sich die schon vorgebundene Krawatte über den Kopf. Ein prüfender Blick in den Spiegel, dann verließ er das Haus. Sein silberner Mercedes stand bereits vorgewärmt in der Tiefgarage. Während der Fahrt verriet ihm ein Blick auf sein Blackberry, dass sein Tag voll von anstrengenden Meetings war, und er freute sich bereits jetzt auf sein Feierabendbier.

Hier ist mir der Wechsel von vor der Arbeit zu nach der Arbeit zu abrupt. Nur weil er da ans Feierabendbier denkt heißt es nicht, dass er sich gleich in einem Club betrinkt. Zumal du in der nächsten Szene kein Wort darüber verlierst, dass sie in einem Club sind. Das habe ich jetzt mal hineininterpretiert.

Seine Kollegen erwarteten ihn bereits und begrüßten ihn freudig.
„Hey, Jess! Gut, dass du auch endlich da bist! Guck mal, die Rothaarige da hinten. Die zieht dich schon mit ihren Blicken aus. Ich wette zehn zu eins, dass du heute ausnahmsweise mal keine abschleppst.“
„Die mach ich mir später klar. Lass mich erstmal ein paar Bier trinken.“ Während er dies sagte, drehte er sich um und gab die Bestellung an die vollbusige Bardame weiter.
Der Alkohol zeigte schnell seine berauschende Wirkung und die Rothaarige ließ sich von Jess betören.
„Sollen wir nicht lieber zu mir gehen?“, flüsterte er ihr ins Ohr, als er eine der roten Locken zurückstrich. Ein Kichern, dann stand sie auf. Er zwinkerte seinen Kollegen verschwörerisch zu, als sie die Bar verließen. Leidenschaftlich knutschend fuhren sie im Taxi durch die nächtliche Großstadt. Während sich seine Hand den Weg unter ihre Bluse suchte, fühlte er sich ungewohnt nervös, denn anders als sonst waren es heute nur wenige Drinks gewesen.
'Brüste. Busen, Titten, BHs... Mister Bates könnte sich auch mal einen zulegen... Dem muss ich morgen ja auch wieder in den Arsch kriechen... Verdammt, Jess, konzentrier dich! Brüste! Brüste. Brüste sind toll. Ich liebe Brüste. Brüste sind super. Jeder liebt Brüste.'

Sie lag neben ihm im zerwühlten Bett und schlief. Sein Blick glitt über ihren nackten Körper und blieb an ihren Brüsten hängen. 'Widerlich.'
Eine unbändige Wut überkam ihn und er hatte das Bedürfnis allein zu sein. Unsanft schüttelte er sie wach.
„Du musst jetzt gehen!“, brüllte er ungehalten.
„Wieso?“, fragte sie schockiert.
„Ich kann deine Anwesenheit nicht länger ertragen!“
„Ach, für Sex war ich dir also gut genug, aber Frühstück ist nicht mit drin, oder wie?“
„Weißt du was, Miststück? Wenn ich wiederkomme, bist du weg!“
Hektisch zog er sich an, stürmte fluchend die Treppe seiner Maisonette-Wohnung hinunter und knallte die Tür hinter sich zu.
Immer noch vor sich hin schimpfend stratzte er ziellos durch die verschneiten Straßen der Metropole. Plötzlich wurde er nach hinten geworfen, und bevor er wusste, was geschehen war, hatte er schon nach dem Arm der Person gegriffen, die in ihn hineingelaufen war. Irgendwer brüllte: „Sam! Für einen Hunderter bekomme ich sonst mehr als nur einen Blowjob, du mieser Stricher!“
Jess' Blick haftete an dem Arm, den er immer noch umklammert hielt. Die längliche Narbe darauf erinnerte ihn an eben jene schicksalhafte Nacht.


