Was wollt ihr NICHT mehr lesen?

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Re: Was wollt ihr NICHT mehr lesen?

Beitragvon Ratsherr » 02.09.2015, 09:37

Momentan will ich keine Trilogien mehr lesen. Mir geht es schlichtweg auf den Wecker, dass jedes (na gut, fast jedes) Buch, welches ich in die Hand nehme, der Beginn einer Trilogie ist. Ist es zu viel verlangt, dass ein Buch für sich selbst stehen kann? Wieso muss jeder neue Autor gleich meinen, eine Trilogie schreiben zu müssen, nur um die Geschichte auszudehnen (und mehr Geld zu verdienen)?

Um auf Genres zurückzukommen: Ich will keine Vampirgeschichten mehr lesen und schon gar keine über Shapeshifters; damit habe ich eindeutig zu viele schlechte Erfahrungen gemacht. Auch um Dystopien werde ich wohl in nächster Zeit einen größeren Bogen machen, um etwas Abstand von dem Genre zu gewinnen, nachdem ich mir mit Veronica Roths "Divergent" und Blake Crouchs "Wayward Pines" die Freude über dieses Genre gründlich verdorben habe.

Was das Inhaltliche angeht, kann ich mich IPatricia nur anschließen. :D Momentan lese ich außerdem viele Klassiker (neulich Macbeth, die Buddenbrooks, Professor Challenger und Animal Farm), die vielleicht nicht zwingend besser als "moderne" Romane sind, bei denen ich aber häufig das Gefühl habe, sie seien durchdachter geschrieben. Und wenn ich demnächst Arthur Conan Doyles Sherlock-Reihe gelesen habe, will ich mich endlich wieder an jüngere Geschichten heranwagen. 8)
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Re: Was wollt ihr NICHT mehr lesen?

Beitragvon Paisley » 02.09.2015, 09:42

Ratsherr hat geschrieben:Ist es zu viel verlangt, dass ein Buch für sich selbst stehen kann? Wieso muss jeder neue Autor gleich meinen, eine Trilogie schreiben zu müssen, nur um die Geschichte auszudehnen (und mehr Geld zu verdienen)?


Das find ich jetzt aber arg pauschalisiert, Ratsherr. :|
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Re: Was wollt ihr NICHT mehr lesen?

Beitragvon Ankh » 02.09.2015, 10:47

Paisley hat geschrieben:
Ratsherr hat geschrieben:Ist es zu viel verlangt, dass ein Buch für sich selbst stehen kann? Wieso muss jeder neue Autor gleich meinen, eine Trilogie schreiben zu müssen, nur um die Geschichte auszudehnen (und mehr Geld zu verdienen)?


Das find ich jetzt aber arg pauschalisiert, Ratsherr. :|


Aber es hat eine wahren Kern. Natürlich sind nicht alle Trilogien gleich schlecht. Aber ich habe manchmal das Gefühl, dass der Gedanke, mehr Bände zu schreiben die Autoren zu unnötigem Geschwafel verleitet. Da wird nicht so viel geplant, gefeilt, gestrafft wie es der Geschichte vielleicht guttun würde. Und wenn drei Bände nicht reichen, dann hängt man halt noch einen vierten hintendran. Und einen fünften ... Wenn ein Autor drauflosschreibt, ohne den Bogen über ALLE Bände seiner Reihe bereits ausgearbeitet zu haben (und ich schließe GRR Martin da ausdrücklich mit ein), dann verzettelt er sich irgendwann, und das habe ich gerade im Fantasybereit zu oft erlebt, als dass ich freudig "juhu! noch eine Trilogie!" schreien würde.
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Re: Was wollt ihr NICHT mehr lesen?

Beitragvon Oriane » 02.09.2015, 10:57

Im Prinzip stört es mich nicht, wenn ein Autor aus seinem Werk eine Trilogie macht. Was ich daran ätzend finde ist, dass die einzelnen Bände beginnen und enden wie ein Kapitel und keinen eigenen Plot haben, der es einem möglich macht, auch am ende von Band zwei ein bisschen das Gefühl von Abschluss zu haben. Natürlich muss sich der Plot über alle drei Bände ziehen, dann aber lieber in der Harry Potter Form, wo mit Schuljahrsende auch die Geschichte des Schuljahrs zuende geht und nicht so, dass man bei der Hälfte des Buchs überlegt, dass doch noch so viel passieren muss und wieso das Buch nur noch so wenige Seiten hat.
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Re: Was wollt ihr NICHT mehr lesen?

