Wann muss man bei einer Geschichte einen Absatz machen?

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Re: Absätze bei Gesprächen?

Beitragvon scribere » 09.10.2012, 22:28

Hallo Sowieso! :wink:

Sowieso hat geschrieben:Beispiel:

"Was machst du hier?" "Nichts."

oder

"Was machst du hier?"
"Nichts."


Also, ich persönlich finde die zweite Variante die Bessere.

Ich galube nicht, dass es dafür Richtlinien gibt, jeden neuen Satz muss man nicht in einer Zeile schreiben. (Ich bin mir aber nicht sicher! :lol: )

Jedenfalls finde ich das zweite besser, weil man da als Leser sofort weiß, dass jemand anderes spricht. Und das mit den Absätzen finde ich nciht schlimm, sogar als Leser gut, weils dann flüssiger zu lesen ist.

Ich weiß jetzt nicht, ob dir das weiter geholfen hat, ist auch nur meine persönliche Meinung. :wink:

Liebe Grüße,
scribere
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Re: Absätze bei Gesprächen?

Beitragvon BurningSun » 10.10.2012, 10:35

Guten Tag!
Ich bevorzuge ebenso die zweite Variante.
Sofern du in den ersten 2-3 Dialogtexten einen Namen hinter geschrieben hast, ist es möglich zu sehen, wer da spricht, ohne dass du immer "sagte, fragte, antwortete etc Person X,Y" hinschreiben musste.
liebe grüße
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Re: Absätze bei Gesprächen?

Beitragvon Hacoon » 10.10.2012, 10:44

Nach meinem Wissen macht man jedes Mal dann einen Absatz, wenn eine andere Person reagiert, antwortet oder sonstig handelt.

"Hast du dein Brot aufgegessen?", fragte seine Mutter und sah ihn schief von der Seite an. Sie sah immer so streng aus, wenn sie das Tat und auf ihrer Stirn bildeten sich Zornesfalten.
Torben wich ihrem Blick aus. "Ja natürlich."
Sie stemmte die Händ ein die Seiten. "Du lügst."
"Nein bestimmt nicht." Seine Ohren glühten.
"Ich habe dein Brot mit Käse belegt. Du magst kein Käse."
Betreten sah er zu Boden. "Ralf hat mein Pausenbrot geklaut."


Dies vereinfacht das Lesen und man weiß sofort, wer was sagt. Wie du selber sagst, erklärt man das Gesagte nicht immer mit einem Nebensatz. Also bleibt die Wörtliche Rede alleine stehen. Damit der Leser aber ungebremst mit dem Wissen, wer da gerade spricht, weiterlesen kann, musst du einen Absatz machen.
Ich bin mir sicher, im Duden gibts dafür sogar eine Regelung.
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Re: Absätze bei Gesprächen?

Beitragvon Arius » 11.10.2012, 08:23

Gliederung:

Fakt ist: zu viele Absätze wirken oft verwirrend. Es ist merkwürdig, wenn mitten in einem Gedankengang plötzlich ein neuer Absatz kommt.
Zu wenige Absätze sind aber ebenfalls verwirrend für den Leser und führen dazu, dass sich das Ganze nicht sehr flüssig lesen lässt.
Natürlich sind diese Dinge Entscheidungen des Autors und da gibt es nicht wirklich ein "Richtig" oder "Falsch". Trotzdem gibt es einige Dinge, nach denen man sich richten kann, wenn einem diese Sache Probleme bereitet.

1) Das Einfügen einer Leerzeile im Text einer fortlaufenden Geschichte bedeutet: Hier kommt ein neues Kapitel, mindestens eine neue Szene oder völlig neue Gedanken.
Stellt Euch das einmal so vor: Eure Geschichte wird im Theater aufgeführt. Bei jeder Leerzeile, die Ihr eingefügt habt, fällt der Vorhang. War das eure Absicht?

2) Die wörtliche Rede bekommt immer da, wo sie anfängt, eine neue Zeile. So lange der erste Sprecher noch redet, gibt es keine neue Zeile, auch wenn „Regieanweisungen“ eingefügt werden. Aber wenn der nächste Sprecher seinen Mund aufmacht, muss es eine neue Zeile geben.

Beispiel:
„Komm herein“, sagte Peter. Er öffnete die Tür zum Wohnzimmer. „Setz dich! Was führt dich zu mir?“
„Ich wollte dich bitten“, antwortete Klaus, während er Platz nahm, „mir diesen Brief zu übersetzen.“
„Aus Ungarn?“, fragte Peter mit einem Blick auf die Briefmarke erstaunt. „Wer will denn da etwas von dir?“

Auf dein Beispiel zurückkommend:

"Was machst du hier?"
"Nichts."

Dieses Variante wäre korrekt.