Ich habe den verwirrten Jungen bis zu meinem Haus gezerrt. Außer Atem stehen wir meiner Mama gegenüber.
„Seine Mama ist tot“, sage ich nur.
Entsetzt starrt sie den Jungen an und geht vor ihm in die Hocke. „Mein Kleiner. Wie heißt du denn überhaupt? Wo wohnst du denn? Möchtest du etwas trinken? Hast du Hunger?“
Auf den Boden starrend, flüstert er kaum hörbar seinen Namen: „Yoichi Kamamura. Ich habe kein Zuhause.“
„Kann er dann hier wohnen?“, frage ich sofort.
„Ich muss erstmal telefonieren“, antwortet Mama. „Du kannst in der Zeit ja schon mal den Tisch decken.“
Erfreut hole ich Gläser aus dem Schrank, als ich Mama reden höre: „... bitte kommen Sie den Jungen abholen.“
„Du willst ihn mir also doch wieder wegnehmen?!“, brülle ich und schmeiße die Gläser auf den Boden, die in lauter Scherben zerspringen. Wütend schubse ich Yoichi in den Wandschrank und verstecke mich dort mit ihm.
Panisch fixieren mich seine Augen und ich verspüre den starken Drang, ihn zu beschützen.
Plötzlich reißt ein Mann in Blau die Schranktür auf und ich muss entsetzt dabei zusehen, wie er sich meinen neuen Freund schnappt. Yoichi schreit, wehrt sich nach Kräften, kann sich befreien, stolpert und fällt in die Glasscherben. Aus einer länglichen Schnittwunde am Arm quillt Blut. Während der Polizist ihn aus der Wohnung zerrt, weiß ich, dass ich ihn nie wieder sehen werde.

Das soll eine Rückblende sein. Warum aber Kursiv? Weil er das alles denkt? Dann hast du aber bei den vorherigen Gedankengängen das kursive Vergessen. Auch hast du am Anfang eine Rückblende, als du die Situation mit der Frau und dem Jungen schilderst. Die ist aber nicht kursiv und sehr schlecht vom jetzigen Handeln abgetrennt. Ich musste zweimal drüberlesen um zu verstehen. Aha, jetzt sind wir in der Gegenwart.
Es war derselbe Junge.

FAZIT:
In dieser Geschichte geht es um Jess, der eine sehr merkwürdige Persönlichkeit hat und dessen Handlungen meiner Meinung nach überhaupt nicht nachvollziehbar sind.
Erst schleppt er eine Frau ab, dann haben die beiden Sex und dann schmeißt er sie grundlos raus. Also ich meine die Frau kann ja vor einen Rätsel stehen, aber doch nicht der Leser. Du schreibst aus Jess Perspektive, also muss der Leser dieses Handeln auch verstehen. Ich konnte es nicht.
Dann geht er auf die Straße und trifft den Jungen vom Anfang. Warum dann die Szene dazwischen mit der Rothaarigen? Hat die eine Bedeutung später?

Wenn es um die begrenzten Zeichen geht, würde ich eher den Rotstift an Füllwörtern ansetzen und vielleicht die ein oder andere umständliche Formulierung ändern.
Tut mir leid, dass ich so streng bin.
Vielleicht ist das auch nur mein persönlicher Eindruck, aber du wolltest, ja wissen, ob die Logik klar ist in der Geschuchte.

lg snoopylein
Schaut doch mal in Facebook auf der Seite Fans von Angeleyes vorbei. Mein erster Roman erscheint am 01.07.2014
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Re: Change of Jade - Der Koidrache TEIL 1/4 (Boys Love)

Beitragvon unkompliziert » 20.10.2014, 11:18

Hi Camel,

wie ich deiner Partnerin geschrieben habe, macht mich eure Geschichte zumindest schoneinmal neugierig darauf wie es weitergeht.

Ich fand diesen ersten Teil sehr verständlich und nachvollziehbar. Vielleicht sogar schon etwas zu Cliché haft.
:lol: Ich schaue wahrscheinlich eindeutig zuviele amerikanische Serien!

Jess ist ein stinkereicher Geschäftsmann, den sein bisheriges Leben nicht erfüllt und der deswegen den Kick in Bars mit seinen Freunden sucht. Eigentlich war er mal ein selbstloses, gutherziges Kind, aber seine Familie ist oberflächlich und hat ihn gezwungen in die Fußstapfen seines Vater zu treten.
Außerdem ist er homosexuell. Sein ganzes Umfeld aber nicht und für seine Karriere wäre es wahrscheinlich auch schlecht, wenn er sich outen würde.

Yoichi wird sein Gegenpart und gemeinsam werden sie glücklich werden. Denn schicksalhafterweise lieben sie sich. Jess befreit Yoichi aus der Armut und Yoichi befreit Jess von der Oberflächlichkeit.

Yoichi ist wie ein wildes Pferd: zutiefst misstrauisch, aber zäh und tiefgründig.

