[UrFan]Verbannt 1

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[UrFan]Verbannt 1

Beitragvon YingNi » 06.08.2015, 17:04

Hallo Ihr Lieben,

ich war schon länger nicht mehr hier unterwegs und habe mir jetzt nochmal ein bisschen Zeit zum Schreiben genommen. Bin gespannt auf eure Kritik.

Den Anfang habe ich weggelassen. Hier habe ich eine Elfensage "erzählt".

--------
„Was passierte mit der anderen Schwester, die, die Kröten spuckte?“ große blaue Augen sahen mich neugierig an.
„Das ist eine andere Geschichte. Und jetzt schlaf gut Elizabeth.“ antwortete ich kurz. Dann zog ich die Decke des Mädchens noch ein Stück höher und machte mich auf dem Weg aus dem Zimmer.
„Lizzy.“ hörte ich sie nun, schon etwas schläfriger, verbessern. Sie wollte nicht, dass man Sie „Elizabeth“ nannte. Der Name war ihr zu altmodisch. Mir gefiel er, sodass ich von Zeit zu Zeit vergaß, sie bei ihrem Spitznamen zu nennen.
Ich schaltete das Licht aus und schloss leise die schwere Holztür hinter mir.
Was die andere Schwester betraf, so hatte ich diesen Teil bewusst ausgelassen. Der Na-me der Elfe war Claudia und sie hatte schon immer eine grausame Art ihre Macht zu demonstrieren und die Schwächen anderer zu ihrem Vergnügen zu nutzen. Die Kröten spuckende Fanchon verhungerte einige Wochen später, einsam in einer dunklen Gasse. Ihre Mutter hatte sie ebenfalls aus dem Haus gejagt. Wer wollte schon solch ein Kind im Hause haben. Und Claudia hatte es solch einen Spaß bereitet, dass sie die Geschichte jedem erzählte, der sie nicht hören wollte. Als ihre Schwester, konnte ich das Ganze nicht mehr hören. Trotz ihrer Eigenarten und ihrer Grausamkeit, so vermisste ich auch sie hier in dieser Welt. Hier war ich alleine und auf mich gestellt.
Vor etwa zehn Jahren hatte ich meinen Vater derart verärgert, dass er mich als Strafe in diese Welt verbannte. Ich hatte mich ihm widersetzt sodass er mich bestrafen musste, andernfalls hätte er sein Gesicht gegenüber den anderen Elfen verloren. Seitdem arbeite-te ich in einem Waisenhaus der Menschen, in diesem wurde auch ich als Mensch be-trachtet. In dieser Welt waren Elfen nichts als ein Hirngespinst.
„Zoe?“ eine grimmig blickende Frau mittleren Alters stellte sich mir in den Weg und unterbrach meine Gedanken. Sie schaute mich über Ihre Brille hinweg an und zog erwar-tungsvoll die Augenbrauen hoch. Lianne Westford war nicht derart angsteinflößend wie sie es gerne gehabt hätte. Sie war eine Afroamerikanerin Anfang sechzig, hatte eine durchschnittliche Figur und war die Leiterin des Heims, in dem ich angestellt war. Sie trug ihr graues Haar grundsätzlich zu einem Dutt streng nach hinten gebunden. Manch-mal sah es so aus, als würde sie versuchen so ihre Haut zu straffen. Zumindest hörte ich das die Kinder oft sagen, nachdem sie von Lianne ausgeschimpft wurden. Lianne war streng aber immer gerecht. Und wenn jemand in Not war, würde sie nicht wegschauen.
„Entschuldigen Sie Lianne, was haben Sie gesagt?“
Lianne schaute mich noch einmal vorwurfsvoll an, dann wiederholte sie
„Ich habe gefragt, ob alle Kinder in ihren Zimmern sind und schlafen.“
In dem Waisenhaus waren fünfzig Kinder im Alter von drei bis sechzehn untergebracht. Wir lebten in einer Zeit in der jederzeit ein Krieg zwischen den magischen Wesen unter der Bevölkerung ausbrechen konnte. Es gab viele Kämpfe um Macht und Geld. Ein Sieg wurde nur durch den Tod besiegelt. Menschen, Werwesen und Magier starben dabei und ließen ihre Kinder alleine zurück.
Je Etage waren es fünfundzwanzig Kinder. In meinen Bereich fielen dreizehn Jungen und zwölf Mädchen. Ich hatte sie alle zu Bett gebracht und ihnen eine gute Nacht ge-wünscht. Da sich alle Zimmer auf einem Gang befanden, war ich mir ziemlich sicher, dass keines der Kinder das Zimmer wieder verlassen hatte. Lizzy war die letzte gewe-sen.
„Ob sie schlafen kann ich nicht sagen, aber alle sind in ihrem Zimmer, ja.“
„Sehr gut. Ist alles in Ordnung mit dir meine Liebe, du scheinst etwas bedrückt.“, ihr Blick wurde weicher und es schien als wäre sie ernsthaft an meinem Wohlergehen inte-ressiert.
Ich nickte schnell und zwang mich zu lächeln. „Aber ja, alles in Ordnung. Kann ich noch etwas für dich tun?“
„Dann ist ja gut. Du musst wissen“, fing sie an, hakte sich bei mir unter und begann den Gang entlang zu gehen. Ich wusste, dass ich nun einen Vortrag zu hören bekommen würde, „ wenn die Betreuer nicht glücklich sind, merken das die Kleinen. Sie machen sich Sorgen, und wenn sie sich Sorgen machen werden sie unruhig und stellen Blödsinn an. Wir wollen nicht, dass sie Blödsinn anstellen.“
„Natürlich nicht.“, stimmte ich ihr schnell zu in der Hoffnung, dass das Gespräch been-det sein würde.
Ich mochte Lianne, sie war eine gute Heimleiterin und eine anständige Person. Aller-dings war sie mir keine Freundin und ich vertraute ihr nicht. Das war nicht ihre Schuld. Ich vertraute keinem Wesen wirklich. Das lag zum Teil an meiner Erziehung, zum Teil an meiner Erfahrung mit den Menschen und zum Teil in meiner Natur. Elfen waren von Grund auf misstrauisch.
„Gut, dass wir das geklärt haben.“, sagte sie abschließend und blieb dann abrupt stehen. „Dann hätte ich noch eine kleine Bitte.“
„Kleine Bitte“ ließ viel Interpretationsspielraum und lag im Auge des Betrachters. Lian-ne kannte keine kleinen Gefallen oder Bitten. Ich atmete durch und wappnete mich für das Unausweichliche.
„Du weißt noch als du letzte Woche meine Ausgabe von „Metamophosen“ wiedergefunden hast nicht wahr meine Liebe, wofür ich dir immer noch unendlich dankbar bin.“, ich nickte kurz und wartete, „Nun ist es leider so, dass noch ein wertvolles Exemplar aus meiner Sammlung verschwunden ist, „Don Quijote“. Wärst du so freundlich und könntest dich nochmal umhören. Das wäre herzallerliebst.“
Ich knirschte mit den Zähnen. Ich hatte das Buch, was im Grunde genommen nur für Lianne wertvoll war, nicht durchs „Umhören“ zu ihr zurückgebracht, ich hatte ihr ein neues gekauft. Ich wusste genau warum sie mich um Hilfe gebeten hatte. Sie wollte mich auf die Probe stellen um meine Fähigkeiten zu testen. Das Problem war, dass ich keine verschwundenen Gegenstände wiederbeschaffen konnte. Doch ich konnte ihr kei-nen Gefallen abschlagen. Ich schuldete ihr eine Menge. Sie hatte mir ein Dach über dem Kopf gegeben, als ich in diese Welt gekommen war und einsam durch die Straßen geirrt war, sie hatte mir einen Job gegeben und regelmäßige Mahlzeiten. Ohne sie hätte ich es weitaus schwerer gehabt. Wenn sie mich nun um etwas bat, tat ich es. Allerdings beab-sichtigte ich nicht, mein gesamtes Gehalt in den Kauf von angeblich verschollenen Bü-chern zu investieren.
„Lianne, du bist dir hoffentlich im Klaren darüber, dass ich deine Bücher nicht wirklich wiederfinden kann, es sei denn ich stolpere zufällig darüber.“
Sie tätschelte meinen Arm und ging dann mit einem „Aber sicher doch.“ davon. Ich stand eine Weile einfach nur perplex da und machte mich dann auf den Weg in das Eta-genbüro.
Jeder Stock, auf dem die Zimmer der Kinder waren hatte ein Büro für die Betreuer und Betreuerinnen. Dort konnten sie sich Nachts aufhalten während sie aufpassten, dass kei-nes der Kinder aus seinem Zimmer huschte. Diese Büros waren so spärlich und unbe-quem eingerichtet, dass man, selbst wenn man gewollte hätte, nicht hätte einschlafen können. Ich hatte es gerade bis zur Tür geschafft, als ein dumpfes Poltern aus einem der Zimmer drang. Ich drehte mich um und lief die Zimmer systematisch ab. Alle Kinder schliefen friedlich in ihren Betten. Dann stand ich vor Lizzys Zimmertür.
Zuletzt geändert von YingNi am 11.08.2015, 09:23, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Verbannt 1

