Was willst du eigentlich erreichen?

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Was willst du eigentlich erreichen?

Beitragvon Jacky » 23.12.2008, 00:39

Nutze dieses Thema um über folgenden Beitrag aus meinem Blog zu diskutieren:
Was willst du eigentlich erreichen?

Wenn du also deine Geschichte schreibst, … was möchtest du damit erreichen?
Du hast in jedem Augenblick die Freiheit zu entscheiden was wichtig ist und wie du darauf reagierst.

Die Schreibwerkstatt kommt wieder! Sag mir Bescheid!
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Beitragvon Biene » 23.12.2008, 17:04

Das ist jetzt das erste Mal, wo ich wirklich darüber nachdenke, was ich erreichen will. Gott sei Dank ist mir auch ziemlich schnell was eingefallen, sonst hätte ich ernsthaft an dem Sinn des Ganzen zu zweifeln begonnen.

Ich will, dass der Leser sich beim Lesen genauso fühlt wie ich beim Schreiben. Dass er sich in die Protagonisten hineinversetzt, mit ihnen mitfühlt und -leidet. Dass er dasselbe Gefühl beim Lesen hat wie ich beim Tagträumen und Sinnieren morgens im Bett über meine Geschichte.

Ich will dem Leser keine "Message" vermitteln. Ich will nur, dass er die Geschichte fühlt und sie nicht einfach nur liest.

Ob ich das schaffe oder überhaupt dazu in der Lage bin, sei dahingestellt. Aber es ist mein Ziel beim Schreiben.

LG,
Bienchen
Was würdest du tun, wenn du wüsstest, dass du nicht scheitern könntest?
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Beitragvon Marion Baccarra » 23.12.2008, 17:32

Hallo zusammen

Ich möchte dem Leser an erster Stelle ein Gefühl vermitteln.
Ich sitze nicht tottraurig zu Hause, und schreibe eine Traurige Geschichte. Ich nehme mir vor, etwas tottrauriges zu schreiben.

Mein ganz persönliches Vokabular..zusammen mit meiner Idee vermischen sich dann miteinander.

Natürlich mischen sich manchmal auch persönliche Gedanken und gefühle, mit der fiktiven Idee. Das finde ich aber unwichtig.

Wirklich wichtig ist mir, den Leser zu berühren. Sein Herz, seine Seele.

Wenn ich es schaffe, aus einem Traurigen Leser einen fröhlichen zu machen, habe ich alles erreicht.

Das sind meine Gedanken..

Seid behütet

Marion

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was will ich erreichen?

Beitragvon woelfin » 23.12.2008, 20:24

Hallo zusammen,
ja, was will ich mit meinem Buch erreichen? Das ist eine gute Frage. Ich arbeite derzeit sehr intensiv an einer Autobiographie mit Rahmenhandlung. Diese Rahmenhandlung ist mir erst im Nachhinein eingefallen.
Zuerst wollte ich nur meine Geschichte erzählen und andere Menschen wissen lassen, daß man auch aus harten Zeiten lernen kann. Und: ... ich wollte natürlich meinen Schmerz und meine Anklage gegen all die, die mich nicht verstehen, ausdrücken. Aber das sind sehr persönliche Gründe. Nun, nachdem ich mich neu aufgestellt habe bzw. meine Gedanken soll es eine Anregung zum Denken sein: Über die Wege zu Leben und sein ganz eigenes (wenn auch kleines Glück) zu finden. Eben wieder ein Mal philosophisch. So bin ich eben.

Euch allen zusammen schöne Feiertage.
LG
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Beitragvon Balthasar » 24.12.2008, 00:06

Hallo,

tja, was möchte ich erreichen? Ruhm und Unsterblichkeit! :wink: Naja, darauf wird es wohl eher nicht hinauslaufen. Ich denke momentan bin ich noch nicht so weit, überhaupt ein Buch zu schreiben. Was ich dann damit erreichen möchte sehe ich dann.
Für´s erste möchte ich erreichen, dass ich meinen eigenen Stil finde, dass ich ohne Probleme eine Geschichte auf die Beine kriege und dass ich nicht an irgendwelchen Kleinigkeiten hängen bleibe. Und wenn diese Geschichten die mir momentan mehr als Übungen dienen, dann noch irgendwen erfreuen, umso besser. Ich kann mich noch gut an ein Zeltlager erinnern, in dem ich den Kindern die Geschichte vom Magier Rafael, König König (ja, ist richtig so) und dem Affen erzählt habe. Zwar erzählt und nicht vorgelesen, aber gefallen hat es wohl trotzdem.

Grüße, Balthasar
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Beitragvon Berluca » 25.12.2008, 19:50

Das ist wirklich eine interessante Frage und ich selbst habe sie mir in letzter Zeit auch oft gestellt. Naja, zu beginn wollte ich einfach nur schreiben weil ich das an sich grne mache, aber immer nur aus Büchern abschreiben wollte ich nicht also was sollte ich schreiben? Ich hatte keinen Grund gefunden und es somit auch nie getan, dann hatte ich einige Lieblingsserien im Fernsehen und ich stellte mir oft vor, was wäre wenn.... Und dann waren da noch die Erinnerungen an meine eigene Kindheit, die mich nie so recht los lassen wollten. (Ich wuchs in einer Pflegefamilie auf und mein damaliger Vater war mir gegenüber oft ziemlich gewaltätig)
Ich möchte kein Mitleid, oder im Mittelpunkt stehen, was mir nur manchmal fehlt ist ein Mensch der mir zuhört, dem ich einfach von meinen Erfahrungen erzählen kann. Mir kam dadurch die Idee zu schreiben, Bilder und Erfahrungen die mir noch heute keine Ruhe lassen, schreibe ich einfach auf, eingebunden in einer Fantasystory, darin sehe ich meine Möglichkeit, mich der Welt da draussen mitzuteilen ohne nervig und aufdringlich zu sein/wirken.
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Beitragvon freakingmuse » 25.12.2008, 20:38

Ich habe gerade deinen Artikel gelesen und erstmal ist mir etwas aufgestoßen. Die Zeile "Ich möchte Menschen zum Nachdenken anregen".
Ich mag das deutsche Bildungssystem nicht, aber in einem waren sich all meine Deutschlehrer einig und ich stimme ihnen ausnahmsweise zu: Wenn ein Schrifsteller diesen Satz sagt, dann möchte ich sein Buch nehmen und ihm damit eine runter hauen (ganz leicht natürlich). Es gibt keinen oberflächlicheren Satz, den man als Schreiber sagen kann.
Wenn man etwas schreibt, egal ob es Trivialliteratur ist oder ein ausgefeiltes Essay, sollte den Leser zum Nachdenken anregen.
Es sollte immer etwas in einem Buch sein, das Menschen/Leser nachdenken lässt oder sie in Gedanken verweilen lässt, selbst wenn sie das Buch gelesen zur Seite legen.
Deshalb zählt das für mich als Argument, warum man ein Buch schreibt oder nicht schreibt, nicht.
Ich finde, viel wichtiger als einen Leser zum Nachdenken anzuregen, ist ihn zu berühren.
Was nützt es, wenn ein Mensch über ein Buch nachdenkt, weil es ihm nicht gefallen hat oder er es langweilig fand und er nur darüber nachdenkt, was daran schlecht war. Oder wenn er so gefangen über die im Buch behandelte Thematik ist, dass ihm gar nicht auffällt, dass es wunderbar poetisch geschrieben wurde? Oder grottenschlecht war. Das kann doch auch nicht Sinn der Sache sein.
Wenn man den Leser berührt, dann ist das meines erachtens viel, viel wertvoller, als ihm zum "nachdenken" anzuregen. Gefühle sind, finde ich (ich möchte das Betonen, weil es eben meine Meinung ist, der sicher viele wiedersprechen) sehr viel wichtiger und schwerer auszulösen, als Gedanken. Gedanken machen kann man sich auch über Sachbücher oder schlechte Bücher, aber nur die wirklich Guten (und mit gut meine ich nicht, ob sie uns gefallen haben oder nicht), lösen Gefühle in uns aus.

Ich hoffe, dass ich damit niemanden, allen voran nicht Jacky, deren Artikel ich abseits dieser einen Zeile wichtig und sehr toll finde, zu hart getroffen habe.
Aber ich finde es wichtig, das gesagt zu haben.

Was will ich erreichen?
Das ist einfach.
Ich will schreiben.
Mehr nicht.
Geschichten kommen zu mir und ich schreibe sie auf. Ich mache mir keine Gedanken darüber, was ein Leser denken mag, denn während des Schreibens ist mir das egal. Es geht darum die Geschichte in sich richtig zu schreiben, ob es dem Leser oder mir so gefällt, oder nicht.
Ich habe schon oft Geschichten geschrieben, bei denen ich am Ende um meine Charaktere geweint habe oder mir wünschte, es wäre anders gekommen, aber das wäre für die Geschichte nicht richtig gewesen. Also hab ich es nicht getan.
Ich schreibe um zu schreiben und einen anderen Grund gibt es darfür nicht.
Was will ich damit erreichen?
Freude empfinden, Trauer empfinden, lachen, weinen, fluchen. Und mit ganz viel Glück, den Leser ein bisschen berühren und ihn an meinen Gefühlen teilhaben lassen.


& @ Jacky: Jodi Picoult schreibt wirklich tolle berührende Bücher. Beim Leben meiner Schwester gehört auch zu meinen Favoriten, aber man kann sie nicht zu oft lesen bzw. man braucht immer Pausen zwischen den einzlenen Büchern um sich emotional zu erholen.
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Beitragvon miu_u » 26.12.2008, 11:24

Bis vor 10 Jahren habe ich Bücher ziemlich verabscheut. Wahrscheinlich lag dies nur daran, dass mir bis dahin einfach nie bewusst war, dass mehr Stilrichtungen als Krimi existieren. Ausserdem assoziierte ich das Wort 'Buch' immer mit Vorträgen und einer endlosen Suche in der Bibliothek.
Ja und dann kam dieses eine Buch. Eine Nachbarin hat es mir förmlich aufgezwungen. 1107 Seiten! Allein das Gewicht schien unmenschlich, aber ich schätze die Nachbarin eben sehr, also nahm ich mir fest vor es noch vor meiner Pensionierung (ich war damals 15) zu beenden. Ich begann also zu lesen und...in einer Nacht hatte ich es durch!

Ja und so hat alles angefangen. Ich wurde besser in Deutsch und fand einen vollkommen neuen Weg meinen Durst nach Informationen zu löschen. Natürlich sind mir ziemlich bald viele Punkte aufgefallen, die ich an dem Buch verbessern würde und so war es nur eine Frage der Zeit bis ich 'mein perfektes Buch' gedanklich zu schreiben begann.

Was ich mit dem Schreiben also erreichen möchte, ist für mich ganz einfach. Ich will ein Buch erschaffen, das mir von A-Z gefällt. Ich will die vielen Bilder in meinem Kopf auf Papier bringen und wenn ich ganz viel Glück habe, wird vielleicht auch irgend jemand das Buch zur Hand nehmen, es in einer Nacht lesen und sich dann sagen, dass er das viel besser kann als ich. So schliesst sich der Kreislauf.
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Was will ich erreichen

