[Kind] Wirma Wutzeputz und die traurige Grummelblume [1/2]

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[Kind] Wirma Wutzeputz und die traurige Grummelblume [1/2]

Beitragvon Xinnea » 16.04.2015, 12:10

Hallo, ihr Lieben! Ich nehme jetzt all meinen Mut zusammen und zeige euch den ersten Teil meiner ersten Kurzgeschichte. Da ich gerade erst anfange, Geschichten tatsächlich fertig zu schreiben, freue ich mich über konstruktive Kritik sehr. Nur dadurch, werde ich das nächste Mal besser und das übernächste Mal noch besser und so weiter :-) Mit dem Anfang bin ich noch nicht zufrieden. Irgendwie fühlt er sich noch zu zusammengestückelt und holprig an.

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Wirma Wutzeputz und die traurige Grummelblume

Tief versteckt im Grummelwald, hinter dem zehnten Baum links, wohnt Familie Wutzeputz. Mama Wutzeputz, Papa Wutzeputz, Willi Wutzeputz und Wirma Wutzeputz sehen wirklich ein bisschen wutzig und putzig aus. Mama und Papa sind ebenso groß, wie ein junges Menschenkind. Willi und Wirma würden einem Menschenkind gerade bis zum Bauchnabel reichen. Sie wachsen noch.
Ihre Haut schimmert in einem kräftigen Lila. Alle vier haben kugelrunde Bäuche und streichholzdünne Arme und Beine. Ihre himmelblauen Haare stehen in alle erdenklichen Richtungen ab und mit ihren großen, gelben Kulleraugen können sie sogar im Dunkeln sehr gut sehen. Wenn sie sich ganz still hinsetzen, könnte man sie einfach für wutzige, putzige Kuscheltiere halten. Mama, Papa, Willi und Wirma mögen es aber überhaupt kein bisschen, wenn man sie mit Kuscheltieren vergleicht.

Was sie auch überhaupt kein bisschen mögen, ist das Aufräumen. Genau genommen finden sie aufräumen überaus langweilig. Man kann seine Zeit wirklich sinnvoller verbringen, als damit, Gegenstände von einem Ort zum anderen zu räumen und später nicht wiederzufinden. Deswegen ist es in ihrem Zuhause immer sehr unordentlich. Das macht aber gar nichts. Familie Wutzeputz fühlt sich nirgendwo wohler, als in ihrer Unordnung.
Von außen sieht ihr Heim nur aus, wie ein oller Steinhaufen. Außer Familie Wutzeputz weiß niemand, dass sich in dem Steinhaufen ihr Zuhause versteckt. Nur manchmal kann man erahnen, dass der Haufen bewohnt ist, nämlich wenn die Unordnung so groß wird, dass vor dem supergeheimen Steinhaufeneingang Wirmas Kleider oder Willis Zahnspange oder Mamas Kochtöpfe oder Papas Kaffeetasse liegen. Oder alles gleichzeitig.

Leider kann der arme Willi heute nicht mit Wirma spielen, weil er beim Zahnarzt ist. Er hat so schiefe Zähne, dass er nicht um eine Zahnspange herumkommen konnte. Deshalb muss Mama Wutzeputz, genau wie heute, alle paar Wochen mit ihm zum Zahnarzt. Wirma ist sehr froh, dass sie kerzengerade Zähne hat und deswegen nicht ganz so oft zum Zahnarzt muss, wie ihr Bruder. Obwohl der Zahnarzt ihr nie wehtut und Wirma nach jedem Besuch einen Lolli geschenkt bekommt, spielt sie lieber im Grummelwald, als auf dem Zahnarztstuhl zu sitzen.
Weil Mama und Willi Wutzeputz also beim Zahnarzt sind und Papa Wutzeputz auf der Arbeit ist – denn ja, auch Wutzeputz-Eltern müssen arbeiten! – muss Wirma Wutzeputz heute ganz alleine spielen. Irgendwie sind alle Spiele, die sie kennt, alleine sehr langweilig.
Wirma macht sich auf den Weg, um eine andere Beschäftigung zu finden, damit sie nicht vor Langeweile umkippt. Auch wenn Mama sagt, dass man nicht vor Langeweile umkippen kann, will Wirma kein Risiko eingehen. Sicher ist sicher.

