[Kind] Wirma Wutzeputz und die traurige Grummelblume [2/2]

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[Kind] Wirma Wutzeputz und die traurige Grummelblume [2/2]

Beitragvon Xinnea » 17.04.2015, 00:18

Wirma kramt in den tiefsten Tiefen und verstecktesten Winkeln ihres Gehirns, um sich an alles zu erinnern, was sie über Grummelblumen weiß. Grummelblumen wachsen so gut wie nie alleine. Sie müssen in großen Gruppen leben, um glücklich zu sein. Außerdem brauchen sie regelmäßig Wasser und so viel Sonne, wie es nur irgendwie möglich ist. Sonst werden sie unglücklich und verblassen.

Das ist es! Diese Grummelblume steht genau im Schatten einer der größten Eichen des Grummelwaldes. Durch das riesige Blätterdach fällt selten ein schwacher Lichtstrahl. Die meiste Zeit steht die Blume im Dunkeln. Und das macht Grummelblumen sehr traurig. Wirma ist außerordentlich stolz, dass sie ganz alleine auf den Grund für die Trauer der Blume gekommen ist.
Wie die Grummelblume an diese wirklich sehr dunkle Stelle des Waldes gekommen ist, wundert Wirma jedoch. Jemand muss ihren Samen hier in die Erde gedrückt haben, vermutet sie. Niemals würde ein Grummelblumensamen von selber auf die Idee kommen, an solch einer dunklen Stelle sesshaft zu werden.

