[NonFik]Weltanschauung

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[NonFik]Weltanschauung

Beitragvon Malicious » 09.11.2012, 05:51

Hier stelle ich mal eines meiner "frühen" Werke zum zerfleischen bereit und bin gespannt auf Eure Meinungen. :)

Da ich in Sachen Rechtschreibung wirklich nicht gut bin, bitte ich diese Fehler zu entschuldigen.



Weltanschauung


Warum sind wir hier? Was passiert nach dem Tod?
Diese Fragen, werde ich versuchen zu beantworten.


Warum sind wir hier?

Nun ja warum sind wir hier, dieses ist so einfach zu beantworten wie es schwierig zu beantworten ist. Einfach ausgedrückt sind wir hier, um zu existieren, um unser Leben zu leben bis der Tod kommt und zwischendurch macht man das Beste daraus. Schwierig ausgedrückt, man wird geboren und wird aufgezogen, geht zur Schule, erlernt dann einen Beruf, gründet eine Familie, baut ein Haus, zieht seine eigenen Kinder groß, geht in Rente und stirbt dann zufrieden im Wissen ein gutes und erfülltes Leben gehabt zu haben. Aber sobald man diese allseits bekannte Formel ausgesprochen hat weiß man, dass dieses nicht so einfach ist und die wenigsten dieses Ziel erreichen. Warum auch? Muss man ein Haus bauen? Muss man Heiraten? Da fängt es schon an schwierig zu werden. Man selbst kann sich natürlich dieses Ziel setzen, aber das dieses nicht jeder erreichen kann, steht außer Frage. Und das dieses nicht jeder erreichen will, ist auch offensichtlich. Nun wir haben also ein Problem um unser Sein zu erklären. Unzählige Individuen leben jeder für sich ein anderes Leben, teilweise völlig anders als man selbst.

Ich sage, jeder muss selbst herausfinden „warum er hier ist“. Jeder muss für sich selbst ergründen was für Ziele er hat und wie er sie erreichen will. Diese Ziele werden sich ändern, unvorhergesehene Dinge werden seine Pläne umwerfen und er wird sich anpassen.


Was passiert nach dem Tod?

Dies ist wohl eine der Fragen auf die man niemals eine Antwort wird finden können. Aber steigen wir mal ein in die Materie. Ein Mensch stirbt, sein Lebenshauch ist erloschen. Wo geht er hin? Wandert seine Seele als Geist weiterhin unter den lebenden? Kommt man ins Paradies? Wird man wiedergeboren? Die Frage „Was passiert nach dem Tod?“ wirft weit mehr Fragen auf als sie Antworten bringt. Aber diese Frage der Fragen verursacht viel mehr als nur neue Fragen. Sie ist der Grund für die allergrößten Gräueltaten die die Menschheit hervorgebracht hat. Gehen wir 1000 Jahre zurück. Im Jahre 1096 rief Papst Urban II. zum „Heiligen Krieg“ aus. Mit den Worten „Gott will es“ und wer dabei helfe die Ungläubigen aus dem Heiligen Land zu vertrieben wird „nie verwelkenden Ruhm im Himmelsreich“ erwarten. Tausende Menschen zogen in diesen Krieg und kamen nicht mehr zu ihren Familien und nahmen dieses auch bewusst in Kauf, da sie der Überzeugung waren es erwarte sie „ewiges Leben“ nach ihrem Tode. Aber wenn einen sowieso ewiges Leben erwartet, warum begehen wir dann nicht massenweise Selbstmord? Selbst der frühmittelalterliche Mensch hatte unterbewusst die Erkenntnis dass man sich darauf nicht verlassen könne, da. Wie entstanden also diese Religionen? In der Steinzeit begann man irgendwann seine toten zu begraben, und jeder wusste wo die verstorbenen begraben wurden und schon bald zentrierte man die Grabstätten, frühe Friedhöfe sozusagen. Also pilgerte man dort auch regelmäßig hin und hatte einen Ort zum Trauern. Irgendwann begann man sich zu fragen, was denn wohl passiert nach dem Tod. Und diese Frage gepaart mit unerklärlichen Wetter- und Naturphänomenen ließ den glauben an eine höhere Gewalt heranwachsen. In der frühen Menschheitsgeschichte war dieser glaube durchaus förderlich, weil damit eine Kultur entstand. Aber überall auf dem Planeten huldigte man diesen übersinnlichen wesen auf eine andere Art und Weise, sodass bei aufeinandertreffen diese hohen Überzeugungen unweigerlich zu Auseinandersetzungen führen mussten. Dieses führte dann irgendwann zu kriegen, Massenmorden und endet im Genozid. Ich behaupte nicht, dass ich wüsste was nach dem Tod passiert, aber ich weiß wie man nicht leben sollte. Man sollte sich nicht gegenseitig dafür umbringen, weil jemand im Grunde nur anderer Ansicht, wie der Tod ist. Aber dieses wird es niemals geben. Religion kann niemals Hand in Hand mit frieden gehen. Aber da immer weniger Menschen „Glauben“ , bin ich persönlich guter Dinge, das die Menschheit noch über sich hinaus wachsen kann.
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Re: Weltanschauung

Beitragvon tajmahal » 09.11.2012, 09:08

Hallo, Malicious,

ich finde es gut, sich mit Fragen des Lebenssinns, Religionen und Weltanschauungen zu beschäftigen, so wie du es in deinem Text versuchst. Ich beginne mit deinen Gedanken zur Entstehung der Religionen. Man merkt, dass du diese Gedanken selbst entwickelt hast, ohne dich mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen zu beschäftigen.

Der Artikel von Wikipedia 'Religion im Paläolithikum' könnte dir evtl. weiterhelfen. Ich hoffe, das hört sich nicht wie ein 'Besserwisser' an. Einige Hinweise: die Rolle der Natur und der Tiere war eine andere als heute, ebenso die Rolle der Frau (die ältesten Artefakte sind Frauen). Die Zeugung war unbekannt. Sexualität und Geburt hatten keinen Zusammenhang! Wir finden den Gedanken noch im Christentum wieder. Auch im Christentum wurde ein Mensch (Christus) ohne Sexualität geboren. Mond und Gestirne hatten auch eine ganz andere Bedeutung usw.

Wir müssen bei Religionen bedenken: in den Zeiten ihrer Entstehung war die Erde doch noch eine Scheibe! Man glaubte an Dämonen und Teufel. Sogar Jesus trieb damals Dämonen aus. Ich kann die Bibelstellen problemlos nachliefern. Bis heute gibt es bei der katholischen Kirche noch Exorzisten (Teufelsaustreiber). Man glaubt immer noch an diesen Spuk!

Nun zum "Heiligen Krieg". Hier merkt man, dass du dich mit dem Thema intensiver beschäftigt hast und dass dich die Gräueltaten im Namen des Glaubens aufregen. Die Liste dieser Taten ist lang. Ich erinnere an die Hexen- und Judenverfolgungen. Was Luther zb. zu den Hexen und zu den Juden schrieb, kann man im Internet nachlesen. Da die meisten wissen, dass er zum Töten der Juden und zum Abbrennen der Synagogen aufrief, hier ein Zitat zu den 'Hexen', ebenfalls bei Wikipedia zu finden.

"Es ist ein überaus gerechtes Gesetz, dass die Zauberinnen getötet werden, denn sie richten viel Schaden an, sie können Milch, Butter und alles aus einem Haus stehlen...Auch können sie geheimnisvolle Krankheiten im menschlichen Knie erzeugen, ...sie verabreichen Tränke und Beschwörungen, um Hass hervorzurufen, auf dem Acker, über eine Entfernung von einer Meile und mehr machen sie mit ihren Zauberpfeilen Hinkende, dass niemand heilen kann. Die Zauberinnen sollen getötet werden, weil sie Diebe sind, Ehebrecher, Räuber, Mörder… Also sollen sie getötet werden...weil sie Umgang mit dem Satan haben.“

Nun zu deinem Abschlußstatement: "Religion kann niemals Hand in Hand mit Frieden gehen. Aber da immer weniger Menschen „glauben“, bin ich persönlich guter Dinge, das die Menschheit noch über sich hinaus wachsen kann".

Da kann man nur völlig sarkastisch sagen: "dein Wort ist ein frommer Wunsch". Dazu braucht man nur nach Rußland und in die USA zu schauen. Ich denke an den Strafprozeß Putins und der orthodoxen Kirche gegen "Pussy Riot" und an die Meinung der "Evangelikalen" der USA, die die Evolutionslehre Darwins verdammen. Nach deren Meinung gibt es die Erde übrigens erst seit 6000 Jahren. Dieses soll auch in den Schulen gelehrt werden...
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Re: Weltanschauung

Beitragvon kraileth » 03.12.2012, 14:24

Hallo, Malicious!

Als ich mich gerade im "Non-Fiktion"-Bereich aufhielt, sah ich den Titel Deines Textes. "Weltanschauung" - ein großes Wort. Mit dem Titel hattest Du meine Aufmerksamkeit und ich fragte mich, was man mit einem kleinen Textsplitter, wie er hier üblicherweise eingestellt wird, wohl über Weltanschauungen überhaupt oder über eine persönliche Weltanschauung aussagen kann.

Ich habe Deinen Text gestern gelesen und heute will ich Dir noch einen Kommentar dazu dalassen. Du hast um Nachsicht bei der Rechtschreibung gebeten, daher noch eine Anmerkung: Hier in der SW werden die Leute selten wegen Fehlern oder Vertippern aufgefressen. Klar, wenn es sich unangenehm häuft, teilt man das mit, denn man ist hier ziemlich ehrlich zueinander. Bedenke dabei aber immer: Es ist nicht ein überheblicher Triumph des Kommentators, wenn er bei Dir einen Fehler gefunden hat, sondern er oder sie schreibt Dir einen Hinweis darauf, damit Du ihn berichtigen kannst. Denn aus dem Grunde sind wir (zumindest ursprünglich) eigentlich alle hier: Weil wir gerne schreiben und weil wir Unterstützung zu unserem schriftstellerischen Vorankommen durch andere Schreibende suchen. Kritik ist normalerweise immer in dieser Hinsicht oder zumindest einer ähnlichen Weise aufzufassen: "He, da hast du etwas geschrieben, das für meine Ohren nicht so gut klingt. Wenn du es z.B. so-und-so schreiben würdest, wäre es viel angenehmer zu lesen". Und auch ein Urteil wie "würde ich mir als Buch nicht kaufen" (trifft jetzt eher auf Romanmanuskripte zu, als auf einen solchen theoretischen Textabschnitt) heißt nicht: "Du bist ein Schreibversager, pack mal lieber ganz schnell ein!", sondern ist sowohl ein Urteil über die gegenwärtige Form, die praktisch immer noch verbessert werden kann, und kann ebenfalls auch einfach heißen: "Ich hab's jetzt mal gelesen - aber ich gehöre nicht zur eigentlichen Zielgruppe". An solche einfachen Zusammenhänge bitte immer denken, wenn man "zerpflückt" wird.

Aber dann mal los!

Textebene

Malicious hat geschrieben:Was passiert nach dem Tod?


Ganz und gar nicht falsch. Trotzdem fände ich "geschieht" sprachlich etwas höher und dem philosophischen Terrain, das Du hier beackerst, eher angemessen, als das etwas platt-umgangssprachliche "passiert".

Diese Fragen[,] werde ich versuchen zu beantworten.


Komma streichen. Du hast es hier nur mit einem Vollsatz zu tun, der keine weiteren Glieder enthält.

Nun ja warum sind wir hier, dieses ist so einfach zu beantworten wie es schwierig zu beantworten ist.


Mit Verlaub: Das will keiner lesen! Wenn Du eine konkrete Frage stellst, antworte möglichst konkret darauf. Dem Wesen der Frage entspricht, daß dies nicht ganz einfach ist. Aber so viel Bewußtsein kannst Du beim Leser voraussetzen. Ein "Nun ja" an dieser Stelle macht entweder einen zögerlichen, unsicheren Eindruck oder einen etwas überheblichen. Beides willst Du sicher nicht.

Nun ja warum sind wir hier, dieses ist so einfach zu beantworten wie es schwierig zu beantworten ist.


Das funktioniert so nicht. Das Satzgefüge geht so weit auseinander, daß hier ein Komma verfehlt ist. Ich würde zu einem Gedankenstrich raten, um die Frage mit dem anderen Satz zu verbinden. Alternative: Zwei Sätze bilden. Außerdem: Die Form "dieses" ist hier falsch. Richtig wäre: "dies".

Einfach ausgedrückt sind wir hier, um zu existieren, um unser Leben zu leben[,] bis der Tod kommt und zwischendurch macht man das Beste daraus.


Fehlendes Komma. Außerdem: Der Satz ist schon relativ lang und ein wenig umständlich, zumal ich erstaunt bin, daß Du den durch "und" angegliederten letzten Teil nicht mehr final schreibst ("und um zwischendurch das Beste daraus zu machen"), sondern dann aus der Sinnhaftigkeit ins Allgemeine verfällst. Aber das mag ja auch Absicht sein. In jedem Fall (und in letzterem erst recht) würde ich einfach mal einen Punkt machen und den zweiten Satz, dann natürlich ohne "und" als eigenständigen dazustellen.

Schwierig ausgedrückt[,] man wird geboren und wird aufgezogen, geht zur Schule, erlernt dann einen Beruf, gründet eine Familie, baut ein Haus, zieht seine eigenen Kinder groß, geht in Rente und stirbt dann zufrieden im Wissen ein gutes und erfülltes Leben gehabt zu haben.


Das Komma geht da nicht. Entweder Du schreibst "Schwierig ausgedrückt wird man geboren und aufgezogen, geht [...]" oder aber, Du beläßt es bei der jetzigen Anordnung; dann mußt Du aber aus dem Komma einen Doppelpunkt ma chen.

Aber sobald man diese allseits bekannte Formel ausgesprochen hat[,] weiß man, dass dieses nicht so einfach ist und die wenigsten dieses Ziel erreichen.


Fehlendes Komma und Wwh. (Wortwiederholung). Zudem ist das erste "dieses" wieder falsch und müßte "dies" heißen.

Da fängt es schon an schwierig zu werden.


Pfennigfuchserei, aber ich würde den rot markierten Teil streichen. Du hast bereits zuvor die Schwierigkeit genannt und beleuchtest diese nun bloß anhand einiger Beispiele. Kein Grund, abermals die Schwierigkeit zu betonen - das hat der Leser durchaus noch im Kopf. :wink:

Man selbst kann sich natürlich dieses Ziel setzen, aber das dieses nicht jeder erreichen kann, steht außer Frage.


Nicht relativisch, also - da Du "Neue Rechtschreibung" verwendest - mit zwei "s". Und abernaks "dieses" -> "dies".

Und das dieses nicht jeder erreichen will, ist auch offensichtlich.


Selbes Spiel wie gerade schon einmal. Außerdem: Die gleiche Satzstruktur direkt nochmals zu verwenden, kann man als Stilmittel durchaus machen. Nur sehe ich in diesem Fall keinen gute Grund dazu, sondern es stört eher das Lesegefühl. Vorschlag zur Umstellung: "Ebenso ist offensichtlich, daß dies nicht jeder erreichen will."

Nun wir haben also ein Problem[,] um unser Sein zu erklären.


Fehlendes Komma und falsches "um". Ich weiß, daß man das umgangssprachlich teilweise so verwendet, aber es ist ziemlich daneben und in der Schriftsprache kannst Du das nicht bringen (man hat ja nicht wirklich ein Problem, um unser Sein zu erklären, sondern beim Erklären unseres Seins! Das andere hieße sonst eigentlich, daß wir aufgrund des Problems unser Sein sehr wohl erklären können [sollten], da wir aus diesem Grunde (also um es zu erklären) das Problem haben. Mag für Dich jetzt etwas spitzfindig klingen, aber wer über das Leben und Gefüge allen Seins nachdenkt, der muß sich philosophisch saubere Grundlagen schaffen, denn diese sind wichtig, um ebenfalls zu sauberen Schlüssen zu gelangen!). Vorschlag: "Nun haben wir also ein Problem unser Sein zu erklären."

Unzählige Individuen leben[,] jeder für sich[,] ein anderes Leben, teilweise völlig anders als man selbst.


Zwei fehlende Kommata.

Ich sage, jeder[ _]muss selbst herausfinden[,] „warum er hier ist“.


Hier hast Du einmal ein Leerzeichen zuviel eingebaut und es fehlt ein Komma.

Jeder muss für sich selbst ergründen[,] was für Ziele er hat und wie er sie erreichen will.


Komma.

Was passiert nach dem Tod?


Wieder würde ich "geschieht" den Vorzug geben.

Wandert seine Seele als Geist weiterhin unter den lebenden?


Der Satz ist an sich nicht grammatikalisch falsch, aber so, wie er jetzt ist, wandert seine Seele weiterhin unter den lebenden Geistern. Ich nehme an, daß Du das nicht sagen wolltest. Dann solltest Du "unter den Lebenden", also groß, schreiben.

Sie ist der Grund für die allergrößten Gräueltaten[,] die die Menschheit hervorgebracht hat.


Komma. Außerdem: "Greueltaten (da Du eigenem Bekennen nach in der Rechtschreibung unsicher bist: Nicht stolpern! "Greuel" ist alte Schreibweise) hervorbringen"? Ich würde zu "Greuel begehen" oder etwas Ähnlichem neigen.

Im Jahre 1096 rief Papst Urban II. zum „Heiligen Krieg“ aus.


Richtig: "auf". Oder: "Er rief ihn aus".

Mit den Worten „Gott will es“ und wer dabei helfe[,] die Ungläubigen aus dem Heiligen Land zu vertrieben[,] wird „nie verwelkenden Ruhm im Himmelsreich“ erwarten.


Kommata und "wird" -> "werde", da Du oben die Form "helfe" verwendest. Außerdem will mir ab dem "und" alles nicht mehr recht zum Satzanfang passen. Besser: "Mit den Worten 'Gott will es' und dem Versprechen, wer dabei helfe [...]".

Tausende Menschen zogen in diesen Krieg und kamen nicht mehr zu ihren Familien und nahmen dieses auch bewusst in Kauf, da sie der Überzeugung waren[,] es erwarte sie „ewiges Leben“ nach ihrem Tode.


Komma. Außerdem: Etwas ungeschickt durch die Länge des Satzes, sowie die störende Verwendung der zwei "und". Vorschlag: "Tausende Menschen zogen in diesen Krieg und kamen nicht mehr zu ihren Familien [zurück]. Dies nahmen sie auch bewußt in Kauf, da sie [...]"

Selbst der frühmittelalterliche Mensch hatte unterbewusst die Erkenntnis[,] dass man sich darauf nicht verlassen könne, da.


Komma und letztes Stück streichen. Es reicht, wenn man eine Erkenntnis hat - man muß sie nicht "dahaben". :wink:

Wie entstanden also diese Religionen?


Hier stoße ich mich zuerst mal am "also". Warum? Weil dies eine Überleitung bedeutet, ohne daß Du hier eine machen kannst. Du springst nämlich urplötzlich, ohne einen vorher wenigstens angedeuteten Gedanken wiederaufzugreifen, zu einem anderen Thema. Wenn Du das schon tust: Bitte ohne "also". Nächster Kritikpunkt: "diese Religionen"? Wir waren gerade beim ersten Kreuzzug und dem frühmittelalterlichen Menschen. Von welchen verschiedenen Religionen sprichst Du hier aus heiterem Himmel? Aufs Christentum komme ich gerade noch - aber welche anderen außerdem?

In der Steinzeit begann man irgendwann[,] seine toten zu begraben, und jeder wusste[,] wo die verstorbenen begraben wurden und schon bald zentrierte man die Grabstätten, frühe Friedhöfe sozusagen.


Kommata, Großschreibung. Aber... "zentrierte"? Das klingt äußerst holprig. Wie wäre es mit: "legte man zentral gelegen an"? Außerdem ist dieser Satz schlicht und einfach zu lang. Mich stören auch vereinzelte Sätze, die über eine Buchseite gehen, nicht besonders, aber für den Durchschnittsleser ist eine solche Konstruktion eine Zumutung. Zumal Du hier nichts zu sagen hast, das sich nicht auch eleganter in kleineren Teilen ausdrücken ließe. Unbedingt aufteilen!

Und diese Frage[,] gepaart mit unerklärlichen Wetter- und Naturphänomenen[,] ließ den glauben an eine höhere Gewalt heranwachsen.


Kommata, Großschreibung.

In der frühen Menschheitsgeschichte war dieser glaube durchaus förderlich, weil damit eine Kultur entstand.


Großschreibung.

Aber überall auf dem Planeten huldigte man diesen übersinnlichen wesen auf eine andere Art und Weise, sodass bei aufeinandertreffen diese hohen Überzeugungen unweigerlich zu Auseinandersetzungen führen mussten.


Großschreibung.

Dieses führte dann irgendwann zu kriegen, Massenmorden und endet im Genozid.


Groß.

Ich behaupte nicht, dass ich wüsste was nach dem Tod passiert, aber ich weiß[,] wie man nicht leben sollte.


Komma.

Man sollte sich nicht gegenseitig dafür umbringen, weil jemand im Grunde nur anderer Ansicht, wie der Tod ist.


Den Satz verstehe ich nicht. Meinst Du: "..., weil jemand im Grunde nur anderer Ansicht darüber ist, was der Tod ist"? Wenn nicht: Ich habe hier wirklich keine Ahnung, was Du sagen willst.

Aber dieses wird es niemals geben.


"Dies".

Religion kann niemals Hand in Hand mit frieden gehen.


Groß.

Aber da immer weniger Menschen „Glauben“ , bin ich persönlich guter Dinge, das die Menschheit noch über sich hinaus wachsen kann.


Tätigkeit, also kleingeschrieben. "Das" hier mit zwei "s".

Nachdem ich hier jetzt doch einiges an Raum mit Anmerkungen zur Rechtschreibung gebraucht habe, spare ich mir den inhaltlichen Kommentar für einen eigenen, zweiten Beitrag auf. Denn dazu habe ich auch ein wenig zu sagen...

Gruß,
Kraileth
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Re: Weltanschauung

Beitragvon kraileth » 03.12.2012, 16:30

So! Nun, wie versprochen, die inhaltliche Auseinandersetzung mit Deinem Text.

Zunächst: Ich vermisse den Bezug des Textes zur Überschrift. Wirklich Weltanschauliches habe ich darin kaum gefunden, um ehrlich zu sein. Dein Text gliedert sich grob in zwei Teile, in zwei Grundfragen. Du handelst insgesamt eine Anzahl philosophischer Fragen ab, indem Du relativ willkürlich weitere Themengebiete dazuholst. Das werfe ich Dir auch gar nicht vor, da die Textlänge hier begrenzt ist und nicht genügend Raum läßt, in allen Fällen sinnvoll zu verknüpfen oder gar erschöpfend abzuhandeln. Etwas feinere Übergänge hätte ich mir trotzdem gewünscht. Auch frage ich mich, ob Weniger nicht Mehr gewesen wäre und eine Beschränkung auf ein oder zwei Teilaspekte Dir eine bessere Bühne geboten hätte, als dieser versuchte "Rundumschlag". Das einzige, was ich Dir weltanschaulich aus Deinen Zeilen heraus bescheinigen kann, ist eine recht materialistische Weltsicht, welche sich, wo es ihr paßt, auch die Geschichte des Menschen als Argumentationshilfe dienstbar macht.

Malicious hat geschrieben:Hier stelle ich mal eines meiner "frühen" Werke zum zerfleischen bereit und bin gespannt auf Eure Meinungen. :)


"Zerfleischen" werde ich es jetzt nicht, zumal ich immer froh bin, wenn jemand sich Gedanken um diese Themenfelder macht. Aber da ich zumeist gegenteilige Ansichten vertrete, wird Dir natürlich von meiner Seite her inhaltlich schon ein rauer Wind entgegenschlagen. Aber das alles ist ausschließlich im Sinne weiterer Denkanstöße zu verstehen.

Nun ja warum sind wir hier, dieses ist so einfach zu beantworten wie es schwierig zu beantworten ist.


Dieses Paradox stößt mir an dieser Stelle bitter auf. Es ist grundsätzlich in Ordnung, mit dem absichtlichen Widerspruch zu arbeiten, aber was ist hier der eigentliche Gehalt der Aussage? Herzlich wenig meinem Gefühl nach. Ich würde erwägen, diesen Satz einfach zu streichen.

Einfach ausgedrückt sind wir hier, um zu existieren, um unser Leben zu leben bis der Tod kommt und zwischendurch macht man das Beste daraus.


Aha. Wer hat das festgelegt und wie kommst Du darauf? Mit anderen Worten: Hier hätte ich mir eine Begründung oder wenigstens eine Andeutung gewünscht, woraus Du diesen Schluß ziehst. So, wie es ist, erscheint es mir irgendetwas zwischen anmaßend und lächerlich.

Warum auch? Muss man ein Haus bauen? Muss man Heiraten?


Diese Einwände, die Du gegen die vorher aufgestellte Formel geltend machst, gehe ich mit. Es ist tatsächlich verfehlt, das Leben in eine derart starre Formel pressen zu wollen.

Ich sage, jeder muss selbst herausfinden „warum er hier ist“.


Eine geschickte, durchaus diplomatische Antwort, wenn freilich auch schon die eigentliche Fragestellung etwas aufweichend. Aber die Bezugnahme zum Einzelwesen und der Verweis auf dessen entsprechendes Einzelschicksal, erscheint mir richtig.

Jeder muss für sich selbst ergründen was für Ziele er hat und wie er sie erreichen will. Diese Ziele werden sich ändern, unvorhergesehene Dinge werden seine Pläne umwerfen und er wird sich anpassen.


Hier bin ich etwas enttäuscht. Eingangs hast Du nach dem "Wir" gefragt, welches Du im Verlauf der kurzen Abhandlung vollkommen aufgelöst hast - und dies leider nicht einmal ausdrücklich, sondern unter der Hand. Von dem "Wir" ist nichts mehr übrig, Du hast die gestellte Frage nicht beantwortet, sondern einfach ihren Gegenstand atomisiert und dann an der Frage "vorbeigeantwortet".

Es ist völlig legitim, eine Fragestellung im Verlauf einer Abhandlung zu modifizieren. Nur: Dann tu es auch ausgesprochenermaßen! Sprich aus, daß die Eingangsfrage nicht beantwortbar ist, weil untauglich, von falschen Voraussetzungen ausgehend. Sprich Deine wesentlichen Gedankengänge aus!

Über diese kleine Kritik hinaus hätte ich noch einiges im Detail zu sagen, aber das ist weniger wichtig, da ich insgesamt mit Dir im Konsens bin, daß es auf das Individuum ankommt.

Dies ist wohl eine der Fragen auf die man niemals eine Antwort wird finden können.


Warum? Ist Dir bewußt, was für eine scharfe Aussage Du damit machst? Du verneinst damit die Möglichkeit, daß wir beim eigenen Tode durch Selbsterleben Aufschluß über dessen Wesen erhalten. Du verwirfst die Möglichkeit, daß es Wiedergeburt samt eventueller Rückerinnerung gibt. Du bestreitest, daß es Offenbarungen (Visionen, Auditionen, usw.) durch höhere Mächte geben kann, die Auskunft zu erteilen in der Lage wären. Tust Du dies mit Absicht? Wenn ja: worauf stützt Du Dich dabei?

Aber steigen wir mal ein in die Materie.


Ja, bitte! :wink:

Ein Mensch stirbt, sein Lebenshauch ist erloschen.


Da Du mir hier eine Steilvorlage bietest, kann ich nicht anders, als darauf hinweisen, daß Du hier in ein Sprachmuster verfällst, das Deinen materialistischen Schlüssen widerspricht. Der "Lebenshauch" ist, streng genommen, im Deutschen kein sehr sinnvolles Bild, denn mit einem "Hauch" hat er eigentlich wenig zu tun. Unbewußt hast Du den Begriff aus unserem jüdisch-christlich geprägten Sprachschatz entlehnt, der darauf zurückzuführen ist, daß Gott dem Menschen das Leben "eingehaucht" habe, worauf dieser "eine lebendige Seele wurde". Über Übersetzungen kann man immer streiten, aber im Falle des hebräischen רוח ("ruach") halte ich es fast für zwingend. Denn neben "Wind", "Atem" oder eben "Hauch" wird es oft auch als "Geist" übersetzt, was ich für passender halte. Und die "Lebensgeister" kennen wir im Deutschen ja auch. Trotzdem müßte der Materialist mit dieser Bezeichnung, egal, wie man sie wandelt, auf kaum lösbare Probleme stoßen.

Aber diese Frage der Fragen verursacht viel mehr als nur neue Fragen. Sie ist der Grund für die allergrößten Gräueltaten die die Menschheit hervorgebracht hat.


Interessant. Hier muß ich sagen, daß ich Dir nicht folgen kann. Davon abgesehen, daß ich die gegenseitige Aufrechnerei nicht besonders schätze, muß ich aber doch fragen: Glaubst Du wirklich, daß die aus rein weltlichem Machtstreben und dergleichen erwachsenen Greuel nicht mit den geistig begründeten mithalten können? Mit der Waffe in der Hand vertretene "Erlöserideologien", die bereit sind, "Ungläubige" gerne auch "zwangszuerlösen" bedürfen keiner geistigen Begründung, um in einen einzigen Blutrausch auszubrechen. Bekannte Vorfälle wie etwa der Massenmord der "Roten Khmer" im Kambodscha Mitte der 70er Jahre, die es fertigbrachten innerhalb kürzester Zeit mehrere Millionen (Schätzungen gehen von 2,x bis 3,x Millionen aus) ihres eigenen Volkes zu ermorden (2008 sollen in diesem Land ca. 13 Millionen Menschen gelebt haben - da sind ca. 3 Millionen eine unfaßbare "Quote"!), sprechen da eine ganz eigene Sprache. Auch China, die Sowjetunion, usw. sind Beispiele ausgesprochen atheistischer Staaten, die schrecklichste Greuel begingen, ohne an ein Leben nach dem Tod zu glauben.

Tausende Menschen zogen in diesen Krieg und kamen nicht mehr zu ihren Familien und nahmen dieses auch bewusst in Kauf, da sie der Überzeugung waren es erwarte sie „ewiges Leben“ nach ihrem Tode.


Das möchte ich auch ein wenig in Frage stellen. Zwar wurde den Menschen in den Aufrufen zu den Kreuzzügen großzügiger Ablaß verheißen, usw., aber ein wesentlicher Faktor war damals auch die eigene Bereicherung durch Plünderung im Krieg. Und wenn man sich ansieht, welche Verrenkungen die Theologen machen mußten, um das Töten im Kreuzzug zu legitimieren, muß man fast schon darüber lachen. Nicht aus Heiter- sondern aus Bitterkeit. Es war auch den Kreuzrittern vollkommen klar, daß Mord schwere Sünde ist. Trotzdem begnügten sie sich nicht damit, ihre Feinde totzuschlagen (was man vor dem eigenen Gewissen relativ leicht rechtfertigen kann), sondern richteten im eroberten Jerusalem ein unsägliches Blutbad auch unter der christlichen Bevölkerung an. Für diesen Blutrausch gibt es keine "religiöse" Erklärung. Wie glaubensstark ein Großteil der Kreuzritter wirklich war, erscheint mir nicht nur bei solchen Taten mehr als fragwürdig.

Aber wenn einen sowieso ewiges Leben erwartet, warum begehen wir dann nicht massenweise Selbstmord?


Weil es vollkommen im Bereich des Möglichen liegt, daß den Selbstmörder, im Gegensatz vielleicht zum "gottgefällig" auf dieser Erde gelebten Menschen, kein Ewiges Leben erwartet? Mit anderen Worten: Dieser Einwurf ist derart platt, daß darüber gar nichts Weiteres gesagt zu werden braucht.

In der Steinzeit begann man irgendwann seine toten zu begraben, und jeder wusste wo die verstorbenen begraben wurden und schon bald zentrierte man die Grabstätten, frühe Friedhöfe sozusagen.


Puh! Du sprichst hier mit einer Leichtigkeit Thesen auf, die auf völlig wackeligem Grund erbaut sind. Bedenke immer: Wenn wir über derart entfernte Zeiten sprechen, sind wir auf Spekulationen angewiesen, im besten Falle auf begründete, aber immernoch Spekulationen. Klare Aussagen lassen sich dabei überhaupt nicht einfach treffen.

Also pilgerte man dort auch regelmäßig hin und hatte einen Ort zum Trauern. Irgendwann begann man sich zu fragen, was denn wohl passiert nach dem Tod. Und diese Frage gepaart mit unerklärlichen Wetter- und Naturphänomenen ließ den glauben an eine höhere Gewalt heranwachsen. In der frühen Menschheitsgeschichte war dieser glaube durchaus förderlich, weil damit eine Kultur entstand.


Eine verbreitete Deutung. Leider lebt sie davon, daß wir, unter der durch den unsäglichen Neodarwinismus genährten Verblendung leidend, uns diesen Menschen für intellektuell weit überlegen halten. Man kann mit guten Gründen auch eine ganz andere Entwicklung annehmen. Es gibt Artefakte, welche unsere heutige Weltsicht umzustoßen geeignet sind - weshalb man lieber den Mantel des Schweigens darüber breitet. Ein Beispiel wäre ein (ich meine steinzeitlicher) Holzspeer, welcher nach einer uns bis heute unbekannten Methode gehärtet wurde, so daß er nicht zerbrechlich ist. Querdenkende Forscher haben ihn untersucht und festgestellt, daß er damals in seiner Ausbalancierung und Flugeigenschaft modernen Aluminiumspeeren, wie sie bei Sportwettkämpfen zur Anwendung kommen, kaum nachsteht. Aus der Bronzezeit sind Blasinstrumente, sogenannte Luren übriggeblieben, die zeigen, daß man damals eine nahtlose Schweißtechnik beherrscht haben muß, die wir bis heute nicht verstehen. U.a. aus dem alten Ägypten sind Funde bekannt, welche mittels Galvanisierungstechnologie entstanden sein sollen. Diese wurde offiziell erst in der frühen Neuzeit entdeckt. Selbst wenn man sich nur flüchtig mit solchen Phänomenen beschäftigt, bekommt unsere "moderne" Weltsicht gehörige Risse. Interessant dabei: Im Allgemeinen werden solche frühzeitlichen technischen Wunder - "den Göttern" zugeschrieben. Zufall?

Aber überall auf dem Planeten huldigte man diesen übersinnlichen wesen auf eine andere Art und Weise, sodass bei aufeinandertreffen diese hohen Überzeugungen unweigerlich zu Auseinandersetzungen führen mussten.


Auch das ist Überinterpretation. Denke Dir ein relativ friedliches Volk, welches verschiedene Götter verehrt. Da kommt jetzt ein Fremder an und redet von seinen Göttern. Warum sollten die anderen zornig darüber werden und ihn umbringen wollen? Wer sagt denn, daß dieser Stamm alle möglicherweise existierenden Götter für sich gepachtet hat? Historisches Beispiel: Die Griechen hatten "dem unbekannten Gotte" sogar einen eigenen Tempel erbaut, da man sich bewußt war, daß man nicht notwendigerweise alle Götter kenne und aus Vorsicht lieber auch mal dem oder denjenigen, die man vielleicht vergessen haben mochte, gleich mit die Ehre erwies. Paulus nutzte diesen Ort aus, um seine Predigt zu halten.

Überhaupt sind die antiken Götter den Berichten nach zumeist recht... "menschlich", wenn nicht gar allzumenschlich. Der Auserwählergott, der auf seine Ausschließlichkeit bestand, begann mit dem jüdischen Nationalgott יהוה(wahrscheinlich "Jahuä" gesprochen) den das Christentum übernahm. Dieser Gott kündet von sich selbst "ich bin ein eifersüchtiger Gott" und fordert, "keine Götter neben ihm zu haben". Das war neu und ging den alten Göttergläubigen ("Heiden") ziemlich ab. Sie konnten gut damit leben, wenn andere Völker andere Götter verehrten.

Die Zwangsläufigkeit, die Du hier ins Spiel bringst, muß ich zurückweisen.

Ich behaupte nicht, dass ich wüsste was nach dem Tod passiert, aber ich weiß wie man nicht leben sollte.


Das wissen wir alle nicht - aber man kann es ahnen. Aber ja, ich gebe Dir recht, daß wir unserem Gefühl nach, mit dem wir alle ausgestattet sind, sehr wohl wissen, was man nicht tun sollte.

Religion kann niemals Hand in Hand mit frieden gehen.


Hier nehme ich die Gegenposition ein: Ohne Religion kann die Menschheit keinen Frieden finden. Denn jedwedes Gedankensystem, welches über das rein Innerweltliche, das Immanente hinausgeht, ist bereits in gewisser Hinsicht schon wieder "Religion" (dieser Begriff ist trotz aller wissenschaftlichen Versuche bis heute ziemlich verschwommen und alles andere als exakt faßbar). Die westlichen Nationen folgen heute vielfach einem vermeintlich rationalen Scientismus - ihre Religion ist das, was man als "Wissenschaftsgläubigkeit" bezeichnen könnte. Auch die gezielte Religionsgegnerschaft hat, konsequent umgesetzt, bereits selbst wieder religiöse Ausmaße und ist damit contradictio in adiecto. Wir neigen dazu, es uns heute bei vielen Dingen arg leicht zu machen. Aber die wirkliche Welt, in der wir leben, ist weitaus größer und komplexer als das bißchen Umwelt, das wir mit unseren fünf Sinnen zu erfassen vermögen.

Aber da immer weniger Menschen „Glauben“ , bin ich persönlich guter Dinge, das die Menschheit noch über sich hinaus wachsen kann.


Wie kommst Du darauf? Teilweise spricht man inzwischen sogar schon wieder von einer "Renaissance der Religion"! Andere, etwas vorsichtiger, erklären, die Religion sei nie verschwunden, sie unterliege nur einem "Wandel", der sie u.a. mehr ins Private verlagere, so sie nicht mehr so wahrnehmbar sei, wie dies früher der Fall war.

Das, was wir in unserem Alltag beobachten können, ist meiner Ansicht nach eine Verschärfung. Es gibt langsam aber sicher weniger Lauwarme, da mehr und mehr Menschen sich Gedanken machen und danach Position beziehen. Ich sehe durchaus Grund dazu, daß die Menschheit über sich hinauswachsen werde: Ein lebensechtes Begreifen von Verstand bricht sich Bahn, überwindet die sterile, kalte "Rationalität" und gesteht dem Herzen zu, was ihm gebührt. Und damit hat auch die Religion besten Boden, um höher, reiner zu sprießen und wiederzuvereinigen, was über ganze Zeitalter hin getrennt war.

Aber dies ist meine Ansicht zur Lage der Dinge. Nicht mehr und nicht weniger.

Fazit

Du hast stilistisch durchaus noch an Dir zu arbeiten. Allerdings bringst Du die Voraussetzungen dazu mit: Den Mut, Dich dem Urteil der anderen zu stellen und offenbar auch die Schaffensfreude der Ausarbeitung sehr theoretischer Texte. Leider kann ich Deinem Profil Dein Alter nicht entnehmen, schätze aber, daß Dein Leben noch zum allergrößten Teil vor Dir liegt. Inhaltlich kann ich nur sagen, daß Du meiner Ansicht nach zu kurz greifst, was ich Dir allerdings nicht vorwerfen kann, da es heute allgemein üblich ist. Insgesamt aber gratuliere ich Dir dazu, Dir diese Gedanken nicht bloß zu machen, sondern sogar so weit zu gehen, sie mit anderen zu teilen. Das ist in jedem Fall ein Gewinn.

Gruß,
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Re: Weltanschauung

Beitragvon autorrotua » 22.05.2013, 13:00

Hallo Malicious!

Dieses Thema ist ja wirklich einer der Grundbausteine der Philosophie. Und gerade deshalb auch äußerst schwer zu behandeln, da sich die größten Denker der Geschichte schon damit auseinandersetzten.

Zu deinem ersten Teil "Warum sind wir hier?"
Ich kann deine Haltung durchaus verstehen, vor Allem, weil ich sie im Großen und Ganzen auch teile. Wenn man den Mensch weiter reduziert und ihn mit den Tieren gleichsetzt, dann relativieren sich aber einige Fragen. Beispielsweise nach dem Heiraten, der Schule, dem Hausbau, etc. Vergleicht man das Leben von Mensch und Tier findet man dennoch eine Menge Übereinstimmungen, wie du sie selbst auch anführst. Es lässt Vieles wegkürzen, was bleibt ist das Ziel zu überleben. Oder, wie du es ausdrückst, "einfach zu existieren". Ich frage mich zudem, ob es für das Individuum von Bedeutung ist bzw. von Bedeutung sein sollte, seine Art zu erhalten. Denn eigentlich spielt es ja keine Rolle, da man, nach dem Tod, keinerlei Einfluss auf das Leben hat und sich somit nicht über die Arterhaltung "nachdenken" muss. Das ist vermutlich der größte und markanteste Unterschied zwischen dem Menschen und den Tieren. Das Voranstellen von persönlichem Vergnügen vor dem biologischen Trieb, oder besser, dem Instinkt. Der Mensch hat die Natur somit ausgetrickst, sie einfach ihrer Macht beraubt.

Zum zweiten Teil "Was passiert nach dem Tod?"
Du fragst, ob die "Seele" weiterhin unter den Lebenden wandelt. Diese Frage setzt voraus, dass du davon ausgehst, es existiere etwas, das man im Allgemeinen "Seele" nennen würde. Aus rein pragmatischer Sicht, kann man diese Theorie aber durchaus verwerfen. Diese Frage bildet einen fließenden Übergang von Philosophie zu Religion, die du ja auch in deinem Gedankengang einbaust. Es gibt nämlich noch eine Frage, die essenziell für die Entwicklung bzw. die Entstehung von Religonen war und ist. Nämlich "Woher kommen wir?" Weil der Mensch auf diese Frage genauso wenig eine Antwort findet wie auf die nach dem Leben nach dem Tode, gerade deshalb musste eine andere Lösung gefunden werden. Um sich in Sicherheit zu wiegen, kann es passieren, dass man Geschichten erfindet, um zu erklären, was eigentlich nicht zu erklären ist. Da kommt ein allwissender und übermächtiger Gott gerade recht. (Ich bin kein Historiker und/oder Ähnliches, deshalb möchte ich nur einmal betonen, das es sich bei meinem Kommentar nur um eine persönliche Ergänzung zu deiner "Weltanschauung"... ;) )
Und im Namen eines Gottes lässt sich Vieles rechtfertigen. Du brauchst gar nicht so weit in die Vergangenheit zu blicken, weil es diesen Fanatismus, den Wunsch für Gott zu sterben, ja auch noch heute eine aktuelles Thema ist. Anschaulich: 9/11, London, Madrid, (vlt) Boston,...gibt ja noch hunderte weitere Beispiele. Und das gibts ja in jeder Religion, nur halt immer ein wenig anders. Aber wenn ich auf die Philippinen schaue und sehe, dass sich dort Mensch tatsächlich Kreuzigen lassen, um die Leiden ihres "Gottes" nachempfinden zu können, dann erkenne ich auch dort Parallelen...^^ anyways: was ich noch zu deinem Friedhofs-Gedanken schreiben bzw. was Trauer ist. Ich möchte dabei nochmals die Tiere ins Spiel bringen. Und zwar gibt es auch dort "Trauerzeremonien", wenn man sie den als solche bezeichnen möchte. Trauer lässt sich bei Elefanten, Affen, Krähen-Vögel, Delphinen, u.A. erkennen... wie gesagt, wenn man es denn so sehen will. Aber ich glaube, der Mensch sollte sich nicht die Frechheit erlauben, Gefühle für sich alleine zu beanspruchen. So sehr unterscheiden wir uns ja dann doch nicht von unseren tierischen Nachbarn... ;)

Sodala, hoffe, das war ein wenig konstruktiv oder zumindest nicht absolut unnötig. Paar Kommafehler und da und dort ein Problem mit Groß-/Kleinschreibung, aber das hast du ja selbst erwähnt! ;)
Rate dir, weiter daran zu arbeiten bzw. weiter zu schreiben. Wer weiß, was rauskommt :)
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Re: Weltanschauung

Beitragvon sinuhe » 23.05.2013, 12:47

Hallo Malicious,

für deinen Aufsatz hast du dir ein sehr anspruchsvolles Thema ausgesucht. Sind schon viele kluge Geister dran gescheitert. Bin gespannt, wie du es lösen wirst.