So -- aber jetzt müsst ihr mich als Leser überraschen!

Meine Logikfragen:

Warum sagt Jess Freund im selben Atemzug, dass die Rothaarige ihn bereits mit Blicken verschlingt -- *und* dass er an diesem Abend mal keine abschleppt?

Warum denkt er um in Stimmung zu kommen krampfthaft an das, was er am aller abturnensten findet (Brüste)?
Respekt, dass das dann mit dem Akt trotzdem klappt. Ich bin 32 und hätte *gewettet*, dass er am nächsten Morgen so stinkig ist, weil die Rothaarige ihm soetwas sagt wie: "Mach dir nichts draus, Schätzchen. Du hast zur Zeit wohl viel Stress. Das kann jedem Mann mal passieren..."

Alkohol enthemmt. Ich fände es viel wahrscheinlicher, dass jemand nach eine harten Arbeitstag und einen Bierchen sich etwas gönnt, was ihm *wirklich* spaßmacht. - Und dann am nächsten Morgen angeekelt von sich selber ist, weil er sich diesen Lapsus geleistet hat und seine eigenen Erwartungen an sich selbst nicht erfüllen konnte.

In meine weiteren Bekanntenkreis gibt es Menschen, die wohl in Jess Kategorie fallen würden.
So wie viele würde es mich *brennend* interessieren, wie ihr Leben *wirklich* ist. - Deswegen kommt dieser Typus Mensch in den Medien wohl so häufig vor. Was ich aber langweilig finde wäre zu lesen, was ich in Filmen ohnehin schon immer über sie sehe.

Was ich sagen: Zum einen ist dieses Leben nicht so rosig, wie man es sich vorstellen mag. Geld verdient sich nicht durch Nicht-Arbeiten und viel Reisen bedeutet 90% der Zeit nicht zuhause sein. Wenn man dann noch ein klassisches Zuhause hat.
Aber auch: Um das leisten zu können muss man eine Motivation haben. Ihr könnt nicht seitenweise über Jess Leben schreiben. Ist klar. Aber es wäre interessanter, zumindest kruz zu erwähnen, was ihn an seiner Karriere reizt und ihm die Energie dafür gibt. Warum er nicht schon längst nen Zusammenbruch hatten, wenn es doch so trostlos und bedeutungslos ist.
Dann wäre Jess weniger eines von vielen Geschäftsmännerclichés sondern eben etwas besonderes: Jess.


Das andere -- Menschen die draufhaben in diesem Haifischbecken zu überleben, finden irgendetwas, was sie zumindest amüsiert. Und die, die richtig mächtig und gut sind, die machen sich nicht mehr darüber Gedanken, dass ihre Belegschaft denken könnte, dass sie viellecht homosexuell sind.
Da machen sie die *Kollegen* Gedanken, wie es den beim Boss ankommt *heterosexuell* zu sein.

Ihr habt ein Thema rausgesucht, über das ihr selber gerne lesen würdet. Wo ihr selber gerne hinter die Kulissen schauen würdet.
Das ist aber sehr rechercheaufwendig.

Mich würde brennend interessieren, wenn ihr selber mal ein bisschen aus dem Nähkästichen plaudern würdet.
Natürlich rein aus Fiktion.
Dinge erzählen, die ihr selber gut kennt und *selber* erlebt habt. Etwas abwandeln und eine Geschichte daraus machen.
Denkt an Situation, die euch selber aufregend oder gruselig erscheinen und *was* es genau war, das den Unterschied gemacht hat.

Ich fände es sehr spannend zu lesen, wie jemand entdeckt, dass er ein sexuelles Wesen ist. Egal welche Sexualität es dann sein mag.
Und dann müssen die Protagonisten auch keine Piloten, Polizisten oder Ärzte sein. Eine Buchhändlerin kann einen sehr spannenden Job haben, wenn sie eben nicht nur wartet-kassiert-abwartet-kassiert.

Wenn Yoichi und Jess sich wahrhaft verlieben sollen, erwartet ich als Leser aber etwas mehr, als dass der eine reich und mächtig und der andere wild und mysteriös ist.
Das fand ich bei Twilight schon so blöd: Edward ist blendend schön, stark, reich und Bella... naja Bella riecht sehr appetitlich und hat Gedanken auf einer Frequenz die er nicht lesen kann.
Aber das ist dann eine tiefe und einzigartige Liebe?

