Wenn dich neue Ideen dazu bringen wollen aufzuhören

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Wenn dich neue Ideen dazu bringen wollen aufzuhören

Beitragvon Jacky » 12.11.2008, 09:42

Nutze dieses Thema um über folgenden Beitrag aus meinem Blog zu diskutieren:
Wenn dich neue Ideen dazu bringen wollen aufzuhören

Geht es dir auch so?
Quälen dich neue Ideen, oder der Fakt, dass deine alten Ideen “Müll” sind?
Bei mir hat “los schreiben” geholfen, was hast du schon probiert?
Was hat etwas genützt und was hat gar nichts gebracht?
Du hast in jedem Augenblick die Freiheit zu entscheiden was wichtig ist und wie du darauf reagierst.

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Beitragvon Alessa » 12.11.2008, 10:06

Huhu Jacky,

also das sind ja genau meine Gedanken^^ Mir ging es auch immer so, dass ich meine nächste Idee immer besser gefunden habe, als die alte. Inzwischen bin ich aber auch der Meinung, dass man etwas zu Ende führen sollte, auch wenn es absoluter Quatsch ist.

Ich muss mich halt durchbeißen und selber in den Hintern treten, um das zu machen, aber nur so kann was draus werden. Der Vergleich mit dem Skelett ist spitze! So habe ich es noch nicht gesehen, aber ich werde in Zukunft daran denken.

Ich bin auch dazu übergeganen, neue Ideen einfach irgendwie zu notieren und nehme mir fest vor, sie später zu verwirklichen. Ich denke, man muss sich einfach selbst zwingen, weiterzuschreiben. Und noch viel wichtiger: man soll verdammt nochmal an die Idee glauben, die man hatte!

lg Alessa
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Beitragvon Zytra » 12.11.2008, 11:53

Hallo,

einerseits finde ich es gut, dass du das Thema ansprichst - vor allem, weil es in letzter Zeit häufiger im Forum als Problem aufzutauchen scheint und deshalb vielleicht wirklich einmal personen- und storyunabhängig diskutiert werden könnte/sollte.
Andererseits fühle ich mich ETWAS angegriffen davon, weil ich im letzten Thread zu diesem Thema die einzige Person war, die dazu geraten hat, die Story beiseite zu legen und mir in dem letzten Thread so ziemlich alle contra geboten haben.
Auch auf die Gefahr hin, dass mir wieder alle sagen, dass sie es GANZ anders machen und ich die einzige bin mit meiner Meinung, stelle ich es nochmal ausführlicher dar als im letzten Thread, weil ich es letztes Mal auch recht knapp formuliert habe.

Ich denke nämlich, dass hier (besonders im aktuellen Thread) zwei grundsätzliche Dinge komplett miteinander vermischt werden.

1. Ich habe eine neue Idee und finde die alte deshalb langweilig, dröge, schlecht.
2. Ich komme zu der Erkenntnis, dass meine alte Idee Müll ist.

Wenn man unter Problem 1. leidet, dann gebe ich dem Recht, was Jacky in dem Thema geschrieben hat. Ein Skelett, Rohbau bzw. eine Idee, an der man schon länger arbeitet, wirkt immer irgendwann etwas zäh. Da muss man durch. Man sagt nicht umsonst auch (und imho gehört das dazu), dass Schreiben 90 % Fleißarbeit und Schweiß und nur 10 % Kreativität ist.
Etwas deshalb wegzutun, weil man es nach einigen Monaten der Arbeit langweilig findet, halte auch ich für falsch. Eine neue Idee zu notieren und eventuell später zu verwenden, wäre auch meine Lösung dafür.

ABER:

Wenn man während der Arbeit das Gefühl bekommt, eine alte Idee ist Müll (Nr. 2), dann ist das eine Frage der Selbstkritik. Nur weil man schon etwas länger daran gearbeitet, Charaktere gebastelt und kleine Unterplots entwickelt hat, heißt das nicht, dass man nicht zur dieser Erkenntnis kommen kann.
Denn die Arbeit am Thema, an der Idee und am Plot ist es ja gerade erst, die einen dazu bringt sich in die Story hineinzuversetzen. Und oftmals kann man auch dann erst wirklich sagen, ob die Idee Müll ist, weil man sich die Konsequenzen der Idee für die Story erst überlegt hat.
Zudem bringt der Abstand zu einer neuen Idee auch erst die Objektivität, die Qualität einer Idee wirklich beurteilen zu können. Neue Dinge sind immer faszinierend. Nur weil man eine neuere Idee hat, ist die alte nicht schlecht. Aber ein gewisser Zeitabstand ermöglicht es einem oftmals anayltischer und sachlicher mit der Beurteilung einer alten Idee umzugehen.

Jetzt zu sagen, man würde an der Müll-Story festhalten, weil man schon zu viel Zeit drin stecken hat, ist in meinen Augen noch größerer Müll. Charaktere, zwischenmenschliche Probleme, kleine Miniplots ect. kann man wiederverwenden. Man muss sich auch von einer Idee lösen können, wenn man sie für Müll hält.

Ob man unter Problem 1 oder Problem 2 leidet, ist auch eine Frage dessen, wie selbstkritisch man ist und wieviel Objektivität man besitzt (absolut objektiv ist man ja nie).

Und deshalb gibt es auch kein Geheimrezept, wie man damit umgehen sollte, wenn man an einer alten Idee zweifelt. Dazu gehört einfach ein Stück Selbstanalyse: neigt man dazu, für neue Ideen immer extrem Feuer und Flamme zu sein und alles stehen und liegen zu lassen? Dann ist Jackys Rat gut. Ist man eher der analytische Typ, dann ist die Idee womöglich wirklich Müll und noch ein bisschen mehr Abstand von der alten Idee ist womöglich die bessere Wahl. Denn wenn etwas Müll ist, dann ist es Müll. Und den hebe ich zumindest auch nicht zu Hause auf. ;)

Gruß Zytra
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Beitragvon jghh » 12.11.2008, 12:04

Deine Meinung, äh, ich meine natürlich: Meine Deinung, oder so ähnlich:

Durchhalten, bis zum ENDE schreiben, nicht aufhören.
Danach kannst alles noch einmal durchgehen, von hinten nach vorne.
Zum Schluss durchlektorieren und an einen Verlag schicken.
DANACH kannst du mit einer neuen Story beginnen.

Das deine, äh, meine icke.
jghh
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Beitragvon Jacky » 12.11.2008, 20:52

@Zytra
Es lag nie auch nur im entferntesten in meiner Absicht, irgendjemanden anzugreifen, das tut es nie. Ich beschreibe in meinem Blog lediglich meine Erfahrungen, was mir widerfährt und wie ich damit umgehe. Ich bestehe auch nicht darauf recht zu haben. Es gibt einfach zu viele unterschiedliche Menschen da draußen und am Ende muss jeder selbst herausfinden, was seine eigene Wahrheit ist. Was du also mit meinen Beiträgen anfängst, ob du sie annimmst, sie erweiterst, umbaust oder dir denkst "hey jetzt weiß ich wie ich es nicht mache", das überlasse ich jedem Leser ganz alleine. Alles Andere wäre anmaßend.

Außerdem darf ich noch hinzufügen, dass ich den Blogbeitrag am 29. oder 30. Oktober geschrieben habe, also zu dem Zeitpunkt, wo diese Situation bei mir Akut war. Ich habe ihn dann in meine "Kiste-für-später" verfrachtet um bei der Veröffentlichung sagen zu können, was daraus geworden ist. Deshalb war ich auch überrascht, als das Thema hier irgendwo im Forum aufkam, habe mich dort nur relativ kurz, aber mit demselben Konsens geäußert. Das Erscheinen und der Inhalt des Artikels, hat aber nichts weiter mit dieser Diskussion zu tun.

