[UrFan]Verbannt K14

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[UrFan]Verbannt K14

Beitragvon YingNi » 17.08.2015, 17:20

Hallo Ihr Lieben,

ich könnte ein bisschen Hilfe gebrauchen. Mit dem Kapitelanfang bin ich leider sehr unzufrieden, da ich nicht weiß, wie ich die Geschehnisse, die der Ich Erzähler nicht mitbekommen hat am besten einstricken kann. Hier der Auszug (Bitte stört euch nicht an den "-", die Formatierung muss ich in Word noch umstellen).

Als ich das nächste Mal die Augen öffnete, mussten einige Stunden vergangen sein. Ich lag in meinem eigenen Bett und die Sonne strahlte in mein Zimmer. Ich fühlte mich er-staunlich gut, wenn man bedachte, dass ich gestern beinahe das Zeitliche gesegnet hätte. Die letzten Tage waren ereignisreicher gewesen, als die letzten zehn Jahre und so wie es den Anschein machte, war mein Job noch nicht vorbei. Ich hatte eine ganze Menge zu tun. Die Akten durchgehen, die Fotos des Bauernhauses ansehen, die Mädchenleiche identifizieren und mir die Geschichte von letzter Nacht in allen Details anhören. Außer-dem wollte ich wissen ob es noch zu weiteren Entführungen gekommen ist. Vor allem wollte ich aber nie wieder das Bett verlassen.
„Planst du weiter nur da rumzuliegen, mir ist ziemlich langweilig hier drüben?“, ich zuckte heftig zusammen. Ich hatte nicht einmal gemerkt, dass ich nicht alleine war. Langsam richtete ich mich auf und blickte in Adriannas wache Augen.
„Fast zu sterben macht einen müde fürchte ich, tut mir leid.“, sagte ich sarkastisch. Das wischte sie nur mit einer Handbewegung weg. „Ach was, ich bin tot und bin wacher als je zuvor.“
„Witzig. Beantwortest du mir ein paar Fragen?“
Sie nickte und begann zu erzählen. „Während du geschlummert hast, gab es keine weite-ren Entführungen und außer den Angriff auf Mike und Leon gab es keine besonderen Vorkommnisse.“
„Das ist beruhigend zu wissen. Wie geht es Mike?“
„Er wird leben.“
„Ok. Was machst du hier eigentlich?“
„Cole hat mich abgestellt auf dich aufzupassen?“ Ich blickte sie verwirrt an. „Ich bin jetzt Söldnerin.“
„Das ist nicht dein ernst.“
Was war mit dem Rat und wieso wollte sie unbedingt ihr Leben riskieren? Söldner leb-ten für gewöhnlich nicht lange. Außerdem hatte sie das doch nicht nötig. Sie verdiente bei Ilona bestimmt mehr als genug Geld für ein hübsches Vampirleben.
„Und ob. Was willst du noch wissen?“
Ich machte mir eine mentale Notiz. Dieses Thema war noch nicht beendet. Meine Priori-tät waren jetzt jedoch erstmal die entführten Kinder.
„Gib mir einfach eine Zusammenfassung was passiert ist nachdem ich zum Polizeirevier gefahren bin und sag mir warum zur Hölle ich eine Wache brauche?“
Adrianna setze sich mit ausgestreckten Beinen auf meine Bettkante und sah mich dann grinsend an. „Also ich bewache dich weil ich für Cole arbeite und Cole beschützt dich weil Jackson ihn damit beauftragt hat. Warum Jackson das getan hat weiß ich nicht, vielleicht hat er noch etwas mit dir vor. Oder er ist unsterblich in dich verliebt.“, ich schnaufte belustigt. „Sicher ist er das.“
„Er schreibt bestimmt gerade in sein Tagebuch wie sehr er sich wünscht bis in alle Ewigkeit mit dir zusammen zu sein.“
„Ich will nichts mehr hören.“, ich hielt mir demonstrativ die Ohren zu. „Könnten wir jetzt vielleicht zu dem einzig wichtigen Thema kommen?“, fragte ich dann und nahm die Hände von den Ohren. Adrianna nickte und begann mit ihrer Zusammenfassung.