Die Menschen um einen heraum sind viel individueller, aber über die schreibt niemand.

Letzte Frage:
Wo spielt eure Geschichte? In Japan?
Denn weder in Deutschland noch in den USA sieht man viele junge japanische Obdachlose.
Da erwartet man Rumänen oder Schwarze oder europäische Weiße.
(Ja, ich wünschte es wäre nicht so. Ich wollte den Eindruck, den man hat aber aussprechen. Sicher gibt es auch Ausnahmen von der Regel. Aber dann würde es den Leser doch ablenken, warum diese Ausnahme zustande kam.)
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Re: [Liebe]*UPDATE*Change of Jade - Der Koidrache TEIL 1/4 (

Beitragvon klexxx » 09.11.2015, 18:06

Hallo Camel!

Dann mache ich mich mal an euren Text :)

Während er den individuellen Kunstwerken der Natur beim Fallen zuschaute, musste Jess sich abwenden, denn er hatte das Gefühl, eines von ihnen zu sein: Einsam. Fallend.


Der Anfang hat mich auf jeden Fall schon einmal gefesselt - sehr schöne Wortwahl, und besonders die Identifizierung am Schluss gefällt mir gut! Auch, wenn ich anfangs gedacht habe, es handle sich um Blätter im Herbst. Aber das wird ja im nächsten Satz dann gleich aufgeklärt ;)

Auf dem Weg zur Grundschule hatte er der bettelnden Frau jeden Tag einen Dollar und ihrem Sohn, der etwa in Jess' Alter war, sein Essen gegeben.


Hier würde ich einen Beistrich nach Dollar machen. Ist natürlich kein Muss, aber es müsste möglich sein, soweit ich weiß, und würde meiner Meinung nach den Lesefluss erleichtern. So musste ich zweimal darüber lesen, weil ich dachte, der Dollar und der Sohn gehören zusammen.

„Ich wette zehn zu eins, dass du heute ausnahmsweise mal keine abschleppst“, fügte Mister Bates, sein Chef, hinzu.


Dass der Chef da auch dabei ist, hat mich anfangs etwas verwirrt, aber kann natürlich gut sein, dass sie ein so gutes Verhältnis auch nach der Arbeit noch haben.
Was mir hier allerdings ein wenig stört, ist das "zehn zu eins". Da würde ich eher sagen, ich wette um XYZ Euro oder dass er irgendeinen Einsatz nennt.

„Die mach ich mir später klar. Lasst mich erstmal ein paar Bier trinken.“ Während Jess dies sagte, drehte er sich um und gab die Bestellung an die vollbusige Bardame weiter.


Hier ist es das 'während', das mich innehalten ließ. Denn so wie es da steht, sagt er gleichzeitig zu seinen Kollegen diese zwei Sätze, und auch der Bardame, was er haben will. Da würde ich empfehlen, ein 'dann' bei 'gab die Bestellung' einzufügen.

'Brüste. Busen, Titten, BHs... Mister Bates könnte sich auch mal einen zulegen. Dem muss ich morgen ja auch wieder in den Arsch kriechen... Was ist eigentlich so toll an Brüsten? Verdammt, Jess, konzentrier dich! Brüste! Brüste sind toll...!...?'


Ich ahne, worauf das hin läuft... Da ist er wohl gerade dabei, herauszufinden, dass er schwul ist. Gut beschrieben, kurz und bündig.

Sie lag neben ihm im zerwühlten Bett und schlief. Sein Blick glitt über ihren nackten Körper und blieb an ihren Brüsten hängen. 'Widerlich.'


Nur eine Empfehlung - aber ich würde die Gedanken, wie auch oben schon, in kursiv setzen. Hier war ich erst einmal erschrocken, dass er 'Widerlich' sagt, bis ich drauf kam, dass es sich ja nur um die Gedanken handelt. Beim kursiven wäre das glaube ich besser ersichtlich.

„Du musst jetzt gehen!“, brüllte er ungehalten.


Auch, wenn ich das Gefühlchaos verstehe, in dem er sich befinden muss, finde ich es doch ein wenig übertrieben, dass er sie gleich anbrüllt. Da fände ich es besser, wenn er zumindest leise anfängt, er kann sie ja mit bösem Blick anzischen oder was weiß ich, und dann nach ein paar Sätzen brüllt er. Aber gleich laut beginnen finde ich etwas unglaubwürdig. Denn wie ein Choleriker hat er auf mich bis jetzt nicht gewirkt.

