Wie du ein Geheimnis lüftest

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Wie du ein Geheimnis lüftest

 
Nutze dieses Thema um über folgenden Beitrag aus meinem Blog zu diskutieren:
Wie du ein Geheimnis lüftest

Wie lüftest du die Geheimnisse, die du in deine Geschichten einbaust?
Hast du überhaupt schon einmal welche aufgelöst?
Auf was für Stolpersteine bist du dabei gestoßen?
Wie hast du sie überwunden?

von © Jacky

Re: Wie du ein Geheimnis lüftest

 
Ich stehe gerade vor der Herausforderung, "mein" Geheimnis zu lüften.
Mein Problem dabei ist, nachdem ich die ganze Zeit so subtile Andeutungen eingebaut habe, kommt es mir so platt vor, nun die Lösung zu sagen. Bzw. einen meiner Charaktere die Lösung sagen zu lassen.
Aber ich fürchte, in der Situation geht es nur mit dem Hauruck-Verfahren.
Zumindest wird die Aufdeckung des Geheimnisses noch einiges an Action nach sich bringen - ich lasse also den Leser (hoffentlich) nicht enttäuscht von dannen ziehen.

von © Taklara

Re: Wie du ein Geheimnis lüftest

 
Musst du es dem Leser denn "sagen"? Kannst du ihn nicht irgendwen "in Flagranti" erwischen lassen? (geht natürlich nicht immer, wirkt aber meistens gut :P )

lg
Jacky ;)

von © Jacky

Re: Wie du ein Geheimnis lüftest

 
Hm, nein, leider - es muss schon jemand entdecken und den anderen sagen. Da ich die Geschichte in der Ich-Perspektive schreibe und meine Protagonistin es nicht sein darf, fällt es flach, den Leser zur Entdeckung sozusagen mitzunehmen.
Eigentlich hadere ich zur Zeit auch noch mehr mit den Reaktionen meiner Charaktere auf diese Entdeckung - aber das ist wohl ein anderes Problem.

von © Taklara

Re: Wie du ein Geheimnis lüftest

 
Hmmm... Geheimnisse! Hier wird wohl eine meiner größten Achillesfersen angesprochen (gleich nach der Rechtschreibung ;))!

Mein Problem besteht aber eher darin das ich meist selber nicht die Lösung des Geheimnisses kenne! :(
Aber das ist dann wohl eher eine Thematik für sich! *winkmitdemzaunpfahl an Jacky*

Nun gut! Eine Idee mit der ich zur Zeit in sachen Geheimnis lüften spiele ist folgende:
Man lässt einem Charakter zwar die Lösung zukommen und somit dem Leser, aber anderen Protagonisten bleibt diese verborgen!
Auf diese weise entsteht eine interessante konstellation die durchaus für spannung und komik sorgen kann! Man denke hier in ähnlicher weise an alte Columbo Filme! Man weiss von anfang an Wer und Wie der Mord begangen wurde! In meiner Idee gibt es aber auch weitere Charaktere die es wissen und davon gebrauch machen.
Der Hauptcharakter erfährt dann letztendlich nur einen Teil der Wahrheit während der Leser eben mehr weiss!
Das lässt sogar ein Hintertürchen offen für Fortsetzungen!

von © VCNeno

Re: Wie du ein Geheimnis lüftest

 
Geheimnisse lüften ist das große Thema meiner aktuellen Geschichte :/
Während des Schreibens sind mir x Subplots eingefallen, die eingebaut werden wollen. Es ist als hätte ich einen kleinen Kiesel ins Wasser geworfen und nun werden die Wellen immer größer...
Ein Geheimnis zieht das nächste mit sich und das geht die ganze Zeit so.
Das hat man davon, wenn man nicht plant vor dem Schreiben... Obwohl ich sagen muss, dieses Mal habe ich es tatsächlich versucht und es hat darin resultiert, dass in einer Szene plötzlich eine Figur aufgetaucht ist, von der ich nichts wusste, außer, dass sie meine zweite Hauptfigur ist, von der ich vorher nicht einmal gewusst hatte, dass sie exitiert.
Na bravo...

