[Tragik]Welchen Weg würdest du gehen?

Tragödien, Tragisches

[Tragik]Welchen Weg würdest du gehen?

Beitragvon Pradia » 02.03.2014, 23:41

Der weiße Schnee bedeckte die Erde, meine Kleidung und mein Gesicht. Das Einzige was mich schützte war der blutrote Umhang, der meine Schultern umschmiegte und wie Seide glänzend zu Boden floss. Er schützte mich, wie es meine Eltern früher getan haben, aber isolierte mich zugleich. Ließ mich vergessen, was passiert war. Ließ mich blind werden meiner Vergangenheit gegenüber. Wie ein Gift, nur wesentlich langsamer und schmerzvoller. Zierlich und majestätisch tanzten die eisigen Flocken durch die Luft und kühlten die Nacht weiter ab. Ich fröstelte und rieb mir die Hände, während kleine Dunstwölkchen bei jedem Ausatmen wie Dampf aus meiner Kehle geleitet wurden. Kahle, große Bäume warfen um mich herum lange Schatten. Und vor mir der aufgehende Mond. Meine Füße standen bis zu den Fußknöcheln im Schnee.

Ein Wald. Ein Sinn. Und so folgte ich weiter dem kleinen Weg, der die Grenze zweier Parteien darstellen sollte. Freude und Hass. Glück und Unglück. Leben und Tod. Oder war es doch ein und die Selbe…? Ich betrachtete meine verschneite Umgebung und blieb stehen. Die Bäume, die links und rechts neben des schmalen Weges standen. Kahl, zerbrechlich und krank starrten sie alle still in verschiedene Richtungen. Orientierungslos. Doch trotz ihres monotonen Erscheinens schienen sie alle gleich, wie aus dem gleichen Holz, wie aus dem gleichen Leben entstanden. Ob das möglich wäre? Ich schüttelte verunsichert den Kopf und vertrieb die Gedanken aus meinem Kopf. Die Kälte machte mich krank. Aber dennoch war sie wie ein Schleier für mich, ein rettender Schleier. Der meine Ängste dämpfte und mich beruhigte. Sie hüllte mich in einen wärmenden Mantel und ließ mich zu einer erforenen Statue werden. Ich trieb mich wieder an, weiterzulaufen, aber jeder Schritt schien wie eine Hochseilakt. Die Gefahr war groß, abzustürzen und unter Umständen nie wieder aufstehen zu können. Gefangen in der Leere. Verdammt, gebrochen, zerstört. Wieso nicht einfach stehen bleiben? Weiter vergessen, sich in sich selbst verlieren und stehen bleiben? Einfach die ganze Mühe sich erspart lassen… Es würde so vieles ändern. Erneut blieb ich stehen und blickte nachdenklich auf den Boden. Meine Füße standen bis zu den Knien im Schnee. Die Kälte zog sich zielstrebig durch meine Unterschenkel. Sie waren taub und ungelenkig geworden. „Lohnt es sich noch weiter zu laufen?“ , murmelte ich still vor mich hin. Als ich aufblickte, erkannte ich zwei Wölfe. Der eine hatte Fell so schwarz wie Obsidian. Matt. Leblos. Seine Augen funkelten hellblau im Licht. Der andere hatte Fell so weiß wie heller Jaspis. Wunderschön, aber durch die Zeit verschmutzt und rau. Beide blickten mich neugierig und zugleich wissend an. „Wir sind beide aus dem gleichen Holz, ein und dasselbe Leben, sind ein und denselben Weg gegangen, haben aber nur eine Kleinigkeit unterschiedlich gemacht. Was war es?“, sagten die beiden Wölfe in einer rauen und gespenstischen Stimme im Chor. Es hörte sich an als wären ihre Stimmen überall und gleichzeitig nur hier präsent – sie schienen Teil der Luft zu sein, die ich mit ihnen atmete. Nachdenklich und verängstigt schaute ich sie an. Momente vergangen, bis ich schließlich verärgert sagte : „Das ist nicht die Wahrheit. Ihr lügt! Wieso lügt ihr mich an?“. Sie betrachteten mich nur, der Weiße mit dem Blick auf den Boden gerichtet und der Schwarze mit einer entschlossenen und siegessicheren Miene. Mit der Pfote auf meine Oberschenkel zeigend, wendete sich der weiße Wolf letztendlich ab und ließ den Schwanz hängen. Ich blickte auf meine Robe und erschrak innerlich. Ich stand bis zum Bauchnabel im Schnee. Die Kälte drang behutsam in Richtung meiner Brust und befriedigte meinen Hunger und meinen Durst. Ich genoss das Gefühl schweigend, obwohl ein Teil von mir wusste , dass ich es eigentlich hassen sollte. Die Stimmen der beiden erhoben sich wieder, diesmal kräftiger und flehend : „Es ist nicht mehr viel Zeit. Du musst dich entscheiden!