Beitragvon Whisperwind » 06.08.2015, 18:27

hey hey! Dann versuch ich mich auch mal :)

Also das erste was mir aufgefallen ist, formatiere deinen Text nicht mehr mit Silbentrennung. Gar nicht. Niemals. Überträgst du ihn in verschiedene Formate oder postest ihn, oder änderst nur eine Zeile, dann sieht man oft Wörter wie "be-trachtet". Und solltest du mal irgendwann eine deiner Geschichten einschicken und sie wird genommen, dann gibt es mindestens eine Person im Verlag/sonst was, die dir bei nächster Gelegenheit einen Backstein an den Kopf schmeißt ;)

Als ihre Schwester, konnte ich das Ganze nicht mehr hören.


Glaube da muss gar kein Komma hin.

Trotz ihrer Eigenarten und ihrer Grausamkeit, so vermisste ich auch sie hier in dieser Welt.


Trotz ihrer Eigenarten und ihrer Grausamkeit vermisste ich auch sie hier in dieser Welt.

Vor etwa zehn Jahren hatte ich meinen Vater derart verärgert, dass er mich als Strafe in diese Welt verbannte. Ich hatte mich ihm widersetzt sodass er mich bestrafen musste, andernfalls hätte er sein Gesicht gegenüber den anderen Elfen verloren.


Also das ist nur meine persönliche Meinung, aber ich tue mich meistens schwer wenn ein Ich-Erzähler anfängt, über die Vergangenheit zu lamentieren. Es scheint auch als hätte sie eingesehen, dass sie mit dem Widersetzen einen Fehler begangen hat, oder von vornherein wusste, dass man sie bestrafen würde. Wenn das Absicht ist, dann hab ich nichts gesagt.

Vielleicht wäre so was wie "Zehn Jahre ist es her, seit ich sie das letzte mal gesehen habe. Seit ich von meinem eigenen Vater in diese Welt verbannt wurde. Und trotz ihrer Eigenarten und Grausamkeiten vermisse ich sie immer noch." flüssiger im Gedankengang.

Lianne Westford war nicht derart angsteinflößend wie sie es gerne gehabt hätte.

Gehabt kann man ganz gut weglassen denke ich.
Wir lebten in einer Zeit in der jederzeit ein Krieg zwischen den magischen Wesen unter der Bevölkerung ausbrechen konnte.

Aber ein paar Spitzohren sind ein absolutes Hirngespinst. Na gut ;)
Hier würde ich auch eine Überleitung wählen, da es sonst zunächst nach einem Gedankensprung aussieht.
Sowas wie "... untergebracht. Die meisten von ihnen zurückgelassen von ..., die ihr Leben im Krieg verloren haben."