3) Im erzählenden Text sollte immer da, wo der Blickwinkel wechselt, eine neue Zeile begonnen werden. (Aber nicht Leerzeile schalten!)

Beispiel:
Margret stand am Fenster und schaute hinaus. Auf dem Apfelbaum zwitscherte ein Vogel, vermutlich ein Buchfink. Ganz deutlich sah sie auch eine dicke Hummel, die sich gerade auf einer Blüte niederließ. Ein Schmetterling taumelte an der Scheibe vorbei. (Schauplatz draußen)
Seufzend wandte Margret sich um und begann mit dem Aufräumen ihrer Küche. (Schauplatz Küche)
Ein Klingeln an der Haustür störte sie in ihrer Arbeit. Sie eilte zur Tür und öffnete. Der Briefträger stand davor. (Schauplatz Haustür)

4) Um einen einzelnen Satz zu betonen, kann man ihn auch einmal allein in eine Zeile setzen. Davon sollte man aber nicht zu oft Gebrauch machen, denn sonst wird der Effekt wirkungslos.
Phantasie ist unser guter Genius oder unser Dämon. Immanuel Kant


Die Schreibwerkstatt kommt wieder! Sag mir Bescheid!
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Re: Absätze bei Gesprächen?

Beitragvon Sowieso » 11.10.2012, 09:37

Ich danke euch vielmals für eure Meinung und die verschiedenen Informationen. Ihr habt mir damit sehr weitergeholfen - jetzt habe ich Einiges zu tun und muss meinen Text wohl noch einmal gründlich in dieser Hinsicht überarbeiten.
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Re: Wann muss man bei einer Geschichte einen Absatz machen?

Beitragvon Eagleeye » 22.11.2015, 13:46

Hallo,

ich schreibe meine Frage mal hier dazu.

In den meisten Büchern die ich habe, wurde der gesamte Text in einem Stück geschrieben. Also ohne Absätze. Dafür wurde jeder Absatz mit einem Einzug begonnen, auch der erste Dialog, und dann im Block weiter geschrieben.

Nutzt ihr auch Einzüge?

Ich bin am überlegen, ob ich die Dialoge im ganzen mit einem Einzug versehen soll, um sie vom sonstigen Text abzuheben.
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Re: Wann muss man bei einer Geschichte einen Absatz machen?

Beitragvon Badabumm » 23.11.2015, 19:14

Das hängt vom späteren Einsatzgebiet ab. Früher waren TB-Romane oft in einem Riesenblock ohne Absätze gesetzt und Einzüge und Kapitel waren die einzige Unterteilung. Vielleicht lag das daran, dass das Werk in eine bestimmte Seitenanzahl gequetscht werden musste. Heute macht man gerne und viel Absätze, auch dort, wo es nicht nötig ist, sogar zusätzlich mit Einzügen. Ebenso lässt man heute einen breiteren Rand und wählt einen größeren Zeilenabstand, in meinen alten von vor zig Jahren TB sind die Seiten oft bis an den Rand bedruckt, was in englischen Paperbacks immer noch so ist. Ich glaube, durch die veränderte Lesegewohnheit (-und Faulheit...) wirkt ein Riesenblock abschreckender. Man ist heute versucht, kleinere Häppchen zu reichen - wie überall. Durchs zunehmende online-Lesen muss eine Textwüste auch öfter unterteilt werden. Also: in einem Buch reichen - je nach Schrifttyp und Layout - auch nur Einzüge, in einem Text, der am Bildschirm gelesen wird, geht das nicht. Das kann man schon jetzt beobachten, da ich nämlich keinerlei Absätze mache, wirkt dieser Text schwer zu lesen. In einem Online-Text erscheinen Absätze auch an Stellen, die in einem gedruckten Buch nicht getrennt wären.

Setze ich hier einen Absatz, schwenkt der Leser automatisch hierhin und vergisst sofort das oben Geschriebene... :-) Absätze haben nämlich auch eine psychologische Funktion. Der Leser "hangelt" sich von Absatz zu Absatz und verliert das große Ganze aus den Augen...

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Re: Wann muss man bei einer Geschichte einen Absatz machen?

Beitragvon Milch » 23.11.2015, 22:34

Badabumm hat geschrieben:Das hängt vom späteren Einsatzgebiet ab. Früher waren TB-Romane oft in einem Riesenblock ohne Absätze gesetzt und Einzüge und Kapitel waren die einzige Unterteilung. Vielleicht lag das daran, dass das Werk in eine bestimmte Seitenanzahl gequetscht werden musste. Heute macht man gerne und viel Absätze, auch dort, wo es nicht nötig ist, sogar zusätzlich mit Einzügen. Ebenso lässt man heute einen breiteren Rand und wählt einen größeren Zeilenabstand, in meinen alten von vor zig Jahren TB sind die Seiten oft bis an den Rand bedruckt, was in englischen Paperbacks immer noch so ist. Ich glaube, durch die veränderte Lesegewohnheit (-und Faulheit...) wirkt ein Riesenblock abschreckender. Man ist heute versucht, kleinere Häppchen zu reichen - wie überall. Durchs zunehmende online-Lesen muss eine Textwüste auch öfter unterteilt werden.