Das Problem ist, dass ich so viele Geheimnisse und Verstrickungen habe, dass ich nicht weiß, welches ich zuerst lüften soll und vor wem.
Ich schreibe aus mehreren Ich-Perspektiven, daher ist es natürlich so, dass ein Ich das Geheimnis kennt, die anderen Ichs aber nicht und es ist etwas kompliziert den richtigen Moment zu finden um eine gewisse Sache zu präsentieren, ohne dass die Spannung flöten geht.
Es ist ein Balanceakt.
Das heißt ich streue ein paar Hinweise und mache Andeutungen, die man jedoch auf verschiedene Art und Weise auslegen kann. Ich mache es nicht nur dem Leser spannend (hoffe ich), sondern auch mir :/

Es ist alles etwas komplex, aber ich bin zuversichtlich, dass sich das ganze Chaos schon wieder entheddern wird.
Wenn der Zeitpunkt gekommen ist, werde ich es schon merken.

von © freakingmuse

Re: Wie du ein Geheimnis lüftest

 
Der Prolog meines "Löwchens" hat mit dem Geheimnis geendet, um das es in diesem Buch geht.
Als ich begonnen habe zu schreiben, hatte ich beabsichtigt, das Geheimnis zunächst gar nicht zu benennen. Aber nach zwei Kapiteln musste ich es zumindest zur Sprache bringen. Es ließ sich ums Verrecken nicht umgehen.
Schwierig fand ich es, die Auflösung nicht sofort zu präsentieren. Ziemlich in der Mitte, wird es dann für den Leser gelüftet. Was mich erst etwas beunruhigt hatte, aber im Nachhinein sich als nicht allzu schlecht herausstellte, da es nur einen bestimmten Personenkreis betraf. Mein Hauptcharakter (= das Geheimnis) erfährt es erst zum Schluss.

Jacky hat geschrieben:Auf was für Stolpersteine bist du dabei gestoßen?


Die Stolpersteine ergaben sich aufgrund der historischen Gegebenheiten (ich schreibe Historische Romane und habe einen hohen Anspruch was belegbare Fakten betrifft). Desweiteren aufgrund der fiktiven Geschichte die ich um die Fakten herumgebastelt habe. Den größten Stolperstein hab ich mir allerdings selbst gelegt, weil ich unbedingt bis zum Schluss mein Geheimnis im Dunkeln haltne wollte und daher oft in eine Art Schreibblockade geschlittert bin.

Jacky hat geschrieben:Wie hast du sie überwunden?


Ich habe irgendwann eingesehen, dass es nicht möglich ist, das Geheimnis bis zur letzten Seite geheim zu halten.

Meine Testleserin hat übrigens das Geheimnis in Etwa bereits nach dem Prolog gelüftet. Allerdings rätselte sie bis zum Schluss was genau das es war. Sie war nicht unbedingt überrascht bzgl. der Auflösung aber darüber, wie ich es geschrieben habe, wie mein Hauptcharkter damit klar kommt.
Also, so schlecht kanns nicht gewesen sein.

von © Julchen

Re: Wie du ein Geheimnis lüftest

 
Hi,

Wie lüftest du die Geheimnisse, die du in deine Geschichten einbaust?
Also ich habe ein großes "Übergeheimnis" auf dem Weg dahin muss mein armer Prota mehrere herbe Wahrheiten erfahren bis er am Schluss des Rätsels Lösung erfährt.
(so ist es zumindest geplant)
Am Anfang steht ein großes :?: Er macht sich auf die Suche und stößt auf Dinge die ihn zuerst gar nicht betreffen, sondern eine Person in seinem Umfeld. Doch dann, je weiter er forscht desto enger wird die Spirale die bei ihm selbst endet und er erkennt, dass er Außlöser des ganzen ist. (so ist es zumindest geplant).
Ich hab mir alle 8 Staffeln von 24 angeschaut, weil ich glaube, dass diese Autoren wahre Meister im Geheimnisse verstecken sind. In der Serie waren soviele ungeahnte Wendungen drinn, dass mir manchmal die Kinnlade runtergefallen ist und ich auf der Couch auf und ab gesprungen bin und "das gibts doch nicht...NEIN das kann nicht sein" geschrieen habe.
Zum Aufbauen solcher Megageheimnisplots hab ich ein (hoffentlich wirklich cooles System) entwickelt. Von innen nach außen, wie eine Matroschka :D
Ich schreibe zuerst des Rätsels Lösung in die Mitte von einem Blatt Papier.
z.B.: der heilige Gral liegt im Louvre versteckt (sorry Dan Brown)
So dann frage ich mich, wie würde ich dieses Geheimnis schützen, nächster Kreis
z.B.: Ich lege eine falsche Fährte zu anderen Orten an denen er sich früher befunden hat (Rosslyn Chapel)
Nächster Kreis: Wie beschütze ich den ursprünglichen Ort, nächster Kreis => wer beschütz es (geheimer Orden z.B. die Prieure von Sion) und so weiter und so weiter. Die winzigen Details kommen dann beim Plotten ganz automatisch.

