Wie du einen Roman schreibst: Die Schneeflocken Methode [3]

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Wie du einen Roman schreibst: Die Schneeflocken Methode [3]

 
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Wie du einen Roman schreibst: Die Schneeflocken Methode [3]

Wie findest du die Tabellen-Methode für Szenen?
Wirst du Schritt 9 durchführen?

von © Alessa

 
Dann will ich gleich mal was dazu schreiben.

Ich habe keine Tabelle gemacht. Nicht, weil ich mit Tabellen nicht umgehen kann (okay, wirklich geläufig sind sie mir nicht) sondern weil ich es als unpraktisch empfunden habe. Ich fand es weitaus logischer (für mich) diese Szenenübersicht auch im Textverarbeitungsprogramm zu machen. Allerdings habe ich es so gemacht:

Erst die Namen der Leute die in der Szene vorkommen, dann den Ort, dann was in der Szene passiert. ("Name: Ort: Name stürzt und bricht sich ein Bein")

Der Anfang war hat - denn ich wusste nicht, mit wlecher Szene ich den Roman überhaupt beginnen soll - es war eine Sache, diese Vierseitenfassung zu schreiben - eine ganz andere, konkrete Szenen zu erschaffen, die diese Geschichte dann auch erzählen.

Ich habe also so begonnen, das ich die wichtigsten Szenen, die ich schon wie ein Film im Kopf hatte als erstes aufgeschrieben habe - das war die leichteste Übung. Dann habe ich mal einfach die Szenen aufgeschrieben, die auf jeden Fall unbedingt nötig sind für die Geschichte - ohne die sie also selbst im Schnelldurchlauf nicht erzählt werden könnte. Und dann habe ich die Szenen der Nebenhandlungen aufgeschrieben und dazwischen eingebaut.

Nach dem ersten durchzählen hatte ich keine 40 Szenen, was gegen die 100 die der Autor beschreibt ja mächtig abstinkt. Nach einiger Arbeit - vieles fiel mir dann eifnach so nach und nach ein - manches veränderte sich in der Planung auch immer noch - bin ich nun bei ca. 80 Szenen gelandet und zufrieden damit. Ausserdem bin ich auch dazu übergegangen, einen Farbcode zu verwenden. Da ich meine Geschichte nicht aus der auktorialen Perspektive beschreiben wollte, habe ich immer eine Farbe für jene Perspektive gewählt, die aus einen bestimmten Charakter erzählt wird. Damit hatte ich dann auch schon bei den Szenen einen Überblick, ob die Gewichtung der einzelnen Personen und Sichtweisen zusammenpasst. Also ob nicht Nebenfiguren mehr Raum bekommen als der Protagonist, und solche Sachen.

Ich fand neben der Ein-Satz-Beschreibung die Szenenübersicht am schwierigsten.

von © Rezna

 
Hi
ich mache es fast genau so wenn ich eine Geschichte schreibe.
Ich schreibe zu jeder wichtigen Szene stichpunktartig auf was, wer und wo etwas passiert. Das mache ich solange bis das erst Kapitel fertig ist.
Natürlich kann sich auch ganz spontan etwas ändern (Z.B. Karl fällt nicht vom Baum, sondern beobachtet heimlich jemanden).
Das gibt der Geschichte gleich eine ganz andere Richtung.

Also manchmal ist es ganz hilfreich, wenn man beisspielsweise gerade in einer Blockade steckt und einfach nicht mehr weiter weiß.

Doch sollte man sich auch nicht nur darauf verlassen.
Wenn man wie vom Blitz getroffen einen unbeschreiblichen Einfall hat, kann man ihn doch nicht einfach verwerfen nur weil er nicht ihn der Auflistung ist.

von © Casira

 
Also ich habe ja gerade angefangen zu schreiben und ich habe im Moment keinerlei Motivation über ein grobes Raster hinaus jetzt schon alle Szenen zu planen. Weil sich bei mir erst im Schreiben die Ideen ergeben wie das ganze jetzt -über das ganz grobe Raster- GENAU entwickeln wird.

Also Szenenplanung jetzt schon da kann ich damit rechnen daß ich die innerhalb kürzester Zeit über den Haufen werfe.

von © schreiberling

 
Hallo Schreiberling, du sollst ja nicht mit der Szenenplanung anfangen.

Die Schneeflockenmethode funktioniert so, dass du langsam immer mehr Details hinzufügst.

Hast du auch mit der Schneeflockenmethode 1 angefangen, bei Schritt 1?
Ich kann dir sagen, wenn du dich daran entlanghangelst beantwortest du dir nach und nach alle Fragen selber, was in deiner Geschichte passieren soll.

Ich weiß nur, dass wenn ich einfach anfange zu schreiben, ohne einen Plan zu haben, ich nach ein paar Szenen/Kapiteln nicht weiter komme. Es ist einfacher gleich die richtige Geschichte mit einem Plan zu schreiben, der auch logisch funktioniert, als am Ende eine Geschichte zu haben, die vorne und hinten hinkt und die zich mal zu verschlimmbessern.

LG Liyah

von © Liyah

 
Hallo,

Liyah, mir gings genau so. Ich habe bis jetzt ohne richtigen Plan gearbeitet, mir lediglich hin und wieder ein paar Notizen gemacht und ein gaaaanz grobes Gerüst aufgestellt. "Die Story hab ich doch eh im Kopf" - dachte ich. Aber ich hab dann die Übersicht verloren und die Szenen, die ich geschrieben habe, passten teilweise nicht so recht zusammen und ich war am Schluss so im Wald, dass mir total die Lust verging.