Heute habe ich mich dann zur Veröffentlichung bereit gefühlt, besonders, weil das Thema gerade wieder in der NaNo-Diskussion aufgetaucht ist.

Ich finde deine Ausführungen sehr aufschlussreich und danke für deine teilweise Zustimmung. Mein Artikel bezog sich übrigens ausschließlich auf deinen ersten Punkt, "wenn der Kritiker zuschlägt", bzw. in meinem Fall war es eben die "bessere Idee".

Ich denke (insbesondere wenn man mit der Schneeflocken-Methode arbeitet) ist es fast (ich betone fast ;) ) unmöglich, dass dir zu einem so späten Zeitpunkt (nämlich genau am Tag bevor du anfangen möchtest zu schreiben) auffällt "hups meine Geschichte ist Müll". Damit möchte ich nicht bestreiten, dass es dämliche Ideen gibt. Im Gegenteil, es gibt viele davon. Aber es war nicht meine Intention über diese Müll-Ideen zu schreiben. Die Schneeflocken-Methode sollte nämlich deine Idee so erweitern und vervollständigen, dass sie eben verhindert, dass dir so spät auffällt ob deine Idee etwas taugt oder nicht.

Obwohl ... wo ich jetzt darüber nachdenke, vielleicht sollte man auch über Müllideen schreiben, ... zumindest ein ganz kleines bisschen. Ich hab mich schon oft darüber ausgelassen, dass der erste Entwurf "doof" sein darf, eben weil er noch überarbeitet wird. Und ich ringe gerade in diesem Moment noch mit mir selbst, ob ich es nicht sogar gut heißen soll, eine Müllidee aufzuschreiben.

Zwei Vorteile, die mir spontan einfallen:
  1. Es ist eine Übung, es kommt zwar Müll dabei raus, aber du kannst am Ende wenigstens sagen, 'hey, ich hab's geschafft eine Geschichte von Anfang bis Ende zu schreiben' (Das ist auch die Idee hinter dem NaNo)
  2. Du weißt (oder glaubst es zu wissen), dass deine Geschichte Müll wird. Ja, das ist auch ein Vorteil, denn es nimmt eine Menge Druck von dir. Du brauchst jetzt nichts Gutes mehr zu verfassen, du kannst ruhig schlecht schreiben. Und dadurch, dass dir dein innerer Kritiker jetzt nicht ständig auf der Pelle hockt, hat deine Kreativität endlich freie Bahn und kann sich ungehindert entfalten, so dass am Ende vielleicht etwas raus kommt, was gar kein Müll mehr ist.
Ob das jetzt wirklich Vorteile sind, das hängt vom Menschen ab. Für mich sind es Vorteile, für dich vielleicht nicht.

Mir geht es bei all der Motivation nicht darum, dass du am Ende eine geniale Geschichte verfasst (obwohl das natürlich ein wünschenswerter Nebeneffekt ist), es geht mir vor Allem darum, endlich anzufangen, endlich etwas fertig zu machen, endlich "in den Fluss" zu kommen. Und wenn wirklich Müll dabei rum kommt, dann war es wenigstens eine gute Übung, und wenn du aus dem Müll durch ein Dutzend Korrekturen "keinen Müll" machen kannst, noch viel besser.

Nicht jede Idee lohnt es sich umzusetzen, da stimme ich dir unumwunden zu. Aber manchmal lohnt es sich eine dumme Idee durchzusetzen, wenn man sowieso schon fast fertig ist.