„Als du mit dem gutaussehenden Kerl entschwunden bist, haben Julie und ich uns um deine Auflistung der zeitlichen Abfolge der Entführungen gekümmert. Irgendwann wur-de Jackson dem Großen langweilig und er hat uns in seinen Turm zitiert. Mir war es egal und da du nicht da warst sind wir mit ihm gegangen.
Ich muss sagen, sein Häuschen ist gemütlicher als Lizzys Zimmer.
Nachdem wir das erste Mal miteinander telefoniert haben sind Max und Jackson los zu dem Bauernhaus gefahren. Jackson hat festgestellt, dass irgendein Magier sämtliche Spuren verschleiert hatte. Du kannst dir nicht vorstellen, was er für ein Theater gemacht hat, als die beiden zurückgekommen sind. Als wäre er tief gekränkt worden.
Während Jackson sich um seinen Kram kümmerte habe ich versucht die Orte der Ent-führungen zu markieren, schwieriger getan als gesagt, mal nebenbei erwähnt.
Irgendwann haben wir dann einen Anruf von deinem Partner bekommen und kurze Zeit später wurden die Akten vorbei gebracht. Damit war es dann auch einfacher die Karte zu vervollständigen. Leider haben wir bisher keine Fortschritte bei der Identifizierung der Leiche gemacht. Die DNA Tests dauern ein bis zwei Tage.“
Sie atmete einmal tief durch und fuhr dann fort.
„Um ungefähr acht sind wir dann alle nach Hause gegangen. Drei Stunden später wurden wir allerdings wieder zur Nachtwache gerufen.“
Bisher hatte sie nicht wirklich viel Interessantes zu erzählen gehabt, ich hoffte sie könn-te mir auch etwas über die nächsten Stunden berichten auch wenn sie nicht anwesend war.
„Jackson und ich haben eine Gegend bewacht und Julie und Max einen anderen Teil der Stadt, weil du mit Mr. Edwards weg musstest.
Was anschließend passierte weiß ich nur von Jacksons Erzählungen.
Leon und Mike wurden von zwei Gestaltwandlern und einem Magier angegriffen, konn-ten sich aber in einen Schutzkreis retten. Du hast Mike wohl das Leben gerettet und dich selbst damit völlig außer Gefecht gesetzt. Als Cole anrief, klang es als ob dein Leben am seidenen Faden hing.
Jackson ist wutentbrannt gemeinsam mit Andrew losgestürmt um dir zu helfen. Da du noch lebst haben sie es wohl geschafft dich zu heilen. Über den Part war Jackson nicht sonderlich informativ. Soweit ich weiß hat Cole dich nach Hause gebracht. Hier habe ich auf ihn gewartet und ihn um einen Job gebeten.
Hatte ich schon erwähnt, dass er gutaussehend ist.
Er hat mir nur ein paar Fragen gestellt und gesagt, mein Probetag beginne jetzt. Ich solle auf dich aufpassen.
Ich habe nicht vor das zu vermasseln Zoe, also tu dir bitte nicht weh oder mach irgen-detwas Dummes.“
„Großartig, wo ist Mister Groß und Witzig jetzt?“
„Du meinst Cole? Er hatte noch etwas anderes zu tun, glaube ich.“
„Sollte ich sonst noch etwas wissen? Wie spät ist es eigentlich?“
„Über Cole noch eine ganze Menge, aber das gehört nicht zu meiner Geschichte, also frag ihn lieber selber. Ansonsten nope, das war eigentlich alles. Es ist gleich zwei. Aber keine Panik, wir haben den Termin von neun auf unbestimmte Zeit verschoben bis du wieder auf den Beinen bist.“
„Wirklich großartig, danke.“, dann lehnte ich mich zurück und schloss die Augen.
„Äh Zoe.“, sie wartete kurz bis ich ein Auge geöffnet hatte. „Du solltest dringend unter die Dusche, du hast mehr Blut im Gesicht als manch anderer in seinem Körper.“
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Re: Verbannt K14