Aber das ist jetzt egal - es gilt eine Grummelblume zu retten! Wirma will keine Zeit verlieren und beschließt, die Grummelblume auf die nächste sonnige Lichtung zu bringen. Dort kann sie sich von den Sonnenstrahlen heilen lassen. Außerdem wird sie sicher sehr froh sein, all die anderen Grummelblumen auf der Wiese zu sehen.
Wie genau sie eine Blume, die mit all ihren dünnen, verletzlichen Wurzeln im Boden verankert ist, an einen anderen Platz bringen soll, weiß Wirma jedoch beim besten Willen nicht. Sie schließt ihre Augen, fasst sich mit den Fingern an ihre Ohren und kräuselt zwischendurch nachdenklich die Nase. Weil ihr so noch immer die besten Ideen kommen, muss sie an den Garten denken, den Papa vor langer Zeit rund um das Heim von Familie Wutzeputz anlegen wollte. Irgendwie wurde aus dem Garten nichts. Vielleicht hat Papa einfach die Lust verloren. Aber zum Glück liebt Papa Wutzeputz die Unordnung ebenso sehr wie der Rest der Familie Wutzeputz. Alles, was er sich für die Gartenarbeit besorgt hatte, steht und liegt noch heute kreuz und quer im Busch hinter dem Steinhügel. Darunter befinden sich Schaufeln verschiedenster Größen, Gartenhandschuhe, Harken und eine Schubkarre. Eine Schubkarre, die sich ausgezeichnet eignet, um traurige Grummelblumen mitsamt ihrer dünnen, verletzlichen Wurzeln auf eine sonnige Lichtung zu fahren. Wirma müsste sie nur mit allen Wurzeln und der Erde, in der sie stecken, ausgraben und auf der nächsten Lichtung zwischen den anderen Grummelblumen wieder eingraben.
Wie der Blitz flitzt Wirma nach Hause. Ächzend räumt sie Schaufeln, Handschuhe und Harken beiseite, um die Schubkarre aus dem Busch ziehen zu können. Der Rückweg dauert erheblich länger. Mit einer Schubkarre lässt es sich nicht so gut blitzschnell flitzen. Trotzdem erreicht sie bald mitsamt der Schubkarre die traurige Grummelblume und beginnt, sie und ihre dünnen, verletzlichen Wurzeln auszugraben. So vorsichtig, wie es nur geht, hebt sie die Blume letztendlich in die Schubkarre. Wie ein Häufchen Elend, liegt die verblasste Grummelblume vor ihr. Hoffentlich weiß sie, dass ich ihr helfe, denkt Wirma und beeilt sich so schnell und gleichzeitig vorsichtig wie möglich, zur nächsten Lichtung zu kommen. Ihre Grummelblume soll endlich wieder glücklich sein!
Man kann sich denken, dass man mit einer Schubkarre mit so wertvoller und verletzlicher Fracht nur sehr langsam vorwärts kommt. Trotzdem kommt Wirma mit unverletzter Grummelblume auf der nächsten Lichtung an. Überall grummelt es in allen Tönen. Hier leben wirklich außerordentlich viele Grummelblumen und die Sonne kitzelt sie alle mit ihren hellen Strahlen.
Es wird meiner Grummelblume hier ganz besonders gut gefallen, denkt Wirma sehr zufrieden. Bald werden ihre Blüten sicher in den gleichen Neontönen strahlen, wie die der anderen vielen Grummelblumen. Konzentriert lässt sie ihren Blick über die Lichtung schweifen, um den besten freien Platz für ihre Blume zu finden. Sie entscheidet sich für eine Stelle zwischen vielen anderen grummelnden und leuchtenden Blumen. Die Stelle ist gerade groß genug, um ihre Grummelblume mitsamt all ihrer dünnen, verletzlichen Wurzeln einzubuddeln. Trotzdem ist sie hier so nah an den anderen Grummelblumen, dass sie nie wieder alleine sein muss.
Hastig hockt Wirma sich zwischen die Grummelblumen und beginnt zu graben, ohne die umliegenden Blumen zu verletzen. Bald ist das Loch tief genug und sie hebt ihre Grummelblume aus der Schubkarre. Vorsichtig platziert sie sie im Loch und schiebt gerade so viel Erde wieder hinein, dass ihre Grummelblume fest genug, aber nicht zu fest sitzt.
Den Rest der Erde schüttet sie in die Schubkarre. Damit wird sie später das Loch unter der großen Eiche füllen, so dass niemand erahnen kann, dass dort einmal eine Grummelblume gestanden hat.
Bevor Wirma sich auf den Weg macht, setzt sie sich jedoch eine Weile an den Rand der Lichtung, ganz in die Nähe ihrer Blume. Zufrieden lauscht sie dem munteren Gebrummel. Sie glaubt zu erkennen, dass ihre Grummelblume schon ein bisschen weniger traurig aussieht.
Von diesem Tag an besucht Wirma ihre Grummelblume oft und freut sich, dass ihr Kopf von Mal zu Mal weniger hängt und ihre Blüten immer kräftiger strahlen. Wenn Wirma ihre Freundin besucht, hört sie schon von Weitem ihr Gegrummel. Auch wenn sie ihre Sprache nicht versteht, würde sie das Gegrummel ihrer gar nicht mehr unglücklichen Grummelblume unter allen Blumen der Welt erkennen. Und ihre gar nicht mehr unglückliche Blume erkennt Wirmas Schritte unter allen Schritten der Welt und grummelt ganz besonders freudig, wenn Wirma in der Nähe ist.
Wie gut, dass Wirma heute alleine spielen musste. Sonst hätte sie vielleicht nicht das Glück gehabt, ihre neue Freundin kennenzulernen.
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Re: Wirma Wutzeputz und die traurige Grummelblume [2/2]

Beitragvon magico » 17.04.2015, 11:16

Also, los - Teil 2:

Wirma kramt in den tiefsten Tiefen und verstecktesten Winkeln ihres Gehirns


Gehirn ist für kleine Kinder eine ziemlich abstrakte Sache, aber in diesem Satzkonstrukt "Kopf" zu verwenden, würde keinen Sinn machen. Schwierig.

Durch das riesige Blätterdach fällt selten ein schwacher Lichtstrahl.


So formuliert impliziert es, dass "häufig ein starker Lichtstrahl" durch das Blätterdach fällt.
Ich würde "schwach" einfach streichen und gut. "Selten" suggeriert einem Kind schon, dass es nicht oft vorkommt.

Wirma ist außerordentlich stolz, dass sie ganz alleine auf den Grund für die Trauer der Blume gekommen ist.


Das kann man extrem abkürzen: Wirma ist außerordentlich stolz, dass sie das ganz alleine rausbekommen hat.
Selber Sinn, weniger drumherum.