Warum sind wir hier? Was passiert nach dem Tod?
Diese Fragen, werde ich versuchen zu beantworten.

Eine Antwort auf diese zwei SUPERschwierigen Fragen in einem kleinen Textsplitter?
Darüber haben Generationen von Mönchen in ihren spartanischen Klosterzellen gebrütet, ohne zu einer befriedigenden Lösung zu gelangen, und sind Philosophen verrückt geworden.
Die Styliten verbrachten mehrere Jahre meditierend auf einer Säule, bevor sie sich zu diesem Thema äußerten.
Und du bietest mir die Erleuchtung in einem Kurzreferat in der SWS an???

Religion kann niemals Hand in Hand mit frieden gehen.

Diesen Satz halte ich für den fatalsten in deinem Resümee. Weil er zum einen in seiner angeblich 100%igen Gewissheit schlichtweg falsch ist und zum anderen sehr überheblich die materialistische Weltbetrachtung zur Doktrin erhebt.
Mal völlig losgelöst davon, dass du den Begriff Religion (der mMn was anderes meint als Glaube oder Kirche) nicht näher erläuterst: wäre eine Welt ohne Religion tatsächlich friedlicher? Mit 99%-iger Sicherheit lautet die Antwort: nein!
Die abscheulichsten Barbareien des 20-sten Jhrd.s wurden im Namen von diesseitigen Ideologien verübt: Rassenwahn sowie Umverteilung der Produktionsmittel. Wage zu bezweifeln, ob eine der beiden großen christlichen Kirchen 1914 bzw. 1939 auf die Idee verfallen wäre, einen Weltkrieg anzuzetteln.
Den Römern – um an den Beginn unserer Zeitrechnung zurückszuspringen – ging es bei ihrem – z.T. sehr mörderischen – Expansionsstreben sicher nicht darum, ihr Götter-Pantheon den besiegten Völkern aufzuzwingen. Ganz im Gegenteil zeigten sie sich sehr empfänglich hinsichtlich des Imports fremder Divinitäten. Ähnliches gilt für die ägyptisch, hethitisch, assyrisch u. hellenistisch geprägten Epochen der Weltgeschichte.

Die Intoleranz gegenüber anderen Glaubensrichtungen ist eine Konsequenz des Monotheismus (der jedoch nur eine Spielart von Religion darstellt). Schon Echnaton – der hundert Jahre vor Moses lebte und regierte und einzig Aton als Sonne verehrte – zeigte sich überaus unduldsam gegenüber den althergebrachten ägyptischen Gottheiten. Sobald ich zu der Überzeugung gelange, dass alleine ich (bzw. die Angehörigen meiner Religionsgruppe) wissen, welcher Gott der „richtige“ ist, kann das in der Folge zu grausamen Auseinandersetzungen mit anderen Religionen führen (deren Angehörige dann als „Ungläubige“ abgestempelt werden).
Können ist aber nicht zwangsläufig gleichbedeutend mit müssen. Soll heißen: alle monotheistischen Religionen kennen friedliche Phasen. Die mittelalterlichen Kreuzzüge – das von dir gewählte Beispiel – verliefen sicher sehr blutig und z.T. in menschenverachtender Weise. Beruhten aber u.a. auf dem Vormarsch des Islam, der bei seinem Kolonisationsstreben ebenfalls nicht gerade zimperlich zu Werke ging. M.E. ist der Missionierungsdrang des Christentums spätestens im 20-sten Jhrd. zum Erliegen gekommen. Von daher kann man weder kath. noch evang. Kirche bzw. Religion pauschal unterstellen, dass ihre Glaubensbekenntnisse unvereinbar mit dem Weltfrieden seien.

Aber da immer weniger Menschen „Glauben“ , bin ich persönlich guter Dinge, das die Menschheit noch über sich hinaus wachsen kann.

Diese Behauptung ist schlichtweg Unfug. Sie gilt in abgeschwächter Weise allenfalls für die westlichen Demokratien. Selbst hier ist bei den Jugendlichen (natürlich nicht allen) eine Renaissance der Religion zu beobachten. In großen Teilen der Welt stehen wir hingegen eher staunend vor der kräftigen Wiedergeburt konservativer Glaubensbekenntnisse.

Ich sage, jeder muss selbst herausfinden „warum er hier ist“. Jeder muss für sich selbst ergründen was für Ziele er hat und wie er sie erreichen will. Diese Ziele werden sich ändern, unvorhergesehene Dinge werden seine Pläne umwerfen und er wird sich anpassen.

mMn der schlaueste Abschnitt im vorliegenden Kurzreferat.
Aber letztlich nur eine Trivial-Erkenntnis.
Ob es einen höheren Sinn jenseits unserer bloßen Existenz gibt, weiß niemand. Der eine zweifelt (mal mehr, mal weniger), der andere hingegen glaubt. Beide Ansätze sind legitim. Ich (eher ein Ungläubiger) bin aber zu der Überzeugung gelangt, dass diejenigen, die (an Gott) glauben, häufig zufriedener durchs Leben marschieren als die Apologeten der materialistischen Heilslehre. Zudem sind sie in der Stunde des nahenden Todes gefasster als die Atheisten. Ob das was mit Vernunft zu tun hat? Wahrscheinlich nicht. Oder vllt doch? Wer von uns will das abschließend beurteilen können?
Die Sinnsuche – ob sie nun zu einem Ziel führt o. nicht – ist einer der Hauptunterscheidungspunkte des Homo Sapiens von seinen tierischen Verwandten. Möge jeder individuell für sich entscheiden, ob er den Sinn seines Lebens auf die pure Existenz reduziert.

Da ich in Sachen Rechtschreibung wirklich nicht gut bin, bitte ich diese Fehler zu entschuldigen.

Entschuldigen kann man die vielen RS-Fehler. Kein Thema.
Trotzdem vertrete ich die Auffassung, dass Autoren ihre Werke selber ordentlich Korrektur lesen sollten, bevor sie die Texte online stellen.


Die Kommentatoren vor mir äußerten ja die Vermutung, dass du ein sehr junger Autor seist. Leider ist in deinem Profil keine Altersangabe vermerkt, sodass ich den Text wie alle anderen behandele, die ich analysiere. Und hier komme ich zu dem Schluss, dass mir der Aufsatz nicht sonderlich gefällt. Und zwar aus dem Grund heraus, dass du nicht wertneutral schilderst, sondern deine – m.E. auf falschen Prämissen beruhende – Sichtweise als die einzig wahre darstellst. Von daher handelt es sich für mein Dafürhalten eher um ein Pamphlet als um eine seriöse wissenschaftliche Untersuchung.

Du kannst aber bei den Kommentaren sehr gut erkennen, wie unterschiedlich die Urteile der Kritiker ausfallen. Immer wieder interessant.

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Re: Weltanschauung

Beitragvon Hurri » 23.05.2013, 16:59

Ich kann sinuhe nur zustimmen - auch wenn mein Hintergrundwissen leider nicht ganz so ausgeprägt ist. Dennoch befasse ich mich viel mit Religion und bin im Grunde wahrscheinlich sogar deiner Meinung.
So wie du den Text geschrieben hast, könnten ihn jedoch viele als Provokation ansehen, denn an vielen Stellen behauptest du einfach nur, ohne deine Thesen zu belegen (immer weniger Gläubige, Religion und Frieden sind nicht zu vereinbaren ...).
Ja, Religion bietet viele Punkte, an denen man sich stoßen kann. Aber wenn du diese aufzeigen willst, solltest du meiner Meinung nach entweder das Ganze überspitzen, sodass es humorvoll wird (denke da zum Beispiel an den Film "Religulous") oder du musst eben viel sachlicher werden und deine Thesen dann gründlich untermauern.
Denn auch wenn in deinem Text Wahres steckt, machst du dich so angreifbar und unglaubwürdig. Es ist einfach ein sehr schwieriges Thema, das sich nicht einfach in ein paar Minuten abhandeln lässt.
Trotzdem finde ich es gut, dass du dich überhaupt mit der Frage beschäftigst.
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Re: Weltanschauung

Beitragvon Lykos » 20.10.2013, 12:37

Hi :D
Werd mich jetzt mal nur mit dem Inhalt befassen, nicht mit der Sprache...

Schwierig ausgedrückt, man wird geboren und wird aufgezogen, geht zur Schule, erlernt dann einen Beruf, gründet eine Familie, baut ein Haus, zieht seine eigenen Kinder groß, geht in Rente und stirbt dann zufrieden im Wissen ein gutes und erfülltes Leben gehabt zu haben.


Das sagst du zwar später, aber so lebt nicht jeder glücliche Mensch...

Aber sobald man diese allseits bekannte Formel ausgesprochen hat weiß man, dass dieses nicht so einfach ist und die wenigsten dieses Ziel erreichen.

Ich denke mal du beziehst dich auf "ein gutes Leben gehabt haben"...

Da fängt es schon an schwierig zu werden. Man selbst kann sich natürlich dieses Ziel setzen, aber das dieses nicht jeder erreichen kann, steht außer Frage. Und das dieses nicht jeder erreichen will, ist auch offensichtlich.

Dieses? Was meinst du mit "Dieses"? ich glaube du meinst die Ziele. Da hast du eigentlich einen sehr guten Gedankengang drin: Man muss sich seiner (wirklichen) Ziele bewusst werden und diese auch erreichen. Aber du stellst das nicht klar heraus.

Nun wir haben also ein Problem um unser Sein zu erklären. Unzählige Individuen leben jeder für sich ein anderes Leben, teilweise völlig anders als man selbst.

Was ist daran ein Problem unseres Seins? Das jeder anders lebt stört mich irgendwie nicht, und mein Glück auch nicht...

Ich sage, jeder muss selbst herausfinden „warum er hier ist“. Jeder muss für sich selbst ergründen was für Ziele er hat und wie er sie erreichen will. Diese Ziele werden sich ändern, unvorhergesehene Dinge werden seine Pläne umwerfen und er wird sich anpassen.

Ja... gut... keine schlechte Schlussfolgerung, aber doch sehr allgemein gehalten. Du sagst: "Wie werden wir glücklich? Das werde ich beantworten." und redest dich raus mit: "Ich kann es dir nicht sagen, du musst es selbst wissen."

Dies ist wohl eine der Fragen auf die man niemals eine Antwort wird finden können.

Warum nicht? Vor hundert Jahren gab es auch noch keine Handys und vor zweihundert wusste niemand, was eine Atombombe ist.

Wo geht er hin? Wandert seine Seele als Geist weiterhin unter den lebenden? Kommt man ins Paradies? Wird man wiedergeboren? Die Frage „Was passiert nach dem Tod?“ wirft weit mehr Fragen auf als sie Antworten bringt. Aber diese Frage der Fragen verursacht viel mehr als nur neue Fragen.

Diese Fragen sind alle Facetten deiner Grundfrage. Keine wirklich neu aufgeworfenen, nur mögliche Antworten in Frageform.

Sie ist der Grund für die allergrößten Gräueltaten die die Menschheit hervorgebracht hat.

Irgendwie nicht?!? Hitler hat sich mit dieser Frage nicht wirklich beschäftigt. Und im zweiten Weltkrieg sind mehr Menschen unnatürlich und prozesslos ermordet worden als unter Cäsar und Napoleon zusammen.

Gehen wir 1000 Jahre zurück. Im Jahre 1096 rief Papst Urban II. zum „Heiligen Krieg“ aus. Mit den Worten „Gott will es“ und wer dabei helfe die Ungläubigen aus dem Heiligen Land zu vertrieben wird „nie verwelkenden Ruhm im Himmelsreich“ erwarten. Tausende Menschen zogen in diesen Krieg und kamen nicht mehr zu ihren Familien und nahmen dieses auch bewusst in Kauf, da sie der Überzeugung waren es erwarte sie „ewiges Leben“ nach ihrem Tode.

Auch, aber nicht nur. Die Lehensherren der einfachen Menschen haben sie mehr in den Krieg gezwungen als gebeten, und die weltliche existenz dieser Menschen stand auf dem Spiel. Sie hatten keine andere Wahl! Aber zudem gab es auch Aussicht auf Beute und neue Ländereien, jedenfalls für die Reicheren.
Wie entstanden also diese Religionen? In der Steinzeit begann man irgendwann seine toten zu begraben, und jeder wusste wo die verstorbenen begraben wurden und schon bald zentrierte man die Grabstätten, frühe Friedhöfe sozusagen. Also pilgerte man dort auch regelmäßig hin und hatte einen Ort zum Trauern. Irgendwann begann man sich zu fragen, was denn wohl passiert nach dem Tod. Und diese Frage gepaart mit unerklärlichen Wetter- und Naturphänomenen ließ den glauben an eine höhere Gewalt heranwachsen. In der frühen Menschheitsgeschichte war dieser glaube durchaus förderlich, weil damit eine Kultur entstand. Aber überall auf dem Planeten huldigte man diesen übersinnlichen wesen auf eine andere Art und Weise, sodass bei aufeinandertreffen diese hohen Überzeugungen unweigerlich zu Auseinandersetzungen führen mussten.

Naja. Da behauptest du viel und belegst wenig. Ich denke teilweise hast du recht; Aber du vernachlässigst unter anderem die Kontrollfunktion der Religion. Menschen streben nach Ordnung, und um diese in der Gesellschaft aufrecht zu erhalten, benötigt man Gesetze.
Warum sollte man sich aber an diese Gesetze halten?
Entweder man tut es aus Angst vor den Folgen, oder man tut es aus Überzeugung ihrer Richtigkeit. Und da setzt die Religion an. Jede Religion stellt Regeln auf.
Wenn man glaubt, nach dem Tod nie wieder glücklich sein zu können, wenn man stiehlt, dann wird man auch nicht mehr stehlen.
Ich behaupte nicht, dass ich wüsste was nach dem Tod passiert, aber ich weiß wie man nicht leben sollte.

Doch, behauptest du :D
Du hast am Anfang gesagt, dass du diese Frage beantwortest, aber jetzt sagst du wieder, das du das nicht kannst :P

Religion kann niemals Hand in Hand mit Frieden gehen. Aber da immer weniger Menschen „Glauben“ , bin ich persönlich guter Dinge, das die Menschheit noch über sich hinaus wachsen kann.

Ein sehr interessanter Punkt. Je stärker die Religion, desto geringer die weltliche Entwicklung und der technische Fortschritt. In welche Richtung das wirkt, sei dahin gestellt.
Aber Religion kann sehr wohl friedlich sein. Der Hinduismus zum Beispiel - in hinduistischen Ländern herrscht verblüffend wenig Krieg.
Religion und Frieden sind unabhängig voneinander. Religion wird aber häufig als Mittel zur weltlichen Macht benutzt, d.h. als Vorwand für einen Krieg, um eigentlich weltliche Macht zu erlangen.

Mein Fazit: Ich finde es sehr gut, dass du deine Meinung klar darlegst. An der Art und Weise der Darstellung könntest du aber noch arbeiten (Belege, Argumente, Beweise!).

Lg,
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Re: Weltanschauung

Beitragvon Wernado » 11.12.2013, 02:37

Hi!

Ich habe zuerst die Gedanken der anderen LeserInnen gelesen und bin angetan, dass soviele interssante Gedanken dazu entstanden sind. Für mich als Autor ist das besonders wichtig: Ich möchte Menschen anregen mit meinen Gedanken.

Zu Deinem Text:
Für mich erinnert er an eine persönliche Sinnsuche im Format eines Tagebucheintrags. Eine Suche nach Antworten, die die Weltanschauung eines Menschen prägen.
Letztlich findest Du keine eindeutigen Antworten, außer dass man es selbst herausfinden muss und bietest ein paar Deiner Gedanken an.

Ich sage, jeder muss selbst herausfinden „warum er hier ist“. Jeder muss für sich selbst ergründen was für Ziele er hat und wie er sie erreichen will.


Ich behaupte nicht, dass ich wüsste was nach dem Tod passiert


aber ich weiß wie man nicht leben sollte. Man sollte sich nicht gegenseitig dafür umbringen


Ich denke, dass ist ein wichtiger Schritt, denn die Antworten anderer sind eben nur die Anworten anderer. Auch dass Du den Religionen gegenüber skeptisch eingestellt bist, ist anhand Deines Textes nachvollziehbar. Allerdings ist die Abhandlung von Religionen immer schwierig, aus Gründen, die meinen Kommentar sprengen würden. (Religion geht den Menschen sehr nah.) :wink: .

Allerdings in der Frage "Was passiert nach dem Tod?" hätte ich einen anderen Aspekt der Religionen in den Vordergrund gestellt, der besser zu dem ersten Teil passen würde, nämlich, dass sie uns so viele Bilder und Vorstellungen schenken vom Leben nach dem Tod, die sie selbst nicht wirklich beweisen können.
Du hast das kurz angeschnitten mit den Versprechungen für die mordenden Kreuzritter:

nie verwelkenden Ruhm im Himmelsreich


Doch da gibt es noch so viele andere Vorstellungen der meisten Religionen vom Sterben und dem Leben nach dem Tod, die Deinen Erkenntnissen widersprechen, z.B. dass das Leben nach dem Tod vom Leben vorher abhängt, oder dass jemand über Dein Leben urteilen wird usw. Sie können es im Grunde nicht beweisen, dass das so ist und dass es auch noch für alle gilt.

Ich denke, die gegenwärtige menschliche Epoche wird vielleicht eine Zeit der Selbstbefreiung von alledem, was uns innerlich und äußerlich gefangenhält. Ich hoffe es. In diesem Geiste, empfinde ich, ist Dein Text geschrieben.

Alles Liebe!
W

P.S: Die Gedanken sind ein bisschen chaotisch. Ordnen würde es erleichtern!
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Re: Weltanschauung

Beitragvon Jakob Winter » 19.02.2014, 11:13

Hallo erstmal! Ich beteilige mich an der philosophischen Runde und streue mein Pseudowissen als bekennender Pantheist ein, dem sich das Leben, ja der Kosmos als Erzählung offenbart, denn jede Facette des Existenten hat etwas zu erzählen. Die Frage ist nur - was und wie? Das Warum erscheint mir dabei eher nebensächlich. Im Prinzip ist alles nur eine Anhäufung aus Begrifflichkeiten, die sich ineinander verhaken und miteinander kollidieren.

Einfach ausgedrückt sind wir hier, um zu existieren, um unser Leben zu leben bis der Tod kommt und zwischendurch macht man das Beste daraus.


Wir sind hier, um zu existieren. Wir existieren, um hier zu sein. Du siehst, da haben wir's schon mit den Begrifflichkeiten. Eigentlich erstellst du nur einen scheinbaren kausalen Zusammenhang. Es ist eine wahre Aussage, das gewiss, aber das ist auch 1=1... Ich will sie damit nicht heruntermachen. Es hat etwas von einem Mantra, genauso wie das 1=1, aber eine offensichtliche Antwort lieferst du nicht. Außerdem habe ich meine Probleme mit diesem "wir". Es erweckt den Eindruck, dass es ein Wissen gibt, das über das saugende "Ich" hinaus agiert. Dabei hat sich jedes Ich die Welt peripher aus hermeneutischen Zirkeln zuerst sinnlich, dann sprachlich selbst erschlossen. Ich kann gar nicht davon ausgehen, dass du überhaupt existierst, geschweige denn ein Wir. Ich kann es annehmen, und diese Annahme scheint nicht unplausibel aufgrund der sinnlichen Realität, die ich mit meinen Gegenübern teile. Ich kann nicht einfach durch sie hindurch greifen, sie sind da, aber ich will einen großen Weisen zitieren, den ich bewundere: "I'm just average, common too, I'm just the same as you. I ain't different than anyone. Ain't no use in talkin to you. It's just the same as talkin to me." Bob Dylan hat das gesungen. Was bedeutet das für mich? In den zwei Extremen: "Wieso reden, denn ich kann jeden Gedanken, jede Idee genauso gut in mir selbst abbilden." "Wieso denken, denn ich kann jeden Gedanken außerhalb von mir im Gespräch finden." Jeder gewöhnliche Mensch wählt einen Mittelweg, aber eigentlich sind die Ideen vor einen ausgestreckt, sowohl vor dem geistigen Auge und Ohr, als auch den materiellen Äquivalenten dazu. Das Leben ist nur eine Form der Erzählung. Ich kann es mit Akteuren füllen oder der einzige Protagonist bleiben, es wird dadurch nicht reicher oder ärmer. Platons Ideenlehre lässt grüßen... Aber ich schweife ab. Dieses "Wir" sollte nie herangezogen werden, um über die Natur des "Ichs" zu urteilen. Da begibt man sich automatisch auf dünnes Eis. Das Pronomen "man" ist eine ähnlich problematische Erscheinung. Aber lassen wir das beiseite. Was ist denn dieses ominöse "Beste"? Ich bitte um Aufklärung.

Unzählige Individuen leben jeder für sich ein anderes Leben, teilweise völlig anders als man selbst.

Ganz recht. Für das Ich gibt es kein Pauschalziel im Leben. Das Ich kann sogar ziellos leben.

Ich sage, jeder muss selbst herausfinden „warum er hier ist“. Jeder muss für sich selbst ergründen was für Ziele er hat und wie er sie erreichen will. Diese Ziele werden sich ändern, unvorhergesehene Dinge werden seine Pläne umwerfen und er wird sich anpassen.


Offensichtlich. The Times they are a changin. Anpassen? Wirklich? Verändern vielleicht, aber das Ich kann auch im Gegenteil rebellieren und aufbegehren. Und nicht jeder muss es herausfinden. Jeder darf es. Ob es jeder oder überhaupt jemand kann, ist wieder eine ganz andere Frage.


Was passiert nach dem Tod?


Gute Frage, für die es keine Antwort gibt. Selbst die oft herangezogenen Nahtoderfahrungen taugen für deren Beantwortung nicht, und es gibt niemanden, der sie mit Gewissheit beantworten könnte, denn wer war schon mal tot. Auf der anderen Seite gibt es viele Antworten und ich habe bisher nur eine befriedigende finden können. Es ist im Tod (also nach dem Sterben - das meinst du ja eigentlich) so wie zu der Zeit, bevor du existiert hast. Das Ich hat zwangsweise Grenzen. Ob zeitlich vor dem Ich und dahinter noch etwas Wahrnehmbares liegt, kann Ich nicht beurteilen, denn es ist meinem Ich fremd. Das bin nicht mehr Ich, das war niemals Ich, das werde Ich nie (gewesen) sein.

Dies ist wohl eine der Fragen auf die man niemals eine Antwort wird finden können.

Davon gehe ich ebenso aus. Allerdings würde ich "man" durch "ich" ersetzen und davor womöglich noch den Artikel "das" setzen. Nicht, weil ich es anderen zutrauen würde, sondern weil es die Natur der Problematik eindringlicher beleuchtet.

Aber steigen wir mal ein in die Materie. Ein Mensch stirbt, sein Lebenshauch ist erloschen.

Achtung! Die Begrifflichkeitsfalle! Du bewegst dich in einer Metapher, in einem Bild. Was ist das - ein Lebenshauch? Ich muss an Prometheus denken (die griechische Sagenfigur, nicht den schrecklichen Film), der seinen Lehmfiguren Leben einhaucht. Ich glaube an eine Seele. Ja, sie ist einfach definierbar mit dem Wort "Psyche", übergreifend mit "Charakter" und vielleicht auch "Erscheinung", aber ich bette sie ungern in solche Metaphern ein. Das heißt, wenn ich schmückend erzähle oder mir schmückend erzählt wird, habe ich sie gern, aber nicht, wenn es mir um Klarheit geht, denn jede Metapher hinkt... Es ist wie es ist. Und wenn Psyche und Charakter nur elektrische Impulse sind, dann ist es eben das. Alles was ist, ist göttlich. Eine Seele gibt es in meinem Verständnis der Welt, eine die vergeht mit dem Ich, und eine die bleibt im Kollektiv, aber auch mit diesem vergehen wird. Aber das ist nur Geschmackssache wie man definiert. Was ist schon Seele? Interaktion? Das ganze Universum interagiert. Alles ist Seele, aber / und alles ist Gott, aber /und alles ist Energie (und / oder Masse). Das sind nur Begriffe für Phänomene, die wir nicht gänzlich verstehen oder verstehen können. Gott ist für mich gleich Kosmos und er ist phänomenal, d.h. voller Phänomene. Ob das jetzt etwas Besonderes, oder etwas Banales ist, sei jedem selbst überlassen und ist eine Frage des Empfindens, nicht der Ratio.
Also gut, die Seele ist erloschen. Damit kann ich gut leben, denn mein Seelenbild ist mitunter kein unendliches. Der Kosmos ist zwar zeitlich unbegrenzt, wird aber irgendwann dermaßen abkühlen, dass vielleicht sogar die Wirksamkeit und das Prinzip von Energie verschwindet. Eis - das konservierende Etwas. Nicht unter Eis, aber unter Kälte wird alles, was war auf ewig gewesen sein, jede Existenz archiviert im Stehenden, Gefrorenen, Toten etwas. So sieht meine Interpretation aus, meine Metapher, wenn ich schon eine bemühe.

Wo geht er hin? Wandert seine Seele als Geist weiterhin unter den lebenden? Kommt man ins Paradies? Wird man wiedergeboren?


Denke ich nicht. Das Ich kann jenseits des Ichs nicht sein. Ich kann an Wiedergeburt glauben, an die Neuordnung von Energie und Materie. Dass ich mikrobiologisch in die Nahrungskette aufgenommen werde und vielleicht irgendwann im Stoffwechsel eines Menschen als Ei- oder Samenzelle teils wiederverwertet werde. Ich muss dabei an einen mongolischen Film mit dem Titel "Der gelbe Hund" denken, wo eine Schamanin ein Kind auffordert einen Halm gerade zu halten und darüber einen Regen von hartem Reis loszulassen. Das Kind wiederholt die Übung und die Alte meint (sinngemäß) lachend: "So schwer wie ein Reiskorn auf dem Halm landen zu lassen, ist es als Mensch wiedergeboren zu werden."
Aber dieses Ich, das Ich dann werde, ist nicht mehr Ich, das ist ein Er oder Sie. Ein neues Ich... Also Aufgehen des Geists in Energie, des Körpers in Materie - ja gerne. Warum sollte das aber ein Paradies sein? Die Metapher hinkt so sehr, dass es mich wundert, dass sie überhaupt noch daher latschen kann. Wiedergeburt? Womöglich. Halte ich aber für seeeeehr unwahrscheinlich...

Die Frage „Was passiert nach dem Tod?“ wirft weit mehr Fragen auf als sie Antworten bringt. Aber diese Frage der Fragen verursacht viel mehr als nur neue Fragen. Sie ist der Grund für die allergrößten Gräueltaten die die Menschheit hervorgebracht hat. Gehen wir 1000 Jahre zurück. Im Jahre 1096 rief Papst Urban II. zum „Heiligen Krieg“ aus. Mit den Worten „Gott will es“ und wer dabei helfe die Ungläubigen aus dem Heiligen Land zu vertrieben wird „nie verwelkenden Ruhm im Himmelsreich“ erwarten. Tausende Menschen zogen in diesen Krieg und kamen nicht mehr zu ihren Familien und nahmen dieses auch bewusst in Kauf, da sie der Überzeugung waren es erwarte sie „ewiges Leben“ nach ihrem Tode.


Da erzählst du eine nette historische Anekdote, an der so viele Ichs beteiligt waren, dass man sich schlecht einen kohärenten Eindruck davon machen kann, von ihren vielen Beweggründen. Wahrlich, Religion ist gefährlich. Ist aber jede Bewegung, die Kants kategorischen Imperativ missbraucht oder falsch deutet. Religion ist deshalb ein Stück gefährlicher, weil sie bewussten Missbrauch und Missdeutung tendenziell gerne stark vermischt, und sich selbst eine unumstößliche Geltung einräumt. Dogmen sollte man fürchten, aber was ist eine Kirche ohne Dogma? Spiritualität - und dagegen hab ich nichts. Aber wenn sich jeder seinen Gott selbst formt, ist es per se keine Kirche mehr...

Aber wenn einen sowieso ewiges Leben erwartet, warum begehen wir dann nicht massenweise Selbstmord?

Sagt dir der Selbsterhaltungstrieb etwas? Das ist ein Instinkt, den die Evolution hervorgebracht hat. Es wäre wohl kein nützlicher Instinkt für ein lebendes Etwas, wenn es den schnellstmöglichen Tod herbeiführt. Dieses lebende Etwas würde es nicht geben. Zumal da für den Menschen die Angst vor dem Ungewissen dazukommt und ironischerweise ist es in vielen Religionen so, dass Selbstmord einer verdammungswürdigen Sünde gleichkommt.

Selbst der frühmittelalterliche Mensch hatte unterbewusst die Erkenntnis dass man sich darauf nicht verlassen könne, da. Wie entstanden also diese Religionen? In der Steinzeit begann man irgendwann seine toten zu begraben, und jeder wusste wo die verstorbenen begraben wurden und schon bald zentrierte man die Grabstätten, frühe Friedhöfe sozusagen. Also pilgerte man dort auch regelmäßig hin und hatte einen Ort zum Trauern. Irgendwann begann man sich zu fragen, was denn wohl passiert nach dem Tod. Und diese Frage gepaart mit unerklärlichen Wetter- und Naturphänomenen ließ den glauben an eine höhere Gewalt heranwachsen.


Wirklich? Spannende Thesen. Kannst du sie auch untermauern?

In der frühen Menschheitsgeschichte war dieser glaube durchaus förderlich, weil damit eine Kultur entstand.

Cultus, die lateinische Stütze für unseren Kulturbegriff, bedeutet eigentlich nur Lebensweise. Ich denke Kultur ist eigentlich viel älter, als die Totenbestattung. Heutzutage ist es nur irgendwie ein sehr überhöhter Begriff. Und inwiefern war das förderlich? Für wen? Auf welches Ziel arbeitet die Entstehung der Kultur hin, wenn dann doch alles wieder verfällt. Mit der Lebensweise der Ureinwohner Amerikas hätte die Menschheit meiner Meinung nach wesentlich länger überleben können, als mit der Lebensweise der zivilisierten Europäer, die der Menschheit Ausbeutung ihrer selbst und ihrer Umwelt nahe legte. Aber es macht im Prinzip keinen sonderlichen Unterschied. Irgendwann ist Hopfen und Malz verloren. Spätestens, wenn das Universum einfriert.

Aber überall auf dem Planeten huldigte man diesen übersinnlichen wesen auf eine andere Art und Weise, sodass bei aufeinandertreffen diese hohen Überzeugungen unweigerlich zu Auseinandersetzungen führen mussten. Dieses führte dann irgendwann zu kriegen, Massenmorden und endet im Genozid. Ich behaupte nicht, dass ich wüsste was nach dem Tod passiert, aber ich weiß wie man nicht leben sollte. Man sollte sich nicht gegenseitig dafür umbringen, weil jemand im Grunde nur anderer Ansicht, wie der Tod ist. Aber dieses wird es niemals geben. Religion kann niemals Hand in Hand mit frieden gehen. Aber da immer weniger Menschen „Glauben“ , bin ich persönlich guter Dinge, das die Menschheit noch über sich hinaus wachsen kann.