Beitragvon IPatricia » 02.09.2015, 11:00

Ich liebe Trilogien ehrlich gesagt, wenn sie denn gut geschrieben sind. Da das häufig nicht der Fall ist, kann ich Ratsherr ein bisschen verstehen. In der Fantasy finde ich Mehrteiler passend, weil die Charakterentwicklung über mehrere Bände besser zur Geltung kommt und man mehr von der Welt an sich erfährt. Meine Devise ist, Wenn ein Buch gut ist, lese ich gerne noch zwei weitere Teile, sofern ich nicht das Gefühl habe, dem Autoren sind die Ideen ausgegangen. Was ich häufig da erlebe, ist, dass der erste Band ein schleichender Auftakt, der Zweite handlungsarmes Füllmaterial und der dritte dann erst der große Showdown ist. Diese Aufteilung ist es, die mir auf den Geist geht. Ich möchte, dass in ALLEN Bänden ordentlich was passiert und nicht erst auf den letzten 10 Seiten. Viele Trilogien sind einfach zu wenig ausbalanciert. Außerdem sollte jeder Band für sich alleine stehen können und nicht mit einem Cliffhanger enden, nur damit man sich den Folgeband auch noch kauft. Natürlich ist das eine clevere Verkaufsstrategie, das stößt dem Leser allerdings bitter auf. Ich selbst ziele auch auf eine Fantasy Trilogie ab, allerdings nur, weil der Umfang der Handlung meiner Geschichte sich nicht auf ein Buch komprimieren lässt, wenn ich nicht möchte, dass es ein 1500 Seiten Wälzer wird.Trotzdem ist meine Handlung extrem gestrafft und es existieren keine unwichtigen Passagen, die man mal eben rauslassen kann. Jeder Teil würde trotzdem für sich alleine stehen, weil der Haupthandlungsstrang abgeschlossen ist. Bei vielen Trilogien ist das aber leider nicht der Fall und das lässt den Leser unbefriedigt zurück.
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Re: Was wollt ihr NICHT mehr lesen?

Beitragvon schreiberling » 02.09.2015, 14:03

Paisley hat geschrieben:
Ratsherr hat geschrieben:Ist es zu viel verlangt, dass ein Buch für sich selbst stehen kann? Wieso muss jeder neue Autor gleich meinen, eine Trilogie schreiben zu müssen, nur um die Geschichte auszudehnen (und mehr Geld zu verdienen)?


Das find ich jetzt aber arg pauschalisiert, Ratsherr. :|



Eine Trilogie zu schreiben ist (zumindest im Genre Fantasy) eigentlich immer eine Ausrede um das ganze endlos mit Füllgeschreibsel zumüllen zu können anstatt mit dem Plot und der Charakterentwicklung knackig zur Sache kommen zu müssen. Es gibt ja sogar Autoren, die eine Trilogie planen und das dann immer weiter aufblähen sodass es am Ende noch mehr Bände werden.

Ich hab vor ein paar Monaten im Diakonie Laden für einen Euro einen Fantasy Dreiteiler von Trudi Carnavan mitgenommen, der vor einigen Jahren wohl ein Bestseller gewesen ist. In diesen drei Büchern ist irgendwo, wenn man das vernünftig lektoriert (=den überflüssigen, nervigen Kram rauskürzt) und überarbeitet ein etwas dickerer Band mit einer abgeschlossenen, spannenden Geschichte drin. So fand ich das ziemlich unlesbar.


Meiner Meinung nach liegt diese Tendenz daran, dass die Protagonisten für viele Autoren so eine Art self-insert sind und sie in diese Charaktere (sich selbst) narzisstisch verliebt sind bzw sie es irgendwie selbttherapeutisch finden, über diese self-insert Charaktere zu schreiben. Da vergisst man dann, dass man ja eigentlich etwas schreiben wollte, das andere Leute lesen werden und kommt ins labern, und labern, und labern. So wie manche Leute nicht mehr aufhören können über ihren Urlaub zu erzählen.


Nehmen wir da mal Patrick Rothfuss, der Name des Windes. Angeblich soll der Inhalt der 3 Bände das sein, was der Prota an 3 Tagen, neben seiner Arbeit als Wirt, einem Chronisten erzählt. Aber schon der erste Band hat 800 Seiten, davon das meiste die Erzählung in der Ich-Perspektive. Ist zwar gut geschrieben, aber so ab nach einem Drittel fängt der Autor an das Material ungut aufzublähen. So viel kann man NIE an einem Tag einem anderen Menschen erzählen. Die Hörbuchfassung dauert 20 Stunden oder so.
Es ist anscheinend eine Krankheit von sehr vielen, auch begabten, Fantasy-Autoren, dass sie an irgendeinem Punkt einen Laber-Flash bekommen und das Vorantreiben des Haupt-Plots völlig unwichtig wird. Selber Effet bei George RR Martin.