Als sie munter singend auf der Suche nach einer neuen Beschäftigung durch den Grummelwald hüpft, entdeckt sie am Wegrand eine einsame Grummelblume. Grummelblumen gibt es im Grummelwald mindestens hundert Millionen, schätzt Wirma. Sie geben ihm seinen Namen. Normalerweise wachsen sie in großen Gruppen. Einzeln sind sie so gut wie nie anzutreffen. Grummelblumen fühlen sich alleine nicht wohl. Diese Grummelblume jedoch steht mutterseelenallein am Wegrand und lässt den Kopf hängen.
Ein paar Sekunden starrt Wirma die traurige Blume an und weiß nicht, was sie machen soll. Spräche sie doch die Grummelsprache! Für alle, die diese Sprache nicht sprechen, klingt leider jeder Satz wie ein einziges, unverständliches Gegrummel. Dass diese Blume jedoch ganz besonders wehleidig vor sich her grummelt, erkennt Wirma sogar, ohne ihre Sprache zu verstehen.
Sie hockt sich vor die Grummelblume und hebt ihren Kopf an. Ihre Blüten sind nicht wie üblich von kräftigen Neonfarben, sondern wirken blass, fast als hätte jemand sie gebleicht. Diese Grummelblume muss wirklich sehr traurig sein. Obwohl sie keine Ahnung hat, wie sie ihr helfen soll, bringt Wrima es nicht über ihr kleines Herz, einfach singend weiterzuhüpfen und die traurige Grummelblume allein am Wegrand stehen zu lassen. Sie lässt sich ins Gras fallen und denkt höchst angestrengt nach. Wenn Wirma Wutzeputz nachdenkt, schließt sie immer ihre Augen, fasst sich mit den Fingern an ihre Ohren und kräuselt zwischendurch ihre Nase. Das sieht zwar außerordentlich komisch aus, aber meistens hilft es. So sind Wirma noch immer die besten Ideen gekommen.
Bei diesem schwierigen Fall jedoch, hat Wirma auch nach Minuten noch immer keinen blassen Schimmer, wie sie der Grummelblume helfen kann. Um ihr zu helfen, muss sie ja überhaupt erst einmal wissen, warum sie hier mutterseelenallein am Wegrand steht und so traurig ist.

(Fortsetzung folgt.)
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Re: Wirma Wutzeputz und die traurige Grummelblume [1/2]

Beitragvon magico » 16.04.2015, 13:46

Hallo Xinnea,

dann werde ich mich mal deiner Geschichte widmen:

Mama und Papa sind ebenso groß, wie ein junges Menschenkind.


Ein "junges Menschenkind" ist natürlich Auslegungssache, vor allem, da du im nächsten Satz nur noch von "Menschenkind" sprichst. Vielleicht könnte man es konkreter machen. Was ist jung? Ein Baby? Ein Kinderkrippen- oder ein Kindergartenkind? Oder gar ein Grundschulkind?

Man kann seine Zeit wirklich sinnvoller verbringen, als damit, Gegenstände von einem Ort zum anderen zu räumen und später nicht wiederzufinden.


"Sinnvoller" finde ich als Wort für ein Kinderbuch unpassend. "Besser" würde sich anbieten. Allgemein finde ich diesen Satz zu lang, zu verschachtelt und zu kompliziert.
Vielleicht würde ich zwei Sätze daraus machen: Man kann seine Zeit wirklich besser verbringen, als damit, Gegenstände von einem Ort zum anderen zu räumen. Oft findet man sie dann nicht mal wieder.Hm ... :thinking: Ich weiß auch nicht so recht, ob "Gegenstände" besser durch "Sachen" ersetzt werden sollte.

Deswegen ist es in ihrem Zuhause immer sehr unordentlich. Das macht aber gar nichts. Familie Wutzeputz fühlt sich nirgendwo wohler, als in ihrer Unordnung.


