Wann muss man bei einer Geschichte einen Absatz machen?

Tipps, Ratschläge und Hilfen zum Schreiben. Wie machst du das? Hilfe bei Blockaden, Hemmungen und Anfangsschwierigkeiten

Absätze machen

Beitragvon Kratos » 18.05.2008, 21:29

Sorry falls es schon so ein Thema gibt, aber ich habe nichts dazu gefunden.

In meinen Geschichten will ich natürlich auch Übersicht reinbringen nur weiß ich nicht wann man einen Absatz machen sollte und wann vielleicht sogar einen größeren Absatz, also mit mehr als einer Zeile Abstand, machen muss/soll/kann. JGibt es vielleicht irgendwelche Tipps, Regeln oder Eselsbrücken zu diesem Thema.

Ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen,
danke schon im Voraus,
Kratos.
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Beitragvon Feuergold » 18.05.2008, 22:08

Hm, was es da an Regeln gibt, weiß ich jetzt nicht, aber ich habe mir da selber so ein paar Richtlinien egsetzt:

Gründe für 'nen "großen Absatz" (eingeschobene Leerzeile) sind für mich:
- größere Perspektivwechsel (zu einer Person springen, die mit dem, was gerade erzählt wird, nicht absolut unmittelbar etwas zu tun hat, z. B. neuer Erzählstrang, der nicht als neues Kapitel fungieren soll)
- Zeitsprung
- Abrupter Themensprung
- Beginn eines längeren Dialoges evtl.
- Ortswechsel
- Um manche Ereignisse usw. besonders hervorzuheben, um ihre Wichtigkeit zu unterstreichen

Gründe für 'nen "kleinen Absatz":
- Themenwechsel (z. B. Gedankensprünge der Charaktere)
- Kurze Dialoge kenntlich machen
- Kleinere Perspektivewechsel (wenn man z. B. über eine Gruppe von mehreren Charakteren schreibt, die zusammen stehen und kurz in ihre Perspektiven wechselt bzw. über sie etwas schreibt ....)
- Um manche Ereignisse auf besondere Art zu kennzeichnen, um zu zeigen, daß sie etwas wichtiger als der Rest sind.

Ich versuche zwar, mich an diese Richtlinien zu halten, aber imemr schaffe ich das leider nicht. Aber mir hilft es bei der Strukturierung meines Geschreibsels ....

Diesen Link habe ich noch gefunden, aber bisher noch nicht wirklich durchgelesen, sollte ich mal machen ....

Gruß Feuergold ;-)
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Zeilenumbrüche und Absätze

Beitragvon bpkri » 19.08.2008, 13:48

Ich weiß nicht, ob das hier schonmal diskutiert wurde, aber die Suche hat mir nichts offenbahrt:

Wie setzt man denn am besten Zeilenumbrüche und Absätze ein? Sollte man überhaupt mit Zeilenumbrüchen arbeiten? Wann würde man einen Zeilenumbruch setzen, wann einen Absatz machen?

Natürlich ist mir klar, dass wir hier eher über grobe richtlinien als feste Regeln reden. Gibt es solche groben Richtlinien überhaupt?
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Beitragvon Bubblefish » 19.08.2008, 14:57

Beachte, ich bin Tex-orientiert, d.h., die eigenliche Arbeit, dass in einem Satz Umbrueche auftauchen usw sind fuer mich magisch von meinem tex-tool geregelt.

Ansonsten bedeutet fuer mich prinzipiell ein Zeilenumbruch, der nicht durch die Papierbreite bestimmt wurde, dass jetzt irgendwas wichtiges geaendert wurde. Beispielsweise mag ich es, wenn man bei einem Gespraech das Wechseln des Sprechers durch Zeilenumbrueche darstellt:

1: "Hey"
2: "Jo"
1: "Kaffee?"
2: "Jo."


Oder aber, wen man beschreibt, wie ein Archaelogenteam einen alten Tempel untersucht, dann wuerde es imo ganz gut wirken, wenn beschrieben wird, wie ein Raum untersucht wird, dann kommt ein Zeilenumbruch, und danach wird der naechste Raum beschrieben.


Ausgehend davon bedeutet ein neuer Absatz (der imo durch eine Leerzeile vom letzten Absatz getrennt wird, also durch zwei Zeilenumbrueche) einen groesseren Wechsel, beispielsweise, dass nun ein anderer Tag oder ein wesentlich spaeterer Zeitpunkt ist, oder die Perspektive hat gewechselt und wir sehen das nun mit einem anderen Protagonisten usw usw.

MfG,
Bubble
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Absätze

Beitragvon Kaito » 25.10.2008, 16:23

Also ich hätte mal eine allgemeine Frage zu Absätzen.

Soweit ich weiß, muss man, wenn man einen Absatz macht, zwei Spalten leer lassen, oder?

Ist das immer so oder gibt es auch Ausnamen...

Danke im Voraus...
Kaito
 
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Beitragvon Kratos » 25.10.2008, 16:33

hi,
tatsächlich hatte ich schon einmal eine ähnliche Frage.
http://www.schreibwerkstatt.de/absaetze-machen-t4260.html

Vielleicht hilft dir das.
Grüße
Kratos
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Re: Zeilenumbrüche und Absätze

Beitragvon LoneWolf » 15.12.2009, 22:32

Hallo! :)

Ich bin neu hier und habe auch eine Frage zu Zeilenumbrüchen und Absätzen. Habe es auch sehr gerne, jede direkte Rede in eine neue Zeile zu schreiben, um einen Sprecherwechsel besser darzustellen.

Nun aber stehe ich vor den Problem, nicht zu wissen, was ich mit "Zwischensätzen" anfangen soll... :?

Beispiel:
"Das meinst du doch nicht wirklich so?"Die betreffende Person ist sehr überrascht und erstaunt, und im nächsten Satz (der keine direkte Rede darstellt) möchte ich das verdeutlichen: Sie konnte sich einfach nicht vorstellen, dass es sein voller Ernst war.

Weiter würde es beispielsweise so gehen:
Der Gesprächspartner antwortet mit: "Natürlich. Wieso auch nicht?" Daraufhin folgt wieder ein "Satz zwischen dem Gespräch": Täuschte er sich oder konnte er wirklich Zweifel in ihren Augen sehen?

Ist jetzt einfach nur so als Beispiel aus der Luft gegriffen, aber ich hoffe, ihr versteht, was ich damit ausdrücken möchte. ^^'

Ich weiß einfach nicht, wo ich solche Sätze "hinpacken" soll. In eine extra Zeile, weil ich doch jede direkte Rede in eine neue Zeile setze? Oder hinter den direkten Reden, weil die Sätze denjenigen betreffen, der gerade gesprochen hat?


Oder machen wir mal einen Versuch: Wo würdet ihr beim folgenden Text Zeilenumbrüche machen? :lol:

"Das kann doch alles nicht wahr sein!", rief er verärgert, wirbelte herum und lief wutentbrannt aus dem Haus. Auf dem Weg zu seinem Auto stieß er noch mit der Katze zusammen, über die er beinahe gestolpert wäre, hätte diese nicht rechtzeitig reagiert und sich auf den nächstbesten Baum geflüchtet. Energisch knallte er die Autotür zu, startete hastig den Motor und brauste von dannen. "Was war das denn eben?", fragte sie seine Schwester, die, wie sie an ihrem Blick erkennen konnte, ebenfalls völlig irritiert von dem gerade Geschehenen war. Nichtsdestotrotz führten die beiden ihre Unterhaltung fort, während er bereits auf dem Weg in die Stadt war.