Beitragvon Neee » 17.08.2015, 18:15

Hallo YingNi,
Ich versuch mich mal an deinem Kapitelanfang. :)

Rechtschreibung
Außer-dem wollte ich wissen, ob es noch zu weiteren Entführungen gekommen ist.


„Planst du weiter nur da rumzuliegen, mir ist ziemlich langweilig hier drüben?“ Ich zuckte heftig zusammen.


Diese beiden Sätze würde ich trennen. Es ist nicht der Erzähler, der spricht. Zwei Sätze find ich daher logischer.

„Fast zu sterben macht einen müde fürchte ich, tut mir leid.“, sagte ich sarkastisch.


Der erste Punkt muss weg.

„Gib mir einfach eine Zusammenfassung, was passiert ist nachdem ich zum Polizeirevier gefahren bin und sag mir, warum zur Hölle ich eine Wache brauche.


„Also ich bewache dich, weil ich für Cole arbeite und Cole beschützt dich, weil Jackson ihn damit beauftragt hat.


[...] Oder er ist unsterblich in dich verliebt.“ Ich schnaufte belustigt.

Auch hier find ich zwei Sätze logischer.

„Er schreibt bestimmt gerade in sein Tagebuch, wie sehr er sich wünscht bis in alle Ewigkeit mit dir zusammen zu sein.“


„Ich will nichts mehr hören.“, ich hielt mir demonstrativ die Ohren zu.


Der erste Punkt muss weg.

Mir war es egal und da du nicht da warst, sind wir mit ihm gegangen.


Die DNA-Tests dauern ein bis zwei Tage.


Bisher hatte sie nicht wirklich viel Interessantes zu erzählen gehabt. Ich hoffte, sie könn-te mir auch etwas über die nächsten Stunden berichten, auch wenn sie nicht anwesend war.


Was anschließend passierte, weiß ich nur von Jacksons Erzählungen.


Jackson ist wutentbrannt gemeinsam mit Andrew losgestürmt, um dir zu helfen


Da du noch lebst, haben sie es wohl geschafft dich zu heilen.


Soweit ich weiß, hat Cole dich nach Hause gebracht.


Hatte ich schon erwähnt, dass er gutaussehend ist?


„Äh Zoe.“, sie wartete kurz bis ich ein Auge geöffnet hatte, „Du solltest dringend unter die Dusche, du hast mehr Blut im Gesicht als manch anderer in seinem Körper.“


Der erste Punkt muss weg.

Stil
Die Akten durchgehen, die Fotos des Bauernhauses ansehen, die Mädchenleiche identifizieren und mir die Geschichte von letzter Nacht in allen Details anhören.


Die Reihenfolge, in der ihr das einfällt, irritiert mich. Akten + Fotos > Mädchenleiche?

[...] und mir die Geschichte von letzter Nacht in allen Details anhören.


Mit diesem Satz überrascht es mich nicht, dass sie nicht alleine ist, lediglich, dass sie es wohl doch vergessen hat.

Jackson hat festgestellt, dass irgendein Magier sämtliche Spuren verschleiert hatte.


In der direkten Rede ist Perfekt natürlicher. Ich würde dir "verschleiert hat" empfehlen.

Während Jackson sich um seinen Kram kümmerte habe ich versucht die Orte der Ent-führungen zu markieren, schwieriger getan als gesagt, mal nebenbei erwähnt.


Was anschließend passierte weiß ich nur von Jacksons Erzählungen.


Als Cole anrief, klang es als ob dein Leben am seidenen Faden hing.


In den obigen Sätzen genauso.

Bisher hatte sie nicht wirklich viel Interessantes zu erzählen gehabt, [...]


Das weiß der Leser/die Leserin schon. Das Offensichtliche zu wiederholen, lässt die Erzählung zäher fließen.

Da du noch lebst haben sie es wohl geschafft dich zu heilen. Über den Part war Jackson nicht sonderlich informativ.


Das ist auch wieder so offensichtlich. Nähere Informationen sind für meinen Geschmack auch gar nicht nötig.


Die Dinge, die der Ich-Erzähler nicht mitbekommen hat

Adriannas Erzählung fließt sehr zäh. Trifft das eventuell der Grund deiner Unzufriedenheit?
Meine Tipps hierzu:
- die Offensichtlichkeiten rauslassen
- Kürzen
- Mehr Dialog als Monolog. In dieser Form hat sie lange das Wort und lässt die Informationen nur so plätschern.
- Wenn Zoe auch noch zerschlagen ist, vom gestrigen Beinah-Tod, könntest du prima ein wenig Zerstreutheit einfließen lassen. Wenn Adrianna die Geschichte nur in Kurzform erzählt, könnte Zoe bei jedem zweiten Satz nachhaken.
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Re: Verbannt K14