“. Überanstrengt versuchte ich nachzudenken, doch ich konnte keinen Gedanken fassen ohne dass er mir sofort wieder entfloh. „Ich weiß es nicht…Ich weiß es nicht! Ihr beide seid von Grund auf unterschiedlich, ich sehe nichts an euch was gleich ist. Bitte helft mir doch, gibt mir einen Tipp!“, flüsterte ich verzweifelt. „Folge mir und ich werde dir alle deine Schmerzen und Ängste nehmen!“, rief der Schwarze in die Nacht hinein. „Folge mir und ich werde deinem Leben einen Sinn geben!“ , folgte der Ruf des Weißen sofort danach. Beide Stimmen erschienen mir plötzlich so unterschiedlich und hallten in meinem Kopf wider, melancholisch und rhytmisch. "Aber… ich weiß nicht was ich tun soll. Ich weiß nicht was richtig und was falsch ist. Bitte, helft mir doch!“, schrie ich verzweifelt. Tränen füllten meine Augen und ließen die Umgebung zu einem Meer aus Licht und Schatten verschwimmen. Funkelnde und glitzernde Tränen purzelten wie heiße Wassertropfen über mein Gesicht und waren die Einzigen, die mir noch Wärme spendeten. Nach und nach gewann ich wieder an Sicht, und die Tränen trockneten auf meinen Wangen. Mein Körper fühlte sich schwach an. Verdammt. Gebrochen. Zerstört. Mit meiner letzten Kraft blickte ich auf und sah, dass der weiße Wolf verschwunden war. Weg, wie vom Erdboden verschluckt. Der Schwarze hingegen lief den Weg vor mir weiter, entgegen des Mondes und mit einem verträumten Blick zu den Sternen schauend. Er drehte sich grinsend zu mir um und zeigte mit der Pfote auf meine Gestalt. Schwach und kraftlos schaute ich auf mich herunter. Ich stand bis zum Hals im Schnee. Das kühle Gift durchdrang meine schützende Kleidung und milderte ihre Wirkung immer weiter. Ich konnte meine Körperteile nicht mehr bewegen, spüren, wahrnehmen. So als ob sie nie ein Teil von mir gewesen sind. So als ob ich nie gewesen wäre. Meine Sinne schienen schwächer zu werden als der Schnee meinen Hals den Weg hoch zu meinem Gesicht suchte. Mein Blick verschwamm wieder, meine Ohren nahmen den heulenden Wind nicht mehr wahr, ich roch die kühle Luft nicht mehr. Ich schloss meine Augen und konzentrierte mich auf meine Atmung. Beruhigt und hypnotisiert öffnete ich meine blauen Lippen und ließ die restliche Luft aus meiner Kehle entweichen. Die anfangs so schöne, warme Luft kam nur noch stockend hervor, vereist und abgekämpft. Dann schlief ich ein, ohne Sorgen und ohne Zukunft, und ließ mich von meinem Schicksal in einen tiefen Untergrund treiben. Einen Untergrund, bei dem die Lasten aber auch gleich die Träume weggenommen werden. Einen, bei dem es kein Entrinnen gibt.
(c) Pradia on schreibwerkstatt.de



Ich habe dieses kleine Projekt aufgrund von einpaar Fingerübungen angefangen... Dabei habe ich mich nicht auf eine spezialisiert, sondern mehrere herausgenommen und leicht verändert.
ZBs. :
"Die Fingerübung Sterbeszene" und die " DevArt Geschichten - Schreib zum Bild!" .
Hier findest du das dazugehörige Bild aus Deviantart.
Ich denke diese Kurzgeschichte geht eher in die Richtung Fabel, da sie eine (versteckte) Moral besitzt.

Welche Moral habt ihr aus dem Text gezogen? Oder eventuell gar keine? Ich freue mich auf eure Gedanken und konstruktive Kritik!
:wink:

ganz liebe Grüße,
Eure Pradia.
Es ist nie zu spät, das zu werden, was man hätte sein können. - George Eliot
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Re: Welchen Weg würdest du gehen?

Beitragvon Thea » 13.03.2014, 23:28

Hallo Pradia,

dann will ich dir mal ein paar Gedanken zu Deinem Text weitergeben.

Welche Moral habt ihr aus dem Text gezogen? Oder eventuell gar keine?