Ich suche einfach nach ein paar Ideen, wie ich das in meiner Geschichte machen sollte. Wenn, dann möchte ich alles einigermaßen einheitlich machen. Deshalb brauche ich einfach eine Art Richtlinie, nach der ich mich etwas richten kann. :wink:

Wäre nett, wenn ihr mir helfen würdet! ^^
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Re: Zeilenumbrüche und Absätze

Beitragvon Seegurke » 16.12.2009, 22:14

Hallo!
Ich schreibe solche Sätze immer gleich hinter die direkte Rede ohne eigenen Abschnitt. Keine Ahnung warum, für mich sieht es so einfach schön und übersichtlich aus.

Bei deinem Beispieltext würde ich also hier einen Zeilenumbruch setzen:
"Das kann doch alles nicht wahr sein!", rief er verärgert, wirbelte herum und lief wutentbrannt aus dem Haus. Auf dem Weg zu seinem Auto stieß er noch mit der Katze zusammen, über die er beinahe gestolpert wäre, hätte diese nicht rechtzeitig reagiert und sich auf den nächstbesten Baum geflüchtet. Energisch knallte er die Autotür zu, startete hastig den Motor und brauste von dannen.
"Was war das denn eben?", fragte sie seine Schwester, die, wie sie an ihrem Blick erkennen konnte, ebenfalls völlig irritiert von dem gerade Geschehenen war. Nichtsdestotrotz führten die beiden ihre Unterhaltung fort, während er bereits auf dem Weg in die Stadt war.


Ansonsten denke ich, am wichtigsten ist, dass du es immer gleich machst, egal auf welche Weise.

Liebe Grüsse! :)
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Re: Zeilenumbrüche und Absätze

Beitragvon LoneWolf » 17.12.2009, 21:51

Ja, eben, ich will auch unbedingt überall alles einheitlich haben, deshalb möchte ich mich lieber gleich auf etwas einigen. :wink:

Ich gehöre nämlich leider zu der Sorte, die die Geschichte immer wieder von vorne durchlesen müssen, um auch ja sicher zu sein, dass man alles einheitlich geschrieben hat. :roll:

Danke für deine Antwort, Seegurke! (toller Name :lol:)

Hat noch jemand Vorschläge? ^^
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Wann muss man bei einer Geschichte einen Absatz machen?

Beitragvon Milachen » 31.05.2011, 15:08

Hallo ihr Lieben,

ich habe mithilfe der "Suche" gesucht, ob es noch andere gibt, die dieses Thema, oder besser: diese Frage, hier hereinstellen. Aber ich habe keins gefunden. Also hoffe ich, dass ich hier nichts doppeltes öffne. :)

Ich habe eine Frage:
Wann muss man bei einer Geschichte, einem Text die liebe Taste "Enter" drücken?
Also, wann macht man einen Absatz?
Und wann drückt man nur einmal "Enter", also um nur in die nächste Zeile zu kommen und wann drückt man zwei Mal "Enter" um eine Zeile freizulasssen??

Wie macht ihr das bei euren Geschichten?
Wann setzt ihr Absätze? Und wann nicht?

Ich würde gerne eure Meinung dazu hören, würde mich sehr freuen :XD:
Danke schon mal,
Mila
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Re: Wann muss man bei einer Geschichte einen Absatz machen?

Beitragvon Nigromantia » 31.05.2011, 15:49

Hallo Milachen,

darüber gibt es kein Gesetz.

Ehrlich gesagt habe ich mich erstmal sehr über deine Frage gewundert. Ich kann dir keine Antwort geben, ich mache das nach Gefühl. Ich hab da auch noch nie wirklich drüber nachgedacht. Außer ich mache es beim überarbeiten, um Spannung zu erzeugen. Dann lasse ich schon mal einen einzelnen, kurzen Satz stehen.

Jetzt fragst du dich sicher, warum ich das kann und du nicht. Darüber kann man nur mutmaßen, also bitte nicht hauen, wenn es nicht stimmt. Aber wer schreiben will, muss viel lesen. Ich habe schon seit ich klein bin so viel gelesen, dass ich einfach weiß, wie ein Text klingen muss.

