[Sonstiges]Wer Wind säht wird Sturm ernten [DÜ]

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[Sonstiges]Wer Wind säht wird Sturm ernten [DÜ]

Beitragvon Robin Schreibt » 13.02.2015, 00:37

Personen:

Pelagia
Eiver, Pelagias Schwester
Gulliver, Pelagias Kavalier

Bühnenbild: Ein Garten ist angedeutet. In der Mitte ein Rosenbusch.



(Eiver arbeitet knieend an einem Ende des Gartens. Sie rupft Unkraut. Pelagia schneidet am Rosenbusch die Blätter wie ein Friseur Spitzen schneidet.)

P: Sind das nicht wunderschöne Rosen, Schwester? Seltsam, ich erinnere mich gar nicht, dass so schöne Blumen in unserem Garten wüchsen.

E: Du warst ja auch selten hier. Aber wenn es dich so aufwühlt können wir gerne tauschen: Du kommst hier herunter und rupfst das Unkraut und ich schneide die Rosen.

P: (lachend) So sehr bringt es mich dann doch nicht durcheinander. Und ich fürchte meine Seele lässt sich heute nicht mehr beruhigen.

E: Haben du und Gulliver Ärger?

P: Nein, das so gar nicht.

E: Wie schön für euch zwei.

(Pause in der beide weiter arbeiten)

P: Geht es Vater gut soweit?

E: Wenn es dich interessiert dann sieh doch nach ihm.

P: Ich habe Angst davor.

E: Keine Sorge, ich hab ihm nie verraten wo das Geld aus der „Boutique“ wirklich herkam

P: Ich danke dir für deine Treue Schwester

E: Dank nicht mir, dank der Bitterkeit im Rachen, die mir das Sprechen verleidete. Dank meinem kaputten Rücken. Dank meinen geplatzten Träumen. Dank dem Mann den ich nie traf und dank den Kindern, die ich nie hatte.

P: Schwester...

G: (aus den Off) Oh meine Holdeste!

P: (jauchzend) Gulliver! Wir sind im Garten!

(Eiver rappelt sich hoch und streicht ihre Schürze glatt. Erst macht sie Anstalten sich neben Pelagia aufzustellen, dann besinnt sie sich eines Besseren und fummelt an der P abgewandten Seite des Rosenbusches weiter. Gulliver erscheint .)

G: Pelagia. Meine Sonne, mein Mond, mein Augenstern. Endlich hab ich dich gefunden. Der Weg von deiner Pforte bis in deinen Garten erschien mir fast zu weit. Ich glaubte ich müsste sterben, verbrennen vor Verlangen nach der Anmut deiner Seele. Diese großmütige, weichherzige, reine Seele.

E: Pah.

(G und P schauen irritiert zu E)

P: Gulliver begrüße meine Schwester.

G: Tag auch, Eiver. Na, seid ihr am Rosenschneiden? Ei, nicht so grob, sonst schadet ihr der Blüte.

E: Sprecht mir nicht von meiner Blüte, die hab ich längst vergessen. Aber wenns euch um diese Blüte hier geht, dass war nicht mein Werk. Die litt unter den ungeschickten Händen eben jener Holdesten, der ihr euer blühend Herz zu Füßen legtet.

G: Handwerkliche Fertigkeit ist nicht das Geschick holder Damen. Sie sind zum lieben da, nicht zum Arbeiten. Und wo ihre Hände nicht virtuos sein mögen, ists ihre Zunge dafür doppelt.

(gibt ihr einen langen Kuss)

G: Adieu Holdeste, adieu Eiver. Ich habe wichtige Gespräche mit eurem Vater zu führen. Und wenn sie erfolgreich laufen ist der Pfarrer mein nächster Gesprächspartner. Ich hoffe ich kann dir heute Abend gutes berichten Liebste

P: Bis dann, mein Edelster.

(G ab)

E: Gespräche mit dem Vater und dem Pfarrer also?

P: Oh ja, meine Schwester. Kannst du dir's denken?

E: Ich denke doch.

P: Und was denkst du?

E: Das meine Gedanken dazu wohl keiner hören will.

P: Ach du bist bitter, Eiver.

E: Ja das bin ich.

(Pause)

E: Ihr seid gerade ein halbes Jahr in Liebe. Hälst du es nicht für verfrüht?

P: Ich weiß, dass er der Richtige ist. Du kannst das nicht verstehen Eiver. Du hast nie geliebt.

E: Das wird wohl mein bitteres Herz sein. Zum Lieben nicht fähig.

P: Gib nicht auf, Eiver. Auch für dich wird eines Tages der Tag kommen.

(P ab)

E: Eine Hochzeit also. Da kann ich mich ja richtig freuen, Ich Glückliche, die nie geliebt hat.

(Pause)

Gib nicht auf. Gib nicht auf. Gib, dass der Teufel dich hole, Pelagia mit den Totenglocken. Die Männer strzt du ins Verhängnis. Ein Succubus bist du. Wenn der Vater nur wüsste.

(Pause)

(Sie hält inne in ihrer Arbeit und betrachtet eine der Rosen und nimmt zärtlich eine der Blüten in die Hand. Dann knickt sie der Rose den Kopf ab.)
Robin Schreibt
 
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Re: Wer Wind säht wird Sturm ernten [DÜ]

Beitragvon Avunculus » 22.02.2015, 13:40

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Ich bin auf deinen Text aufmerksam geworden, vor allem deshalb, weil sich in die Textüberschrift ein augenfälliger Tippfehler geschlichen hat:

Er/sie sät – ohne H!
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Hallo Robin Schreibt!

