Zeichensetzung in Gedichten

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Zeichensetzung in Gedichten

Beitragvon Minna » 30.06.2015, 11:01

Hallo,

Eine Diskussion mit FridaK über dieses Gedicht (in-der-stille-t54543.html) hat mich auf folgende Frage gebracht:

Haltet ihr Satzzeichen im Gedicht, wie Komma und Punkte für den Lesefluss störend oder als struktrierend?
Verwendet ihr Satzzeichen, wenn ihr ein Gedicht schreibt? Warum/nicht?

Liebe Grüße
Minna
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Re: Zeichensetzung in Gedichten

Beitragvon brehb » 05.07.2015, 15:40

Hallo Minna,

auf deine Frage
Haltet ihr Satzzeichen im Gedicht, wie Komma und Punkte für den Lesefluss störend oder als struktrierend? Verwendet ihr Satzzeichen, wenn ihr ein Gedicht schreibt? Warum/nicht?

wäre leicht zu antworten: Mal so, mal so. Je nachdem, was ich erreichen will.

Aber sicher sollte man ernsthafter darüber nachdenken.

Zuerst also die (lehrerhafte) Feststellung: Wer Texte verfasst und veröffentlicht, sollte sich an die Schreibregeln halten, (also auch an die Interpunktionsregeln). Sie sind ein wichtiges/verpflichtendes Element unserer Sprache. Sie dienen in erster Linie der Verständlichmachung. Der Leser hat sich an sie gewöhnt und erwartet sie, sie fördern die Wiedererkennung. Insofern erleichtern sie das Lesen.

Aber Autoren sind nicht nur der Sprache gegenüber verpflichtet sondern auch gegenüber sich selbst. Und besonders Dichter glauben (künstlerische Freiheit), sich "besser/verständlicher/pointierter/rhythmischer/wirkungsvoller" ausdrücken zu können, wenn sie die bestehenden Regeln "in diesem, ihrem Sinne" abändern, meist durch Weglassung. Ob das "erfolgreich" ist, bleibt meist offen. Als bloße dichterische Marotte schadet es unserer Sprache mehr, als es ihr nützt.

...und nun mein persönliches Vorgehen: Ich benutze in Gedichten eine leicht reduzierte Interpunktion (Frage- Ausrufezeichen wo wichtig, Anführungszeichen bei wörtlicher Rede, Komma in Aufzählungen, zur Abtrennung von Nebensätzen oder zur Sinnklärung/besonderen Betonung, (meist) Kein Punkt am Versende, auch wenn der nächste Vers in Groß beginnt. (meist) Kein Punkt am Strophenende)

...und warum mache ich das? Weil ich es kann. :wink:

LG brehb
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Re: Zeichensetzung in Gedichten

Beitragvon muenchenzicke » 10.07.2015, 19:50

Satzzeichen haben eine strukturierende Funktion, deshalb verwende ich Satzzeichen in meinen Gedichten genauso, wie ich es in Prosa auch mache. Da mache ich keinen Unterschied. Vielleicht deshalb, weil ich meine Gedichte auch vom Rhythmus her so schreibe, daß man außer an den Endreimen beim Selber-Lesen und bei meiner Lesung gar nicht merkt, daß man ein Gedicht vor sich hat. Ich mag es halt flüssig. Ist aber natürlich nur meine persönliche Meinung.

Grüße
Karin
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