Quatsch, das hat nichts mit Häppchen oder Faulheit zu tun. Es ist nur leichter für die Augen, Halt und Orientierung zu finden.
Ich mag mehrere Absätze auf einer Seite, ich mag keine Textblöcke. Man muss einen Text nicht durch seine graphische Gestaltung unnötig komplizierter machen, als er ist.
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Re: Wann muss man bei einer Geschichte einen Absatz machen?

Beitragvon Badabumm » 23.11.2015, 23:10

Milch hat geschrieben:Quatsch, das hat nichts mit Häppchen oder Faulheit zu tun. Es ist nur leichter für die Augen, Halt und Orientierung zu finden.

Jetzt widerspreche ich mal: es ist die erlernte Sehgewohnheit. Man sieht den Text nicht mehr nur als Information, sondern auch als Erlebnis. Deshalb tun wir uns schwer mit riesigen Textblöcken, weil sie Arbeit bedeuten. Das Textlesen ist damit keine reine Unterhaltung mehr, sondern zwingt zur Konzentration. Ich lese z.B. gerade "Christiane F - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo", 23. Auflage 1983. Es gibt nur wenige Leerzeilen. Der Text ist in seiner Gesamtheit mehr oder weniger in einem Block, und das bei 333 Seiten! Würde man das heute noch machen?
Andere Beispiele, wahllos herausgegriffen, von Neuauflagen: wenn nicht der komplette Satz 1:1 übernommen wurde, ist die Neuauflage in der Regel in einem größeren Schriftgrad mit größerem Zeilenabstand gesetzt. Dadurch vergrößert sich natürlich das Volumen, und das Buch ist um ein mehrfaches teurer.
Wir lesen heutzutage anders als noch vor zehn, dreißig Jahren oder wie vor hundert Jahren. Ob es leichter für die Augen ist, Orientierung zu finden? Ja. Aber warum benötigen wir mehr Orientierung als noch vor einigen Jahrzehnten? Weil wir eine Multimediagesellschaft sind. Die HTML-Seiten der ersten Generation waren über die ganze Seite reichende Textblöcke mit hübschen farbigen Balken dazwischen. Ellenlange Texte sind heute nicht mehr angesagt. Ich bemerke das vor allen an Fachliteratur. Diese war vor zwanzig Jahren vollgestopft mit Wissen, reine Info-Sahnetorten mit 40 Eiern und 500g Butter, heute wird das viel loser präsentiert, es ist Quarkkuchen light...

Beispiel: die GoT-Ausgabe in Deutsch ist doppelt so groß und doppelt so dick. Die englische Ausgabe passt dagegen in die Hosentasche (naja, fast...). Ich habe HdR in Englisch: Ein Band ist 10,5 cm breit, 17,5 cm hoch und 2,5 cm dick! DAS nenne ich Taschenbuch. Es gibt auf ca. 500 Seiten vielleicht 30 Absätze mit Leerzeilen...! Na also, geht doch. Wie man Bücher druckt, ist eine gesellschaftliche Vereinbarung - oder sind englische Augen anders als deutsche?

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Re: Wann muss man bei einer Geschichte einen Absatz machen?

Beitragvon Milch » 23.11.2015, 23:50

Wir brauchen nicht mehr Orientierung als heute, damals war die Lesbarkeitsforschung noch nicht so weit.
Die Konzentration sollte auf den Text und Inhalt liegen, nicht auf das Layout. Ob ein Text mehr als Unterhaltung ist, hat für mich mit dem Inhalt zu tun.
Will man etwas mit den Informationen erreichen, sollte man sie aufbereiten, dass sie gut lesbar sind. Sinnloses Vollstopfen macht sie nicht verträglicher. Informationen müssen auch in Form gebracht werden.
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Re: Wann muss man bei einer Geschichte einen Absatz machen?

Beitragvon Badabumm » 24.11.2015, 02:33

Milch hat geschrieben:Wir brauchen nicht mehr Orientierung als heute, damals war die Lesbarkeitsforschung noch nicht so weit.
Die Konzentration sollte auf den Text und Inhalt liegen, nicht auf das Layout. Ob ein Text mehr als Unterhaltung ist, hat für mich mit dem Inhalt zu tun.
Will man etwas mit den Informationen erreichen, sollte man sie aufbereiten, dass sie gut lesbar sind. Sinnloses Vollstopfen macht sie nicht verträglicher. Informationen müssen auch in Form gebracht werden.

