Warum Prinzessin Lillifee so gut funktioniert?

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Warum Prinzessin Lillifee so gut funktioniert?

Beitragvon Ankh » 11.08.2015, 19:04

Abgetrennt von dieser Dikussion - Julestrel




Milch hat geschrieben:Ich frage mich, warum Prinzessin Lillifee so gut funktioniert?


Ich kenne Prinzessin Lillifee eigentlich nur vom Merchandising, und das gibt es reichlich. Es gibt bestimmt Kinder, die nie ein Lillifee Buch gelesen haben, dafür Lillifee Hausschuhe, Lillifee Radiergummis und Lillifee Haarspangen haben.

Beliebtheit wird heutzutage nicht mehr am Originalwerk gemessen, sondern wie gut es sich vermarkten lässt. Als erfolgreichste Disney- Produktion gilt z.B. Cars, und das nicht, weil der Film so ein Hit ist. mMein Sohn hat Cars Bettwäsche und kam neulich mit einem Cars Ballon an und hat die Filme nie gesehen. Da sind halt Autos drauf. Auf Lillifee ist eine rosa Fee drauf. Mehr braucht es für kleine Kinder oft nicht.
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Re: Schlechte Zeiten für den Buchmarkt?

Beitragvon Milch » 24.08.2015, 14:11

magico hat geschrieben:
Milch hat geschrieben:Ich frage mich, warum Prinzessin Lillifee so gut funktioniert?


Weil es die einfachsten Wünsche und Träume der kleinen Mädchen anspricht. Außerdem hat sie ein rosa Kleid an ... wenn das nicht alleine reicht, weiß ich auch nicht. :fool:


Das war eine Kritik an die Großmütter, die ihre Enkel mit dem Rosakitsch versorgen.
Rosa ist eigentlich eine Jungenfarbe, hellblau ist für Mädchen, vor 100 Jahren war es noch so.
Lillifee war ein Erfolg im Buchladen.
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Re: Schlechte Zeiten für den Buchmarkt?

Beitragvon magico » 24.08.2015, 14:39

Milch hat geschrieben:Das war eine Kritik an die Großmütter, die ihre Enkel mit dem Rosakitsch versorgen.
Rosa ist eigentlich eine Jungenfarbe, hellblau ist für Mädchen, vor 100 Jahren war es noch so.
Lillifee war ein Erfolg im Buchladen.


In der Tat sind Großmütter da immer ein wenig übereifrig, doch auch viele Mütter, die früher leider selbst nicht so schöne rosa Sachen hatten, leben diesen Traum durch ihre Töchter.

Und dass Farben einem Geschlecht zugeordnet werden, ist ein künstlich geschaffenes Gesellschaftsphänomen. Farben haben von Natur aus überhaupt nichts mit einem menschlichen Geschlecht gemein. (Im Tierreich kann das anders sein. Bsp.: Pfau)
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Re: Schlechte Zeiten für den Buchmarkt?

Beitragvon Hark » 24.08.2015, 19:09

magico hat geschrieben:
Milch hat geschrieben:Das war eine Kritik an die Großmütter, die ihre Enkel mit dem Rosakitsch versorgen.
Rosa ist eigentlich eine Jungenfarbe, hellblau ist für Mädchen, vor 100 Jahren war es noch so.
Lillifee war ein Erfolg im Buchladen.


In der Tat sind Großmütter da immer ein wenig übereifrig, doch auch viele Mütter, die früher leider selbst nicht so schöne rosa Sachen hatten, leben diesen Traum durch ihre Töchter.

Und dass Farben einem Geschlecht zugeordnet werden, ist ein künstlich geschaffenes Gesellschaftsphänomen. Farben haben von Natur aus überhaupt nichts mit einem menschlichen Geschlecht gemein. (Im Tierreich kann das anders sein. Bsp.: Pfau)


Hm, also meine Tochter stand zw. 4 und 6 auf alles, was rosa ist. Ohne elter- oder großelterliche Beeinflussung. Es war geradezu bescheuert. Umgekehrt haben die Jungs keine Präferenzen gezeigt, jedenfalls nicht in dem Ausmaß. Ich denke daher, dass die Farbenzuordnung nicht von ungefähr kommt.

Dass Rosa eine Jungenfarbe sein soll, höre ich zum ersten Mal. Gibt es da einen Beleg dafür, z.B. eine rosa Uniform oder Matrosenanzug von 1915 ?
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Re: Schlechte Zeiten für den Buchmarkt?

Beitragvon Paisley » 24.08.2015, 19:20

Hallo Hark,
früher war Rot die Farbe der Männer, Rosa die der Jungs. Stimmt insofern. Hier noch was zum lesen.

Liebe Grüße,
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Re: Schlechte Zeiten für den Buchmarkt?

Beitragvon verde » 24.08.2015, 19:45

Hark hat geschrieben:Hm, also meine Tochter stand zw. 4 und 6 auf alles, was rosa ist. Ohne elter- oder großelterliche Beeinflussung.


Ich denke die Kinder werden da nicht nur durch die Eltern oder Großeltern beeinflusst. Auch der Kindergarten, Werbung, Geschwister, Freunde oder auch das Angebot spielen da eine Rolle.
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Re: Schlechte Zeiten für den Buchmarkt?

Beitragvon Paisley » 24.08.2015, 19:52

Siehe Mädchen-Ü-Ei. :roll: Wozu sollen die gut sein (eine rein rhetorische Frage. Der Grund ist klar wie Kloßbrühe)? Wir sind auch mit den normalen Ü-Eiern ganz gut klar gekommen, als wir noch Kinder waren.

Liebe Grüße,
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Re: Schlechte Zeiten für den Buchmarkt?

Beitragvon DraconRa » 24.08.2015, 20:27

Paisley hat geschrieben:Siehe Mädchen-Ü-Ei. :roll: Wozu sollen die gut sein (eine rein rhetorische Frage. Der Grund ist klar wie Kloßbrühe)? Wir sind auch mit den normalen Ü-Eiern ganz gut klar gekommen, als wir noch Kinder waren.

Liebe Grüße,
Paisley


Naja, ist doch ganz einfach. Sie wollten gerne Mädchen-Krams in die Eier packen.
Und man kann doch nicht riskieren, das ein Junge aus versehen mit rosa Püppchen spielt, das macht doch das ganze Weltbild kaputt... :roll:

Mädchen die sich wie Jungen benehmen sind akzeptiert, aber wehe ein Junge, oder Mann, hat feminine Züge. Wird sofort als Schwäche ausgelegt.
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Re: Schlechte Zeiten für den Buchmarkt?

Beitragvon lunedai » 24.08.2015, 22:11

Ich hab nichts dagegen, wenn Mädchen mit rosa Puppen und Feen spielen. Mmn sollte man auch nicht "Mädchenspielzeug" schlechter stellen, als "Jungenspielzeug". Die Mischung macht's. Und für diese Mischung sollten die Eltern sorgen. Man kann mit Barbies, Puppen UND Actionman, Autos, Dinos, Lego spielen.
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Re: Schlechte Zeiten für den Buchmarkt?

Beitragvon Milch » 25.08.2015, 02:27

Paisley hat geschrieben:Siehe Mädchen-Ü-Ei. :roll: Wozu sollen die gut sein (eine rein rhetorische Frage. Der Grund ist klar wie Kloßbrühe)? Wir sind auch mit den normalen Ü-Eiern ganz gut klar gekommen, als wir noch Kinder waren.

Liebe Grüße,
Paisley


Ich weiß auch, dass dadurch ein Zusatzgeschäft winkt, aber schön ist es nicht.
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Re: Schlechte Zeiten für den Buchmarkt?

Beitragvon Ankh » 30.08.2015, 10:56

Hark hat geschrieben:Hm, also meine Tochter stand zw. 4 und 6 auf alles, was rosa ist. Ohne elter- oder großelterliche Beeinflussung. Es war geradezu bescheuert. Umgekehrt haben die Jungs keine Präferenzen gezeigt, jedenfalls nicht in dem Ausmaß. Ich denke daher, dass die Farbenzuordnung nicht von ungefähr kommt.



Ich habe zwei Jungs, und beide hatten die "rosa Glitzer Phase". Der Große ist inzwischen (vermutlich durch Gruppendynamik in der Schule) komplett davon abgerückt und hat alle seine rosa Sachen seinem kleinen Bruder vermacht (sie haben z.B. Becher getauscht, ursprünglich hatte der Kleine den grünen und der Große den rosanen). Der Kleine ist immer noch glücklich wenn was glitzert, und rosa ist ne tolle Farbe (urgs). Ich nehme daher an, dass das tatsächlich viel mit gesellschaftlichen Normen zu tun hat. So lange keiner was sagt, dass die Jungs rosa mögen, Haarspängchen tragen und sich die Nägel lackieren ist es für sie toll. Dann kommt der Tag, an dem jemand ihnen sagt "Jungs machen sowas nicht", und um keine Außenseiter zu weden beugen sie sich der Norm.
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Re: Schlechte Zeiten für den Buchmarkt?

Beitragvon HappyMephisto » 30.08.2015, 11:29

Hark hat geschrieben:
magico hat geschrieben:
Milch hat geschrieben:Das war eine Kritik an die Großmütter, die ihre Enkel mit dem Rosakitsch versorgen.
Rosa ist eigentlich eine Jungenfarbe, hellblau ist für Mädchen, vor 100 Jahren war es noch so.
Lillifee war ein Erfolg im Buchladen.


In der Tat sind Großmütter da immer ein wenig übereifrig, doch auch viele Mütter, die früher leider selbst nicht so schöne rosa Sachen hatten, leben diesen Traum durch ihre Töchter.

Und dass Farben einem Geschlecht zugeordnet werden, ist ein künstlich geschaffenes Gesellschaftsphänomen. Farben haben von Natur aus überhaupt nichts mit einem menschlichen Geschlecht gemein. (Im Tierreich kann das anders sein. Bsp.: Pfau)


Hm, also meine Tochter stand zw. 4 und 6 auf alles, was rosa ist. Ohne elter- oder großelterliche Beeinflussung. Es war geradezu bescheuert. Umgekehrt haben die Jungs keine Präferenzen gezeigt, jedenfalls nicht in dem Ausmaß. Ich denke daher, dass die Farbenzuordnung nicht von ungefähr kommt.

Dass Rosa eine Jungenfarbe sein soll, höre ich zum ersten Mal. Gibt es da einen Beleg dafür, z.B. eine rosa Uniform oder Matrosenanzug von 1915 ?


Es gibt diesen Artikel mit Link auf ein Buch. Dann noch den Wikipediaartikel zur Farbe Rosa und einen Artikel von der Welt.

Was Lillifee angeht...Leute, Prinzessin Lilliefee kombiniert quasi Crack-Cocaine mit Zucker. Eine Fee, die gleichzeitig eine Prinzessin ist. Verpackt in quietsche rosa. Das Equivalent für Jungs wären große, sprechende Autos die schießen. Und die Reihe hat bislang ein paar Milliarden eingespielt. :D
Wobei halt nicht die Farbe selbst entscheidend ist, sondern dass es bunt und gesättigt ist. In Call of Duty-Braun wäre Lillifee deutlich unpopulärer.

Also ich kann den Erfolg verstehen, wenn auch nicht ganz nachvollziehen. Allgemein scheint da ein bisschen Eskapismus und Heile Welt mit drin zu stecken. Meine Ex (immerhin 21 und überhaupt nicht Girly) hat auch noch regelmäßig Tinkerbell und Barbie und was nicht geguckt, wenn es auf Super RTL kam.
Dieser Prinzessinnen-Feen-Komplex spricht irgendwas in Mädchen an, glaube ich. Eine Möglichkeit vllt. die Erwartungen der Gesellschaft mit eigenen Wünschen in Einklang zu bringen. D.h. die ganzen Normen werden beibehalten (du müsst hübsch sein und dich gut pflegen und gut singen und tanzen und nett und lieb sein usw.) durch diese magischen Kräfte und den Prinzessinnenstatus aber halt soweit modifiziert, dass Mädchen auch die Chance gegeben wird aus diesem starren Normengebäude auszubrechen. Die Welt ist so und so, aber du könntest sie ändern...wenn du dich ihr anpasst.
Würde sagen das ist bei Frozen so ziemlich der gleiche Effekt. Nur mit eisblau statt mit rosa, aber Prinzessin mit Zauberkräften passt.
Allerdings bin ich nur Hobbypsychologe.

Außerdem ist, wenn ich mich nicht irre, Lillifee ja ein komplettes Franchise. Malhefte, Kinderbücher, Puppen, Stofftiere, Klamotten, Bürsten, Spiegel, Ballons, Bettwäsche usw. Wenn sowas einmal ins Rollen kommt bei Kindern, ist das da nicht mehr raus zu bekommen.
"und wer ihn sah, mußte zu der Anschauung gelangen, daß ein Schriftsteller ein Mann ist, dem das Schreiben schwerer fällt als allen anderen Leuten."
- Thomas Mann, 'Tristan'
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Re: Warum Prinzessin Lillifee so gut funktioniert?

Beitragvon Tinki » 30.08.2015, 12:47

Ankh, darf ich fragen wie alt deine Jungs waren, als sie in die "Glitzer Phase" eintraten? Würde mich gerne jetzt schon seelisch & moralisch darauf vorbereiten. :XD: )
Ich bin ein Kühlschrank-Zwilling!

Mich zu verstehen ist so, als würde man versuchen Wackelpudding an die Wand zu nageln.
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Re: Warum Prinzessin Lillifee so gut funktioniert?

Beitragvon Ankh » 30.08.2015, 14:11

Der Große kam da mit so 4-5 hinein, und hat sie dann in der Schule mit 7 (also so nach einem Schuljahr) langsam abgelegt. Da er auch lange Haare hat wurde er grundsätzlich überall für ein Mädchen gehalten, was ihn aber nie gestört hat. Ich denke, wenn ihn das gestört hätte, wäre es viel schneller vorbei gewesen.

Der Kleine ist jetzt 4 und noch mittendrin. Wobei er weniger geil auf rosa ist, sondern mehr auf Glitzer steht, allerdings auch mehr als sein Bruder auf mädchenhafte Sachen, wie Haarspangen und Nagellack.

Ich muss dazu sagen, dass ich das weder forciere noch verbiete. Ich habe auch nie verschwiegen, dass ich Rosa furchtbar doof finde, gerade weil es eben ein gewisses Image mit sich trägt. Ich habe meinen Großen damals öfter gewarnt, dass man ihn für ein Mädchen halten wird (er ist auch ein eher zarter zurückhaltender Typ), aber er fand das okay. Der Kleine ist viel jungenhafter, wild, schmutzig etc, wenn der dann rosa Schmetterlingshaarspangen tragen will, dann wirkt das eher komisch, aber niemand hänselt ihn deswegen oder hält ihn für ein Mädchen. Real men wear pink!
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Re: Warum Prinzessin Lillifee so gut funktioniert?

Beitragvon Tinki » 30.08.2015, 14:23

Kay danke. Dann hab ich ja noch gute 2 Jahre Zeit. :XD: Oh das wird lustig. ^^
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