„Weißt du was, Miststück? Wenn ich wiederkomme, bist du weg!“


Wow, also wenn ich sie wäre, hätte ich ihm wahrscheinlich eine verpasst. Das ist ja wirklich kein Umgang... Aber macht die Zerrissenheit, in der er sich befindet, umso klarer.

Plötzlich wurde er nach hinten geworfen, und bevor er wusste, was geschehen war, hatte er schon nach dem Arm der Person gegriffen, die in ihn hineingelaufen war.


Nach hinten geworfen finde ich hier eher unpassend. Das klingt so willkürlich, und wenn aber nur mit jemandem zusammengestoßen ist, finde ich 'werfen' zu hart ausgedrückt. Vielleicht so etwas wie 'Plötzlich taumelte er zur Seite' oder so?


Ich habe den verwirrten Jungen bis zu meinem Haus gezerrt. Außer Atem stehen wir meiner Mama gegenüber.
„Seine Mama ist tot“, sage ich nur.


2x Mama, da würde ich eins durch ein Synonym ersetzen

Entsetzt starrt sie den Jungen an und geht vor ihm in die Hocke. „Mein Kleiner. Wie heißt du denn überhaupt? Wo wohnst du denn? Möchtest du etwas trinken? Hast du Hunger?“


Finde ich interessant, dass sie sich gleich an den Jungen wendet, und nicht zuerst fragt, was überhaupt passiert ist oder wo Jess in denn gefunden hat.


„Ich muss erstmal telefonieren“, antwortet Mama. „Du kannst in der Zeit ja schon mal den Tisch decken.“


Sie hat noch überhaupt nichts hinterfragt, sie weiß gar nicht, was passiert ist. Das lässt sie in meinen Augen sehr seicht und unauthentisch wirken.

„Du willst ihn mir also doch wieder wegnehmen?!“, brülle ich und schmeiße die Gläser auf den Boden, die in lauter Scherben zerspringen.


Das klingt, als wäre er ein Spielzeug. Diese Formulierung legt nahe, dass Jess glaubt, irgendwelche Besitzesansprüche stellen zu können. (Außerdem - wieso 'wieder' wegnehmen? Sie hat ihn ihm ja noch nie weggenommen..) Bisher hat es auf mich allerdings eher so gewirkt, dass er dem Jungen (und seiner Mutter) helfen will. Daher würde ich das ein wenig anders formulieren, zum Beispiel 'Du willst ihn also wirklich abschieben?! Das kannst du nicht machen!'.

Plötzlich reißt ein Mann in Blau die Schranktür auf und ich muss entsetzt dabei zusehen, wie er sich meinen neuen Freund schnappt.


Das ist jetzt aber schnell gegangen... Da würde ich noch einen Satz einbauen, der anzeigt, dass da schon ein paar Minuten vergangen sind.

Es war derselbe Junge.


Oh, na da bin ich aber mal gespannt, ob der ihn auch noch kennt!

Zu deinen Fragen:
- Spannung: ist auf jeden Fall vorhanden, auch die Rückblenden finde ich gelungen.
- Verständlichkeit: auch gut, bis auf die Mutter finde ich auch die Charaktere bisher authentisch beschrieben. Die Beweggründe sind nachvollziehbar, eben zB in der Szene, wo er sie aus dem Bett schmeißt. Ohne die Vorahnung, dass er gerade in einer sexuellen Selbstfindungsphase ist, hätte ich das sehr seltsam gefunden und Jess total unsympathisch, aber so finde ich es nachvollziehbar.
- Weiterlesen: so grundsätzlich werde ich wahrscheinlich weiterlesen, auch wenn ich nicht sicher bin, ob ich bis zum Ende durchhalten werde (auch, wenn der Stil gleich gut bleibt). Aber ich bin absolut kein Freund von Gay Romance, aber da könnt ihr ja nichts dafür.
- Anregungen und Verbesserungsvorschläge: siehe oben.

Fazit:
ein sehr gelungener Text, der ein paar kleine Verbesserungsmöglichkeiten aufwirft, aber grundsätzlich finde ich ihn sehr gelungen!

Liebe Grüße :)
It’s beautiful, isn’t it?
How it all hurts
but we never
give up.
klexxx
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