In Form bringen heißt ja, ein Layout zu verwenden. Wenn es um die Information geht, dann benötigt man nur den nackten Text, quasi die Textfahne. Wenn also die Konzentration auf dem Text liegen soll, muss alles überflüssige weg.

Es gibt nun Regeln für die gute Lesbarkeit (Serifenschriften, Zeilenabstände, Pubktgröße, Schriftart usw.) - das ist sozusagen das "kleine" Einmaleins. Ich spreche hier nicht von irrwitzigen Layouts, die häufig in sogenannten "Szene"-Zeitschriften vorkommen, weil es ja so schön schick ist, möglichst alle Regeln über den Haufen zu werfen. Da fällt das Lesen ziemlich schwer. Sondern mir geht es darum: wieviel darf und muss in einen "normalen" Text, wie er ja in einem Roman vorkommt. Diese Grundregeln sollte man einhalten, genauso wie jedes Handwerk solide Regeln hat.

Das bedeutet: so wenig wie möglich und soviel wie nötig. Versalien am Seitenanfang sind z.B. ganz witzig, gehören aber schon zur Kategorie "Verschönerung" und müssen nicht sein. In dem Moment, in dem die Ästhetik - unabhängig von der der Lesbarkeit - wichtig wird, entwickelt sich das Buch zu einem Kunstwerk. So haben es ja die mittelalterlichen Mönche ebenfalls verstanden und heute gibt es unendlich viele solcher "schönen, bibliophilen" Bücher. Sie haben ihre Berechtigung, sind aber nicht mehr allein zum Lesen da. Im Grunde führen sie den Drang des Menschen fort, ihren Alltag um sich herum auszuschmücken - obwohl eine Uhr für 5 Euro genauso die Zeit anzeigt wie eine für 30000 Euro. Wenn ich nur die Zeit wissen will, bevorzuge ich die billige Uhr. Und so ist es auch mit Text. Das ist nicht etwa "sinnloses" Vollstopfen, sondern das maximale Ausnutzen der Ressourcen, um einen fairen Preis zu bekommen. Das Internet geht sogar noch einen Schritt weiter: ich bekomme den Text als .txt- oder .rtf-Format komplett reduziert als Textfahne.

Zur Frage: wann muss man einen Absatz machen? Absätze haben zwei Funktionen: die bessere Lesbarkeit (wie Milch angeführt hatte), aber auch eine Zäsur-Funktion. Bei jedem Absatz erwarte ich eine Abgrenzung zum vorherigen Absatz. Ist die nicht nachvollziehbar, ist der Absatz für mich überflüssig.

Bei Landkarten gibt es die "Generalisierung". Das ist eine Art gleichmäßige proportionale Vereinfachung in Stufen. Wenn im Maßstab 1:200000 bestimmte Dörfer mit einer gewissen Einwohnerzahl z.B. nicht mehr zu erkennen wären und die Einträge das Kartenbild zumüllen, muss ich sie ALLE löschen. Plötzlich fehlt ein ganzer Level von Information. Es gibt von einem Maßstab zum nächsten keine Dörfer mehr!

Sowas ähnliches gibt es auch für Absätze. Wenn ich mich dazu entschließe, hinter jedem winzigen Sinnabschnitt eine Leerzeile zu setzen, muss ich mich fragen: welche Abschnitte bekommen einen eigenen Absatz, welche nicht? Ich bewerte also den Text. Wenn ich entscheide: nee, das sind mir zuviele Absätze, muss ich den nächsthöheren Level erreichen. Also quasi: ok, vielleicht hinter jedem Personenwechsel. Immer noch zuviel? Dann springt die Auswahl schnell ins nächste Level und ich muss mich jedesmal fragen: ist dieser Absatz hier genauso viel wert wie der andere Absatz dort drüben? Denn ich lege ja einen Maßstab an - das ist die Bewertung. Ich kann ja nicht mal so oder so einen Absatz einfügen. Es muss schon eine innere Logik geben. Mach ich an der Stelle 1 eine Zäsur, könnte das bedeuten, dass ich auch an 537 Stellen eine Zäsur machen muss, weil die "gleichwertig" sind. Eben wie mit den Dörfern.

Somit beeinflusse ich in gewissem Sinne meinen eigenen Texte durch eine übergestülpte Prioritätensetzung...

Fürs Online-Schreiben habe ich mir Absätze angewöhnt, die einfach so alle 20 Zeilen eingefügt werden, wenns gerade passt. Generell bin ich aber sehr sparsam mit ihnen. Sie kommen auch nur in die online-Texte, in open-Office fehlen die.

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