Elfen waren von Grund auf misstrauisch.

Genau! Die Zeiten der redseligen Harfensänger sind vorrüber! :D

„Du weißt noch als du letzte Woche meine Ausgabe von „Metamophosen“ wiedergefun-den hast nicht wahr meine Liebe, wofür ich dir immer noch unendlich dankbar bin.", ich nickte kurz und wartete

Ein Komma nach hast, und entweder ...dankbar bin", ich... oder ...dankbar bin." Ich ... (eher das zweite, glaube ich zumindest)

Sie wollte mich auf die Probe stellen um meine Fähigkeiten zu testen.

Warum diese Schlussfolgerung?

Ich schuldete ihr eine Menge. Sie hatte mir ein Dach über dem Kopf gegeben,...

Hier gefällt mir der Übergang gut!

Dort konnten sie sich Nachts aufhalten während sie aufpassten, dass kei-nes der Kinder aus seinem Zimmer huschte.


Nachtschicht im Waisenhaus? Hoffe sie kriegt wenigstens tagsüber ein Auge zu, ist ja ein Knochenjob :D

Ja, also der Anfang fehlt mir natürlich jetzt irgendwie um ein besseres Endstatement abgeben zu können, aber insgesamt fand ich es flüßig geschrieben und würde auf jeden Fall noch ein Stück weiterlesen.

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Re: Verbannt 1

Beitragvon Neee » 06.08.2015, 21:02

Hallo YingNi,
du warst schon länger nicht mehr hier unterwegs, ich hab schon lange kein Werk mehr kommentiert. Das passt doch wie die Faust aufs Auge, nicht wahr?

Ich habe meinen Kommentar in drei Teile geteilt, Rechtschreibung, Stil und Inhalt. Ich hoffe, das ist so übersichtlich. Falls nicht, oder falls was unklar geblieben ist, immer raus damit. :)

Rechtschreibung
„Was passierte mit der anderen Schwester, die, die Kröten spuckte?“, große blaue Augen sahen mich neugierig an.


„Das ist eine andere Geschichte. Und jetzt schlaf gut Elizabeth“, antwortete ich kurz.


Der Na-me der Elfe war Claudia und sie hatte schon immer eine grausame Art ihre Macht zu demonstrieren und die Schwächen anderer zu ihrem Vergnügen zu nutzen.

Der Bindestrich muss weg.

Seitdem arbeite-te ich in einem Waisenhaus der Menschen, in diesem wurde auch ich als Mensch be-trachtet.

Auch hier haben sich wieder Bindestriche eingeschlichen.

Sie schaute mich über ihre Brille hinweg an und zog erwar-tungsvoll die Augenbrauen hoch.

"Ihre" ist keine direkte Anrede, daher klein geschrieben. Auch hier: ein Bindestrich.

Manch-mal sah es so aus, als würde sie versuchen so ihre Haut zu straffen.


Lianne war streng, aber immer gerecht.


Lianne schaute mich noch einmal vorwurfsvoll an, dann wiederholte sie:
„Ich habe gefragt, ob alle Kinder in ihren Zimmern sind und schlafen.“


Wir lebten in einer Zeit, in der jederzeit ein Krieg zwischen den magischen Wesen unter der Bevölkerung ausbrechen konnte.


Ich hatte sie alle zu Bett gebracht und ihnen eine gute Nacht ge-wünscht.


Lizzy war die letzte gewe-sen.


„Sehr gut. Ist alles in Ordnung mit dir meine Liebe? Du scheinst etwas bedrückt.“, Ihr Blick wurde weicher und es schien, als wäre sie ernsthaft an meinem Wohlergehen inte-ressiert.

Das Komma nach den Gänsefüßchen gehört dort nicht hin.

Ich wusste, dass ich nun einen Vortrag zu hören bekommen würde. „Wenn die Betreuer nicht glücklich sind, merken das die Kleinen. Sie machen sich Sorgen, und wenn sie sich Sorgen machen, werden sie unruhig und stellen Blödsinn an.


„Natürlich nicht.“, stimmte ich ihr schnell zu in der Hoffnung, dass das Gespräch been-det sein würde.

Der Punkt und der Bindestrich müssen weg.

Aller-dings war sie mir keine Freundin und ich vertraute ihr nicht.


Lian-ne kannte keine kleinen Gefallen oder Bitten.

Ab hier werde ich die Bindestriche nicht mehr markieren. Diese Formatierungsfehler hast du auch so schnell aufgespürt und ich möchte dich damit nicht weiter behelligen. :)

„Du weißt noch als du letzte Woche meine Ausgabe von „Metamophosen“ wiedergefun-den hast, nicht wahr meine Liebe? Wofür ich dir immer noch unendlich dankbar bin.“ Ich nickte kurz und wartete. „Nun ist es leider so, dass noch ein wertvolles Exemplar aus meiner Sammlung verschwunden ist, „Don Quijote“. Wärst du so freundlich und könn-test dich nochmal umhören?

"Ich nickte kurz und wartete" ist kein Einschub im Sinne von "sagte ich" oder ähnliches. Es ist ein eigenständiger Satz, der nicht als Subjekt den Sprecher der direkten Rede beinhaltet. Da hinter "Don Quichote" noch die Anführungszeichen der direkten Rede kommen, würde ich den Titel anders einrahmen, um die Leslichkeit zu erhöhen.

Ich wusste genau, warum sie mich um Hilfe gebeten hatte. Sie wollte mich auf die Probe stellen, um meine Fähigkeiten zu testen.


Zu den Zahlen:
Nach DIN 1333 schreibt man die Zahlen bis zwölf als Wort aus und die darüber als Ziffern. Außer es würden sich Mischformen in einem Satz ergeben, dann sucht man sich eine Schreibweise aus.

Sie war eine Afroamerikanerin Anfang sechzig.