Wie genau sie eine Blume, die mit all ihren dünnen, verletzlichen Wurzeln im Boden verankert ist, an einen anderen Platz bringen soll, weiß Wirma jedoch beim besten Willen nicht.


Hier wieder so ein Schachtelsatzwunder. :mrgreen:
Der Satz ist mir zu passiv. Müsste man aktiver formulieren: Wie soll ich denn die Blume an einen anderen Platz bringen? Mit all diesen Wurzeln im Boden. Ich will sie ja nicht verletzen. (oder so ähnlich)

Mit einer Schubkarre lässt es sich nicht so gut blitzschnell flitzen


Trotzdem erreicht sie bald mitsamt der Schubkarre die traurige Grummelblume


Danach würde ich einen Punkt machen.

Wie ein Häufchen Elend, liegt die verblasste Grummelblume vor ihr.


Komma weg.

Man kann sich denken, dass man mit einer Schubkarre mit so wertvoller und verletzlicher Fracht nur sehr langsam vorwärts kommt. Trotzdem kommt Wirma mit unverletzter Grummelblume auf der nächsten Lichtung an.


Vielleicht: Trotzdem kommt Wirma mit heiler Grummelblume ...

Konzentriert lässt sie ihren Blick über die Lichtung schweifen


Finde ich zu kompliziert. Vielleicht "Angestrengt" oder "Nachdenklich".

Damit wird sie später das Loch unter der großen Eiche füllen, so dass niemand erahnen kann, dass dort einmal eine Grummelblume gestanden hat.


Der zweite Teil ist völlig überflüssig. Wäre es schlimm, wenn das noch jemand erahnen könnte?

Von diesem Tag an besucht Wirma ihre Grummelblume oft und freut sich, dass ihr Kopf von Mal zu Mal weniger hängt und ihre Blüten immer kräftiger strahlen.


Man sollte versuchen so wenig "und" wie möglich zu verwenden. Du könntest hinter "hängt" einen Punkt machen und ganz simpel "Ihre Blüten strahlen immer kräftiger." als nächsten Satz anfügen.

Auch wenn sie ihre Sprache nicht versteht, würde sie das Gegrummel ihrer gar nicht mehr unglücklichen Grummelblume unter allen Blumen der Welt erkennen. Und ihre gar nicht mehr unglückliche Blume erkennt Wirmas Schritte unter allen Schritten der Welt und grummelt ganz besonders freudig, wenn Wirma in der Nähe ist.
Wie gut, dass Wirma heute alleine spielen musste. Sonst hätte sie vielleicht nicht das Glück gehabt, ihre neue Freundin kennenzulernen.


Ein sehr schöner Schluss für eine Kindergeschichte. :D
(Witzigerweise mit einer ähnlichen Pointe wie in meiner Geschichte, die ich dir geschickt habe.)


Ich muss allerdings sagen, dass du in diesem Teil irgendwie viel verschachtelter und komplizierter geschrieben hast als im ersten. Es sind wieder viele Schachtelsätze drin.
Gerade im letzten langen Abschnitt erklärst du jede kleine Tätigkeit haargenau. Das könnte Kinder schnell ihre Konzentration kosten.
Ich glaube Avunculus hat es im vorherigen Teil schon angesprochen. Ein paar direkte Reden oder ein paar mehr aktive Gedankengänge von Wirma würden das ganze auflockern.
Sicher spricht sie nicht die Sprache der Grummelblumen, aber sie kann doch trotzdem zu ihr sprechen.
So, nach dem Motto: "So, mein liebes Blümelein. Dann pflanze ich dich hier an dieser schönen, sonnigen Stelle wieder ein."
Wie gesagt, ein paar weniger Details genügen auch bei Kindergeschichten. Man muss nicht jeden kleinen Handgriff erwähnen.
Grundsätzlich aber eine schöne, leichte Kindergeschichte. Mit den entsprechenden Illustrationen ausgestattet, würde ich sie ganz sicher meinen Kindern vorlesen. :)


Weiterhin viel Spaß und Erfolg - magico
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Re: Wirma Wutzeputz und die traurige Grummelblume [2/2]

Beitragvon Avunculus » 18.04.2015, 18:05

Hallo Xinnea,

nun also weiter mit dem zweiten Teil deiner hübschen Geschichte.
Wirma Wutzeputz hat eine Idee: Sie pflanzt die einsame Grummelblume an einen lichten Platz inmitten vieler anderer Grummelblumen – und die beiden werden Freunde.