Fangen wir mal mit Deiner Schlussfrage an. Ich habe Deinen Text so verstanden, dass die Protagonistin überfordert ist mit der Aufgabe, Entscheidungen zu fällen und so im Leben voranzukommen. Richtig und Falsch scheinen ihr zu nah beeinander zu liegen, sie entscheidet sich für den passiven Weg, das Nichtstun, was sie immer mehr erstarren lässt und so vom Leben weg zum Tod führt.
Mein Kommentar baut demnach auch auf dieser Lesart auf.

Bevor ich mit den Kritikpunkten anfange, möchte ich noch vorausschicken, dass mir Dein Schreibstil ganz gut gefällt, Du hast eine schöne, malerische Sprache. An manchen Bildern würde ich allerdings noch etwas feilen.

Also, los gehts:

Erstmal im Überblick:
Der Text besteht aus einem kurzen, ersten Absatz und einem langen, sehr massig wirkenden zweiten. Das wirkt rein optisch für den Leser auf den ersten Blick abschreckend. Einfach mehr Absätze schaffen.

Das Einzige, was mich schützte, war der blutrote Umhang, der meine Schultern umschmiegte und wie Seide glänzend zu Boden floss.


"umschmiegte" kenne ich so nicht, etwas schmiegt sich an. Oder umhüllt.

Ließ mich vergessen, was passiert war. Ließ mich blind werden meiner Vergangenheit gegenüber. Wie ein Gift, nur wesentlich langsamer und schmerzvoller.


Gefällt mir vom Stil gut, ich bin aber nicht mehr sicher: Meinst Du noch den Umhang? Darauf beziehst Du dich ja noch. Oder wieder den Schnee? Für den verwendest Du später ja noch mal die Metapher "Gift", deswegen komme ich hier ins stolpern, und auch, weil ich nicht weiß, wieso der Umhang blind gegenüber der Vergangenheit macht. Überhaupt, wenn in der Vergangenheit etwas passiert ist, was diese Situation heraufbeschwört, bleibt es mir zu vage.
Ich bin weder sicher, ob es was mit den erwähnten Eltern zu tun hat (sind sie tot? Oder hat sie sich einfach von ihnen entfernt?), noch ob es sonst einen traumatischen Vorfall gab.

Zierlich und majestätisch tanzten die eisigen Flocken durch die Luft und kühlten die Nacht weiter ab.


Zierlich und majestätisch passt eigentlich nicht zusammen, wenn Du es unbedingt haben willst, zumindest ein "zugleich" einfügen. Die zweite Satzhälfte würde ich abtrennen, hier könntest Du ein bisschen Spannung erzeugen: Es wurde kälter und kälter.

Ich fröstelte und rieb mir die Hände, während kleine Dunstwölkchen bei jedem Ausatmen wie Dampf aus meiner Kehle geleitet wurden.


Manchmal ufern deine Beschreibungen etwas aus, wodurch sie zu weitschweifig werden und ihre Wirkung verlieren. Warum nicht einfach:

..., während kleine Dampfwölkchen bei jedem Ausatmen aus meiner Kehle stiegen.

Und vor mir der aufgehende Mond.


Der steht mir hier zu alleine und abgehackt.

Meine Füße standen bis zu den Fußknöcheln im Schnee.


"Versanken" würde hier besser passen. Und nicht zweimal Fuß, Knöchel reichen.

Soviel zu ersten Absatz. Keine Angst, ich zerpflücke Dir jetzt nicht jeden Satz. Generell wäre mein Tipp, deine Beschreibungen zu prüfen, ob du sie nicht mehr straffen kannst. Dadurch gewinnen sie oft mehr an Ausdruck, als wenn Du zu weitschweifig wirst.

Im nächsten Absatz gelingt Dir das auch schon besser, bloß den Einstieg kapiere ich ehrlich gesagt nicht:
Ein Wald. Ein Sinn.


Was meinst Du mit Sinn? Ich vermute, dass es was mit den dann aufgezeigten Ambivalenzen zu tun hat, aber so ganz schlau werde ich hier nicht.

Gefangen in der Leere. Verdammt, gebrochen, zerstört. Wieso nicht einfach stehen bleiben? Weiter vergessen, sich in sich selbst verlieren und stehen bleiben?


Das gefällt mir! :)

Meine Füße standen bis zu den Knien im Schnee.


Selbes Problem wie oben, wie wär's mit: Inzwischen steckte ich bis zu den Knien im Schnee.?
Danach besser "die Kälte kroch" als "zog".

Als ich aufblickte, erkannte ich zwei Wölfe.