Hier würde ich daher "60" schreiben, bin mir aber unschlüssig.

In dem Waisenhaus waren fünfzig Kinder im Alter von drei bis sechzehn untergebracht. [...] In meinen Bereich fielen dreizehn Jungen und zwölf Mädchen.
Diese Sätze sind nach der zweiten Regel völlig korrekt.

Je Etage waren es fünfundzwanzig Kinder.

Hier müsstest du "25" schreiben.

Dort konnten sie sich nachts aufhalten während sie aufpassten, dass kei-nes der Kinder aus seinem Zimmer huschte.


Stil
Ich mag deine Abwechslung von kurzen und langen Sätzen. So verliert man sich als Leser nicht in einem Einheitsbrei und ist aufmerksam.

Die vielen Zahlen, die du verwendest, auch oft kurz hintereinander, geben dem Text etwas sehr präzises. Mit den für mich unklaren Familienverhältnissen der Ich-Erzählerin bildet das für mich einen sehr harten Kontrast und irritiert mich. Sobald du die entzerrt hast, seh ich aber keinen Grund, sie nicht zu nutzen.

Einzelne Sätze:
„Was passierte mit der anderen Schwester, die, die Kröten spuckte?“

Der Imperfekt klingt in der direkten Rede so unnatürlich. Ich find's zudem ungünstig, dass der Text dadurch auch gleich zu Anfang ein wenig holpert.

Die Kröten spuckende Fanchon verhungerte einige Wochen später, einsam in einer dunklen Gasse.

Dieser Teil hat mich irritiert. Ich habe den Satz dreimal gelesen, ob ich nicht etwas überlesen habe. Die Leser kennen die beiden Schwestern nicht. Du warst kurz davor noch dabei die "andere Schwester Claudia" zu erläutern und danach springst du gleich zur Mutter.

Ihre Mutter hatte sie ebenfalls aus dem Haus gejagt.

Das finde ich missverständlich. Es kann heißen: Die Mutter der Schwester hat "die andere Schwester (Claudia)" (oder auch Fanchon) aus dem gejagt. Und es wäre auch möglich, dass "die andere [grausame] Schwester" die Mutter aus dem Haus geworfen hat.

Und Claudia hatte es solch einen Spaß bereitet, dass sie die Geschichte jedem erzählte, der sie nicht hören wollte.

Hier springst du wieder zu einem neuen Charakter. Oder doch alten?
Hier hast du mich verloren.* Ist das eine neue Claudia oder die alte? Wenn es die alte ist, müsste die Erzählerin ja die verhungerte Krötenspuckerin sein. Die Bezüge sind mir unklar.

Vor etwa zehn Jahren hatte ich meinen Vater derart verärgert, dass er mich als Strafe in diese Welt verbannte.

Hier würde ich ein "zur" bevorzugen.

Manch-mal sah es so aus, als würde sie versuchen so ihre Haut zu straffen.

Dieser Satz hat mich begeistert. Ein herrlicher Vergleich, der die bisherige Beschreibung einer humorlosen, grimmigen Frau unterstreicht.

„Aber ja, alles in Ordnung. Kann ich noch etwas für dich tun?“

Vorher hat sie Liane gesiezt.

Sie hatte mir ein Dach über dem Kopf gegeben, als ich in diese Welt gekommen war und einsam durch die Straßen geirrt war, sie hatte mir einen Job gegeben und regelmäßige Mahlzeiten.

Dieser Satz hemmt durch seine Länge den Lesekomfort. Die ersten beiden "war" würde ich zu einem zusammenfassen und bei "sie hatte mir" einen neuen Satz starten. Auf diese Weise könntest du einen sehr langen Satz entschärfen.

Inhalt
*Im nächsten Punkt dachte ich wieder reingekommen zu sein. In "dieser Welt" hat für mich im Moment eine Art Jenseits präsentiert. Aber gleich im nächsten Absatz lieferst du eine andere Erklärung.

Von einem ersten Romanteil erwarte ich, viel über die Figuren zu lernen. Man weiß, wo sich die Ich-Erzählerin befindet und grob, wer sie ist: Eine verbannte Elfe in einem Waisenhaus der Menschen. Der Absatz mit den Familienverhältnissen hat mich jedoch völlig verwirrt und aus dem Konzept gebracht. Allerdings erwartet man auch, dass die böse "andere Schwester" nochmal auftaucht. Falls sie der Antagonist in deiner Geschichte ist, finde ich es eine gute Idee, sie gleich so früh einzubringen. Der Leser/die Leserin wird erschreckt, aber auch gleich wieder in den Alltag der Ich-Erzählerin zurückgeholt. Das Unheil wurde angekündigt.

Liebe Grüße
Neee
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Re: [UrFan]Verbannt 1

Beitragvon MrsMurphy » 10.08.2015, 12:16

Hallo YingNi,

dann will ich mich auch mal dran versuchen :)

Vorab zwei Dinge:
1. Es ist Geschmackssache und kommt auch ganz darauf an, in welche Richtung die Geschichte sich entwickelt bzw. wie die Welt aufgebaut ist, aber ich muss ehrlich gestehen, dass ich ein Buch, das mir eine Elfe namens Claudia präsentiert, direkt wieder weglegen würde :oops: Nichts gegen die Claudias da draußen, aber das hat für mich in etwa so viel Charme wie "Hexer Heribert". Wenn die Elfen aus einer anderen Welt stammen, erwarte ich auch andere Namen ;)
2. Ich nehme an, wir lesen hier auszugsweise und im ganzen Text wäre die Märchengeschichte diesem Text vorangestellt? Dann ist es vollkommen verständlich. Ohne das Märchen wirkt der Anfang allerdings etwas holprig.

Dann mal los!
„Was passierte mit der anderen Schwester, die, die Kröten spuckte?“ Große blaue Augen sahen mich neugierig an.
„Das ist eine andere Geschichte. Und jetzt schlaf gut Komma Elizabeth“ Komma antwortete ich kurz. Dann zog ich die Decke des Mädchens noch ein Stück höher und machte mich auf dem Weg aus dem Zimmer.

„Lizzy. Punkt weglassenKomma hörte ich sie nun, schon etwas schläfriger, verbessern. Sie wollte nicht, dass man sie „Elizabeth“ nannte. Der Name war ihr zu altmodisch. Mir gefiel er, sodass ich von Zeit zu Zeit vergaß, sie bei ihrem Spitznamen zu nennen.

Das soweit auszugsweise. Schau doch deinen Text noch einmal durch auf Zeichensetzung bei direkter Rede, ja?
Ich schaltete das Licht aus und schloss leise die schwere Holztür hinter mir.
Was die andere Schwester betraf, so hatte ich diesen Teil bewusst ausgelassen. Der Na-me der Elfe war Claudia und sie hatte schon immer eine grausame Art ihre Macht zu demonstrieren und die Schwächen anderer zu ihrem Vergnügen zu nutzen. Die Kröten spuckende Fanchon verhungerte einige Wochen später, einsam in einer dunklen Gasse. Ihre Mutter hatte sie ebenfalls aus dem Haus gejagt. Wer wollte schon solch ein Kind im Hause haben.

Hier war ich erst verwirrt, wer nun wer ist. Ich würde es ein bisschen weiter aufschlüsseln. Vielleicht würde eine Änderung in "Der Name der verkleideten Elfe in der Geschichte war..." schon helfen. Aber wenn man gerade vorher das Märchen gelesen hat, dürfte es insgesamt einfach sein.
Und Claudia hatte es solch einen Spaß bereitet, dass sie die Geschichte jedem erzählte, der sie nicht hören wollte. Als ihre Schwester, konnte ich das Ganze nicht mehr hören.

Vorschlag: "Claudia hatte es solch einen Spaß bereitet, dass sie die Geschichte jedem erzählte, ob er sie nun hören wollte oder nicht." Dann "nicht hören" und im Folgesatz "nicht mehr hören" wiederholt sich für meinen Geschmack zu sehr. Vorschlag: Weiter mit "Als ihre Schwester war ich Teil der zweiten Kategorie", oder ähnliches.
Trotz ihrer Eigenarten und ihrer Grausamkeit, so vermisste ich auch sie hier in dieser Welt. Hier war ich alleine und auf mich gestellt.

Das ist mir etwas zu abrupt, aber nicht deutlich genug. Okay, das ergibt keinen Sinn :lol: Ich meine: Den Gegensatz zum vorherigen Satz deutlicher herausstellen. "...konnte ich das Ganze nicht mehr hören. Dennoch vermisste ich sogar Claudia, seit ich in dieser Walt allein und auf mich gestellt war." Das Wort "sogar" würde mir hier besser gefallen als "auch", so geht das etwas unter, finde ich.
Vor etwa zehn Jahren hatte ich meinen Vater derart verärgert, dass er mich als Strafe in diese Welt verbannte. Ich hatte mich ihm widersetzt Komma sodass er mich bestrafen musste, andernfalls hätte er sein Gesicht gegenüber den anderen Elfen verloren. Seitdem arbeite-te ich in einem Waisenhaus der Menschen, in diesem wurde auch ich als Mensch be-trachtet. In dieser Welt waren Elfen nichts als ein Hirngespinst.

Ich würde mir wünschen, dass diese Information nicht so geballt daherkommt, die Ich-Erzählerin weiß es ja immerhin alles schon und hat keinen Grund, es mir so zu präsentieren - es wirkt etwas aufgesetzt.
„Zoe?“ Eine grimmig blickende Frau mittleren Alters stellte sich mir in den Weg und unterbrach meine Gedanken. Sie schaute mich über ihre Brille hinweg an und zog erwar-tungsvoll die Augenbrauen hoch. Lianne Westford war nicht derart angsteinflößend wie sie es gerne gehabt hätte. Sie war eine Afroamerikanerin Anfang sechzig, hatte eine durchschnittliche Figur und war die Leiterin des Heims, in dem ich angestellt war. Sie trug ihr graues Haar grundsätzlich zu einem Dutt streng nach hinten gebunden. Manch-mal sah es so aus, als würde sie versuchen so ihre Haut zu straffen. Zumindest hörte ich das die Kinder oft sagen, nachdem sie von Lianne ausgeschimpft wurden. Lianne war streng aber immer gerecht. Und wenn jemand in Not war, würde sie nicht wegschauen.

Ich mag ihren ersten Auftritt, da habe ich direkt ein Bild vor Augen!
„Entschuldigen Sie Lianne, was haben Sie gesagt?“
Lianne schaute mich noch einmal vorwurfsvoll an, dann wiederholte sie
„Ich habe gefragt, ob alle Kinder in ihren Zimmern sind und schlafen.“

Den rot markierten Teil würde ich einfach weglassen und stattdessen einen Punkt setzen, dann ohne Absatz die direkte Rede dahinter.
In dem Waisenhaus waren fünfzig Kinder im Alter von drei bis sechzehn untergebracht. Wir lebten in einer Zeit in der jederzeit ein Krieg zwischen den magischen Wesen unter der Bevölkerung ausbrechen konnte. Es gab viele Kämpfe um Macht und Geld. Ein Sieg wurde nur durch den Tod besiegelt. Menschen, Werwesen und Magier starben dabei und ließen ihre Kinder alleine zurück.

Ich stolpere hier ebenfalls darüber, dass Werwesen und Magier anscheinend ganz normal sind, aber Elfen nicht?
„Dann ist ja gut. Du musst wissen“, fing sie an, hakte sich bei mir unter und begann den Gang entlang zu gehen. Ich wusste, dass ich nun einen Vortrag zu hören bekommen würde, „ wenn die Betreuer nicht glücklich sind, merken das die Kleinen. Sie machen sich Sorgen, und wenn sie sich Sorgen machen werden sie unruhig und stellen Blödsinn an. Wir wollen nicht, dass die Blödsinn anstellen.“

Die wer? ;) Wenn ich Lianne als Leiterin des ganzen ernstnehmen soll, erwarte ich auch, dass sie respektvoll (oder zumindest mit Anstand) über die Schützlinge spricht. Also eher "sie" statt "die", oder "die Kinder".
Elfen waren von Grund auf misstrauisch.