Ich lege dir den kategorischen Imperativ von Kant nahe. Er ist keine feste Schablone was jetzt "gut" und was "böse" ist, aber er enttarnt in seiner exemplarischen Anwendung sehr gut skrupelloses, und verhindert zudem eigennütziges Verhalten. "Man sollte sich nicht gegenseitig dafür umbringen, weil jemand im Grunde nur andere Ansicht, wie der Tod ist." Hm, wofür sollte man sich dann umbringen? Gibt es einen guten Grund jemanden umzubringen, gibt es mehrere? Womöglich - aber das ist ethische Philosophie, und die ist ein breites Feld. Ich gebe dir recht - deswegen sollte man nicht töten, aber oft werden Religionen auch nur vorgeschoben, um andere Überlegungen zu verbergen. Meistens machtpolitische... Religion kann meiner Ansicht nach durchaus Hand in Hand mit Frieden gehen, aber mit Dogmen und wörtlicher Auslegung von Texten aus einer rückständigen Zeit - vergiss es! Die Tendenz, dass Menschen vom Glauben abkommen, kann ich nicht ganz ausmachen, aber es freut mich, dass du guter Dinge bist. Hoffnungslosigkeit steht niemandem gut.

Liebe Grüße,

Jakob
"And the cats across the roof, mad in love scream into drainpipes and it’s I, who am ready, ready to listen, never tired, never sad, never guilty." - "I'm Not There"; Heath Ledger as Bob Dylan
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Re: Weltanschauung

Beitragvon AkqsCch » 24.01.2015, 21:12

Für mein Empfinden passt der mittlere Absatz "Ich finde..." irgendwie nicht so richtig. Ich finde, dass diese Schlussfolgerung irgendwie nicht passt und ansatzweise "eigenwichtig" auf mich wirkt. Ebenso der letzte Satz mit den Religionen. Würde es nicht viel besser passen an solchen Stellen Fragen zu stellen? Beispielsweise: Kann es Frieden geben, solange Religionen ...?"

Meiner Meinung könnte der ganze mittlere Absatz weg bleiben und Schlussfolgerungen und Reaktionen könnten dem Leser überlassen werden, oder mit Fragen provoziert werden. Wie man an den Reaktionen sieht, gelingt das sehr gut.

Der Grundsatzdiskussion die hier entstanden ist will ich mich mit einem Satz anschließen.

Nur weil wir eine Antwort nicht kennen, heißt das noch lange nicht, dass es keine Antwort gibt. Das trifft m.E. auch auf das Thema was passiert nach dem Tod zu.

Wir haben bei manchen Themen keine Antwort sind uns aber 100% sicher, dass es keine Antwort gibt.

Heute haben wir Antworten auf Fragen von denen es mal hieß, dass diese nie beantwortet werden können oder noch schlimmer die oben erwähnte Hexe war daran schuld (vielleicht hatte der Luther seine Frau mit einer betrogen, wer weiß).

Der gemeinsame Nenner ist doch, dass alle Menschen nach Antworten auf transzendense Fragen suchen, die es offensichtlich gibt. Keine religiöse Gruppierung kann die Richtigkeit Ihrer Antwort beweisen. Somit haben wir einen kleinsten gemeinsamen Nenner, dem man sicher noch was hinzufügen kann.

Die Frage ist auch, ob sich eine Religion aus dieser Antwortsuche heraus entwickelt hat. Vor allem wenn diese Religion Kriege, Mord und Verfolgung angezettelt hat, wie das bei der katholischen Kirche der Fall ist. Vielleicht sollte man erst einmal die jeweilige Religion und vor allem ihre Vertreter hinterfragen, bevor man der Religion die Schuld am übel gibt.

Sonst liefe man vielleicht Gefahr die Religion zu verbieten und die Drahtzieher der Schwierigkeiten ungeschoren davon kommen lassen, damit die ein neues Betätigungsfeld finden, um ihre Zwecke zu erfüllen.
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Re: [NonFik]Weltanschauung

Beitragvon SmilingSeth » 29.10.2015, 03:26

Ich hasse Kritik. Ich hasse Kommentare.
Malicious hat geschrieben:Warum sind wir hier? Was passiert nach dem Tod?
Diese Fragen, werde ich versuchen zu beantworten.
Gaaaaah. Ich bin müde. Und brauche 2 Kommentare.
Aber zu dem hier will me einfügen: warum nicht "was kommt nach dem Tod?", oder "was geschieht"
"Diese 2 essentiellen Fragen" - klingt für mein persönliches Empfinden besser.


Warum sind wir hier?

Oder: "Mama, warum hast du mich gebor'n?"
Mir und ich schiebe mein persönliche Meinung nun vor, würde hier ein reißerischer Ansatz besser gefallen. Und das ist ein Zitat von Rio Reißer.

Nun ja warum sind wir hier, dieses ist so einfach zu beantworten wie es schwierig zu beantworten ist. Einfach ausgedrückt sind wir hier, um zu existieren, um unser Leben zu leben bis der Tod kommt und zwischendurch macht man das Beste daraus. Schwierig ausgedrückt, man wird geboren und wird aufgezogen, geht zur Schule, erlernt dann einen Beruf, gründet eine Familie, baut ein Haus, zieht seine eigenen Kinder groß, geht in Rente und stirbt dann zufrieden im Wissen ein gutes und erfülltes Leben gehabt zu haben. Aber sobald man diese allseits bekannte Formel ausgesprochen hat weiß man, dass dieses nicht so einfach ist und die wenigsten dieses Ziel erreichen. Warum auch? Muss man ein Haus bauen? Muss man Heiraten? Da fängt es schon an schwierig zu werden. Man selbst kann sich natürlich dieses Ziel setzen, aber das dieses nicht jeder erreichen kann, steht außer Frage. Und das dieses nicht jeder erreichen will, ist auch offensichtlich. Nun wir haben also ein Problem um unser Sein zu erklären. Unzählige Individuen leben jeder für sich ein anderes Leben, teilweise völlig anders als man selbst.
Nun, warum sind wir hier?
Diese Frage ist so einfach zu stellen, wie es so schwierig ist, sie zu beantworten.
Aber sobald man diese allseits bekannte Formel ausgesprochen hat, weiß man, dass dieses nicht so einfach ist und die wenigsten dieses Ziel erreichen.
Der Zyklus des Lebens, die Weltformel.
Diese Formel ist nicht allseits bekannt, wie du unten beifügst, das Leben ist keine Formel. Ich müsste den Text umschreiben, das wäre aber nicht Sinn der Kritik.


Ich sage, jeder muss selbst herausfinden „warum er hier ist“. Jeder muss für sich selbst ergründen was für Ziele er hat und wie er sie erreichen will. Diese Ziele werden sich ändern, unvorhergesehene Dinge werden seine Pläne umwerfen und er wird sich anpassen.

Okay:
Ich sage jeder muss es selbst herausfinden: "warum er nun hier ist?"; "Warum bin ich hier?"
Jeder muss seine Ziele ergründen und wie er sie zu erreichen pflegt. (etc.)

Ich finde du schreibst nun, als würdest du vor einer Klasse einen Vortrag halten, als würdest du einen dieser steifen Vorträge halten ala "was läuft nun falsch".

Was passiert nach dem Tod?
Siehe oben.

Dies ist wohl eine der Fragen auf die man niemals eine Antwort wird finden können.
Das ist wohl eine Frage, auf die man keine Antwort finden wird.
Der, dein Satz ist, wirkt gestreckt.
Aber steigen wir mal ein in die Materie. Ein Mensch stirbt, sein Lebenshauch ist erloschen. Wo geht er hin? Wandert seine Seele als Geist weiterhin unter den lebenden?
Lebenden.
Kommt man ins Paradies? Wird man wiedergeboren? Die Frage „Was passiert nach dem Tod?“ wirft weit mehr Fragen auf als sie Antworten bringt. Aber diese Frage der Fragen verursacht viel mehr als nur neue Fragen.
Das ist gestreckt und nun kommt es dick:

Sie ist der Grund für die allergrößten Gräueltaten die die Menschheit hervorgebracht hat. Gehen wir 1000 Jahre zurück. Im Jahre 1096 rief Papst Urban II. zum „Heiligen Krieg“ aus.
Jetzt schreit Baby-Jesus gerade ... ganz laut.
Oben fängst du sachlich an, aber hier driftest(Autos driften, Proleten drifte) du arg ab. Von einem Vortrag zu einer wenig subtilen Religionskritik.
Mit den Worten „Gott will es“
Der Papst dreht sich im Grab um, rückwärts, vorwärts und schlägt Räder. Es heißt natürlich "DEUS LO VULT".

Allahu Akbar ist im Übrigen noch immer in islamischen Ländern geläufig, aber wer ist so ein Rassist und verurteilt den Islam? Du verurteilst hier aber.
und wer dabei helfe die Ungläubigen aus dem Heiligen Land zu vertrieben wird „nie verwelkenden Ruhm im Himmelsreich“ erwarten. Tausende Menschen zogen in diesen Krieg und kamen nicht mehr zu ihren Familien und nahmen dieses auch bewusst in Kauf, da sie der Überzeugung waren es erwarte sie „ewiges Leben“ nach ihrem Tode.
Das hat mit dem (damaligem) Ehrbegriff mehr zu tun, als mit religiösem Eifer.

https://de.wikipedia.org/wiki/Gerechter_Krieg
Aber wenn einen sowieso ewiges Leben erwartet, warum begehen wir dann nicht massenweise Selbstmord?
Bibelkunde. Selbstmord = Fegefeuer, immer und überall.
Selbst der frühmittelalterliche Mensch hatte unterbewusst die Erkenntnis dass man sich darauf nicht verlassen könne, da. Wie entstanden also diese Religionen? In der Steinzeit begann man irgendwann seine toten zu begraben,
Toten.

und jeder wusste wo die verstorbenen begraben wurden und schon bald zentrierte man die Grabstätten,
Verstorbenen

I
n der frühen Menschheitsgeschichte war dieser glaube durchaus förderlich, weil damit eine Kultur entstand. Aber überall auf dem Planeten huldigte man diesen übersinnlichen wesen auf eine andere Art und Weise,
Glaube, Wesen.
sodass bei Aufeinandertreffen dieser hohen Überzeugungen unweigerlich zu Auseinandersetzungen führen mussten. Dies führte dann irgendwann zu Kriegen, Massenmorden und endet im Genozid. Ich behaupte nicht, dass ich wüsste was nach dem Tod passiert, aber ich weiß wie man nicht Leben sollte.
Man sollte sich nicht gegenseitig dafür umbringen, weil jemand im Grunde nur anderer Ansicht, wie der Tod ist. Aber dieses wird es niemals geben. Religion kann niemals Hand in Hand mit frieden gehen. Aber da immer weniger Menschen „Glauben“ , bin ich persönlich guter Dinge, das die Menschheit noch über sich hinaus wachsen kann.
Du sollst nicht töten. Aber noch weniger "umbringen" schreiben.
Religion kann niemals Hand in Hand mit frieden gehen.
Zuerst kam Gott und dann der Mensch, oder so.
bin ich persönlich guter Dinge, dass die Menschheit noch über sich hinaus wachsen kann.


Ich musste mir 5 Mal in den Arsch beißen UND ich bin ein ungelenker Arsch.
Ich musste "Hurt" von Johnny Cash auspacken und ... habt Gnade mit meinem Kommentar, IHR GÖTTER!
SmilingSeth
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