Ich habe mich an dein Drama gewagt. :wink:


Beim Lesen deines Textes trüben die Einzelbuchstaben, die den jeweils sprechenden Akteuren vorangestellt sind, mein Lesevergnügen, da ich immer wieder 'nachschauen' muss, wer denn nun gerade spricht.


In deinem Stück erzählst du von Pelagia, die sich wohl bald mit Gulliver vermählen wird.
Sie scheint vermögend (Geld aus der Anführungszeichen-Boutique) und lebensfroh zu sein. Ihre Schwester Eiver hingegen ist eine alternde Jungfer, die Rückenschmerzen plagen.
Tja …


Robin Schreibt, der Kommentar zeigt dir meine Sicht auf deinen Text. Wenn du Brauchbares darin findest, freut mich das, ansonsten, ab damit in die Tonne.




P: Sind das nicht wunderschöne Rosen, Schwester? Seltsam, ich erinnere mich gar nicht, dass so schöne Blumen in unserem Garten wüchsen.

Der zweite Satz ist m.E. ein wenig verdrechselt. Du koppelst das 'Nicht-Erinnern' an den Konjunktiv (wüchsen) und das in der aktuellen Erzählzeit.
Vorschlag:
Pelagia kann sich nicht daran erinnern, dass jemals so schöne Blumen "in dem Garten gewachsen sind" (Indikativ + Perfekt). Ich meine, das wäre logischer.


E: Du warst ja auch selten hier. Aber wenn es dich so aufwühlt können wir gerne tauschen: Du kommst hier herunter und rupfst das Unkraut und ich schneide die Rosen.

Herunter?
Stehen die Rosen auf einem Hügel?



P: Ich danke dir für deine Treue Schwester

E: Dank nicht mir, dank der Bitterkeit im Rachen, die mir das Sprechen verleidete. Dank meinem kaputten Rücken. Dank meinen geplatzten Träumen. Dank dem Mann den ich nie traf und dank den Kindern, die ich nie hatte.

Diese Argumentation leuchtet mir nicht so ganz ein.
Eiver ist verbittert, hat Rückenschmerzen, keinen Mann und keine Kinder. - Und hier soll ich nun nach Gründen dafür suchen, warum sie ihre Schwester Pelagia nicht verraten hat?



G: Pelagia. Meine Sonne, mein Mond, mein Augenstern. Endlich hab ich dich gefunden. Der Weg von deiner Pforte bis in deinen Garten erschien mir fast zu weit. Ich glaubte ich müsste sterben, verbrennen vor Verlangen nach der Anmut deiner Seele. Diese großmütige, weichherzige, reine Seele.

Wenn Gulliver sich darüber freut, Pelagia 'endlich gefunden zu haben', dann sollte er sie m.E. vorab suchen. Da aber Pelagia ihm entgegen jauchzt, wo sie zu finden sei und Gulliver selbst sagt, dass ihm der Weg in den Garten zu weit erscheine – kann ich keine Indizien dafür finden, dass Gulliver nach seiner Pelagia gesucht hat.
'Endlich sehe ich dich wieder …', zum Beispiel, würde m.E. besser passen.




G: Tag auch, Eiver. Na, seid ihr am Rosenschneiden? Ei, nicht so grob, sonst schadet ihr der Blüte.

Teilweise habe ich den Eindruck, die Sprache deiner Dialoge ist auf alt getrimmt und soll mich glauben machen, dieses Gespräch habe in längst vergangener Zeit stattgefunden. Doch zwischendurch tauchen immer wieder eindeutig moderne Wörter und Begriffe auf. Zum Beispiel 'Boutique'. So auch hier:
'Tag auch, … '
Ich meine, du solltest dich für einen 'Sprachstil' entscheiden.


G: Handwerkliche Fertigkeit ist nicht das Geschick holder Damen. Sie sind zum lieben da, nicht zum Arbeiten. Und wo ihre Hände nicht virtuos sein mögen, ists ihre Zunge dafür doppelt.

Dreimal 'nicht'

'Fertigkeit' und 'Geschick' sind Synonyme.
Damit läuft deine Erklärung, warum holde Damen kein handwerkliches Geschick benötigen, m.E. ins Leere.



Gib nicht auf. Gib nicht auf. Gib, dass der Teufel dich hole, Pelagia mit den Totenglocken. Die Männer strzt du ins Verhängnis. Ein Succubus bist du. Wenn der Vater nur wüsste.

Hier stellen sich mir ein paar Fragen:

Wer spricht das? -Eiver?
Wer soll nicht aufgeben? Wen oder was soll er/sie nicht aufgeben?
Wie hängen Teufel, Pelagia und Totenglocken zusammen?


Fazit:

Robin Schreibt, ich blicke hier nicht durch.
Wovon genau handelt dieses Stück?
Wo ist der Wind und wo der Sturm?

Ich habe gern gerätselt. :wink:

LG
Avunculus
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Re: Wer Wind säht wird Sturm ernten [DÜ]

Beitragvon Robin Schreibt » 22.02.2015, 23:28

Danke, für deinen Kommentar. Auf mich macht es den Eindruck, dass wir sehr unterschiedlicher Meinung sind, aber ich werde mich nochmal eingehender mit dem Text und deinen Anregungen beschäftigen.

Ich bin sehr froh, wenn es was für dich zum rätseln gab. Fragezeichen sind doch meistens viel interessanter, als Punkte, nicht wahr? :)
Robin Schreibt
 
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