Die Eltern, die diese Geschichte ihren Kindern vorlesen, werden sich freuen. Ich kann die Kinder schon hören: Aber Familie Wutzeputz muss auch nicht aufräumen!

Von außen sieht ihr Heim nur aus, wie ein oller Steinhaufen.


Wieso "oll"? Würde ein "gewöhnlicher" Steinhaufen nicht auch genügen?

Nur manchmal kann man erahnen, dass der Haufen bewohnt ist, nämlich wenn die Unordnung so groß wird, dass vor dem supergeheimen Steinhaufeneingang Wirmas Kleider oder Willis Zahnspange oder Mamas Kochtöpfe oder Papas Kaffeetasse liegen.


Unbedingt zwei Sätze daraus machen.
Punkt hinter "bewohnt ist".

Deshalb muss Mama Wutzeputz, genau wie heute, alle paar Wochen mit ihm zum Zahnarzt.


Ich weiß nicht, für welche Altersgruppe die Geschichte gedacht ist, aber ich würde jetzt vermuten, für Kindergartenkinder. Bei denen ist es mit dem Zeitgefühl noch so eine Sache. Wochen, Monate, Jahre ... das ist alles sehr abstrakt. Meine Tochter ist 3 Jahre alt und für sie sind Vormittag und Nachmittag 2 Tage. Das Schlafen ist für Kleinkinder die natürliche Grenze eines Tages.
Daher würde ich empfehlen "alle paar Wochen" durch "ständig" oder "sehr oft" zu ersetzen.

und Wirma nach jedem Besuch einen Lolli geschenkt bekommt


Ich bezweifle, dass der Zahnarzt Lollis verschenkt. :wink: (Vielleicht ein kleines Spielzeug?)

Weil Mama und Willi Wutzeputz also beim Zahnarzt sind


Das weíß man bereits. Du hast es vorher schon zweimal erwähnt.

Den Zahnarztabschnitt finde ich etwas übertrieben lang, da du im Prinzip nur erklären möchtest, weshalb Wirma allein spielen muss. Das könntest du definitiv abkürzen.

Auch wenn Mama sagt, dass man nicht vor Langeweile umkippen kann, will Wirma kein Risiko eingehen. Sicher ist sicher.


Finde ich gut und macht Wirma für Kinder sehr sympathisch.

wirken blass, fast als hätte jemand sie gebleicht.


Ich weiß nicht, ob Kinder etwas von Bleichen bzw. Bleiche wissen. Vielleicht: als wären sie eingestaubt.

Obwohl sie keine Ahnung hat, wie sie ihr helfen soll, bringt Wrima


* Wirma

Bei diesem schwierigen Fall jedoch, hat Wirma auch nach Minuten noch immer keinen blassen Schimmer, wie sie der Grummelblume helfen kann.


Ich kenne Teil 2 noch nicht, aber bis jetzt finde ich diese Information absolut überflüssig.


Fazit:

Also, alles in Allem hast du die besten Voraussetzungen für Kinder zu schreiben. Bis auf wenige Ausrutscher schreibst du einfach, flüssig und sprichst die Kinder direkt an. Ab und zu ein paar weniger Schachtelsätze wären gut. Du schreibst in der Gegenwart, was in den meisten Kinderbüchern üblich ist, da Kinder im Moment leben (und nicht im Gestern oder Morgen).


Ich bin gespannt auf Teil 2.
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Re: Wirma Wutzeputz und die traurige Grummelblume [1/2]

Beitragvon Xinnea » 16.04.2015, 14:16

Danke dir, für dein Feedback!
Ich werde heute Abend anhand deiner Anmerkungen den ersten Teil überarbeiten und den zweiten einstellen.
Bei Schachtelsätzen erwische ich mich übrigens tatsächlich oft, sowohl in Sprache als auch in Schrift. Da muss ich wirklich aufpassen. Danke für deine Bemerkungen! :-)
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Re: Wirma Wutzeputz und die traurige Grummelblume [1/2]

Beitragvon Avunculus » 17.04.2015, 00:45

Hallo Xinnea,

schön, dass du die hübsche Kindergeschichte aus dem Leben der Familie Wutzeputz hier eingestellt hast.