Beitragvon woelfin » 26.12.2008, 17:44

Hi freakingmuse,
Du hast ja voller Eifer zu dem Grund des Schreibens "Ich möchte Menschen zum Nachdenken anregen" geschrieben. Aber ist es nicht so, daß man auch durch das Hervorrufen von Emotionen Menschen zum Nachdenken anregt? Es bedingt sich doch beides. Wenn Du traurige, empathische Geschichten schreibst, fühlt er zuerst mit den Protagonisten mit, aber er denkt auch darüber nach, wie er sich in dieser und jener Situation verhalten hätte.Was er vielleicht anders gemacht hätte. Das ist m.E. ein hohes Ziel, daß der Leser sich förmlich in den Protagonisten hineinversetzt, sich mit ihm identifiziert. Wie es z.B. bei Märchen, aber auch in der Gegenwartsliteratur der Fall ist. Stell Dir vor, Du beschreibst einen Klavierspieler, der Jahrein Jahraus an einer Oper arbeitet und das Stück zum Wettbewerb einschickt. Er hat damit aber gar keinen Erfolg. Sein ganzes Leben widmet er dieser Oper, vernachlässigt seine Familie, seine Kinder. Was ist mit Emotionen und was ist mit Nachdenken? Insofern haben wir alle ein bisle Recht.
Also, auf ein neues Schreibjahr und uns allen viel Erfolg in 2009.
LG
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Beitragvon freakingmuse » 26.12.2008, 18:14

Aloha woelfin!

Ich finde, dass die Aussage "Ich schreibe, weil ich Menschen zum nachdenken anregen will" so trivial ist, dass sie für mich nicht zählt.
Man macht es sich mit dieser Aussage zu einfach und geht nicht auf die wahren Gründe ein, warum man schreibt oder was man bezwecken will.

Es ist für mich schlicht kein Grund oder einfach nicht Grund genug.
Wenn man schreibt, will man automatisch, dass die Menschen über das Geschriebene Nachdenken. Das ist so.
Und sie werden es, sie werden darüber nachdenken. Wir alle denken über Geschriebenes nach, das passiert einfach. Ob wir das gelesene Mögen oder nicht, ob es Bedeutung hat oder nicht. Es passiert.

Ich denke, dass jede Geschichte zum nachdenken anregt und anregen soll, aber ich denke eben nicht, dass man sagen kann oder sollte "Ich schreibe, um Menschen zum nachdenken anzuregen".
Ich vertrete einfach die Meinung, dass man es sich mit dieser Aussage zu leicht macht.

Das ist genauso oberflächlich, als frage man einen Arzt warum er ist, was er ist und er sagt "Weil ich Menschen helfen will".
Es ist eine sehr offensichtliche aussage und ich finde, man muss einfach eine Ebene tiefer gehen (was Jacky ja auch in ihrem Artikel noch gemacht hat, ich maule ja lediglich, was diese Zeile betrifft :roll: )
Ich denke, wenn man schon schreibt, wenn man wirklich mit Herz und Seele schreibt, dann sollte man sich mehr Gedanken über das Warum machen und sich nicht mit so einer Oberflächlichen Aussage an sich selbst zufrieden geben.

Und erneut hoffe ich, dass ich nun niemandem auf den Schlips getreten bin, aber ich denke wenn das so ist, dann sind wir ja alle diskussionsbereit genug um das zu klären ;)

Du siehst also hoffentlich, woelfin, dass ich nicht wiederspreche, dass man Menschen zum nachdenken anregen SOLL, sondern dass ich lediglich sage die Intention zu schreiben muss tiefer gehen.

& verdammt, ich wollte doch dieses Mal weniger schreiben...
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Beitragvon Sternenglitzer » 26.12.2008, 18:33

Für ein Fernstudium musste ich einmal einen Text schreiben, warum ich schreiben will. Hier mal ein Auszug davon:

Was fasziniert mich nun so daran? Meine Geschichten und Charaktere sind erst nur in meinem Kopf. Wie ein Kino spielen sie sich vor meinem inneren Auge ab, zusammen mit sämtlichen Gefühlen, die man sich nur denken kann. Dieses zu Papier zu bringen mit der Absicht im Leser ebenfalls so ein Kino zu erzeugen, ist eine Herausforderung. Und die macht mir Spaß! Außerdem erfüllt es mich mit Zufriedenheit, meine Gefühle oder meine Einstellungen zu einer Sache in Worte zu fassen. Dadurch wird mir selbst manches klarer.
Geschriebene Worte haben etwas Magisches, sofern sie einen Menschen berühren. Sie lassen die Phantasie lebendig werden und nehmen den Leser mit auf eine Reise in andere Welten, lassen ihn Abenteuer erleben oder eine rührende Liebesgeschichte. Er wird dort Freunden begegnen - und Feinden. Und wenn ich es durch meine Worte schaffe, ihn zum lachen zu bringen, zum weinen oder vor Angst zu zittern, dann habe ich wohl ein gutes Buch geschrieben!


Anders kann ich es jetzt auch nicht ausdrücken! Es ist genau das, was ich erreichen möchte! :wink:
Zeit ist die Illusion, die die Menschen rasen lässt, obwohl wir früher oder später alle am selben Ende ankommen werden.
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Beitragvon Tiny » 26.12.2008, 20:59

Ich schreibe zur Zeit an meinem 2. Jugendbuchmanuskript oder an meiner 2. Geschichte für Jugendliche. Ich möchte die Jugendlichen vielleicht nicht unbedingt berühren, sondern ich möchte sie erreichen. Es geht um Situationen, in die Kinder und Jugendliche geraten könnten. Ich möchte nicht unbedingt mit erhobenen Zeigefinger da stehen und sagen: "Hier müsst ihr aber aufpassen, das kann dann passieren, wenn... und so weiter." Ich möchte es ihnen anhand einer zuerst harmlosen Geschichte vor Augen führen - einfach eine unterhaltsame Geschichte für Jugendliche schreiben, mit einer kleinen Botschaft. Ich hoffe dieses ist mir gelungen oder wird mir gelingen - auch dass die Geschichte gern von den Kids gelesen wird, schließlich habe ich Themen gewählt, die in der Welt der Kinder und Jugendlichen immer bedeutendere Rollen einnehmen.

Dies ist also zur Zeit mein Anliegen, wenn ich schreibe.
Sobald wir lernen uns selbst zu vertrauen fangen wir an zu LEBEN.
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Beitragvon me-Jamie » 26.12.2008, 22:32

Ich würde gern mit meinen Texten zum Nachdenken anregen und dafür dann auch gern mal ein negatives Ende setzen.

Habe aber bereits auch gemerkt, dass meine Texte meistens gespaltene Meinungen hervorrufen.

Betroffene finden meine Texte gut und sehr nah und Leute die außenstehend sind zerfetzen mich und meine Texte, da ich ja alles falsch mache.

Daher finde ich es wichtig, dass man auch mal zum Nachdenken anregt.

Gern möchte ich auch, dass jemand nach meiner Geschichte positiver denkt als vorher und alles mehr zu schätzen weiß, aber das ist ein sehr hochgestecktes Ziel.

Liebe Grüße

Me
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Es gibt keine ausweglosen Situationen. - Captain Kirk. ST2009
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Beitragvon Berluca » 27.12.2008, 19:29

Natürlich möchte man Menschen zum nachdenkenanregen, wer will das nciht, ohne diesen Hintergedanken würde man sich vielleicht weniger Mühe geben beim Schreiben, also das stimmt schon, aber meist liegt noch ein anderer Grund hinter dem angebegenen also wenn ich sage ich schreibe weil, ich Menschen zum nachdenken anregen will, naja, vielleicht meine ich dann eher, ich will die Menschen an meiner Gedankenwelt teilhaben lassen. (schließlich denke ich auch über vieles nach) Bevor ich mich aber penetrant jederman aufzwänge und ihnen Dinge erzähle die sie so garnicht hören wollen, dreh ich denn Spieße einfach um und versuche die Menschen für meine Geschichte zu faszinieren, versuche sie dazu zu bewegen sich eben DOCH für meine Nachrichten/Gedanken/Erinnerungen oder was auch immer zu begeistern. Also will man doch den Menschen da draussen ein Stück von sich preis geben, ob sie wollen oder nicht. Ob man es allerdings schafft sie für die eigenen Probleme zu begeistern, ich denke DARIN liegt die Kunst des schreibens.
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Beitragvon Jacky » 28.12.2008, 23:29