Deine Kindergeschichte liest sich sehr gut. (Fast durchgängig) einfach und klar erzählt. Da gibt es für mich nur wenig zu grummeln. Den Verzicht auf wörtliche Rede hast du mir ja plausibel erklärt.
Dennoch wäre gerade sie das Sahnehäubchen auf deine sehr schön geschriebene Geschichte, meine ich.


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Noch kurz zu deiner freundlichen Antwort auf meinen Kommentar.

Leider kann der arme Willi heute nicht mit Wirma spielen, weil er beim Zahnarzt ist. Er hat so schiefe Zähne, dass er nicht um eine Zahnspange herumkommen konnte.
Ich glaube, das habe ich so geschrieben, weil er immer noch schiefe Zähne hat. "hat... gehabt" Finde ich generell nicht ganz so schön.

Die Frage, die sich hier stellt:
Handelt dein Satz in der aktuellen Erzählzeit oder vorher? Läuft Willi bei diesem Zahnarztbesuch Gefahr eine Zahnspange zu bekommen oder hat er bereits eine Zahnspange? - Ich habe es so verstanden, dass er bereits eine hat. Dann handelt der Satz in der Vorvergangenheit und braucht, weil du im Präsens erzählst, das Perfekt. Tja, und das wird nun mal so gebildet.
Die 'schiefen Zähne' könntest du m.E. im Präsens belassen, bei der Zahnspange aber, kommst du dann nicht um das Perfekt herum. :wink:
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Wirma kramt in den tiefsten Tiefen und verstecktesten Winkeln ihres Gehirns, um sich an alles zu erinnern, was sie über Grummelblumen weiß. Grummelblumen wachsen so gut wie nie alleine. Sie müssen in großen Gruppen leben, um glücklich zu sein. Außerdem brauchen sie regelmäßig Wasser und so viel Sonne, wie es nur irgendwie möglich ist. Sonst werden sie unglücklich und verblassen.

Das ist es! Diese Grummelblume steht genau im Schatten einer der größten Eichen des Grummelwaldes. Durch das riesige Blätterdach fällt selten ein schwacher Lichtstrahl. Die meiste Zeit steht die Blume im Dunkeln.




Und das macht Grummelblumen sehr traurig. Wirma ist außerordentlich stolz, dass sie ganz alleine auf den Grund für die Trauer der Blume gekommen ist.

Meine Mutmaßung:
'auf den Grund … kommen', könnte von deinen jungen Hörern und Lesern missverstanden werden.



Wie die Grummelblume an diese wirklich sehr dunkle Stelle des Waldes gekommen ist, wundert Wirma jedoch. Jemand muss ihren Samen hier in die Erde gedrückt haben, vermutet sie. Niemals würde ein Grummelblumensamen von selber auf die Idee kommen, an solch einer dunklen Stelle sesshaft zu werden.

Aber das ist jetzt egal - es gilt eine Grummelblume zu retten! Wirma will keine Zeit verlieren und beschließt, die Grummelblume auf die nächste sonnige Lichtung zu bringen. Dort kann sie sich von den Sonnenstrahlen heilen lassen. Außerdem wird sie sicher sehr froh sein, all die anderen Grummelblumen auf der Wiese zu sehen.

Eine Schubkarre, die sich ausgezeichnet eignet, um traurige Grummelblumen mitsamt ihrer dünnen, verletzlichen Wurzeln

Sofern ich mich nicht irre:
… mitsamt ihren … Wurzeln …



auf eine sonnige Lichtung zu fahren. Wirma müsste sie nur mit allen Wurzeln und der Erde,

Ich meine:
Wirma muss sie nur …



Mit einer Schubkarre lässt es sich nicht so gut blitzschnell flitzen. Trotzdem erreicht sie bald mitsamt der Schubkarre die traurige Grummelblume und beginnt, sie und ihre dünnen, verletzlichen Wurzeln auszugraben. So vorsichtig, wie es nur geht, hebt sie die Blume letztendlich in die Schubkarre. Wie ein Häufchen Elend, liegt die verblasste Grummelblume vor ihr. Hoffentlich weiß sie, dass ich ihr helfe, denkt Wirma und beeilt sich so schnell und gleichzeitig vorsichtig wie möglich, zur nächsten Lichtung zu kommen.

