Wenn dich neue Ideen dazu bringen wollen aufzuhören

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Re: Wenn dich neue Ideen dazu bringen wollen aufzuhören

Beitragvon Milch » 22.04.2015, 16:59

magico hat geschrieben:
Milch hat geschrieben:solltest du dir darüber Gedanken machen lassen.


Wie bequem ... wo oder von wem kann man sich denn Gedanken machen lassen? :mrgreen:


Zentrale für externes Denken, kurz ZED.
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Re: Wenn dich neue Ideen dazu bringen wollen aufzuhören

Beitragvon Hark » 23.04.2015, 10:02

TallyLC hat geschrieben:...wenn ich nur gerade nicht so unglaublich unmotiviert wäre.


Du hast keinen Bock zum Schreiben? Dann lass es doch einfach.

Im Ernst: Wenn die Idee was taugt, sollte sie Dich mitreißen und Dich zwingen, sie niederzuschreiben. Aber wenn ich da was von Charakterbögen lese, dann verstehe ich sofort, dass das nichts werden kann. Ich meine, wenn man seine Idee ständig an diese Vorgaben anpassen muss, dann kann man eigentlich auch eine Wand tapezieren gehen.

Also Vorschlag: Vergiss mal Deine ganzen beengenden Rahmenvorgaben und konzentriere Dich nur auf die Idee. Welche Figuren, Orte und Handlungen sind unabdingbar notwendig, um die Geschichte in ihrem Grundsatz widergeben zu können?

Gruß,
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Re: Wenn dich neue Ideen dazu bringen wollen aufzuhören

Beitragvon magico » 23.04.2015, 11:11

Milch hat geschrieben:Zentrale für externes Denken, kurz ZED.


Klingt, als würde es aus einer interessanten Dystopie stammen. :)

Hark hat geschrieben:Aber wenn ich da was von Charakterbögen lese, dann verstehe ich sofort, dass das nichts werden kann. Ich meine, wenn man seine Idee ständig an diese Vorgaben anpassen muss, dann kann man eigentlich auch eine Wand tapezieren gehen.


Das denke ich mir auch immer, aber für einige scheint's zu funktionieren. :|
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Re: Wenn dich neue Ideen dazu bringen wollen aufzuhören

Beitragvon IPatricia » 23.04.2015, 12:10

Mir geht es sehr oft so. Ich bekomme ständig neue Ideen zu Geschichten, bei denen ich mir denke: Das kann aber auch ziemlich interessant werden.
Ich schreibe mir solche Ideen dann auch immer auf, man kann sich im Bedarfsfall ja immer noch später drum kümmern.

Ich denke mir eigentlich nie, dass meine ältere Idee schlecht und die neue besser ist, sondern dass sie einfach nur anders ist. Weil sie neu ist, klingt sie meistens interessanter, das ist doch mit allem im Leben so. Frei nach dem Spruch aus einer meiner Lieblingssitcoms: Neu ist immer besser. Ich würde das allerdings mit einem Fragezeichen versehen.

Wenn es mir wieder passiert, handhabe ich das so:
Falls ich nach einigem Brüten über eine neue Idee zu dem Schluss kommen sollte, dass ich sie gut finde, schreibe ich für diese einen Prolog. Voraussetzung ist natürlich, ich habe mir schon so einige weitere Gedanken darüber gemacht. Wenn er mir leicht von der Tastatur geht, und er mir gefällt, dann ist das schonmal was. Ich vernachlässige mein anderes Projekt ja nicht, weil ich mit diesem beginne. Es ist erstens eine weitere Übung und zweitens ist es für mich sehr erfrischend, an verschiedenen Stories zu schreiben. Abwechslung ist immer gut. Wenn ich bei der einen mal festhänge, klappt es bei der anderen dafür.

Wenn du eine neue Idee hast, schreib' sie nieder. Allein die Idee kostet dich erstmal nicht viel Zeit und wenn dir noch etwas dazu einfällt, kannst du es nachträglich ergänzen.
Trotzdem würde ich an der alten Idee festhalten, wenn es nicht einen sehr guten Grund dafür gibt, dass du sie plötzlich schlecht findest. Schreiben bedeutet immer Arbeit. Es ist manchmal ein bisschen wie ein Rätsel, über dem man brüten muss, bis man die ideale Lösung findet. Hin und wieder braucht man auch einfach etwas Zeit, bis sie einem plötzlich vor die Füße fällt. In der Zeit kann man sich sicherlich auch mit etwas anderem beschäftigen. Aber aufgeben würde ich nicht, wenn mir die Idee am Herzen liegt. An den Punkt würdest du mit deiner neuen Idee sicher auch irgendwann kommen. Der kommt immer.