Solche mit völlig nebensächlichem Füllstoff aufgeblähten Bücher will ich NICHT mehr lesen!!!
Zuletzt geändert von schreiberling am 02.09.2015, 14:18, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Was wollt ihr NICHT mehr lesen?

Beitragvon VickieLinn » 02.09.2015, 14:17

Ich brauch gar nicht mehr selbst zu schreiben *lach*
Am besten, ich engagiere euch als Ghostwriter für meine handlungsarme Trilogie. Mit Vampiren. Die ihre Gestalt wandeln können. Und seitenlange Lieder singen.

IPatricia hat geschrieben:Ich will keine naiven Protagonisten, die blind in jede noch so offensichtliche Falle tappen, nur damit es eine Story zu erzählen gibt, die ausschließlich auf Dummheit aufgebaut ist.


Paisley hat geschrieben:Geschichten von Protagonistinnen, die dumm wie ein Stück Brotrinde und die Naivität vom Lande, aber trotzdem toootal beliebt, hübsch und erfolgreich sind.


Ratsherr hat geschrieben:Auch um Dystopien werde ich wohl in nächster Zeit einen größeren Bogen machen, um etwas Abstand von dem Genre zu gewinnen, nachdem ich mir mit Veronica Roths "Divergent" und Blake Crouchs "Wayward Pines" die Freude über dieses Genre gründlich verdorben habe.


Oriane hat geschrieben:Im Prinzip stört es mich nicht, wenn ein Autor aus seinem Werk eine Trilogie macht. Was ich daran ätzend finde ist, dass die einzelnen Bände beginnen und enden wie ein Kapitel und keinen eigenen Plot haben, der es einem möglich macht, auch am ende von Band zwei ein bisschen das Gefühl von Abschluss zu haben.


IPatricia hat geschrieben:Was ich häufig da erlebe, ist, dass der erste Band ein schleichender Auftakt, der Zweite handlungsarmes Füllmaterial und der dritte dann erst der große Showdown ist. Diese Aufteilung ist es, die mir auf den Geist geht. Ich möchte, dass in ALLEN Bänden ordentlich was passiert und nicht erst auf den letzten 10 Seiten. Viele Trilogien sind einfach zu wenig ausbalanciert. Außerdem sollte jeder Band für sich alleine stehen können und nicht mit einem Cliffhanger enden, nur damit man sich den Folgeband auch noch kauft.
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Re: Was wollt ihr NICHT mehr lesen?

Beitragvon schreiberling » 02.09.2015, 14:27

Ich denke nicht, dass das Vampir-Genre schon ausgelutscht ist.


Der Vampir war mal ein Mensch und ist nun ein Untoter mit unstillbarem Durst nach Blut lebender Menschen. Er lebt heimlich, nachtaktiv in einer Art Parallelgesellschaft (wenn man annimmt, dass es mehrere davon gibt). Er ist gefährlich für die Nichtvampire.

Dann der Vampir als psychologisches Abbild unserer eigenen dunklen Seite.

Im Vampir steckt doch eine Menge Potential für Konflikte und Charakter-Drama drin.
Zuletzt geändert von schreiberling am 02.09.2015, 15:17, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Was wollt ihr NICHT mehr lesen?

Beitragvon schreiberling » 02.09.2015, 14:31

IPatricia hat geschrieben:Was ich häufig da erlebe, ist, dass der erste Band ein schleichender Auftakt, der Zweite handlungsarmes Füllmaterial und der dritte dann erst der große Showdown ist. Diese Aufteilung ist es, die mir auf den Geist geht. Ich möchte, dass in ALLEN Bänden ordentlich was passiert und nicht erst auf den letzten 10 Seiten. Viele Trilogien sind einfach zu wenig ausbalanciert. .



Definitiv. Und ich denke, weil so viel derartiges Zeugs auf dem Markt ist, ist bei den Lesern das ganze Genre ziemlich in Verruf geraten. Ganz einfach weil zu wenig wirklich gut geschriebene Fantasy auf den Markt kommt.
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Re: Was wollt ihr NICHT mehr lesen?