Mehr noch, als ich angefangen habe zu schreiben, gab es weder Internet (bzw. war für mich nicht verfügbar) noch eine Schreibwerkstatt, wo man fragen konnte. Weißt du, was ich gemacht habe, wenn ich eine Frage wie diese hatte? Große Überraschung, ich habe ein Buch aufgeschlagen und es mir angesehen. Wenn ich mir danach immer noch unischer war, habe ich in weitere Bücher geschaut, dann habe ich es probiert. Daher weiß ich, wie man schreibt. Erst lesen, dann üben.

Ganz ehrlich: Ich glaube, wer jemals schon mal ein Buch gelesen hat, der kann so eine Frage gar nicht stellen. Wer schreiben will, der muss doch wissen, was er tut! Wer schreiben will, der muss doch wissen, was er tut. Der muss doch wissen, wie das, was er da macht, am Ende aussehen soll.

Und: Absätze braucht man auch in der Schule, im Aufsatz, in jeder Klassenarbeit, in Briefen, in Schreibwerkstatt-Texten (hast du doch auch gemacht, verstehst du also), sonst im Internet, kurz, immer im Alltag.

Um dich nicht ganz verhungern zu lassen:

In der Textgestaltung beschreibt ein Absatz, lat. Passus, einen aus einem oder mehreren Sätzen bestehenden Abschnitt eines fortlaufenden Textes. In einem Absatz hat der geschriebene Text meist einen eigenen Sinnzusammenhang oder auch ein eigenes kleines Thema. Ist dieser Gedanke ausgeführt, folgt ein neuer Absatz. Er wird in der Typographie als Zeilenumbruch, dem Neubeginn in einer neuen Zeile, dargestellt.Quelle: Wikipedia, bitte lesen


Also: Fängst du einen neuen Zusammenhang/ Gedanken an, beginnt ein neuer Absatz (Um mit dir zu sprechen: 1x Enter drücken)
Eine in sich geschlossene Szene wird manchmal mit einer Leerzeile (2x Enter) von den anderen getrennt. Das nennt man dann Abschnitt. Wann genau und wann nicht: Bücher lesen, herausfinden, learning by doing.

Mein Tipp: Erst :reading: :reading: :reading: :reading: :reading: :reading: , dann erst :writing: :writing: :writing: .

Liebe Grüße
o~ You've been critisizing yourself for years and it has't worked. Try approving of yourself and see what happens. (Louise Hay) ~o

:nano:
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Re: Wann muss man bei einer Geschichte einen Absatz machen?

Beitragvon Milachen » 31.05.2011, 18:41

Hallo Nigromantia,

danke für deine Antwort.
Ich lese sehr viel, und auch schon seit ich ganz klein bin :)
Bei meinen Geschichten setze ich die Absätze auch immer nach Gefühl. :D
Aber dann habe ich angst, dass es vielleicht falsch ist und deswegen wollte ich fragen, ob es eine Art "Regel" dafür gibt.
Und wenn ich Bücher lese, dann merke ich auch oft, wie sie Stilrichtungen anwenden, wann sie eben Absätze machen, oder, wie du als Beispiel nanntest, warum sie einen einzelnen Satz dort stehen haben.
Wie gesagt: Ich mache die Absätze auch nach Gefühl, und wollte mich eigentlich nur bestätigt wissen, oder eben eine feste Regel haben.
Danke für den Link, der war sehr hilfreich

Liebe Grüße
Mila
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Re: Wann muss man bei einer Geschichte einen Absatz machen?

Beitragvon Nion » 01.06.2011, 22:21

Hallo Mila,

ich habe mir die Frage auch schon gestellt und eine ganze Weile nach festen Regeln gesucht. Ist halt schwer zu sagen, genau wie Du und Nigro setze ich meine Absätze meist nach Gefühl, ohne groß darüber nachzudenken.