Die waren mir jetzt zu plötzlich da. :) "Erkannte" setzt voraus, dass sie die beiden vorher schon gekannt hat?

Momente vergangen, bis ich schließlich verärgert sagte :


Momente vergingen

Sie betrachteten mich nur, der Weiße mit dem Blick auf den Boden gerichtet und der Schwarze mit einer entschlossenen und siegessicheren Miene.


dann betrachtet der Weiße eher den Boden

Mit der Pfote auf meine Oberschenkel zeigend, wendete sich der weiße Wolf letztendlich ab und ließ den Schwanz hängen. Ich blickte auf meine Robe und erschrak innerlich. Ich stand bis zum Bauchnabel im Schnee.


und kann hier schlecht auf den Oberschenkel zeigen, wenn der schon vom Schnee bedeckt ist. Ich blickte an mir hinab...

Bitte helft mir doch, gibt mir einen Tipp!


gebt

Beide Stimmen erschienen mir plötzlich so unterschiedlich und hallten in meinem Kopf wider, melancholisch und rhythmisch.


Tränen füllten meine Augen und ließen die Umgebung zu einem Meer aus Licht und Schatten verschwimmen. Funkelnde und glitzernde Tränen purzelten wie heiße Wassertropfen über mein Gesicht und waren die Einzigen, die mir noch Wärme spendeten. Nach und nach gewann ich wieder an Sicht, und die Tränen trockneten auf meinen Wangen.


Das sind zuviele Tränen :wink:

Ich konnte meine Körperteile nicht mehr bewegen, spüren, wahrnehmen. So, als ob sie nie ein Teil von mir gewesen sind. So, als ob ich nie gewesen wäre.


Die Aufzählung im ersten Satz funktioniert nicht so gut. Eher so was wie...nicht mehr bewegen, ich spürte sie nicht einmal mehr/ ich nahm sie nicht einmal mehr wahr.
...als ob sie nie ein Teil von mir gewesen wären

Fazit:
Mit Rechtschreibung hast Du keine großen Probleme, nur ein paar Kleinigkeiten. Mir gefällt deine Fantasie und grundsätzlich dein Schreibstil, aber da würde ich noch etwas schleifen:
Überprüfe deine Bilder und Beschreibungen, ob sie auch wirklich funtionieren, und werde nicht zu ausschweifend. Manchmal ist weniger mehr :wink:

Liebe Grüße, Thea :beckon:
Thea
 
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Re: Welchen Weg würdest du gehen?

Beitragvon Pradia » 17.03.2014, 19:07

Hallo Thea,

erstmal vielen lieben Dank für deine Kritik. Sie hat mich sehr gefreut und mir wirklich geholfen. :wink:
Die Rechtschreibfehler werde ich im Originaldokument sofort ausbessern und deine sonstigen Kritikpunkte kann ich ebenfalls gut nachvollziehen, dennoch möchte ich auf ein paar deiner Punkte näher eingehen.


Thea hat geschrieben: " Ließ mich vergessen, was passiert war. Ließ mich blind werden meiner Vergangenheit gegenüber. Wie ein Gift, nur wesentlich langsamer und schmerzvoller. "



Gefällt mir vom Stil gut, ich bin aber nicht mehr sicher: Meinst Du noch den Umhang? Darauf beziehst Du dich ja noch. Oder wieder den Schnee? Für den verwendest Du später ja noch mal die Metapher "Gift", deswegen komme ich hier ins stolpern, und auch, weil ich nicht weiß, wieso der Umhang blind gegenüber der Vergangenheit macht. Überhaupt, wenn in der Vergangenheit etwas passiert ist, was diese Situation heraufbeschwört, bleibt es mir zu vage.
Ich bin weder sicher, ob es was mit den erwähnten Eltern zu tun hat (sind sie tot? Oder hat sie sich einfach von ihnen entfernt?), noch ob es sonst einen traumatischen Vorfall gab.


Damit ist der Umhang gemeint. Er verdrängt ihre Vergangenheit und lässt sie versuchen immer nach vorne zu schauen, weiter voran zu kommen. Der Protagonist jedoch klammert sich an die Vergangenheit und "quält" sich seinen Weg entlang, deswegen auch die Stelle mit dem Gift. Für Schutz, Zielstrebigkeit und Isolation steht das Kleidungsstück, evtl. auch als Gehhilfe die sie weiter antreibt. Der Umhang könnte aus der Vorgeschichte stammen und dadurch die Handlungen des Protagonisten beeinflussen - ich wollte aber nicht die Geschichte mit Hintergrundswissen belasten. Meiner Meinung nach hätte es dann den Rahmen einer Fabel oder Kurzgeschichte gesprengt, wenn ich noch ein in sich verschlungenes Handlungsgeflecht eingefügt hätte. Es sollte ja kurz und bündig nur einen Ausschnitt des Lebens der Hauptfigur sowie seine Gedanken darstellen und kein Roman werden. :lol:


Thea hat geschrieben: "Ein Wald. Ein Sinn."



