Wie viele Wörter verfassten die berühmten Literaten

Nachforschung, Untersuchung, Information. Hintergrundinformationen für deine Werke. Fragen bzgl. Geschichte, Gesellschaft, Technologie, etc.

Wie viele Wörter verfassten die berühmten Literaten

Beitragvon Schreib2 » 03.07.2013, 20:19

Hallo,

wie viele Wörter verfassten die berühmten Literaten. Gibt es da eine Datenbank? Wie Göthe, Kafka, Schiller, Wittgenstein, usw...

Würde mich echt interessieren wie viele Werke und vor allem wie lange?
Schreib2
 
Beiträge: 11
Registriert: 08.12.2012, 15:11

Re: Wie viele Wörter verfassten die berühmten Literaten

Beitragvon Badabumm » 03.07.2013, 20:58

Schreib2 hat geschrieben:Göthe

Trotz neuer deutscher Rechtschreibung: Goethe

Würde mich echt interessieren wie viele Werke und vor allem wie lange?

Nun, die Anzahl ihrer Werke lässt sich verhältnismäßig schnell herausfinden. Du könntest z.B. bei Gutenberg.org nachschlagen, alle Werke runterladen, die Dich interessieren, und die Wörter selber zählen. Ein Gesamtwerk ist das aber nicht, denn es gibt noch Briefe, Tagebücher, Essays, wissenschaftliche Abhandlungen usw. Die gehören unzweifelhaft auch zu den Werken! Meines Wissens gibt es keine Liste, aber vielleicht gibt es Informationen bei Nachschlagewerken des unnützen Wissens :mrgreen: Wenn Du Wittgenstein (der ohne Zweifel gut schrieb) zu den Literaten zählst, wird Deine Liste aber extrem lang werden, denn wer gehört Deiner Meinung nun dazu und wer nicht??? Gehst Du nach Chart-Lists, verkauften Büchern, den meisten Übersetzungen? Dann gehört auch Astrid Lindgren dazu...

Für Musik hat mal ein Mensch, der nichts besseres zu tun hatte, den Komponisten mit den meisten Werken herausgesucht. Hab's vergessen, es war aber ein ziemlich unbekannter...

LG Badabumm
.
"Und sowieso wird man Dichter nur durch das Mädchen, das man nicht bekommt."
(Søren Kierkegaard)
Benutzeravatar
Badabumm
 
Beiträge: 607
Registriert: 05.04.2011, 23:53
Wohnort: oben
Blog: Blog ansehen (13)

Re: Wie viele Wörter verfassten die berühmten Literaten

Beitragvon berwil » 04.07.2013, 18:12

Das ist generell schwierig zu sagen, weil manchmal vieles nicht veröffentlicht wurde, anderes dafür in mehreren Ausgaben oder vielleicht sogar Bearbeitungen ... Mir ist bis jetzt nichts untergekommen, aber falls ich etwas finde, lasse ich es dich wissen!
Gutenberg ist da ein heißer Tipp, mir kommt aber vor, dass dort auch vieles (noch) nicht erfasst ist? Oder irre ich mich da?
Benutzeravatar
berwil
SuWriMo 2013
SuWriMo 2013
 
Beiträge: 86
Registriert: 18.07.2007, 12:17
Wohnort: Österreich

Re: Wie viele Wörter verfassten die berühmten Literaten

Beitragvon Dorilys » 11.07.2013, 11:12

Also, Ich habe mal Faust und Anzahl Wörter eingegeben, und das gefunden: http://www.diaware.de/ww/2003jan-tiz-faust.txt
Knapp 31k Wörter für Teil 1, ca 45k Teilk 2.

Insgesamt habe ich das Gefühl, die klassische Literatur hat viel weniger Wörter benutzt als es heute üblich ist (Vielleicht hatten die damals weniger Zeit zu lesen?)
Dorilys
NaNo 2012
NaNo 2012
 
Beiträge: 99
Registriert: 13.07.2010, 18:52

Re: Wie viele Wörter verfassten die berühmten Literaten

Beitragvon Badabumm » 11.07.2013, 15:05

Dorilys hat geschrieben:Also, Ich habe mal Faust und Anzahl Wörter eingegeben, und das gefunden: http://www.diaware.de/ww/2003jan-tiz-faust.txt
Knapp 31k Wörter für Teil 1, ca 45k Teilk 2.