I like! :)
Ich knirschte mit den Zähnen. Ich hatte das Buch, was im Grunde genommen nur für Lianne wertvoll war, nicht durchs „Umhören“ zu ihr zurückgebracht, ich hatte ihr ein neues gekauft. Ich wusste genau warum sie mich um Hilfe gebeten hatte. Sie wollte mich auf die Probe stellen um meine Fähigkeiten zu testen.

Auf die Schlussfolgerung wäre ich nicht gekommen. Ich hätte es entweder als ernste Bitte verstanden oder, wenn man das Lianne unterstellen möchte, als Schikane, aber als Test? Was für Fähigkeiten?
Jeder Stock, auf dem die Zimmer der Kinder waren hatte ein Büro für die Betreuer und Betreuerinnen. Dort konnten sie sich Nachts aufhalten während sie aufpassten, dass kei-nes der Kinder aus seinem Zimmer huschte. Diese Büros waren so spärlich und unbe-quem eingerichtet, dass man, selbst wenn man gewollt hätte, nicht hätte einschlafen können. Ich hatte es gerade bis zur Tür geschafft, als ein dumpfes Poltern aus einem der Zimmer drang. Ich drehte mich um und lief die Zimmer systematisch ab. Alle Kinder schliefen friedlich in ihren Betten. Dann stand ich vor Lizzys Zimmertür.

Der letzte Satz gefällt mir, ich mag Cliffhanger. Davor, öffnet sie alle Türen? Oder woher weiß sie, dass alle Kinder friedlich schliefen?

Mir gefällt die Idee für diese Geschichte und würde gern lesen, wie es sich entwickelt. Hoffentlich ist mit Lizzy alles in Ordnung! Das Setting ist interessant und die Ich-Erzählerin ist mir bisher sehr sympathisch. Was mir bei ihr aufgefallen ist: Auf der einen Seite hat sie sich ganz stark ihrem Vater widersetzt, dabei sogar die Verbannung in Kauf genommen, aber auf der anderen Seite gibt sie Geld dafür aus, Liannes Bücher mal eben so zu ersetzen? Anstatt zu sagen "Nö du, hab ich auch nicht gesehen"? :) Kann aber ja gut sein, dass das in der Gesamtgeschichte passt. Sie HAT Lianne ja auch viel zu verdanken.

Viele Grüße
MrsMurphy
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Re: [UrFan]Verbannt 1

Beitragvon Nigromantia » 09.09.2015, 23:32

Hi!

Wie passend, dies ist mein erster Kommentar seit langem ;-)

Ich lege gleich mal los, kleine Warnung, ich bin sehr detailverliebt, aber auch mal knapp und wirke so leicht unhöflich. Ich möchte dir natürlich nur helfen und ich hoffe, dass du deine Geschichte dadurch verbessern kannst. Ich lese die anderen Kommentare nicht und lese auch nicht die Geschichte erst im Ganzen, daher findest du deine Zusammenfassung am Ende. ;-)

„Was passierte mit der anderen Schwester, die, die Kröten spuckte?“ Ggroße blaue Augen sahen mich neugierig an.


Tempus: Ich finde, das Präteritum klingt in der wörtlichen Rede furchtbar. Im Erzählteil finde ich es wunderbar und halte es allgemein für die beste Wahl bei einer Geschichte. Aber wer redet denn so? Richig, niemand. Du würdest sagen: "Was ist mit [...] passiert?" Ich bin dafür, die Rede so menschlich wie möglich zu gestalten.

Zeichensetzung: Die korrekte Zeichensetzung bei der wörtlichen Rede:
Die Rede ist ein Satz (Das Satzzeichen ist der Punkt): "Ich mag Fisch", sagte Anna. (Der Punkt fällt weg)
Die Rede ist eine Frage oder ein Ausruf: "Magst du Fisch?", fragte Tom.
Freistehende Rede: "Ich mag Fisch." Anna deutete auf die Nordsee-Filiale.
Unterbrochene Rede: "Ich mag Fisch", sagte Anna. "Aber keine Garnelen."
Es gibt auch die Variante mit dem Komma: "Ich für meinen Teil", murmelte Anna ärgerlich, "mag Fisch". Das wird nur dann eingesetzt, wenn der erste Teil wirklich nicht durch einen Punkt unterbrochen werden kann. Immer darauf achten, dass es nicht holperig klingt. Laut lesen hilft dir dabei (ganz allgemein).

„Das ist eine andere Geschichte. Und jetzt schlaf gut Komma Elizabeth . Komma antwortete ich kurz.


[...] und machte mich auf dem Weg aus dem Zimmer.

Warum so umständlich? Warum nicht einfach "Ich ging aus dem Zimmer"?

„Lizzy. Komma hörte ich sie nun, schon etwas schläfriger, verbessern.


Satzbau/ Grammatik: verbessern ist reflexiv. Also "sie verbesserte mich". Um das einzubauen, musst du wahrscheinlich den Satzbau ändern. Zu meiner vorherigen Bemerkung: Falls der Einwand kommt, dass das Hinausgehen ja noch von diesem Einwurf unterbrochen wird, ich würde, damit es flüssiger klingt, noch ein "noch" einbringen, statt des "machte ich mich auf den Weg" vorher. Zum Beispiel: Ich hörte noch, wie sie mich, nun schon etwas schläfriger, verbesserte: "Lizzy!"

Sie wollte nicht, dass man Ssie „Elizabeth“ nannte.

