Hallo elbenstein,
hmm ich glaube ich fand ich deinen ersten Satz beim ersten Mal wesentlich besser

ich will dir auch erklären warum:
elbenstein hat geschrieben:Lea war wie paralysiert, starrte auf das Schauspiel, das sich ihr bot.
Setz dich in einen bequemen Sessel, schließ die Augen und sag diesen Satz einmal vor dich hin. Dann überleg, welche Gefühle das in dir hervorruft. Was siehst du?
Sie war "paralysiert", sagst du mir. Und sie starrt auf ein "Schauspiel", aber was sie da sieht verrätst du zunächst einmal nicht. Wie wäre es mit:
JackiePTB hat geschrieben:[Name] starrte mit weit aufgerissenen Augen auf das Paar, sie umklammerte immer noch das [merkwürdige und für die Geschichte wichtiges Objekt]. Der Rotschopf entglitt seiner Umarmung und fiel tot zu Boden. Seine Augen waren tiefe, schwarze Löcher die sie mit einem Glühen fixierten. Langes, schwarzes Haar fiel lasziv auf seine Schultern. Auf seinen Lippen schimmerte Blut.
Warum:
Deine Protagonistin hat gleich einen Namen (das hast du auch schon gemacht, das ist gut), dein Leser weiß mit wem er sich identifizieren soll. Die weit aufgerissenen Augen und das "starren" zusammen
zeigen, dass sie "paralysiert" ist. Es wird unterschwellig klar, dass es sich um einen Vampir handelt. Durch das "merkwürdige Objekt" hat der Leser aber eine Zweite Ebene, auf die sich seine Fragen konzentrieren können.
Dadurch dass du "den Mann" nur mit einem Pronomen ausstattest, lässt du offen was genau er ist, was ihn mit noch einem Tick mehr Geheimnis umgibt. Darf man natürlich auch nicht übertreiben.
Allerdings würde ich auch meinen Abschnitt auch noch einmal überarbeiten und mich auf
ein Erkennungsmerkmal des Vampirs beschränken. Entweder die Augen, das Gesicht oder die Haare. Auch die Bezeichniung "Paar" und "Rotschopf" passt mir noch nicht. Da muss etwas spezifischeres hin, was zum Rest der Geschichte passt. Gleich im Anschluss würde ich meinen Leser aufklären wo das ganze statt findet, damit er sich ein Bild machen kann.
Der zweite Absatz:
Du machst im ersten Absatz schon sehr deutlich, dass es sich um einen Vampir handelt. Das weckt Erwartungen im Leser "eine Vampirgeschichte, aha". Im Zweiten (denkt zumindest dein Protagonist), dass es sich um Theater handelt. An dem Punkt wo du schreibst "der billige Vlad Dracul Verschnitt" war ich mir nicht mehr sicher welche der beiden Sichtweisen nun stimmt und fühlte mich ein bisschen veräppelt. Natürlich kannst du so etwas machen um den Leser zu überraschen, aber nur, wenn es einen bestimmten Punkt klar macht, wenn es für die Geschichte notwendig ist. Auf jeden Fall musst du dich fragen: Würde dein Charakter wirklich denken, dass es sich um ein Schauspiel handeln?
Was noch völlig fehlt ist die Ortsinformation, die deinem Leser vielleicht einen kleinen Hinweis darauf geben würde, was er jetzt glauben soll.
Zu dem wütenden Blick und dem grausamen Lächeln. Würde deine Protagonistin beide als solche erkennen? Du schreibst ja aus ihrer Perspektive, also ist es wichtig, dass du beschreibst was
sie sieht. Du könntest etwas schreiben wie "ein abfälliges Lächeln" (abfällig ist falsch, überheblich vielleicht, arrogant oder hässlich? Kommt auf deinen Charakter an). Außerdem ist mir gerade aufgefallen, kann man bei einem Lächeln überhaupt die Eckzähne sehen, selbst wenn sie von einem Vampir sind? Ich glaube da muss man schon "hämisch grinsen", aber das kommt wiederum auf die Anatomie deines Dämons an.
Mein Tipp:
Schreib deine Geschichte, fang mit einem super schlechten ersten Satz an, oder mit einem Geliehenen. Schreib die Geschichte zu Ende und dann ändere den ersten Satz in etwas, das neugierig macht auf das Ende, von dem du ja schon weißt wie es aussieht.
Wenn man ab und zu Dinge sagt anstatt sie zu zeigen ist das auch nicht weiter wild. Vor Allem nicht im ersten Entwurf. Je mehr du es übst, desto einfacher wird es gehen.
Ich hoffe ich konnte dir weiter helfen.
So und jetzt geh ich Koffer packen, gleich geht's in den Urlaub. Alle weiteren Antworten von mir, dann in einer Woche
lg
Jacky