Nicht jede falsche Entscheidung [dumme Idee] wird zu einem Fehler, wenn man bereit ist sie zu korrigieren. (so ähnlich hat es glaub ich Kennedy gesagt)

lg
Jacky ;)
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Re: Wenn dich neue Ideen dazu bringen wollen aufzuhören

Beitragvon blutigeranfänger » 16.12.2011, 21:31

Um ehrlich zu sein, geht es mir nicht so. Die Taktik "Idee aufschreiben und ab in den Ideenordner" hatte ich von Anfang an. Da kommen Ideen für Romane oder aber einfach nur Charaktere rein, die ich toll finde. Ein Charakter hat es mir ganz besonders angetan, und ich freue mich schon darauf, ihm eines Tages eine Welt und eine Geschichte basteln zu dürfen, aber bis dahin begnüge ich mich damit ihm - wenn er unerwartet in meinen Gedanken auftaucht - freundlich hallo zu sagen und ihn auf später zu vertrösten. Er ist sehr geduldig und verständnisvoll :mrgreen: .
Und mein Projekt hat genügend drive mich bei der Sache zu halten. Ich muss allerdings zugeben, dass ich mich niemals zwinge, daran zu arbeiten. An manchen Tagen, fängt es an mich anzukotzen, dann lass ich sofort die Finger davon. Ich weiß, dass sowieso nichts Gescheites dabei rumkommen würde, und zusätzlich der Zeitpunkt an dem ich wieder Spaß dran habe, in immer weitere Ferne rückt, je länger ich mich dazu zwinge. In solchen Momenten habe ich kein schlechtes Gewissen, einfach ein wenig zu träumen und den anderen "Projekten" (Ideensammlungen besser gesagt), etwas hinzuzufügen. Oft bekomme ich gerade dadurch neue Ideen für das aktuelle Projekt und kann dann mit neuem Schwung drangehen :D .
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Re: Wenn dich neue Ideen dazu bringen wollen aufzuhören

Beitragvon Joleen » 16.12.2011, 21:56

Geht es dir auch so?
Eigentlich nicht.Wenn ich eine Idee bekomme, wäge ich sie ab, ob ich sie umwandeln und für mein momentanes Projekt benutzen kann, oder ich schreibe sie auf und lege sie in meine "Ideenkammer". Das ist ein Kästchen, in dem ich Zettelchen habe, wo verschiedene Ideen aufgeschrieben sind.
Ein Beispiel: verrückter Leser attackiert Schriftsteller :XD:

Quälen dich neue Ideen, oder der Fakt, dass deine alten Ideen “Müll” sind?
Ich muss ja erst einmal gestehen, dass ich erstvier grosse Projekte geschrieben habe. Die erste habe ich zuerst ohne Plott geschrieben und dann irgendwann in der Mitte habe ich (ohne gewusst zu haben, was plotten ist), einen Plott geschrieben. Danach schien mir die Geschichte so langweilig, dass ich eine andere begonnen habe => Neue idee ist gekommen.
Diese war mein Abschlussprojekt, das heisst, ich musste an dieser Geschichte dran bleiben (geschrieben ohne Plott).
Nachdem ich die beendet habe *hust*, ich meine, den ersten Teil von den geplanten drei Teilen, habe ich mit dem zweiten Teil begonnen, der nie fertig wurde.
Undschlussendlich mein jetziges Herzensprojekt ♥.

Bei mir hat “los schreiben” geholfen, was hast du schon probiert?
Bei Schreibblockaden zwinge ich mich, mindestens einen Satz zu schreiben. Das bringt mich weiter und irgendwann fliesst es ganz alleine wieder. Und wenn ich keine Ideen habe, lasse ich meine Personen handeln. Mal sehen, wo die hin wollen (ich habe ja ein spezielles Plottsystem, wo die auch noch ein bisserl was auswählen dürfen).
Das funktioniert meistens :wink:. Es kommt ja auf die Harmonie zwischen Autor und Figur an. Letzhin habe ich gemerkt, dass ich eine Person "Schatz" getauft habe (in einer fremden Sprache) und sie gehasst habe. Jetzt weiss ich aber, weshalb ich sie dennoch nciht umbringen konnte :D.

Was hat etwas genützt und was hat gar nichts gebracht?
Ich muss ehrlich sagen, plottlos schreiben geht nciht, aber einen strickten Plott zu haben (Im Kapitel 2 begegnet Karla Tomas, sie findet ihn süss, er lädt sie zu sich ein und ...) das funktioniert schon gar nicht.
Deshalb habe ich so ein zwischending entwickelt, wo ich Szenen beschreibe, die unabhängig von Kapiteln sind. So kann ich schreiben, mit einem Ziel und dennoch den Figuren die Handlungsfreiheit einigermassen lassen.

Lg Jolly
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Straight Roads do not make skillful drivers! Paulo Coelho

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Re: Wenn dich neue Ideen dazu bringen wollen aufzuhören

Beitragvon Feanoré » 17.12.2011, 19:21

Also... mir geht es nicht unbedingt so, dass ich das was ich aktuell schreibe schlecht finde, weil ich eine neue Idee habe und dann darum aufhören will. Das gar nicht. Es ist eher, dass ich x Ideen hab und x Sachen ausprobieren will. Und alles kann man ja nicht in eine Geschichte packen. Und dann nach ner Weile will ich neue Sachen ausprobieren und muss mich dann in den Arsch treten, dass ich erst mal das Angefangene zu Ende mache, bevor ich wieder x Sachen angefangen, aber nicht beendet habe.

Dass ich etwas altes doof finde passiert mir nur manchmal wenn ne Menge Zeit vergangen ist und ich viel Neues gelernt habe. Einfach weil ich dann nen ganz anderen Blickwinkel habe, auf vieles, und "Fehler" sehe, die ich vorher nicht kannte. Deswegen find ich das aber nicht großartig dumm und lösch das oder so. Entweder ich lass es wie es ist oder ich überarbeite es irgendwann. Je nachdem. Ich finde es nicht schlecht, nur nicht mehr auf dem Stand meines Könnens.

In jedem Fall gilt aber: Man muss sich auch einfach mal selbst eine tachteln und sagen: Jetzt für dich nicht auf wie ein Kind, sondern setz dich auf den Arsch und mach eine Sache fertig bevor du etwas Neues anfängst.
Das ist so typisch kindisches Verhalten, eigentlich. Alles anfangen, nichts beenden... Kinderzimmer liegt voll... Da muss man sich selbst etwas zur Disziplin zwingen, denke ich einfach. Das ist auch ein großer Teil eines Autors: Selbst disziplinieren.

Manchmal hat man auch einfach Startschwierigkeiten. Egal ob du es doof findest, schreib es weiter und arbeite daran. Irgendwann kommst du dann sehr wahrscheinlich rein. Wenn nicht, dann kannst du es immer noch nach ner bestimmten Anzahl Seiten dran geben. Man muss sich da auch oft einfach vor dem eigenen runter machen schützen.

Sprich: Egal warum du etwas auf einmal doof findest: Mach es erst mal weiter und mach was draus. Du kannst es ja auch anpassen und abändern. Aber geb nicht immer alles dran (was nicht heißt das du das machst, aber viele machen das). Zieh es erst mal ne Weile durch und dann siehst du weiter.
Das "Machen" ist die größte Waffe gegen alle Zweifel, alles Hardern und Stocken. "Mach es" ist auch eine gute Möglichkeit Schreibblockkaden zu durchbrechen. Denn du rutschst dann in die Materie hinein und schreibst dich rein. Auf einmal gehts wieder. ;)
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with these hands
I will create my own idealistic kingdom."

╚═══════════════════════.♥.═╝
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Re:

Beitragvon Cairiel » 05.01.2012, 14:06

Ich bleibe eisern bei meinen Projekten, schreibe aber alle genialen Ideen auf, die mir während dem Schreiben einfallen. Teilweise versuche ich, neue Ideen so umzumodellieren, dass sie in mein bestehendes Schreibprojekt passen. Hat schon oft gut funktioniert.

Für mich zählt nur, was fertig ist. Egal wie viel besser die neue Idee ist, ich schreibe mein altes Projekt fertig. Positiver Nebeneffekt: Das motiviert mich ungemein, meine derzeitige Geschichte fertig zu schreiben und mich gleich danach, während die alte in der "Reifeschublade" verschwindet, mit Feuereifer auf die neuen Ideen zu stürzen, die mir in der Zwischenzeit gekommen sind.
Großes Danke an die Schreibwerkstatt
"Der Verfluchte", Weltenschmiede-Verlag 2013
"Vampires Dawn - Reign of Blood", Weltenschmiede-Verlag 2013
"Der Herr der Schwarzen Schatten", ohneohren-Verlag 2014
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Re: Wenn dich neue Ideen dazu bringen wollen aufzuhören

Beitragvon Lykos » 21.11.2013, 22:46

Hi :D
Geht es dir auch so?

Oh, das kenne ich, und wie ich das kenne! Bis jetzt habe ich (nicht nacheinander, aber insgesamt) bestimmt schon zehn Ideen verfolgt. Entweder hatte ich die Lust verloren - was meistens auch berechtigt war, denn die Ideen waren nicht sehr ausgereift -, oder ich hatte eben eine neue. Eine bessere.
Glücklicherweise waren zwei Drittel der Ideen in der sehr frühen Planungsphase. Bei den anderen hatte ich dann halt nicht geplant^^
Mittlerweile hänge ich an meiner momentanen Idee seit ein oder zwei Monaten. Mit der Planung bin ich weiter als ich bei den anderen war, mit dem Worldbuilding ebenfalls, und auch bei den Charakteren läuft es gerade. Ich hoffe sehr, dass ich mich nicht selbst langweile. Du sollst nicht langweilen! Und dich selbst erst recht nicht!

Quälen dich neue Ideen, oder der Fakt, dass deine alten Ideen “Müll” sind?

*Schmerz*
Manchmal war das aber auch berechtigt: "Nur" eine Idee, keine Geschichte; Zu viel Fantasy oder was weiß ich.

Bei mir hat “los schreiben” geholfen, was hast du schon probiert?

Ich hab nachgegeben... bin aber gespannt, was passiert, wenns bei meinem jetzigen Projekt passiert, denn dass möchte ich mal durchziehen. Das hab ich schonmal geschafft (ohne Plot), da werde ich das mit Plot doch erst recht schaffen!
Wenn ich in versuchung komme, melde ich mich, wies ausgeht ;)
Lg,
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Re: Wenn dich neue Ideen dazu bringen wollen aufzuhören

Beitragvon TallyLC » 21.04.2015, 16:12

Hallo ihr lieben, ich bräuchte einmal euren Rat!

Ich bin ja gerade mit meinem Urban-Fantasy Projekt beschäftigt. Bzw. Ich sollte es sein, wenn ich nur gerade nicht so unglaublich unmotiviert wäre.

Ich fand die Idee so toll, und wenigstens ist sie auch jetzt für mich nicht schlecht.

Ich habe den Plot und die Charakterbögen fast beendet, und könnte bald mit dem schreiben anfangen.

Nur bin ich wirklich unomtiviert, und so versauerten die Sachen immer nur in einem Ordner auf meinem Laptop.
Immer wieder sagte ich mir: "Tally, du musst jetzt weitermachen! Lass die Idee jetzt nicht fallen!"

Aber es klappt einfach nicht.

Wahrscheinlich, weil da noch diese andere Idee ist.
Ich würde so gerne mit ihr weiter machen, es ist genau wie Jacky in ihrem Blogeintrag geschrieben hat.
Aber ich kann die andere Idee nicht sausen lassen, auch wenn ich noch so unmotiviert bin! Oder? :thinking:

Sie fallen zu lassen fühlt sich falsch an. :cry:

Würde mich sehr über Hilfe freuen. :lol:

Liebe Grüße,
Tally :writing:
Man erkennt den Autor aus der Schrift vielleicht deutlicher als aus dem Leben. -Johann Wolfgang von Goethe
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Re: Wenn dich neue Ideen dazu bringen wollen aufzuhören

Beitragvon Sasskia » 21.04.2015, 20:06

Hallo Tally!

Da es mir ähnlich geht, kann ich dich gut verstehen. :nod:

Auch ich habe meine Charakterbögen ausgefüllt, sorgfältig geplotet und dann war die Luft raus ... weil es mir keinen Spaß mehr gemacht hat. Das war Arbeit, keine Kreativität.

Am liebsten schreib ich einfach drauflos und lass mich von der Story und meinen Charas treiben.
Das hat den Nachteil, dass oft nur einzelne Szenen entstehen, die ich für spätere Geschichten aufhebe :XD:

Ich setz mir jetzt keine festen Zeiten mehr, um an meinem Projekt zu "arbeiten", sondern les mir den Plot durch und wenn mich eine Szene "reizt", entwerfe ich sie. Wenn nicht, beginne ich eine andere Geschichte.

Interessant ist, dass ich beim "freien" Schreiben oft die besten Ideen für mein Projekt bekomme.

Schreiben ist für mich eine Art Selbstverwirklichung und kein Zwang. :dasheye:

Also, mach dir keine Sorgen, dass du dein Projekt "verrätst", wenn du derzeit Spaß an einer anderen Geschichte hast.

Liebe Grüße aus Wien

Sasskia :girl:
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Re: Wenn dich neue Ideen dazu bringen wollen aufzuhören

Beitragvon magico » 22.04.2015, 11:25

Ich habe den Plot und die Charakterbögen fast beendet, und könnte bald mit dem schreiben anfangen.

Nur bin ich wirklich unomtiviert, und so versauerten die Sachen immer nur in einem Ordner auf meinem Laptop.


Hast du schon mal daran gedacht, dass diese Detailarbeit einfach nichts für dich ist?
Ich persönlich plotte nur sehr grob und mache überhaupt keine Charakterbögen. Die Charaktere formen sich während des Schreibens. (Überarbeiten kann man immer!)

Vielleicht fehlt dir einfach der kreative Prozess, wenn Charaktere und Plot schon zu sehr ausgearbeitet sind?

Wahrscheinlich, weil da noch diese andere Idee ist.


Auch das sollte kein Problem sein, solange du nicht 12 Ideen parallel verwirklichen möchtest. Je nachdem, auf welches Genre oder welche Geschichte du gerade Lust hast, kannst du dann an einer der Geschichten schreiben. Aber mehr als 3 sollten es wirklich nicht sein, da man sonst schnell durcheinander kommt.


Grüße - magico
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Re: Wenn dich neue Ideen dazu bringen wollen aufzuhören

Beitragvon Milch » 22.04.2015, 15:45

TallyLC hat geschrieben:Hallo ihr lieben, ich bräuchte einmal euren Rat!

Ich bin ja gerade mit meinem Urban-Fantasy Projekt beschäftigt. Bzw. Ich sollte es sein, wenn ich nur gerade nicht so unglaublich unmotiviert wäre.

Ich fand die Idee so toll, und wenigstens ist sie auch jetzt für mich nicht schlecht.


Manchmal kann es gut sein, eine Idee, die nicht so gut ist, auch fallen zu lassen.
Wenn sich diese Trend verstetigt, also du keine Geschichte zu ende bekommst, solltest du dir darüber Gedanken machen.
Zuletzt geändert von Milch am 22.04.2015, 16:59, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wenn dich neue Ideen dazu bringen wollen aufzuhören

Beitragvon magico » 22.04.2015, 15:48

Milch hat geschrieben:solltest du dir darüber Gedanken machen lassen.


Wie bequem ... wo oder von wem kann man sich denn Gedanken machen lassen? :mrgreen:
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