Zu der anderen Sache: Unmotiviert schreiben bringt glaube ich recht wenig. Wenn man keine Lust hat, kann das sehr zäh werden. Ich bin auch nicht immer gleich motiviert, je nachdem, an welcher Stelle ich gerade bin. Da muss ich phasenweise schon ziemlich viel überlegen, wie ich dieses und jenes jetzt mache. Aber im Grunde liebe ich eben das Schreiben und mir liegt mein Projekt am Herzen, deshalb denke ich mir: Okay, reiß' dich zusammen, da musst du jetzt durch. Wenn du den Hintern zusammenkneifst und das durchziehst, hast du's geschafft und es kommt was Gutes dabei raus.
Für die Arbeit bin ich unmotiviert. Für's Lernen bin ich unmotviert. Aber nicht für's Schreiben. Bevor ich nicht irgendetwas rausgebracht habe, ist es immer noch nicht mehr als ein Hobby. Und Hobbies sollten Spaß machen! :D
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Re: Wenn dich neue Ideen dazu bringen wollen aufzuhören

Beitragvon Rainflower » 01.06.2015, 23:09

Hallo Jacky,

Geht es dir auch so?

Ja, leider schon viel zu oft. Anfangs habe ich immer den Fehler gemacht der Bestie nachzugeben und so erstarb ein neues Projekt nach dem anderen.

Quälen dich neue Ideen, oder der Fakt, dass deine alten Ideen “Müll” sind?

Wenn ich eine neue Idee habe, obwohl ich mittendrin in der jetzigen stecke, lässt sie mich nicht mehr los. Sie krallt sich fest und flüstert mir ins Ohr: "Hier bin ich. Sieh nur wie toll ich glänze. Schreib mich auf!" Das ist grausam. Erst seit kurzem schaffe ich es dem zu wiederstehen. Aber auch nur weil ich mir alles notiere.

Bei mir hat “los schreiben” geholfen, was hast du schon probiert?

Was mich zu dieser Frage bringt. Wie oben schon erwähnt notiere ich mir alle meine Ideen. Entweder Stichwortartig oder auf ein paar Seiten ausgeschrieben.

Was hat etwas genützt und was hat gar nichts gebracht?

Es hat mir gar nichts gebracht der Bestie nachzugeben, denn so hatte ich am Ende unzählige wundervolle Ideen halb ausgearbeitet auf Eis liegen und deren einstiger Glanz war verloschen. Ich schreibe momentan an einem Projekt mit dem ich bisher am weitesten gekommen bin. Je weiter ich komme, um so mehr Spaß habe ich am schreiben. Fazit: Aller Anfang ist schwer und kostet Überwindung. Wie bei manchen Büchern (Seelen z.B.) muss man ein paar Seiten gelesen haben, bevor es richtig losgehen kann.

Freundliche Grüße

Rainflower
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Re: Wenn dich neue Ideen dazu bringen wollen aufzuhören

Beitragvon Dingelchen » 27.06.2015, 16:56

Ja, passiert mir öfter, und treibt mich halb in den Wahnsinn. Weil ich meinen Roman eigentlich schon fertig habe. Aber da wird noch da was korrigiert, dort noch was hinzugefügt ... weil meine neuen Ideen dazu mich ständig überfluten und ich immer denke "Verdammt, das wär noch viiiiel besser gegangen!" (und mit jeder Überarbeitung wird dieses Gefühl nerviger) - Und dann bin ich schon mal an dem Punkt wo ich mir denke: Sch*** drauf, gib auf, schmeiß es hin, das war nix.
Allerdings rappel ich mich dann doch immer wieder auf und setze die neuen Ideen einfach um oder überlege mir, sie in einer anderen Geschichte einzuflechten. Weil aufgeben gilt nicht, nach der Arbeit, die da schon drin steckt^^.
"Im Mondlicht drehten sich die Paare. Die Feigheit mit der Tugend, die Lüge mit der Gerechtigkeit, die Erbärmlichkeit mit der Kraft, die Tücke mit dem Mut.
Nur die Vernunft tanzte nicht mit."

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