Vorarbeit

Tipps, Ratschläge und Hilfen zum Schreiben. Wie machst du das? Hilfe bei Blockaden, Hemmungen und Anfangsschwierigkeiten

Vorarbeit

Beitragvon jada » 01.05.2007, 09:33

Hallo

Mich würde interessieren, welche Ordnungstypen unter uns Schreibenden zu finden sind. Seid ihr die peniblen Ordungsfanatiker oder eher die Draufgängerischen? Wie arbeitet ihr? Sammelt ihr alles zum Thema was es zu sammeln gibt und dann schreibt ihr das Buch oder ist die Geschichte in euren Köpfen schon soweit, dass ihr einfach drauflos schreibt und dann schwups ... das Endprodukti ist da.

Cheers
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Beitragvon Kim Possilbe » 01.05.2007, 10:18

Bei mir läuft das ungefähr so, ich laufe durch die Stadt, sehe irgendwen Telefonieren, höre ein paar Wortfetzen, und plötzlich hab ich eine Idee zu einer Szene. Das ist auch schon alles. Wenn ich dann weitergehe formen sich allmählich Begebenheiten drum herum:
Wie kam es dazu?
Was folgt daraus?
Wer sind die Leute überhaupt?
Wenn ich glück habe, und Mal ausnahmsweise mein Notizbuch dabei, schreibe ich ein paar Stichpunkte auf, sonst muss ich aushalten bis zu Hause.
Sobald ich das nächste Mal Zeit habe, setze ich mich hin und "kotze mich aus"
Allerdings muss ich auch zugeben, dass ich bisher nur sehr, sehr wenige Sachen wirklich zu Ende geschrieben habe, deshalb bin ich äußerst gespannt auf die anderen Antworten, ich glaube nämlich, dass ich dringend ein effizienteres System brauche :P
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Beitragvon Zitkalasa » 01.05.2007, 21:15

Idee, Charakter ausarbeiten und schon schreiben. Wenn ich dann an einen Punkt komme, wo ich nachforschen muss, so mach ich das; mich aber vorher hinsetzen und recherchieren ist nichts für mich. Ich bin eher so der spontane Typ, wenn was kommt, dann kommt's und wird aufgeshrieben, wenn nicht, ist auch gut. Ich bin im moment in keiner Position, in der ich auf Zeit arbeiten muss. Insofern lasse ich mir ruhig Zeit. Das gilt für das Schreiben an sich als auch für das Recherchieren. :3
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Beitragvon Isaru » 02.05.2007, 13:12

Interessante Frage.
Im Moment ist bei mir alles noch sehr ungeordnet, aber das soll sich jetzt grundlegend ändern. Zum einen heist das: ein neues Notizbuch besorgen, das alte ist völlig durcheinander. Ich habe die Erfahrung gemacht das einem Schriften die man mit größter Sorgfalt angefertigt hat viel mehr am Herzen liegen als blanke Bleistiftskizzen. Also muss auch ein vernünftiger Kugelschreiber her.
Dazu kommt ein Flipchart... ja richtig, diese Riesenblatthalter. Der soll dazu dienen Prämissen niemals aus den Augen zu verlieren. Eine Ablage für Notizen aller Art folgt genauso. Feinsäuberlich auf Karteikarten, Alphabethisch geordnet. Auch möchte ich einen klaren Ablauf zum schreiben eines Romans für mich entwickeln. Dazu gehören der Plot, die Prämisse, die Charaktere usw. Ich möchte eine Reihenfolge aufstellen die ich dann mit einiger Erfahrung umstelle bis sie für mich perfekt ist. Das klingt vieleicht nach zuviel Planung, aber Fakt ist das es mir erst einmal gelungen ist eine halbwegs vernünftige Geschichte ungeplant aufs Papier zu bringen. Alles andere lief mehr oder weniger geplant ab oder ging kräftig daneben. Anderen mag es anders gehen, aber ohne Planung und Vorrecherche wird das bei mir garnichts.
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Beitragvon Kim Possilbe » 03.05.2007, 09:23

@Isaru: Bewundernswert!
Ich hab das selber schon so oft versucht. Aber meistens ist es nach sehr kurzer Zeit daran gescheitert, dass nach ein paar Seiten ein neues Notizbuch eben nicht mehr neu ist, und mit den guten Vorsätzen war es wieder so gut wie vorbei. Alles wieder ein einziges Chaos :?
Ich drück dir alle Daumen, dass es funktioniert, und wenn's das tut, kannst du ja mal bescheid geben, und sagen wie es läuft. Vielleicht kannst du ja dann ein paar Tipps loswerden, wie man's am Besten durchzieht, das wäre zu cool 8)
Kim ;)
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Beitragvon Schluff » 27.05.2007, 22:07