Was meinst Du mit Sinn? Ich vermute, dass es was mit den dann aufgezeigten Ambivalenzen zu tun hat, aber so ganz schlau werde ich hier nicht.

Hier wollte ich auf den Weg der Hauptfigur eingehen. Seine Umgebung besteht nur aus dem scheinbar endlosen Wald und dem unantastbaren Ziel -> deswegen auch "Ein Wald. Ein Sinn." .

Thea hat geschrieben: "Tränen füllten meine Augen und ließen die Umgebung zu einem Meer aus Licht und Schatten verschwimmen. Funkelnde und glitzernde Tränen purzelten wie heiße Wassertropfen über mein Gesicht und waren die Einzigen, die mir noch Wärme spendeten. Nach und nach gewann ich wieder an Sicht, und die Tränen trockneten auf meinen Wangen."



Das sind zuviele Tränen :wink:

Verdammt! Über diese sprachliche Leistung hab ich mich am meisten geärgert. Und beim Lesen ist mir das noch nicht mal aufgefallen... :lol: Nochmals vielen Dank für deine Arbeit!


glg, Pradia
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Re: Welchen Weg würdest du gehen?

Beitragvon Colin » 04.04.2014, 19:24

Hallo Pradia.
Heute versuche ich zum ersten Mal eine Kurzgeschichte zu beurteilen.
Du hast dir sehr viel Mühe gegeben bei deinem Text.
Ich muss sagen, dass er mich trotzdem nicht sonderlich berührt hat.
Der erste Absatz ist gut gelungen.
Was mir auffällt, ist, dass du meiner Meinung nach zu viel umschreibst. Oft muss ich die vielen ausdrucksstarken Worte erst sortieren, um den eigentlichen Sinn zu verstehen. Die Hälfte der umschreibenden Worte würde ausreichen.
Wie Thea schon sagt, passen einige Passagen nicht gut zu einander.

So z.B.
"Aber dennoch war sie wie ein Schleier für mich, ein rettender Schleier. Der meine Ängste dämpfte und mich beruhigte."
Hier würde ich keinen neuen Satz beginnen, sondern nach Schleier ein Komma setzen.

Meine Füße standen bis zu den Knien im Schnee."
Können Füße bis zu den Knien im Schnee stehen?
Ich würde schreiben: "Inzwischen stand ich bis zu den Knien im Schnee."

„Wir sind beide aus dem gleichen Holz, ein und dasselbe Leben, sind ein und denselben Weg gegangen, haben aber nur eine Kleinigkeit unterschiedlich gemacht. Was war es?“,

Besser würde passen: " ..gleichem Holz, haben dasselbe erlebt und sind den gleichen Weg gegangen,... Kleinigkeit anders gemacht."

"Ich stand bis zum Bauchnabel im Schnee. "
"Nabel"
"...und hallten in meinem Kopf wider, melancholisch und rhytmisch. "
Besser wäre: " ...und hallten in meinem Kopf melancholisch und rhythmisch wider."

Ich würde noch mehrere Dinge beanstanden- sorry.
Ich möchte mich nicht zu meiner Vorgängerin wiederholen.
Auch deine Rechtschreibung hapert etwas.

Fazit:
Ich konnte leider keine Moral erkennen.
Deine Geschichte ist nicht schlecht, aber ich glaube, da müsstest du noch etwas daran feilen.
Bitte sei nicht traurig, wenn ich dir das so direkt mitteile, da ich weiss, dass man ja gern gut abschneiden möchte.
Sicherlich gibt es einige andere Leser, die deine Geschichte besser finden, als ich.
So ist halt das kritisieren, ich bin ehrlich.
Mache weiter und verbessere dich. Das schaffst du sicher schnell, denn dafür ist das Forum ja da.
Ich wünsche dir weiterhin viel Freude beim Schreiben und viel Erfolg.
LG Colin
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Re: Welchen Weg würdest du gehen?

Beitragvon Pradia » 17.04.2014, 22:55

Guten Abend Colin! :D
Vielen Dank für deine Kritik und deine helfenden Worte. In Zukunft werde ich versuchen deine Tipps umzusetzten.

Mfg, Pradia
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