Beitragvon paratoxic » 02.09.2015, 15:43

Ich finde, man kann schon eine Trilogie schreiben - dann muss man aber auch wirklich schauen, dass jeder Teil für sich eigene Handlungsbögen und eine eigene Spannungskurve hat, die am Ende zu einem zufriedenstellenden Ende gebracht werden. Insgesamt muss man dann noch den Haupthandlungsbogen beachten, der über alle drei Bände gehen sollte und von der Struktur her im Idealfall auch einer 3-Akt-Struktur entspricht (oder eben der detaillierteren 7-Punkte-Struktur). Dann kann das schon funktionieren.
Das bedarf aber schon einiges an Planung und Disziplin, um das ordentlich durchzuziehen. Bei vielen Trilogien, die ich gelesen habe, war es tatsächlich so, dass der erste Band in sich abgeschlossen war (vermutlich eine Vorgabe des Verlages oder weil der Autor eigentlich nur ein Buch schreiben wollte), der zweite Teil wurde dann nach meinem Empfinden geschrieben, weil der erste so erfolgreich war und war im Großen und Ganzen ein einziges tiefes Luftholen vor dem dritten Teil, in dem dann alles drüber und drunter ging, eben der große Showdown. So ist das natürlich Mist und so was mag ich sicher auch nicht mehr lesen.
Ich selbst schreibe auch an einem Fantasy-Roman, für den ich mir auch eine Fortsetzung vorstellen könnte. Allerdings habe ich eben, um diese Fettnäpfchen zu vermeiden, den kompletten Plot streng durchgetaktet und inklusive kompletter Szenenliste geplant, aus der ich am Ende noch in der Planungsphase alles Unnötige rausgestrichen habe.
Ich will mir ja beim Schreiben auch nicht noch mehr Arbeit machen und unnötigen Inhalt produzieren xD

Was ich auf keinen Fall mehr lesen möchte, sind irgendwelche dämlichen Liebesdreiecke. Im Ernst. Die Frage, ob Person A sich am Ende für Person B oder C entscheidet, geht mir spätestens nach der Hälfte tierisch auf die Nerven, zumal Person A in den allermeisten Fällen während der gesamten Handlung ein riesiges Drama macht und gerne als die/der arme Leidtragende dargestellt wird. Gerne wird das dann ebenfalls über drei Bände (oder mehr, siehe Twilight) gestreckt, während in dieser leidigen Frage alle drei Beteiligten nach und nach alle ihre Sympathiepunkte verspielen. Und am Ende ist mir als Leser dann auch irgendwann egal, wie es am Ende ausgeht.
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Re: Was wollt ihr NICHT mehr lesen?

Beitragvon Paisley » 02.09.2015, 17:52

schreiberling hat geschrieben:So wie manche Leute nicht mehr aufhören können über ihren Urlaub zu erzählen.


Dann werte ich das mal als Punkt für mich, denn ich bin eher der schweigsame Typ, der sich deutlich mehr denkt, als redet. :mrgreen:
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Re: Was wollt ihr NICHT mehr lesen?

Beitragvon Ratsherr » 02.09.2015, 17:56

Paisley hat geschrieben:Das find ich jetzt aber arg pauschalisiert, Ratsherr. :|

Ich weiß, auf die Allgemeinheit lässt sich das auch nicht anwenden; habe ich etwas missverständlich ausgedrückt. :D Es gibt immer Ausnahmen, so finde ich z.B. P.W. Cataneses "Die Bücher von Umber"-Fantasy-Trilogie sehr gelungen. Und es ist gerade in Fantasy so, dass viele Geschichten sich nicht in einem einzelnen Band erzählen lassen, wie z.B. die Harry Potter-Reihe, der Herr der Ringe, das Lied von Eis und Feuer, Cassandra Clares Chroniken der Unterwelt etc.

Was ich zum Ausdruck bringen wollte: Heutzutage findet man gerade im Bereich Fantasy beinahe nur noch Trilogien bzw. Mehrteiler (man schaue sich nur mal auf Goodreads im Fantasy-Genre um: Trilogien, wohin das Auge schweift); dabei ist mein Gefühl oftmals, dass gerade alleinstehende Bücher die aussagekräftigsten sein können. In meinem Regal steht Blake Crouchs Reihe "Wayward Pines" (eine Trilogie) direkt neben "Der Schiffsjunge" von John Boyne: Der Schiffsjunge hat 650 Seiten und hat mich 12,99€ gekostet, die Wayward Pines-Bücher haben zusammengerechnet etwas mehr als 900 (wobei sich auf den Seiten weniger Text befindet) und haben zusammen 29,97€ gekostet. Die gesamte Trilogie hätte sich problemlos auf einen einzelnen, längeren Band kürzen können und wäre dann auch nicht so teuer gewesen, weshalb ich jenes Gefühl habe - dass Trilogien mittlerweile in manchen Fällen dem Geldfluss dienen. :|