Moin,
also eigentlich bin ich der schlechteste Informant zu diesem Thema, weil ich noch nicht einmal mit dem Schreiben angefangen habe :oops: .
Aber deswegen bin ich vielleicht doch auch nicht ganz so ungeeignet, weil ich mich genau in der Situation befinde: vorher recherchieren oder nicht?
Für mich heißt es eindeutig: JA, ohne geht´s nicht. (Die Uni ist Schuld, die versaut einen was das Thema Recherche angeht).
Meine Idee habe ich und jetzt schießen mir zwischendurch immer wieder einzelne Wortfetzen durch den Kopf, die mir ganz schnell zeigen, was mir alles an Wissen fehlt: "seine steifgefrorenen Finger versuchten krampfhaft an der schlüprigen Reling Halt zu finden..." Jetzt stellt sich für mich die Frage: aus welchem Material ist das Schiff? hatte es einen oder mehrere Masten? war das Schiff aus Holz oder Leder?
Klar, wenn ich meine Geschichte in einer gänzlich fiktiven Welt ansiedele, dann ist es letztlich egal (es sollte nur in sich schlüssig sein), aber wenn es in der realen Welt spielt und vielleicht in einer vergangenen Zeit, dann will ich mich auch schlau machen und nicht nur vor mich hin fabulieren (und dafür brauche ich Informationen, denn mein Schulwissen verrät mir leider nicht, wie die Seefahrt und Navigation im 6. Jahrhundert aussah...), einfach schon deshalb weil es möglich ist (und ich auch immer bei historischen Romanen hoffe, dass der Autor "echte" Informationen verwendet, weil ich sie mir viel einfacher merken kann :wink: .Und außerdem - Achtung, angehender Lehrer spricht - werden auch ungeprüfte Informationen zu einem Teil unseres Geschichtsbewusstseins).
Ich hoffe, mein unqualifizierter Kommentar war eine Antwort auf deine Frage.
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Beitragvon Minie-Bieni » 30.05.2007, 20:43

Ich muss sagen, es kommt darauf an, was ich mache. Ich arbeite mit vielen verschiedenen Vorlagen, Listen und Dokumenten.

Zuerst kommt mir die Grundidee, nach der ich meine Charaktere forme, diese halte ich dann auf Charakterblättern fest (Namen werden aus einer Namensliste heraus gesucht) Dann geht es an den Plot. Erst mal muss die Geschichte ausgearbeitet werden. Wie soll sie verlaufen - erstellen einer Time-Line in der dann ziemlich klar vorgegeben ist, wan wie wo was passieren soll. Dann lasse ich das alles ein paar Wochen liegen und überarbeite noch ein wenig was (weil manch mal mag ich dann Sachen einfach nicht mehr)
Dann geht es ans schreiben und je weiter ich komme, umso eher nervt mich meine Time-Line die dann schnell über den Haufe geworfen wird, weil sich die Charaktere in eine andere Richtung entwickelt haben ^^ also, einen haufen Arbeit ohne Sinn, weil ich es eigentlich nicht wirklich brauche, aber ohne kann ich schon gar nicht mehr. Gut der Grundplot bleibt eigentlich.
Mein Ava ist nur ein kleiner Ausschnitt aus dem, was ich alles für Bilder bearbeite :o)
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Beitragvon Samir » 31.05.2007, 17:01

Ich bin grundsätzlich der Ordungungstyp. Sobald ich eine Idee habe, schreibe ich sie auf und ordne sie in einem dafür extra angelegten Ordner ein.
Fang ich dann zu einer Idee etwas zu schreiben recherchiere ich zwischendurch, wenn ich nähmlich am Anfang recherchiere höre ich meistens schon nach den ersten 10 Seiten auf, weil es mir langweilig wird. Es kann dann Monate vergehen bevor ich wieder auf das Angefangene und die Recherchen zurückgreife und weiter schreibe.

Mitlerweile weiß ich, dass ich nur zwischendurch recherchieren sollte, da ich sonst nicht weiterschreibe. :oops:
Nicht jeder ist das, was er zu seien scheint.
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Beitragvon Elfaron » 13.06.2007, 16:40

Mir kommen die besten Ideen immer abends im Bett :lol:
Ich schreibe dann alles auf und überlege was in den einzelnen Kapiteln passieren soll. Bevor ich richtig anfange zu schreiben, ist die Geschichte schon in Stichpunkten fertig. Und dann muss ich mich nur noch überwinden an den Computer zu gehen und loszuschreiben!
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