Nein, ich finde, man muss nichts am Leser ändern und du hast es nichts umsonst geschrieben, selbst wenn etwas nicht so ankommt wie geplant. Mit dem Handwerk kann es zu tun haben, muss aber nicht.
Jeder verknüpft das ,was er neu hinzulernt, oder erlebt/erfährt, oder eben liest, mit dem, was er bereits an Erfahrungen hat. Durch das Verknüpfen entstehen dann Bilder, Eindrücke, Emotionen, .... . Je nach dem, woher er kommt, was er macht, was er bisher erlebt hat, sind die Bilder, Eindrücke , ... anders.
Wenn in einem Werk z.B. etwas enthalten ist, das ein Leser mit einer negativen Erinnerung verknüpft wird, kann es so gut sein, wei es will - es wird ihm nicht gefallen.
Zum Beispiel die Beschreibung eines Bilds von Picasso: Mal angenommen du schreibst es so, als würdest du über ein Bild schreiben und beim Leser bereits Wissen über Picasso voraussetzen. Wenn jemand mit Picasso nichts am Hut hat, dann bedeutet das nicht, dass dein Text schlecht ist - er ist nur für den fachkundigen Leser geschrieben. Würdest du ihn für unkundige Leser schreiben, müsstest du es anders schreiben - mit mehr Informationen, vielleicht etwas mitreißender und interessanter, damit der Leser dabeibleibt und beginnt sich für Picasso zu interessieren.
Entsprechend wird dann auch Kritik geübt. Für den einen Leser ist dein Werk über Picasso zu oberflächlich, der würde gerne tiefer einsteigen und für den anderen Leser wird zu viel vorausgesetzt. Und dann gibts sicherlich auch welche, die sich fragen ob man dazu überhaupt was schreiben muss. Und auch solche, die in Lobeshymnen aufgehen, weil sie dir gar nicht folgen können und deshalb meinen dass du da was herausragendes geschrieben hast.
Ich denke die Frage ist, was will ich schreiben und wen will ich damit erreichen. Daraus ergibt sich dann, wie ich es handwerklich aufbereiten muss und wie ich mit der Kritik, die dann kommt umgehe.
Zum Thema "konstruktive Kritik" gehört auch, dass man sie "konstruktiv" lesen und interpretieren kann.
von
Peter