Ich meine, die liest sich richtig gut.

Ein Teil deiner Geschichte kommt fast ohne Handlung aus. Du erzählst, wo die Familie W. wohnt, wie groß die einzelnen Familienmitglieder sind, dass sie nicht so gerne aufräumen und Willi schiefe Zähne hat. Das alles ist sehr hübsch beschrieben. Doch einen Handlungsstrang kann ich nicht erkennen.
Ich meine, es ist okay die Wohnstätte und das Aussehen der Familie 'einfach so' zu beschreiben. Spätestens bei dem Absatz übers Aufräumen sollte aber m.E. die Handlung beginnen. Es muss ja nichts Außergewöhnliches sein.
Mama Wutzeputz könnte zum Beispiel die Autoschlüssel / die Busfahrkarte oder sonst etwas suchen, die sie braucht, um mit Willi zum Zahnarzt zu fahren. Und dann spinnst du die Geschichte einfach weiter. Vielleicht bist dann auch du selbst mit dem Anfang zufriedener?

Xinnea, der Kommentar zeigt dir meine Sicht auf deinen Text. Wenn du Brauchbares darin findest, freut mich das, ansonsten, ab damit in die Tonne.

Blau markierte Stellen in deinem Text (Füllwörter, Doppelungen etc.) halte ich für entbehrlich.



Tief versteckt im Grummelwald, hinter dem zehnten Baum links,

Vorschlag:
… hinter einer uralten Akazie … oder so ähnlich.
Den 'zehnten Baum links' finde ich nicht sooo prickelnd.



wohnt Familie Wutzeputz. Mama Wutzeputz, Papa Wutzeputz, Willi Wutzeputz und Wirma Wutzeputz sehen wirklich ein bisschen wutzig und putzig aus.

Dass die Familie 'wutzig und putzig' aussieht, liest sich zwar sehr hübsch, darunter vorstellen kann ich mir jedoch nichts. Es entsteht kein Bild.
Außerdem verwendest du die beiden Begriffe weiter unten noch einmal.



Mama und Papa sind ebenso groß, wie ein junges Menschenkind. Willi und Wirma würden einem Menschenkind gerade bis zum Bauchnabel reichen.

Mama und Papa sind so groß, wie …
Willi und Wirma würden … reichen.
Im ersten Satz verwendest du den Indikativ, im zweiten den Konjunktiv. Ich meine, du solltest das vereinheitlichen. Entweder zweimal Indikativ oder zweimal Konjunktiv. - Mein Favorit wäre der Indikativ.



Sie wachsen noch.
Ihre Haut schimmert in einem kräftigen Lila. Alle vier haben kugelrunde Bäuche und streichholzdünne Arme und Beine. Ihre himmelblauen Haare stehen in alle erdenklichen Richtungen ab und mit ihren großen, gelben Kulleraugen können sie sogar im Dunkeln sehr gut sehen. Wenn sie sich ganz still hinsetzen, könnte man sie einfach für wutzige, putzige Kuscheltiere halten.

Hier passt die Beschreibung der wutzigen und putzigen Familie m.E. sehr gut. Du hast sie vorab gezeichnet, und ich habe ein Bild vor Augen. Prima.



Was sie auch überhaupt kein bisschen mögen, ist das Aufräumen. Genau genommen finden sie aufräumen überaus langweilig. Man kann seine Zeit wirklich sinnvoller verbringen, als damit, Gegenstände

'Gegenstände' ist ein wenig präziser Begriff. Er erzeugt kein Bild. Vielleicht könntest du die Gegenstände ein wenig näher bezeichnen?



von einem Ort zum anderen zu räumen und später nicht wiederzufinden.

Wegen der leichteren Lesbarkeit, würde ich den letzten Satz umstellen:
Zuerst die 'Handlung' und dann die 'Reflexion'.
Also in etwa:
Gegenstände herum räumen und dann nicht wiederfinden – man kann seine Zeit wirklich sinnvoller nutzen.

