Hallo!
Also, ich finde die Herangehensweise gut, direkt mal bei der eigenen Geschichte anzufangen und dann daraus zu schließen, warum jene Machthaber die Macht erlangen wollten bzw, wie. Das warum wurde ja schon zur Genüge besprochen, also stürze ich mich mal auf die Frage nach dem Wie.
Ich weiß, das dürfte jetzt nicht hundertpro ins Thema passen, aber ich muss trotzdem als allererstes heftig widersprechen:
Wenn man sich das Römische Reich ansieht, das zu manchen Zeiten einer Weltherrschaft wohl näher gekommen sein dürfte, als die meisten anderen Staatsgebilde, fällt auf, dass es ständig von der Zersetzung bedroht wurde. Die Feinde saßen auf allen Seiten und egal wie sehr sich die Herrscher bemühten, heute ist nicht viel mehr davon übrig als eine tote Sprache und ein paar Trümmer.
Öhm. Wir haben also keine romanischen Sprachen, die alle irgendwie aufs römische zurückgehen? Wir haben keine ewige Stadt (Rom) und unzählige Legenden, Mythen und einfach ein gigantisches
Kulturerbe? Schonmal in Trier gewesen? Mir würde auch noch mehr einfallen...ich seh da mehr, tausendmal mehr als eine "tote" Sprache (ich nenne sie mal eine 'Ursprungssprache') und "ein paar Trümmer".
Sorry, wenn der Ton etwas...daneben ist, aber das liegt daran, dass ich solche Aussagen nur mit schlimmen Bauchschmerzen lesen kann und noch unter jenen Schmerzen leide...sorry also schon mal im Vorraus.
Dann fällt mir an dem Beispiel nochwas auf: Rom war ein Staatsgebilde und hatte, zumindest am Anfang, keinen einzigen Mann an der Spitze sondern einen "Beamtenapparat" (also Senat und die gesamte Politikerkarriereleiter, die man absolvieren konnte). Trotzdem haben die Kumpels schon erobert, was das Zeug hielt (ich bin nicht sicher, aber ein Großteil der Eroberungen war doch vor dem ersten Kaiser?) Jedenfalls ist auch das eine Herrschaft von vielen gewesen. Außerdem kann man schon sagen, dass Rom damals gewissermaßen die Weltherrschaft hatte, da sie (fast) alle ihnen bekannte und zivilisierte Kulturen beherrscht haben. Erst, als Einzelne (siehe Scipio/Cäsar und Octavian, der erste Kaiser) die damaligen Verhältnisse so für sich ausgenutzt hatten, dass sie selbst an der Spitze standen, erst dann war es die Herrschaft eines Einzelnen...allerdings war da wie gesagt schon ein Großteil erobert. Es ging also 'nur' um das Verwalten von Strukturen. Dann würde mir noch etwas einfallen: diese Strukturen sind mit der Eroberung der "Welt" mitgewachsen. Es war ja nicht so, dass Rom die Welt von heute auf morgen erbaut hat (Rom wurde ja auch nicht an einem Tag erbaut...haha. sorry, der musste jetzt kommen

)
Also konnten jene Verwaltungsstrukturen wachsen. Außerdem haben die Römer die anderen Völker auch nur zum Teil wirklich "beherrscht". In vielen Fällen konnten diese Völker, nunmehr römische Provinzen, ihre Verwaltung behalten, sodass Rom nur bedingt zentralistisch regiert wurde. (Also die Außenpolitik jener Provinzen haben die Römer schon bestimmt, ich rede jetzt hauptsächlich von Innenpolitik und Verwaltung).
Rom scheiterte ja meines Wissens wirklich vor allem auch an der schieren Größe, aber auch, dass sie ihre "nette" Politik geändert hatten und dann wirklich anfingen, die Völker im wahrsten Sinne des Wortes zu unterdrücken. Vielleicht kann man ganz poetisch sagen, dass Rom an der Machtgier und der Eitelkeit gescheitert ist...
Also, was ich mit diesem kleinen Geschichtsexkurs sagen wollte:
o das mit der Verwaltung funktioniert, wenn man sich als Herrscher nur aufs "Wesentliche" beschränkt (=Außenpolitik/Ölpolitik oder was auch immer) und die Leutchen in vielen Fällen der Innenpolitik einfach mal machen lässt. Dann würden die sich auch nicht unterdrückt fühlen sondern im Gegenteil vielleicht sogar das Gefühl haben, unter einem Schutzherren zu stehen, sodass ihnen nichts geschehen kann...einige Länder haben sich damals sogar freiwillig den Römern angeschlossen
o Klar ist das mit der Verwaltung ein Riesenteil, aber auch hier gilt: 1. Die Strukturen wachsen mit der Größe des Reiches und 2. der Herrscher muss jene Verwaltung auf viele fähige Hände umverteilen
wer findet denn all diese Lösungen für die Umwelttechnischen Fragen? Dieselben Wissenschaftler, die es jetzt auch tun. Können sie das besser, nur weil ich jetzt der Weltherrscher bin? Eher nicht.
Naja...man könnte aber die Gelder dorthin lenken, sodass die Wissenschaftler zumindest alle Möglichkeiten haben, zu forschen. Heutzutage scheitert doch vieles am Budget? Mit einer Weltherrschaft gibt es ja auch keine Kriege mehr zwischen den Völkern, da ja alles ein ganzes, großes Reich ist. Stell dir mal vor, wie viele Millionen an Geldern von der Waffenindustrie in die Krebsforschung/Umweltforschung fließen könnte? Und die Waffentwickler (ihres Zeichen die wohl klügsten Männer der Welt) könnten sich ihr hübsches Köpfchen über andere Sachen zerbrechen, Bsp. Nutzung nachhaltiger Rohstoffe etc. Also, da würde schon was gehen, denke ich. Da ist noch Luft nach oben.
Ich glaube das mit der Weltherrschaft, das klingt nur im ersten Augenblick gut, aber je genauer ich darüber nachdenke, desto komplizierter wird es, da was sinnvolles mit anzustellen. Stell dir das mal vor: 6 Milliarden = 6.000.000.000 Menschen alle unter einen Hut bekommen wollen, unter einer Herrschaft von einer Person, die sie nicht mal wollen. Wie soll das gehen? Und wie soll man damit irgendwas anfangen können?
Hihi, ich wüsste gar nicht, ob ich das überhaupt nur im ersten Augenblick gut finden würde? Irgendeine russische Zarin (mist, vergessen) hatte doch den Thron durch einen Verrat erobert und wurde danach völlig neurotisch...ne, so möchte ich nicht leben. Niemals zu wissen, wer mein Freund ist und wer nicht.
Kompliziert ist es tatsächlich, aber auch hier würde ich sagen: Macht in viele, durch den Weltherrscher ausgesuchte Hände legen und gewachsene Strukturen nutzen. Gehen würde es, glaube ich, schon. (Gruselige Vorstellung.)
Aber wie man das mit dem Erobern hinkriegen sollte, wüsste ich auch nicht...wegen der Atombombe...damals, als alle noch brav mit dem Schwert gekämpft haben, war das alles irgendwie noch einfacher.
Aber mal ehrlich, da ist nichts dabei was ich durch einen haufen Kohle nicht einfacher haben könnte, viel einfacher zumindest, als sämtliche Länder der Erde zu unterwerfen.
Jup, immer her mit der Kohle, damit könnte ich schon eher was anfangen.