Übrigens hat mich damals meine Suche nach "wann setze ich eine Leerzeile" auf Jackys Blog und damit in die Schreibwerkstatt gebracht. ^^ Das weiß ich noch genau. Ich kann zwar noch immer nicht sagen, warum eigentlich - denn in dem Blogbeitrag, den google für mich fand, ging es gar nicht um Absätze und Leerzeilen, aber mit dem Lesen konnt ich dann erstmal trotzdem nicht aufhören. xD

Milachen hat geschrieben:Aber dann habe ich angst, dass es vielleicht falsch ist und deswegen wollte ich fragen, ob es eine Art "Regel" dafür gibt.

Es gibt wohl eine Regel, oder jedenfalls so etwas ähnliches, wenn es um Dialoge geht. Wenn eine neue Figur spricht, wird ein Absatz gesetzt. Trotzdem komme ich damit immer wieder durcheinander. Was, wenn eine Figur spricht, dann etwas macht oder denkt, und dann weiterspricht. Manchmal setze ich alles in einen Absatz (meistens eigentlich ... hoffe ich ^^), manchmal in zwei, manchmal in drei (sprechen - machen - sprechen). Je nachdem halt, wie viel Zeit zwischen dem Sprechen vergeht und ob die Handlung oder die Gedanken zu dem zuvor Gesagten passen oder nicht.

Ein Problem bereitet mir immer wieder diese Abfolge:
     Person A spricht, Person B macht etwas, Person A spricht weiter.
oder auch:
     Person A spricht, Person B macht etwas, Person B spricht.
Im ersten Fall passt das, was Person B macht, manchmal in den Absatz, manchmal eben auch nicht. Im zweiten Fall, tja. Am unkompliziertesten wäre wohl:
     Person A spricht - Absatz: Person B macht etwas, Person B spricht.
Aber ich fürchte, ich habe trotzdem auch:
     Person A spricht - Absatz: Person B macht etwas - Absatz: Person B spricht.
genauso wie:
     Person A spricht, Person B macht etwas - Absatz: Person B spricht.
:|

In "Wort für Wort" schreibt Elizabeth George ein bisschen was über Absätze, die keine Dialogzeilen betreffen:
Elizabeth George hat geschrieben:Eine Ansammlung von Sätzen, die ein vorherrschendes Thema haben, das entweder direkt ausgesprochen oder angedeutet wird. [...] Folglich sollte jeder Satz in einem Textabschnitt eine Erweiterung, Erklärung oder Ausmalung des vorhergehenden Satzes sein oder sich in irgendeiner Weise auf ein gemeinsames Thema beziehen, selbst wenn es nur angedeutet ist. Sofern der Satz, den ihr geschrieben habt, das nicht leistet, werft ihn raus. Er gehört nicht dorthin und wird am Ende nur den Erzählfluss behindern.

Absätze sollten also immer einen inneren "Zusammenhalt" haben.

In "Das Leben und das Schreiben" von Stephen King habe ich mir folgende Passage über Absätze markiert:
Stephen King hat geschrieben:Ich bin der Meinung, dass nicht der Satz, sondern der Absatz die kleinste Einheit eines Textes darstellt, in der Kohärenz entsteht und Wörter die Chance haben, über sich hinauszuwachsen. Wenn es Zeit wird, das Tempo zu erhöhen, geschieht das auf Absatzebene.

Leider sagt er auch: "üben, üben, üben - Sie müssen den Rhythmus im Blut spüren." xD

Sehr interessant fand ich, als ich neulich bei Ingermanson eine ganz feste Regel für das Setzen von Absätzen gelesen habe. Andererseits hat der Typ für alles ganz feste Regeln. ;) Bei ihm muss ein Text aus MRUs bestehn, und jedesmal kommt die Motivation in genau einen Absatz und die Reaktion darauf in einen anderen. Dann wieder Motivation, Reaktion und so weiter.