Den Satz könntest du auch gut als wörtliche Rede schreiben.



Leider kann der arme Willi heute nicht mit Wirma spielen, weil er beim Zahnarzt ist. Er hat so schiefe Zähne, dass er nicht um eine Zahnspange herumkommen konnte.

Da Willis Zahnspange weiter oben bereits vor dem Steinhaufeneingang liegt, nehme ich an, er hat bereits eine. Deshalb müsste der letzte Satz, so wie ich ihn verstehe, heißen:
Er hat so schiefe Zähne gehabt, dass er nicht … herumgekommen ist.



Deshalb muss Mama Wutzeputz, genau wie heute, alle paar Wochen mit ihm zum Zahnarzt. Wirma ist sehr froh, dass sie kerzengerade Zähne hat und deswegen nicht ganz so oft zum Zahnarzt muss, wie ihr Bruder. Obwohl der Zahnarzt ihr nie wehtut und Wirma nach jedem Besuch einen Lolli geschenkt bekommt, spielt sie lieber im Grummelwald, als auf dem Zahnarztstuhl zu sitzen.




Weil Mama und Willi Wutzeputz also beim Zahnarzt sind und Papa Wutzeputz auf der Arbeit ist – denn ja, auch Wutzeputz-Eltern müssen arbeiten! – muss Wirma Wutzeputz heute ganz alleine spielen.

Ich würde auch die Bestätigung
„denn ja, auch Wutzeputz-Eltern müssen arbeiten!“
weglassen.
Wenn du schreibst, dass Papa Wutzeputz auf Arbeit ist, dann ist ja bereits sehr klar, dass auch die Wutzeputz-Eltern arbeiten müssen.



Irgendwie sind alle Spiele, die sie kennt, alleine sehr langweilig.
Wirma macht sich auf den Weg, um eine andere Beschäftigung zu finden, damit sie nicht vor Langeweile umkippt. Auch wenn Mama sagt, dass man nicht vor Langeweile umkippen kann, will Wirma kein Risiko eingehen. Sicher ist sicher.

Sehr hübsch!



Als sie munter singend auf der Suche nach einer neuen Beschäftigung durch den Grummelwald hüpft, entdeckt sie am Wegrand eine einsame Grummelblume.

Auch hier würde ich den Satz teilen und die Partizipkonstruktion auflösen.



Grummelblumen gibt es im Grummelwald mindestens hundert Millionen, schätzt Wirma. Sie geben ihm seinen Namen. Normalerweise wachsen sie in großen Gruppen. Einzeln sind sie so gut wie nie anzutreffen. Grummelblumen fühlen sich alleine nicht wohl. Diese Grummelblume jedoch steht mutterseelenallein am Wegrand und lässt den Kopf hängen.
Ein paar Sekunden starrt Wirma die traurige Blume an und weiß nicht, was sie machen soll. Spräche sie doch die Grummelsprache! Für alle, die diese Sprache nicht sprechen, klingt leider jeder Satz wie ein einziges, unverständliches Gegrummel. Dass diese Blume jedoch ganz besonders wehleidig vor sich her grummelt, erkennt Wirma sogar, ohne ihre Sprache zu verstehen.
Sie hockt sich vor die Grummelblume und hebt ihren Kopf an. Ihre Blüten sind nicht wie üblich von kräftigen Neonfarben, sondern wirken blass, fast als hätte jemand sie gebleicht. Diese Grummelblume muss wirklich sehr traurig sein.

Auch hier, im letzten Satz, könntest du wörtliche Rede verwenden - wenn es dir in den Kram passt.



Obwohl sie keine Ahnung hat, wie sie ihr helfen soll, bringt Wrima es nicht über ihr kleines Herz, einfach singend weiterzuhüpfen und die traurige Grummelblume allein am Wegrand stehen zu lassen. Sie lässt sich ins Gras fallen und denkt höchst angestrengt nach. Wenn Wirma Wutzeputz nachdenkt, schließt sie immer ihre Augen, fasst sich mit den Fingern an ihre Ohren und kräuselt zwischendurch ihre Nase. Das sieht zwar außerordentlich komisch aus, aber meistens hilft es. So sind Wirma noch immer die besten Ideen gekommen.
Bei diesem schwierigen Fall jedoch, hat Wirma auch nach Minuten noch immer keinen blassen Schimmer, wie sie der Grummelblume helfen kann. Um ihr zu helfen, muss sie ja überhaupt erst einmal wissen, warum sie hier mutterseelenallein am Wegrand steht und so traurig ist.




Fazit:

Mir gefällt dein Schreibstil.
Ein etwas längerer Handlungsstrang und ein wenig wörtliche Rede könnten deinen Text m.E. noch ein bisschen lebendiger machen.

Ich habe deine Geschichte, so weit eingestellt, gern gelesen.
Und natürlich bin ich neugierig, wie es weitergeht. :wink:

LG
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Re: Wirma Wutzeputz und die traurige Grummelblume [1/2]

Beitragvon Xinnea » 17.04.2015, 07:14

Hallo, lieber Avunculus!

Vielen Dank, dass du dir Zeit für mich, Wirma und die Grummelblume genommen hast.
Ich denke du hast genau auf den Punkt gebracht, weswegen ich in meiner "Einleitung" über der Geschichte schrieb, dass mir der Anfang noch nicht gefällt und einfach noch nicht rund ist. Er ist zu lang und gezogen. Da die Geschichte an sich ja von "Wirma Wutzeputz und der Grummelblume" handelt, werde ich auf einen weiteren Handlungsstrang, wie das Suchen einer Busfahrkarte, verzichten und stattdessen diese Beschreibungen, vor allem die Zahnarzt-Stelle, ehreblich kürzen und schneller in die Handlung einsteigen.

Viele der blau markierten Wörter oder Satzteile finde ich sehr plausibel und werde ich umsetzen, danke dafür!

Dass die Familie 'wutzig und putzig' aussieht, liest sich zwar sehr hübsch, darunter vorstellen kann ich mir jedoch nichts. Es entsteht kein Bild.
Außerdem verwendest du die beiden Begriffe weiter unten noch einmal.


Eigentlich ist genau das gewollt. :| Ich sage erst, sie sehen wutzig und putzig aus, dann kommt die Beschreibung und am Ende noch mal, naja eben wutzig und putzig. Das erste Mal ist es quasi eine Miniüberleitung vom Namen zur Beschreibung. Die Idee für den Namen kam mir, als ich meine Hunde im Spaß Wutz und Putz nannte (so heißen sie nicht wirklich), weil sie wutzig und putzig (was ja nichts anderes als niedlich bedeutet) aussehen. Deshalb ist der Satz wohl so gekommen.

Alles, was du danach sagst, hilft mir sehr. Danke dafür.
Auf wörtliche Rede hatte ich aus einem sehr stumpfen Grund verzichtet. Ursprünglich war die Geschichte für meine Youtube-Hörbuch-Idee gedacht. Ich wollte sie lesen, aufnehmen und als Hörbuch für Kinder, deren Eltern ihnen nicht so viel vorlesen, hochstellen. Da ich aber noch nicht kein perfekter Leser mit verschiedenen Stimmen bin, wollte ich in der ersten Geschichte ohne wörtliche Rede auskommen :D

Da Willis Zahnspange weiter oben bereits vor dem Steinhaufeneingang liegt, nehme ich an, er hat bereits eine. Deshalb müsste der letzte Satz, so wie ich ihn verstehe, heißen:
Er hat so schiefe Zähne gehabt, dass er nicht … herumgekommen ist.


Ich glaube, das habe ich so geschrieben, weil er immer noch schiefe Zähne hat. "hat... gehabt" Finde ich generell nicht ganz so schön.

Gerade in dem Zahnarzt-Abschnitt helfen mir deine blau markierten Wörter sehr!

Danke für deine Mühe und Zeit. Den zweiten Teil habe ich übrigens gestern auch hochgeladen :girl:
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