Die Anführungszeichen beim Namen, um keine Verwechslung mit wörtlicher Rede aufkommen zu lassen, könnte man sie durch kursiv ersetzen. Das ist aber Geschmacksache.

Der Name der Elfe war Claudia und sie hatte schon immer eine grausame Art Komma ihre Macht zu demonstrieren und die Schwächen anderer zu ihrem Vergnügen zu nutzen.


Die automatische (und auch manuelle) Silbentrennung solltest du in deinem Schreibprogramm ausschalten. Die führt nur zu Fehlern. Besondes, wenn du die Geschichte mal einem Verlag einreichen möchtest. Dann solltest du linksbündig auswählen und die Enden so fallen lassen, wie sie fallen. Falls du es noch nicht hast, kannst du dich im Forum über die Normseite informieren. Wenn du die Geschichte selbst formatieren möchtest, zum Beispiel als E-Book oder Geschenk, ist es sinnvoll, die Silbentrennung erst als letzten Arbeitsschritt durchzuführen, damit sich nix verschiebt.

Wer wollte schon solch ein Kind im Hause haben.?


Wen denn noch ("ebenfalls")?

Die Kröten spuckende Fanchon verhungerte einige Wochen später


Nur ein Gedanke: Warum hat eine Elfe einen "elfischen" Namen und eine einen "profanen" (Entschuldigung an alle Claudias, natürlich nur für Elfen :-D ), menschlichen Namen? Das wirkt irgendwie komisch, ist natürlich schwer zu beurteilen, wenn man den größeren Zusammenhang nicht kennt.

Als ihre Schwester, konnte ich das Ganze nicht mehr hören.


Warum dann "ihre Mutter" und nicht "unsere Mutter"? Und ist "ich" dann Fanchon, oder gibt es noch mehr Schwestern? Ach nein, die ist ja verhungert (am Anfang einer Geschichte sind solche Dinge schwierig im Kopf zu behalten! Das sollte man immer bedenken und den Leser nicht überfordern. Hier geht es aber noch.)

Trotz ihrer Eigenarten und ihrer Grausamkeit, so vermisste ich auch sie hier in dieser Welt. Hier war ich alleine und auf mich gestellt.


Das "so" würde ich streichen. Das wirkt nur dick aufgetragen und überflüssig. Das Komma fällt dann ebenfalls weg. Zum zweiten Satz: was ist denn mit Elizabeth?

Vor etwa zehn Jahren hatte ich meinen Vater derart verärgert, dass er mich als Strafe in diese Welt verbannt[color=red]e hatte.


Ich hatte mich ihm widersetztKomma sodass er mich bestrafen musste, andernfalls hätte er sein Gesicht gegenüber den anderen Elfen verloren.


Ohne zu wissen, welche Stellung der Vater innehat, wirkt das etwas komisch. Vielleicht kann man das ändern in "als König/ oberster Richter/ ... hätte er sonst sein Gesicht verloren." Da ihre Mutter bisher nicht besonders gut weggekommen ist, hätte ich das auch ohne die Erklärung geschluckt.

Seitdem arbeitete ich in einem Waisenhaus der Menschen, in diesem wurde auch ich als Mensch betrachtet . In dieser Welt waren Elfen nichts als ein Hirngespinst.


"Dieser" in der blau markierten Variante finde ich furchtbar, das klingt wie ein Beamtenbrief und ist in meinen Augen schlechter Stil. Hier wird, wie auch davor beim Vater, nüchtern erklärt, was Fakt ist. Hier kann man mehr mit der Sprache arbeiten und die Gefühle der Protagonistin zeigen. Vielleicht: "Seitdem arbeite-te ich in einem Waisenhaus der Menschen. Hier war ich nur ein Mensch. Hier gab es niemanden wie mich, und wenn ich mich jemandem anvertraut hätte, wäre ich ins Irrenhaus gejagt worden." Das ist sicher keine literarische Meisterleistung, aber ich denke, meine Variante gibt ein bißchen Aufschluss über ihre Gefühle, ohne ganz platt zu sagen "Ich bin traurig".

„Zoe?“ eEine grimmig blickende Frau mittleren Alters stellte sich mir in den Weg und unterbrach meine Gedanken. Sie schaute mich über [color=red]Iihre Brille hinweg an und zog erwartungsvoll die Augenbrauen hoch. Lianne Westford war nicht so angsteinflößend wie sie es gerne gehabt hätte.


In dem ersten Satz sind unglaublich viele Informationen. Brauche ich (der Leser) die wirklich? Und alle auf einmal? Vielleicht kann sie das grau-melierte Haar aus dem Gesicht streichen oder etwas in der Art im Verlauf des Gesprächs tun? Vielleicht kann man zeigen, dass sie nicht so böse ist, wie sie tut, weil sie ein Funkeln in den Augen hat oder ihre Mundwinkel zucken?
Dass sie die Gedanken der Protagonistin unterbricht ist offensichtlich und kann in meinen Augen gestrichen werden.
In blau ein Vorschlag von mir.

Sie war eine Afroamerikanerin Anfang sechzig

Ich weiß nicht, ob es da eine Norm gibt, aber für mein Empfinden ist Anfang sechzig schon kein mittleres Alter mehr, das wäre für meinen Geschmack schon "älter". Mittleres Alter würde ich zwischen Mitte vierzig und Ende 50 ansetzen. Keine Ahnung, ob nur ich das so sehe. Vielleicht kann man es auch irgendwie umgehen, da das jeder anders sieht?

Sie war eine Afroamerikanerin Anfang sechzig, hatte eine durchschnittliche Figur und war die Leiterin des Heims, in dem ich angestellt war.


Viele Infos. Den letzten Nebensatz kann man weglassen, das ist offensichtlich.

Manchmal sah es so aus, als würde sie versuchen Komma so ihre Haut zu straffen.


Lianne war strengKomma aber immer gerecht.