Insgesamt habe ich das Gefühl, die klassische Literatur hat viel weniger Wörter benutzt als es heute üblich ist (Vielleicht hatten die damals weniger Zeit zu lesen?)


Faust ist ein Bühnenstück, das dafür angelegt ist, vorgetragen zu werden. Ob es Goethes tatsächliche Absicht war, es auf die Bühne zu bringen - oder ob es nur ein "gefaktes" Drama ist - weiß ich jetzt nicht... Deshalb muss man einfach zusammenrechnen, wie lange es dauert, das Stück real aufzuführen. Dann kommt man auf zwei bis drei Stunden und das ist lang genug.

Im Gegenteil, ich würde zwischen Klassikern und jetziger Literatur keine Trennung machen. Der Großteil der Romane waren eigentlich genauso lang wie heute. Ich würde die Romane von Charles Dickens oder Victor Hugo wirklich nicht als kurz bezeichnen! Die Frage, ob weniger Wörter benutzt werden, um das gleiche auszusagen wie heute, wäre allerdings ein Armutszeugnis für die Literatur - dann wären die früheren Leser nämlich schlauer gewesen... ;-) ;-)

Allerdings schält sich ein Trend heraus, insbsondere bei Fantasy ewig in die Länge auszuufern. Vielleicht ersetzen solche "Dauer-Werke" die täglichen Soaps oder so. ;-) Das wird wohl ein Zeitgeist sein. Ein Unterschied besteht sicher in der Art, wodurch sich die Länge ergibt: Während heute immer mehr Handlungen aufgereiht werden, schienen die Beschreibungen und Stimmungen der Protas früher wichtiger gewesen zu sein. In den Romanen passierte unterm Strich eher weniger, trotzdem waren sie lang. In Moby Dick nimmt die penible Beschreibung der Seeleute und die Alltäglichkeiten des Walfangs, die innere Zerrissenheit von Ahab und die Schönheit und Dramatik der Natur den größten Raum ein. Da ist die Versenkung des Schiffes sozusagen der einzige Haupthöhepunkt, in dem "wirklich" was passiert (und natürlich die eingestreuten Walfangszenen).

Aber klar, erst wenn es statistisch signifikant wird, kann man das verallgemeinern. Dazu müsste man eine Messlatte zum Vergleichen erfinden - die es gottlob wohl nie geben wird. Ist eben nur mein persönlicher Eindruck.

edit: weniger Zeit zu lesen würde ich so nicht stehen lassen. Es gab eher zwei Gruppen: die einen hatten keine Zeit, sie waren arm, mussten hart arbeiten usw. usw. - aber die konnten zum größten Teil gar nicht lesen. Und für den Bauern, Arbeiter oder Handwerker waren Bücher vielleicht sogar "Teufelszeug", unnützer Kram. Nur die Bibel stand als "das" Buch im Regal.

Die andere Gruppe waren eben die Leute, die auf Kosten der anderen Klassen lebten - der Adel, Priester, Wissenschaftler - und die hatten durchaus Zeit und zwar jede Menge! Das waren aber auch die, für die Romane geschrieben wurden und die überhaupt lasen. Ich habe mich jetzt durch vier Jane Austen-Romane "gekämpft" (manche sind schon arg langatmig...) und das wesentliche, was mir auffällt, ist: die Protas haben Langeweile ohne Ende! Wenn jemand eigentlich nichts anderes zu tun hat als Deckchen zu sticken oder den Hund zu füttern, kann er auch lesen. Dafür gab es tonnenweise Schauer- und Liebesromane. Äh, wie heute auch ;-)

Badabumm
.
"Und sowieso wird man Dichter nur durch das Mädchen, das man nicht bekommt."
(Søren Kierkegaard)
Benutzeravatar
Badabumm
 
Beiträge: 607
Registriert: 05.04.2011, 23:53
Wohnort: oben
Blog: Blog ansehen (13)


Zurück zu Recherche

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste