Diskutieren wir also ein klein wenig über Geschmack, und dass jeder einen Anderen hat
@rolf0404
rolf0404 hat geschrieben:Ich finde dieses Beispiel überhaupt nicht 'schnulzig'. Es drückt gerade durch den Satz "wie nahe er dabei ihren Sommersprossen käme" Gefühl aus.
Dankeschön, ich fasse das als ein Kompliment auf

rolf0404 hat geschrieben:Man kann nicht wütend, traurig, entsetzt und glücklich zugeleich sein. Man kann sich vielleicht so ähnlich fühlen, sich in einem Gefühlsmischmasch befinden. - Meiner Meinung nach ist es besser, dies näher zu erläutern oder wieder zu "zeigen", anstatt sich für diese Form der "Einfachheit" zu entscheiden.
Hmmm, also da mag ich nun wiederum dir widersprechen

Also
ich kann so durcheinander
sein. Ob ich das dann "fühlen" oder "sein" nenne, empfinde ich ein bisschen als Haarspalterei, wenn du dich mir dann eher anschließen kannst, ersetze aber gerne "sein" durch "fühlen" in meinem Beispiel

Ich gebe dir dahingehend recht, dass es immer auf die Situation ankommt. Wenn die einzelnen Gefühle wichtig für die Handlung bzw. die Geschichte sind, dann sollte man sie ausführlich erklären und durch eine der beschriebenen Methoden näher bringen. Wenn für den Moment aber nur wichtig ist, dass die Person verwirrt ist, dann wäre meiner Meinung nach auch ein "
Sie fühlte sich wütend, traurig, entsetzt und glücklich zugleich" hinreichend

@Michael
Michael hat geschrieben:Wichtig bei der ganzen Sache ist, dass man einen Spagat zwischen "Gefühl" und "Lächerlich" bewältigst.
Da gebe ich dir vollkommen recht. Allerdings ist dieser Spagat auch eine ganz gewaltige Geschmackssache

An deinem Beispiel
Michael hat geschrieben:"Ich will, dass du mich jetzt liebst. Hier und sofort", hauchte Cindy mit einem lustvollen Lächeln auf den Lippen.
hätte ich gleich Dreierlei auszusetzen:
- "lustvoll lächelnde Lippen" ... unterschätze nie die Macht der Alliteration! Das klingt ein klein wenig lächerlich

- "Cindy hauchte" ... nun darüber haben wir schon bei den Dialogen gesprochen, und mein Geschmack mag "hauchen" gar nicht.
- "lustvolles Lächeln" ... das ist nicht gezeigt, das ist gesagt, denn du weißt ja nur, denn der einzige Hinweis darauf, dass sie wollüstig ist, besteht in dem Wort "lustvoll". Würdest du dieses Wort weglassen, dann würde Cindy zwar immer noch "hauchen", aber auch das könnte ironisch gemeint sein, oder sogar genervt, oder was weiß ich. Deshalb fände ich es als Beispiel für zeigen statt beschreiben nicht so ganz passend.
Zugegeben, dein zweites Beispiel spricht mich auch nicht sonderlich an, aber ich denke, das liegt hauptsächlich daran, dass du es im Passiv geschrieben hast, die Adjektive - da hast du recht - machen es nicht gerade besser, ... Mal sehen *
krempelt die Ärmel hoch*
Umgeschrieben:
Der Farbton ihrer nackten Haut verschmolz fast mit dem Weiß der Laken. Cindy räkelte sich auf dem Bett, ein Lächeln schlich sich auf ihre Lippen und ihre Stimme war kaum mehr ein Flüstern: "Nimm mich. Jetzt sofort".
So, vielleicht immer noch kein Meisterwerk, aber meiner Meinung nach sagt das genau so viel aus wie dein lustvolles Lächeln, aber es wird
gezeigt, dass die lustvoll ist, und nicht gesagt.
lg
Jacky
PS: Wie bereits erwähnt ein Großteil von all dem ist eine Geschmackssache, darüber lässt sich trefflich streiten, aber niemals eine allgemein gültige Lösung finden