Beitragvon anby77 » 17.08.2015, 21:09

Hallo YingNi,

ich werde Deinen Text erst Mal von Anfang bis Ende durchgehen und dann am Schluss auf die Dinge eingehen, die bei dieser Detailbetrachtung zu kurz gekommen sind.
Als ich das nächste Mal die Augen öffnete, mussten einige Stunden vergangen sein. Ich lag in meinem eigenen Bett und die Sonne strahlte in mein Zimmer. Ich fühlte mich er-staunlich gut, wenn man bedachte, dass ich gestern beinahe das Zeitliche gesegnet hätte. Die letzten Tage waren ereignisreicher gewesen, als die letzten zehn Jahre und so wie es den Anschein machte, war mein Job noch nicht vorbei. Ich hatte eine ganze Menge zu tun. Die Akten durchgehen, die Fotos des Bauernhauses ansehen, die Mädchenleiche identifizieren und mir die Geschichte von letzter Nacht in allen Details anhören. Außer-dem wollte ich wissen ob es noch zu weiteren Entführungen gekommen ist. Vor allem wollte ich aber nie wieder das Bett verlassen.

Den Einstieg finde ich nicht gut. Für jemanden, der kurz vorher beinahe gestorben wäre und (wenn ich Dich richtig verstanden habe) nicht da aufwacht, wo er das Bewusstsein verloren hat, ist das viel zu gelassen und unbeteiligt. Ich wäre an Zoes Stelle viel damit beschäftigt, mich zu fragen was passiert ist und wie ich nach Hause gekommen bin, um an Akten und Fotos von Bauernhäusern zu denken.
Wie wäre es, wenn Zoe statt über die vergangenen Tage nachzudenken, erst mal versucht festzustellen, wie spät es ist, Adrianna bemerkt wie er seinen Nachttisch nach Wecker oder Armbanduhr abtatstet und auf sich aufmerksam macht? Zoe könnte auch - quasi im Selbstgespräch - etwas von wegen "was zum Teufel..." murmeln und überraschend eine Antwort kriegen.
„Planst du weiter nur da rumzuliegen, mir ist ziemlich langweilig hier drüben?“

Lass mich rekapitulieren: Zoe ist am Vorabend beinahe gestorben, aber für Adrianna zählt vor allem, dass sie sich langweilt? Mit dem egozentrischen Spruch hat sie mindestens hundertsiebenundvierzig Antipathiepunkte gesammelt, und Zoe stört das so gar nicht? An Zoes Stelle würde mir da wenigstens ein "warum muss ausgerechnete die da sein, wenn ich wach werde?" durch den Kopf schießen.
, ich zuckte heftig zusammen. Ich hatte nicht einmal gemerkt, dass ich nicht alleine war. Langsam richtete ich mich auf und blickte in Adriannas wache Augen.

Zoe kann nur festellen, dass sie sich in ihrem Zimmer befindet, wenn sie ihre Umgebung erfasst. Dass Zoe Adrianna dabei übersehen haben soll, wäre viel glaubhafter, wenn sie sich irgendwo außerhalb ihres Gesichtsfeldes - z.B. hinter dem Kopfende des Bettes oder außerhalb des Zimmer - aufgehalten hat und jetzt erst, da sie ihr Wachwerden bemerkt hat, dorthin begibt.
Sie nickte und begann zu erzählen. „Während du geschlummert hast, gab es keine weite-ren Entführungen und außer den Angriff auf Mike und Leon gab es keine besonderen Vorkommnisse.“

Wenn sie anfängt zu erzählen ohne eine Frage abzuwarten, ist das Nicken irgendwie fehl am Platz. Aber es passt zu der "mir ist langweilig" Bemerkung. Trotzdem könntest Du die Sache erheblich straffen, wenn Zoe mehr Gesprächsinitiative zeigt und gezielt Fragen stellt.
„Ich bin jetzt Söldnerin.“
„Das ist nicht dein Ernst. (Wenn ich in den Stellen, die ich zitiere Schreibfehler sehe, korrigiere ich sie und hebe die Korrekturen blau hervor. Ich weiß, klassisch wäre rot, aber da ich rot-grün-blind bin, würde ich in der Vorschau nicht sehen, wo ich was korrigiert habe)“
Was war mit dem Rat und wieso wollte sie unbedingt ihr Leben riskieren? Söldner leb-ten für gewöhnlich nicht lange. Außerdem hatte sie das doch nicht nötig. Sie verdiente bei Ilona bestimmt mehr als genug Geld für ein hübsches Vampirleben.

Auch das wirkt für die Zoes Situation zu kühl und kalkuliert. Außerdem bremst es den Dialog aus. Wie wäre es Zoe verdutzt "Warum?" fragen und die Antwort: "Auf Dauer wird die Arbeit für Ilona doch recht eintönig (oder welche Gründe Adrianna fürs Söldnersein haben mag)" lauten zu lassen? Das wäre kürzer und würde mehr Informationen enthalten.
Oder er ist unsterblich in dich verliebt.“, ich schnaufte belustigt. „Sicher ist er das.“
„Er schreibt bestimmt gerade in sein Tagebuch wie sehr er sich wünscht bis in alle Ewigkeit mit dir zusammen zu sein.“
„Ich will nichts mehr hören.“, ich hielt mir demonstrativ die Ohren zu. „Könnten wir jetzt vielleicht zu dem einzig wichtigen Thema kommen?“

Vielleicht liegt es daran, dass ich die Vorgeschichte nicht kenne, aber diese Passage befremdet mich etwas. Das klingt wie das Rumgeblödel von Teenagerinnen was mir in diesem Kontext (Zoe ist gerade erst nach einer beinahe tödlichen Verletzung wieder aufgewacht) ziemlich unangemessen scheint. Außerdem ist das absolut nicht die richtige Stelle für comic relief; Leser, die wissen wollen, was passiert ist, seit Zoe außer Gefecht gesetzt wurde, wirst Du damit eher frustrieren als amüsieren. Von daher würde ich diese Piroutte streichen.

Adrianna nickte und begann mit ihrer Zusammenfassung.
„Als du mit dem gutaussehenden Kerl entschwunden bist, haben Julie und ich uns um deine Auflistung der zeitlichen Abfolge der Entführungen gekümmert. Irgendwann wur-de Jackson dem Großen langweilig und er hat uns in seinen Turm zitiert. Mir war es egal und da du nicht da warst sind wir mit ihm gegangen.
Ich muss sagen, sein Häuschen ist gemütlicher als Lizzys Zimmer.
Nachdem wir das erste Mal miteinander telefoniert haben sind Max und Jackson los zu dem Bauernhaus gefahren. Jackson hat festgestellt, dass irgendein Magier sämtliche Spuren verschleiert hatte. Du kannst dir nicht vorstellen, was er für ein Theater gemacht hat, als die beiden zurückgekommen sind. Als wäre er tief gekränkt worden.
Während Jackson sich um seinen Kram kümmerte habe ich versucht die Orte der Ent-führungen zu markieren, schwieriger getan als gesagt, mal nebenbei erwähnt.
Irgendwann haben wir dann einen Anruf von deinem Partner bekommen und kurze Zeit später wurden die Akten vorbei gebracht. Damit war es dann auch einfacher die Karte zu vervollständigen. Leider haben wir bisher keine Fortschritte bei der Identifizierung der Leiche gemacht. Die DNA Tests dauern ein bis zwei Tage.“
Sie atmete einmal tief durch und fuhr dann fort.
„Um ungefähr acht sind wir dann alle nach Hause gegangen. Drei Stunden später wurden wir allerdings wieder zur Nachtwache gerufen.“
Bisher hatte sie nicht wirklich viel Interessantes zu erzählen gehabt, ich hoffte sie könn-te mir auch etwas über die nächsten Stunden berichten auch wenn sie nicht anwesend war.
„Jackson und ich haben eine Gegend bewacht und Julie und Max einen anderen Teil der Stadt, weil du mit Mr. Edwards weg musstest.
Was anschließend passierte weiß ich nur von Jacksons Erzählungen.

Dieser Monolog lässt die Sache sehr langatmig wirken. Und warum hört Zoe sich das Ganze geduldig an, obwohl es sie nicht interessiert? Lass sie versuchen, mit das Gespräch Zwischenfragen in eine für sie relevantere Richtung zu lenken. So würdest Du nicht nur schneller zu Potte kommen, es würde auch natürlicher wirken.
Aber keine Panik, wir haben den Termin von neun auf unbestimmte Zeit verschoben bis du wieder auf den Beinen bist.“

Es gibt eine Mädchenleiche und es war von Entführungen die Rede und der Angst, dass weitere stattfinden könnten, und da werden Termine einfach so auf unbestimmte Zeit verschoben? Wäre es da nicht besser, Zoe durch jemanden vertreten zu lassen? Oder ist das am Ende ein Friseur- oder Zahnarzttermin der mit den gerade geschilderten Ereignissen in keinerlei Verbindung steht, und wenn ja, warum erwähnst Du ihn jetzt?
„Du solltest dringend unter die Dusche, du hast mehr Blut im Gesicht als manch anderer in seinem Körper.“