„Entschuldigen Sie Komma Lianne, was haben Sie gesagt?“


Wir lebten in einer ZeitKomma in der jederzeit ein Krieg zwischen den magischen Wesen unter der Bevölkerung ausbrechen konnte.


Logik: Weiter oben steht, dass niemand weiß, dass Zoe eine Elfe ist und dass die Menschen sie für ein Hirngespinst halten. Daher verstehe ich das hier nicht. Kann man einen Krieg gegen jemand führen, der vom Volk nicht geheinhin bekannt ist?

Ich hatte sie alle zu Bett gebracht und ihnen eine gute Nacht gewünscht.


Lizzy war die letzte gewesen.


„Ob sie schlafen Komma kann ich nicht sagen, aber alle sind in ihremn Zimmern, ja.“


„Sehr gut. Ist alles in Ordnung mit dir Komma meine Liebe, du scheinst etwas bedrückt.“, ihr Blick wurde weicher und es schienKomma als wäre sie ernsthaft an meinem Wohlergehen [color]interessiert[/color].


Ich wusste, dass ich nun einen Vortrag zu hören bekommen würde,. Kein Leerzeichen Wenn die Betreuer nicht glücklich sind, merken das die Kleinen.


Sie machen sich Sorgen, und wenn sie sich Sorgen machenKomma werden sie unruhig und stellen Blödsinn an.


„Natürlich nicht[clor=red].[/color]“, stimmte ich ihr schnell zuKomma in der Hoffnung, dass das Gespräch beendet sein wäre.


Allerdings war sie mir keine Freundin und ich vertraute ihr nicht. Das war nicht ihre Schuld.


Wenn man sagt "jemand ist mir keine Freundin" heißt das, derjenige ist falsch mir gegenüber. Das widerspricht dem letzten Satz dieses Zitats. Ich würde schreiben "Wir waren keine Freundinnen".

„Gut, dass wir das geklärt haben.“, sagte sie abschließend und blieb dann abrupt stehen.


„Kleine Bitte“ ließ viel Interpretationsspielraum und lag im Auge des Betrachters.


Das wiederholt sich inhaltlich.

Lianne kannte keine kleinen Gefallen oder Bitten-


Eventuell könnte man "kleinen" noch kursiv machen.

„Du weißt noch Komma als du letzte Woche meine Ausgabe der 'Metamophosen' wiedergefunden hast Komma nicht wahr Komma meine Liebe, wofür ich dir immer noch unendlich dankbar bin.“kein Komma ich nickte kurz und wartetePunkt „Nun ist es leider so, dass noch ein wertvolles Exemplar aus meiner Sammlung verschwunden ist, 'Don Quijote '. Wärst du so freundlich und könntest dich nochmal umhören?. Das wäre herzallerliebst.“


Ich hatte das Buch, das im Grunde genommen nur für Lianne wertvoll war, nicht durchs „Umhören“ zu ihr zurückgebracht, ich hatte ihr ein Neues gekauft. Ich wusste genau Komma warum sie mich um Hilfe gebeten hatte. Sie wollte mich auf die Probe stellen Komma um meine Fähigkeiten zu testen. Das Problem war, dass ich keine verschwundenen Gegenstände wiederbeschaffen konnte. Doch ich konnte ihr keinen Gefallen abschlagen.


"zu ihr" würde ich streichen.
Heißt das, ihre Chefin weiß, was sie ist?

Allerdings beabsichtigte ich nicht, mein gesamtes Gehalt in den Kauf von angeblich verschollenenr Büchern zu investieren.


Sie tätschelte meinen Arm und ging dann mit einem „Aber sicher doch.“ davon. Ich stand eine Weile einfach nur perplex da und machte mich dann auf den Weg in das Etagenbüro.


Jeder Stock, indem die Zimmer der Kinder waren hatte ein Büro für die Betreuer und Betreuerinnen. Dort konnten sie sich nachts aufhaltenKomma während sie aufpassten, dass keines´ der Kinder aus seinem Zimmer huschte. Diese Büros waren so spärlich und unbequem eingerichtet, dass man, selbst wenn man gewollte hätte, nicht hätte einschlafen können.


Fazit:
Würde ich die Geschichte weiterlesen wollen?

Ich weiß nicht, es war schon viel an kleinen Fehlern, aber auch die Formulierungen sind teilweise etwas holperig. Ein anderes Problem, das ich sehe, ist dass es einfach nicht spannend wird. Die Handlung geht sehr langsam voran und im großen und ganzen geht es um alltägliches und Lappalien (Kinder ins Bett bringen, Bücher). Allerdings ist der Cut sehr spannend gewählt.

Was solltest du meiner Meinung nach ändern?
Es ist zum Teil sehr stolperig, was unter anderem an den komplexen Formulierungen liegt. Insgesamt könnte es schöner erzählt sein. Etwas, wo man denkt, "Das ist YingNis Stil." Zudem fehlt mir das, was ich gerne die Atmosphäre einer Geschichte nenne. Ein bißchen was fürs Innere Auge. Wie sieht die Umgebung aus? Aber die Atmosphäre wird auch von kleinen Dingen gemacht, die die Figuren charakterisieren und lebendiger machen. Man kann damit Gefühle ausdrücken und Stimmungen rüberbringen. Teilweise kommt das ja auch schon ("Ich knirschte mit den Zähnen"). Mehr davon. Mehr für die Sinne! Das würde der Geschichte etwas geben. Gleichzeitig würde ich mehr Tempo reingeben. Tempo bedeutet bei einer Geschichte immer Handlung. Ich hab das Gefühl, dass zwischen Lizzy und Zoe ein besonderes Verhältnis herrscht. Das könnte in der Anfangszene deutlicher hervorgehoben werden.

Ich hoffe, du kannst mit dem einen oder anderen Hinweis etwas anfangen!

Liebe Grüße aus dem Reich der verschollenen User,

Nigro!
o~ You've been critisizing yourself for years and it has't worked. Try approving of yourself and see what happens. (Louise Hay) ~o

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