Hast du überhaupt schon einmal welche aufgelöst?
Japp sowohl hier als auch in "früheren Projekten" allerdings kamen mir die meisten Auflösungen sehr plump und irgendwie gewollt vor. Oder man konnte sie sehr schlecht nachvollziehen, weil sie nur in meiner eigenen ganz speziellen Logik Sinn gemacht haben :roll:

Auf was für Stolpersteine bist du dabei gestoßen?
Ich glaube meine größte Angst ist a) gleich zuviel zu veraten b) es so simpel zu gestalten das der Leser schon auf seite 10 weiß wohin der Hase läuft und das Geheimnis gar keins mehr ist c) das wenn ich es etwas verate die Spannung flöten geht.

Wie hast du sie überwunden
Ich lese Thriller und zwar nicht nur zur bloßen Unterhaltung weil ich gerne Thriller lese sondern schaue mir an wie die "Profis" das machen. Einen Thriller schreiben ist eigentlich total einfach. Es geht immer von Hinweis zu Hinweis zu Hinweis und am Ende die Auflösung. Ich glaube die Krux ist, diese "Schnitzeljagd" so zu gestalten, dass der Leser a) nicht weiß wohin die Sache führt b) gebannt an den Seiten klebt, um endlich zu erfahren was hinter allem steckt.

lg
Anell

von © anell

Re: Wie du ein Geheimnis lüftest

 
Wie lüftest du Geheimnisse, die du in deine Geschichte einbaust?
Lösung: Schritt für Schritt :wink: . Im Ernst: bei mir ist es so, dass die Lösung kurz bevor sie wirklich aufgedeckt wird schon einmal auftaucht. Das bedeutet, wenn etwas passiert (beispiel: Jemand stirbt oder so was), dann wird kurz zuvor vielleicht jemand aus seiner Familie getötet... Bei einer meiner Geschichten war es so, dass sie die Lösung des Geheimnisses die ganze Zeit hatten. Nur kamen sie nie auf die Idee...
In meinem jetzigen projekt gibt es so etwas, wie "das grosse Geheimnis". Das zieht sich (jedenfalls geplant) über vierhundert Seiten hin weg. Während mein Prota auf der Suche nach diesem grossen Geheimis ist, kommt sein 'Feind' dahinter und kann es lösen... Allerdings nicht das Ganze. den Rest muss mein Prota machen (er ist arm dran :XD: ).

Hast du überhaupt schon einmal welche aufgelöst?
Ja; aber nur kleine. Mit meinem grossen Geheimnis schlage ich mich noch eine Weile rum :wink:.

Auf was für Stolpersteine bist du dabei gestossen?
Beim Überarbeiten einer Szene habe ich gemert, dass ich eine falsche Angabe gemacht habe (Ich habe sie noch nciht entfernt, da mir nicht einfällt, wie ich sie richten kann...). Als ich das Geheimnis lüftete und ich diese Szene durchlas verstand ich diese 'versteckte Botschaft' nicht einmal mehr... :roll:

Wie hast du sie überwunden?
Eben, ich bin noch dran (mir ist vor Tagen etwas eingefallen). Aber normalerweise löse ich solche Probleme sehr schnell :). Was natürlich auch hilft: LESEN. Dann kommen einem neue Ideen oder Ideen, wie man sein Problem ändern könnte. Was bei mir hilft ist eine kurze Beschreibung der Szene. Was ist passiert? Welche Personen spielen mit? Was ist das Problem? etc.

Viel spass beim schreiben :wink:

Lg Joleen

von © Joleen