Warum ist niemand auf die Idee gekommen, Zoe zu waschen oder das Blut zumindest mit einem feuchten Schwamm abzutupfen, als man sie bettfertig gemacht hat? Zumal Blut sehr viel leichter abgeht, solange es feucht ist. Das würde sich schon deshalb empfehlen, um zu sehen, wo es her kommt und ob da vielleicht Wunden übersehen wurden, die versorgt werden müssen. Und zu allem Überfluss ist Adrianna auch noch eine Vampirin; dass der Anblick und Duft des Blutes die so völlig kalt lässt, ist - selbst wenn sie Twilightmäßig als "Vegetarierin" durch ihr Unleben geht - schwer vorstellbar.

Viel zu ergänzen habe ich zu diesen Detailanmerkungen eigentlich nicht. Außer, dass es teilweise ein bisschen schwierig ist, zuzuordnen, wer was sagt. Hier und da ein ..., sagte Adrianna oder ähnliches würde da helfen.
Wie gesagt: Ich denke, der Einstieg wäre flüssiger, wenn Zoe gezielt Fragen stellen anstatt einfach Adriannas Erzählfluss über sich ergehen zu lassen. Aber inwieweit das zu ihr passt und wie Adrianna darauf reagieren würde, kann ich nicht beurteilen.
Je größer der Dachschaden, desto schöner der Ausblick zum Himmel.
(Karlheinz Deschner)
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Re: [UrFan]Verbannt K14

Beitragvon AlexB » 17.08.2015, 23:01

Hallo YingNi,

mir sind ein paar Dinge aufgefallen:

1. Die ganze Szene besteht im wesentlichen aus Information, beinhaltet kaum Konflikte, Leid oder Herausforderungen für deine Protagonistin. Natürlich kommt man ohne solche Szenen nicht aus, aber es kann prinzipiell schon einmal nicht so spannend werden, wie andere Szenen. Daher würde ich so etwas eher straff halten.

YingNi hat geschrieben:Bisher hatte sie nicht wirklich viel Interessantes zu erzählen gehabt, (...)


Der Gedanke Deiner Protagonistin trifft genau meinen ersten Gedanken! Genau das ist für mich beim Lesen das Problem gewesen. Das meiste davor ist eben eher seichter Smalltalk mit geringem Informationsgehalt. Zumindest keine wichtigen Informationen.
Ich will nicht sagen, dass man ganz ohne auskommt, aber vor dem Satz würde ich drastisch kürzen. Du kannst auch mal die wörtliche Rede ganz verlassen, und mit Sätzen wie Und sie erzählte zunächst allerlei Belangloses, irgendwas von einem Magier, ... Wann kam sie endlich zu den wichtigen Details? Ich konnte es einfach nicht erwarten. etwas abkürzen. War nur ein Prinzipbeispiel, mein Satz war jetzt sicher keine Meisterleistung ;-)

Der Leser braucht eben nicht alle Information, und so kommt man schneller durch den Dialog.

2. Was der Leser aber gut gebrauchen kann, sind mehr Informationen, wie sich die Protagonistin fühlt, wie sie innerlich auf das Gehörte reagiert. Und wie spricht ihr Gegenüber? Spricht sie an einigen, wichtigen Stellen besonders betont, langsam, leise, geheimnisvoll, usw. ? Da könntest du etwas mehr bringen.

3. Ich persönlich komme mit extrem langer wörtlicher Rede über viele Zeilen nicht so gut klar. Kurze Unterbrechungen helfen. Z.B. kann man dann häppchenweise das einfügen, was ich in 2. meinte.

Nur mein erster Eindruck, andere haben bestimmt andere Meinungen und Vorlieben :-)

LG,
Alex
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Re: [UrFan]Verbannt K14

Beitragvon YingNi » 18.08.2015, 17:03

Danke für eure Kritik. Ich versuche die Details wegzulassen und eher einen Dialog daraus zu machen. Ich hoffe, dass es mir selber dann besser gefällt.

@anbyy77: Es ist vielleicht etwas schwer meine Charaktere und ihre Reaktionen ohne die vorherigen Kapitel nachzuvollziehen, aber wenn man es im Zusammenhang sieht wird es glaube ich deutlicher. :roll:
Zu deiner Kritik bzgl. Vampiren und Blut, meine Vampire können sich sehr gut beherrschen, sie haben nur andere Essgewohnheiten :lol:
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