Ich bin übrigens nicht grundsätzlich Trilogien abgeneigt und lese auch gerne Mehrteiler! Wenn mich eine Geschichte besonders interessiert, vertiefe ich mich gerne in die Charaktere und freue mich auch auf Fortsetzungen, aber eben nur in einem gewissen Rahmen. Einzelstehende Bücher ohne Fortsetzung sind mir oftmals lieber und haben größere Chancen, von mir favorisiert zu werden.
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Re: Was wollt ihr NICHT mehr lesen?

Beitragvon Paisley » 02.09.2015, 18:05

Genau das meinte ich Ratsherr. (Die Bücher von Umber, guter Tipp, muß ich mal kucken. :wink: )

Sicher kann man aus mancher Reihe locker auch ein einzelnes, dickes Buch machen. Aber ich denke nicht, das immer der Autor hinter sowas steckt. Zum einen schrecken so dicke Schinken sicherlich auch den einen oder anderen potentiellen Leser ab. Zum anderen ist es ja auch für die Verlage bzw Agenturen von Vorteil, wenn sie eine lange Geschichte in mehrere Bücher aufspalten, weil sie mehr daran verdienen.

In meinem Fall ist es so, das ich schon vor dem Gedanken einer Veröffentlichung wusste, das es ein Mehrteiler wird. Ganz einfach weil ich das Gefühl habe, das man bei einem einzelnen Band niemals so tief in die Welt vordringen kann, sie niemals so lebendig werden lassen kann, wie bei einem Mehrteiler. Vieles kann man nur oberflächlich ankratzen, kurz betrachten und muß schon wieder weiter, weil nicht genug Seiten vorhanden sind um es zu entfalten. Das finde ich, zumindest bei guten Geschichten schade. Wenn einem gefällt was man liest, will man mehr. Mehr erfahren, mehr "sehen", mehr erleben. Und das möchte ich erreichen.
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Re: Was wollt ihr NICHT mehr lesen?

Beitragvon SmilingSeth » 02.09.2015, 18:22

Hipster, pseudo-intellektueller, Snob-"Universitäts"-Schund.
Axololo-wasauchimmer, Trendliteratur und ähnliches. Wie hieß die abgehalfterte MTV-Moderatorin nochmal?
All das, will ich nicht lesen, ich will nicht einmal einen Blick riskieren.

Und um gleich den Schwachkopf zu nennen, Dirk Stermann und seine schriftstellerische Menschenpein.
Ich hab mich sehr lange mit dem Buch gequält, in welchem er es zusammenbringt seitenweise, auf wirklich unendlichen lang wirkenden Seiten, langwierige, überlangweilige Alltagssituationen in Szene, na eigentlich ins Wort zu umsetzen.
Und sein Humor ähnelt wirklich jenem, der in der Redaktion der Titanic vorherrscht, er ist quasi nicht vorhanden, er ist zum Ersaufen.
Überhaupt, das Buch ließt sich quasi so, als wurde man deutsche Literaturstudenten, die ihr Studium abgebrochen haben, vom Bordstein aufkratzen, oder zumindest was von ihnen übrig ist.
Ich kann es nicht einmal fertig lesen, weil ich mich in jedem Satz so dermaßen verrenne.
Ich kann es auch in diesem Leben nicht begreifen, wie so ein schundiges, unfassbar schwaches Werk tatsächlich gekauft wird? Ist die Welt schon vor die Hunde gegangen?


Dark Fantasy kann ich auch nicht ausstehen, Harry Dresden zeigt, wie sowas auszusehen hat.
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Re: Was wollt ihr NICHT mehr lesen?

Beitragvon Paisley » 02.09.2015, 18:58

Ratsherr hat geschrieben:Und es ist gerade in Fantasy so, dass viele Geschichten sich nicht in einem einzelnen Band erzählen lassen, wie z.B. die Harry Potter-Reihe, der Herr der Ringe, das Lied von Eis und Feuer, Cassandra Clares Chroniken der Unterwelt etc.


Apropos Herr der Ringe - schon gehört? Auf indiegogo haben sie fast 85.000 Pfund zusammen. Und wer das nötige Kleingeld hat, kriegt dort gegen Spende einer siebenstelligen Summe ein Loft mit vier Zimmern. :mrgreen:
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