Der letzte Satz ist ein wenig schwierig zu lesen.
Vorschlag:
Hoffentlich weiß sie, dass ich ihr helfe, denkt Wirma. So schnell und vorsichtig wie möglich, rollt sie mit der Schubkarre zur nächsten Lichtung … oder so ähnlich.



Man kann sich denken, dass man mit einer Schubkarre mit so wertvoller und verletzlicher Fracht nur sehr langsam vorwärts kommt.

Man … man ...
Vorschlag:
Schnell und vorsichtig durch den Grummelwald zu rollen, dauert lang. Wirma kommt nur langsam vorwärts … oder so ähnlich.

Wenn du möchtest, kannst du hier noch ein paar Bilder skizzieren:
Von Wurzeln die über den Weg wachsen, von schlammigen Pfützen, von stacheligem Gebüsch etc.




Trotzdem kommt Wirma mit unverletzter Grummelblume auf der nächsten Lichtung an.

'Trotzdem … '
Hier würde ich nicht auf die Gefahren einer Schubkarren-Fahrt abstellen (trotzdem), sondern auf den Faktor Zeit. Ich bin mir weiß Gott nicht sicher, glaube aber, dass der für deine junge Hörerschaft verständlicher wäre.
Vorschlag:
Schließlich / Endlich kommt Wirma …



Überall grummelt es in allen Tönen.

Vorschlag:
Du könntest das Gegrummel 'in allen Tönen' ein wenig beschreiben.
Laut und leise, hell und dunkel, voll und zart, ...



Hier leben wirklich außerordentlich viele Grummelblumen und die Sonne kitzelt sie alle mit ihren hellen Strahlen.
Es wird meiner Grummelblume hier ganz besonders gut gefallen, denkt Wirma sehr zufrieden. Bald werden ihre Blüten sicher in den gleichen Neontönen strahlen, wie die der anderen vielen Grummelblumen. Konzentriert lässt sie ihren Blick über die Lichtung schweifen, um den besten freien Platz für ihre Blume zu finden. Sie entscheidet sich für eine Stelle zwischen vielen anderen grummelnden und leuchtenden Blumen. Die Stelle ist gerade groß genug, um ihre Grummelblume mitsamt all ihrer dünnen, verletzlichen Wurzeln einzubuddeln. Trotzdem ist sie hier so nah an den anderen Grummelblumen, dass sie nie wieder alleine sein muss.




Bald ist das Loch tief genug und sie hebt ihre Grummelblume aus der Schubkarre. Vorsichtig platziert sie sie im Loch und schiebt gerade so viel Erde wieder hinein, dass ihre Grummelblume fest genug, aber nicht zu fest sitzt.

Der letzte Satz scheint mir zu kompliziert für deine junge Hörerschaft.
Vorschlag:
… hebt ihre Grummelblume aus der Schubkarre, setzt sie in das Loch und hält sie behutsam. Mit der anderen Hand schiebt und klopft sie so lange Erde in das Loch, bis die Grummelblume alleine darin steht ... oder so ähnlich.
Ein bisschen Wasser wäre in solch einem Fall natürlich auch nicht schlecht. :wink:


Den Rest der Erde schüttet sie in die Schubkarre. Damit wird sie später das Loch unter der großen Eiche füllen, so dass niemand erahnen kann, dass dort einmal eine Grummelblume gestanden hat.

Wieso darf niemand wissen, dass dort eine Grummelblume gestanden hat?



Bevor Wirma sich auf den Weg macht, setzt sie sich jedoch eine Weile an den Rand der Lichtung, ganz in die Nähe ihrer Blume. Zufrieden lauscht sie dem munteren Gebrummel. Sie glaubt zu erkennen, dass ihre Grummelblume schon ein bisschen weniger traurig aussieht.

Und ihre gar nicht mehr unglückliche Blume erkennt Wirmas Schritte unter allen Schritten der Welt und grummelt ganz besonders freudig, wenn Wirma in der Nähe ist.
Wie gut, dass Wirma heute alleine spielen musste. Sonst hätte sie vielleicht nicht das Glück gehabt, ihre neue Freundin kennenzulernen.

Finde ich sehr hübsch.


Fazit:
Eine gelungene Kindergeschichte mit einer sympathischen Pointe. :wink:

Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinem Projekt!

LG
Avunculus
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Re: Wirma Wutzeputz und die traurige Grummelblume [2/2]

Beitragvon Xinnea » 19.04.2015, 08:02

Uiui, da habe ich doch glatt vergessen, mir die Kommentare zu Hause noch mal genauer anzusehen. Unnütze Uni, lenkt einen von den wirklich wichtigen Dingen im Leben ab ;-)

Lieber magico, lieber Avunculus,
vielen Dank, für eure erneute Zeit und Mühe!

Lieber magico,
gerade die Vorschläge mit "Gehirn" und "kompliziert" haben mir sehr geholfen! Das formuliere ich einfacher.

"Wie ein Häufchen Elend, liegt die verblasste Grummelblume vor ihr."
Komma weg.


Upsi, das war vorher eins meiner 'Schachtelsatzwunder' ;-) Davon ist wohl noch ein Komma übrig geblieben :D

Der zweite Teil ist völlig überflüssig. Wäre es schlimm, wenn das noch jemand erahnen könnte?


Eigentlich nicht. Uneigentlich auch nicht. Ich habe da viel zu erwachsen gedacht, glaube ich. Ich dachte, ich müsse unbedingt noch sagen, was mit der Erde passiert, die Wirma auf der Lichtung ausbuddelt. Kann ja nicht einfach da rumliegen. Aber das ist eigentlich Schwachsinn, wenn ich so drüber nachdenk. Klar kann sie da rumliegen, ist ja eine Lichtung, kein steriler Laborraum.

Man sollte versuchen so wenig "und" wie möglich zu verwenden.


Simpler und guter Tipp, wenn ich mal wieder merke, mich in Schachtelsätzen zu verirren.

Vielen Dank für deine Kommentare!
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Re: Wirma Wutzeputz und die traurige Grummelblume [2/2]

Beitragvon Xinnea » 19.04.2015, 08:19

Lieber Avunculus,

deine blau markierten Worte und Satzteile sind wieder sehr hilfreich. Bei anderer Leute Geschichten sehe ich so etwas auch. Bei meinem eigenen Geschrieben ist das oft schwerer zu erkennen. Aber ich denke, ich werde einfach nach Fertigstellung von Geschichten in Zukunft erst mal ein paar Tage Abstand nehmen. Dann lese ich sie ein Mal ausschließlich bewusst im Hinblick auf Schachtelsätze und ein Mal auf Füllwörter und/oder andere Teile, die überflüssig sind. Wenn ich bewusst und nur darauf achte, sehe ich vielleicht auch bei mir selbst mehr.

Alle Umformulierungen klingen plausibel, sicher werde ich mich davon inspirieren lassen.

Wenn du möchtest, kannst du hier noch ein paar Bilder skizzieren:
Von Wurzeln die über den Weg wachsen, von schlammigen Pfützen, von stacheligem Gebüsch etc.


Wundervolle Idee!

Vorschlag:
Schließlich / Endlich kommt Wirma …


Wenn ich den Weg länger skizziere, wie davor vorgeschlagen, passt "Endlich" gut, danke.

Wieso darf niemand wissen, dass dort eine Grummelblume gestanden hat?


Das hat magico auch gefragt. Ich habe es in meinem Kommentar zu seinen Bemerkungen eben erklärt. Naja, 'erklärt' passt nicht, vielmehr habe ich meine ursprüngliche Erklärung in den Wind geschossen.

Auch dir danke ich sehr für deine Kommentare und die lieben Worte!
Liebsten Gruß
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