Ich bin ja eigentlich jemand, der Vorarbeiten hasst und gleich mit dem Schreiben loslegen will, aber ich hab mir jetzt einen Tritt gegeben und mit der Schneeflockenmethode bei Punkt 1 begonnen. Inzwischen habe ich Punkt 4 beendet und ich bin überrascht, wie hilfreich die Methode ist.

Erstens bekomme ich endlich eine richtige Struktur in meinen Roman und zweitens lerne ich meine Figuren besser kennen.

Ich kann auch nur dazu raten, ganz von vorne mit den Schneeflocken anzufangen, auch wenn es mühsam ist. Es lohnt sich wirklich!

Viele Grüße
Evil Angel

von © Evil Angel

 
Ich habe die Flocke zum Glück gerade rechtzeitig zum NaNoWriMo (fast) fertig bekommen. In die Aufstellung der Szenen habe ich aber noch eine zusätzliche Spalte eingefügt, die beschreibt, ob die Szene laut ist.

Laut ist eine Szene dann, wenn sie im Werk (bei mir: Hörspiel) auch tatsächlich vorhanden ist. Eine leise Szene findet zwar statt, aber es wird nacher nur darüber berichtet. Sie ist für den Leser nicht unmittelbar erfahrbar, sondern nur durch Auswirkungen in späteren Szenen und Berichte auf der Charakterebene.

Ich fand es wichtig, diese Szenen auch aufzunehmen, da sie für das Schreiben ja unerlässlich sind und in späteren Szenen bedacht werden sollten.

von © PiHalbe

 
Hallo!
Ich melde mich hier auch mal wieder zur Wort, nachdem ich so lange verschollen war (oder anders: nachdem ich zu wenig Zeit hatte, um in der Schreibwerkstatt vorbeizuschauen :cry: ).

Möchte mir jetzt aber viel mehr Zeit fürs Schreiben nehmen und da ansetzen, wo ich vor ca. 2 Monaten aufgehört habe: Mit Schritt 10 der Schneeflocken-Methode, das Schreiben selbst.

Bisher lief mit der Schneeflocken-Methode ja auch alles super :) Die Schritte 1 bis 7 konnte ich nach einiger Zeit erfolgreich abschließen.

Schritt 8 empfand ich als sehr arbeits-/zeitintensiv - ist ja klar, jede Szene sollte in der Tabelle Platz finden :wink: Allerdings lohnte sich die ganze Arbeit, denn so hatte ich endlich einen guten Überblick und konnte manche Sachen noch einmal überdenken, verändern, ergänzen oder Ähnliches.

Schritt 9 habe ich ausgelassen :oops: ich war mir sicher, dass ich Schritt 10 auch so hinkriegen würde, denn nach den ganzen Schritten und der vielen Planung wollte ich endlich losschreiben.
Doch leider kamen mir viele private Sachen dazwischen, sodass ich nicht die Zeit fand, um endlich anzufangen. Und als ich noch ein bisschen über meinen Anfang nachdachte, fiel mir auf, dass er mir gar nicht gefällt :(

Ja, und jetzt stehe ich da, habe die Geschichte erst vorgestern wieder in die Hand genommen und möchte eigentlich mit dem Schreiben anfangen. Aber es ist so schwer, sich darin wiedereinzufinden...

Sollte ich Schritt 9 vllt doch noch mal nachholen??
Was meint ihr dazu??

Liebe Grüße,
Hachi

von © Hachi

 
Ich kann das Kribbeln in deinen Fingern verstehen.

Ein Vorschlag, vor allem, wenn du dir mit dem Anfang nicht mehr sicher bist. Wie wäre es, wenn du dir einen der Hauptcharaktere nimmst, und einen Tag aus seinem alltäglichen Leben beschreibst. Ganz so wie im Charakterkurs.

Drei Vorteile:
  1. Du nimmst wieder Kontakt zu der Geschichte auf, gerade mit einem Hauptcharakter sollte das gut gelingen.
  2. Der Druck fällt weg. Weil du weißt, dass es "nur" ein bisschen Charakterstudie ist, sollte dir das Schreiben leicht fallen. Zusätzlich fühlst du dich wieder in den Charakter ein.
  3. Ein Tag im Alltag kann ein sehr reizvoller Einstieg in eine Geschichte sein. Wenn du fertig bist, kannst du also diese Szene als Anfang benutzen, und danach einfach weiter schreiben (wenn du sowieso schon im Fluss bist ... ;)). Wenn du dann am Ende der Geschichte ankommst, und dir der Anfang nicht mehr gefällt streichst du die erste Szene einfach weg, d.h. deine zweite Szene wird zur Ersten. Oft reicht das schon, oder du schreibst eben dann - mit der fertigen Geschichte im Hinterkopf - einen besseren Anfang.
lg
Jacky ;)

von © Jacky

 
Dankeschön für den Tipp, Jacky :wink:
Hatte ganz vergessen, dass es diese Möglichkeit gibt. Ich werd's auf jeden Fall mal versuchen.

Liebe Grüße,
Hachi

von © Hachi