Und ich möchte sie doch zum Nachdenken bringen 8)

Ich hab eine ganze Weile über deinen Einwand nachgedacht @freakingmuse. Erst hab ich mich (das muss ich zugeben) angegriffen gefühlt. Aber ich hab meinem Stolz auf die Finger geklopft und ihn in die Ecke geschickt, wo er hingehört, wenn man versucht zu diskutieren.

Du hast vollkommen recht Ich will nicht "nur" zum Nachdenken anregen. Aber du hast ja auch erkannt, dass das nicht mein einziger Beweggrund ist, schließlich ist mein Artikel einiges länger als dieser Satz. Deine zweite Antwort hat mir beigebracht, dass es dir um die Formulierung geht. Entweder haben wir ein anderes Vokabular (ein häufig anzutreffendes Problem bei Diskussionspartnern, besonders wenn sie nicht im selben Haus aufgewachsen sind) oder ich bin einfach viel .. öhm .. offenherziger (??).

Zum Einen, wenn mir ein Arzt sagt, er möchte Arzt werden, weil er Menschen helfen möchte, dann wäre das für mich ein durchaus ligitimer Anreiz. Natürlich könnte er das verfeinern und sagen "ich möchte Schmerzen lindern" oder "ich möchte rechte Oberschenkel schienen", ... aber wie auch immer es würde auf das selbe "große Ziel" hinauslaufen. Ich kann nichts verwerfliches bei dieser Formulierung finden, scheinbar haben wir da unterschiedliche Assoziationen.

Zweitens, zum Vokabular: Was ich geschrieben habe, war, ich möchte Menschen zum Nachenken bringen. Was ich gemeint habe (und das ist mir erst durch deine Antwort klar geworden), ich möchte in ihnen einen Schalter umlegen, sie elektrisieren, oder wie du es nennst "berühren". Mein "nachdenken" meinte all das, ohne dass ich in Erwägung gezogen habe, dass man es als "nachdenken" im Sinne von "bäh wie war das schlecht" inerpretieren könnte, .. ich dachte ich hätte sowas auch geschrieben ...

Hmmm .. ich find's grad zumindest nicht .. Aber ich bin der Meinung, das eigentlich niemand will, das am Ende der Leser da sitzt und denkt "ne wie blöd", bzw. sich seine Gedanken nur um Kleinigkeiten drehen. Deshalb bedeutet "nachdenken" für mich auch mehr so etwas wie wirklich nachdenken, wirklich .. hmmm .. nicht-vergessen, ... So wie ich mich auch heute, nach über zehn Jahren immer noch an "Sofies Welt" erinnere und darüber nachdenke, was der Autor für eine Botschaft hatte. Wenn dich also das Wort "nachdenken" stört, dann bitte ich dich hiermit es durch "grübeln", "fühlen", "berührt sein", "philosophieren", "vibrieren" zu ersetzen und versichere dir, dass sich meine Aussage (bzw. das was ich aussagen wollte) nicht im Mindesten Ändert.

Ich finde es übrigens sehr interessant, wie unterschiedlich und doch ähnlich sich all die Motivationen doch sind.

Gerade ist mir aufgefallen, dass mir folgende Formulierung am besten gefällt:

Ich möchte meinen Leser zum vibrieren bringen.

Es ist mehr ein Gefühl, dass dieses Wort am besten trifft, ... ich bin gespannt ob irgendwer dieses Bauchgefühl teilen kann :P

lg
Jacky ;)

PS: Ich fühle mich überhaupt gar nicht auf die Füße getreten, im Gegenteil, ich fühle mich inspiriert.
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