Und ich möchte sie doch zum Nachdenken bringen
Ich hab eine ganze Weile über deinen Einwand nachgedacht @freakingmuse. Erst hab ich mich (das muss ich zugeben) angegriffen gefühlt. Aber ich hab meinem Stolz auf die Finger geklopft und ihn in die Ecke geschickt, wo er hingehört, wenn man versucht zu diskutieren.
Du hast vollkommen recht Ich will nicht "nur" zum Nachdenken anregen. Aber du hast ja auch erkannt, dass das nicht mein einziger Beweggrund ist, schließlich ist mein Artikel einiges länger als dieser Satz. Deine zweite Antwort hat mir beigebracht, dass es dir um die Formulierung geht. Entweder haben wir ein anderes Vokabular (
ein häufig anzutreffendes Problem bei Diskussionspartnern, besonders wenn sie nicht im selben Haus aufgewachsen sind) oder ich bin einfach viel .. öhm .. offenherziger (??).
Zum Einen, wenn mir ein Arzt sagt, er möchte Arzt werden, weil er Menschen helfen möchte, dann wäre das für mich ein durchaus ligitimer Anreiz. Natürlich könnte er das verfeinern und sagen "ich möchte Schmerzen lindern" oder "ich möchte rechte Oberschenkel schienen", ... aber wie auch immer es würde auf das selbe "große Ziel" hinauslaufen. Ich kann nichts verwerfliches bei dieser Formulierung finden, scheinbar haben wir da unterschiedliche Assoziationen.
Zweitens, zum Vokabular: Was ich geschrieben habe, war, ich möchte Menschen zum Nachenken bringen. Was ich gemeint habe (und das ist mir erst durch deine Antwort klar geworden), ich möchte in ihnen einen Schalter umlegen, sie elektrisieren, oder wie du es nennst "berühren". Mein "nachdenken" meinte all das, ohne dass ich in Erwägung gezogen habe, dass man es als "nachdenken" im Sinne von "bäh wie war das schlecht" inerpretieren könnte, .. ich dachte ich hätte sowas auch geschrieben ...
Hmmm .. ich find's grad zumindest nicht .. Aber ich bin der Meinung, das eigentlich niemand will, das am Ende der Leser da sitzt und denkt "ne wie blöd", bzw. sich seine Gedanken nur um Kleinigkeiten drehen. Deshalb bedeutet "nachdenken" für mich auch mehr so etwas wie wirklich nachdenken, wirklich .. hmmm .. nicht-vergessen, ... So wie ich mich auch heute, nach über zehn Jahren immer noch an "Sofies Welt" erinnere und darüber nachdenke, was der Autor für eine Botschaft hatte. Wenn dich also das Wort "nachdenken" stört, dann bitte ich dich hiermit es durch "grübeln", "fühlen", "berührt sein", "philosophieren", "vibrieren" zu ersetzen und versichere dir, dass sich meine Aussage (bzw. das was ich aussagen wollte) nicht im Mindesten Ändert.
Ich finde es übrigens sehr interessant, wie unterschiedlich und doch ähnlich sich all die Motivationen doch sind.
Gerade ist mir aufgefallen, dass mir folgende Formulierung am besten gefällt:
Ich möchte meinen Leser zum
vibrieren bringen.
Es ist mehr ein Gefühl, dass dieses Wort am besten trifft, ... ich bin gespannt ob irgendwer dieses Bauchgefühl teilen kann
lg
Jacky
PS: Ich fühle mich überhaupt gar nicht auf die Füße getreten, im Gegenteil, ich fühle mich inspiriert.