Ein Absatz ist übrigens einmal die "Enter"-Taste gedrückt. ;)

Eine Leerzeile setze ich in zwei Fällen (und eher selten):
1.) Wenn ich aus einer Rückblende zurückkomme.
2.) Wenn ich von einer in eine komplett andere Szene wechsle. In diesem Fall ist es bei mir allerdings macnhmal auch ein * - allerdings nicht immer, und das ist wieder blöd. :? Als ich aber versucht habe, das zu vereinheitlichen, musste ich feststellen, dass es nicht funktioniert. Manchmal hängen mir zwei Szenen zu eng zusammen, um sie mit einem * zu trennen. Und genauso sind sie mir manchmal zu weit voneinander entfernt, um "nur" eine Leerzeile zu verwenden. Hm.

Ich finde das Thema aber super spannend und freu mich schon auf andere Beiträge. ^^

Liebe Grüße, Nion
Monat für Monat gemeinsam schreiben, im Schreibtreff der Kreativschreibstube.

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Re: Wann muss man bei einer Geschichte einen Absatz machen?

Beitragvon Milachen » 02.06.2011, 14:08

Liebe Nion,

vielen, vielen Dank für deine Antwrort, wirklich.
Sie war sehr hilfreich und ich glaube, ich habe jetzt auch so einiges verstanden.
Aber wie es aussieht, hat da auch jeder irgendwie seine eigenen "Regeln" :XD:

Die Absätze bei einem Dialog sind wirklich klar, wenn zum Beispiel zwei Personen immer abwechselnd sprechen, wie du sagtest. Aber wenn eine Person dann irgendetwas tut, dann wird es schwirig.
Danke für dein "Schaubild", dass ist gut verständlich. :)

Nion hat geschrieben:Absätze sollten also immer einen inneren "Zusammenhalt" haben.

Ja, das klingt logisch. Danke.

Eine Leerzeile setze auch ich bisher immer, wenn die Sichtweise komplett ändert.
Zum Beispiel denkt einer in die Vergangenheit zurück oder so.
Manchmal lasse ich auch einen kurzen, kleinen Satz stehen, zum Beispiel:
Er wusste nicht was er tat.
Es war zu spät.
..... blablabla......
Und dann so ein Aussagekrätiger Satz wie "Es war zu spät" oder so, kann man alleine setzen.

Nion hat geschrieben: Manchmal hängen mir zwei Szenen zu eng zusammen, um sie mit einem * zu trennen. Und genauso sind sie mir manchmal zu weit voneinander entfernt, um "nur" eine Leerzeile zu verwenden. Hm.


Du hast recht, es gibt immer wieder Fälle, bei denen man Ratlos ist :)

Nion hat geschrieben:Ich finde das Thema aber super spannend und freu mich schon auf andere Beiträge.


Dankeschön! Und ich freue mich auch auf neue Beiträge :wink:
Aber deine Antwort war wirklich aufschlusreich, danke, danke, danke. :mrgreen:
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Absätze bei Gesprächen?

Beitragvon Sowieso » 09.10.2012, 22:16

Ich habe in meinem Buch viele persönliche Gespräche zwischen den Charakteren. Natürlich steht nicht nach jedem Satz ",sagte Karli". Meine Frage ist nun, ob ihr immer eine neue Zeile beginnen würdet, wenn die Charaktere direkt miteinander sprechen.

Beispiel:

"Was machst du hier?" "Nichts."

oder

"Was machst du hier?"
"Nichts."

Macht man das je nach Geschmack oder gibt es da eine Empfehlung, wie man es machen sollte? Ich habe die Gespräche bis jetzt in den Zeilen gelassen, weil es vom Gefühl her komisch aussieht, wenn mitten auf der Seite zahlreiche Absätze sind.

Danke für eure Meinung!
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