Zeigen nicht beschreiben

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Zeigen nicht beschreiben

 
Nutze dieses Thema um über folgenden Beitrag aus meinem Blog zu diskutieren:
Zeigen nicht beschreiben

Was ist dein Geheimtipp um besser zu zeigen?
Ich fände es wirklich toll, wenn du uns dein gelungenstes Beispiel zeigen würdest, in dem du deinen Leser so richtig ins Wasser wirfst.

von Jacky

 
Hallo! :D

Also ich versuche, mich jedesmal selber zu ermahnen, ZU ZEIGEN. :)
z.B. wenn ich ein Gefühl beschreibe. Wenn mir passiert, dass ich schreibe "er war wütend", versuche ich, die Empfindungen zu beschreiben, die Wut zeigen. Zähne aufeinander beißen, z.B. oder die Augen zu Schlitzen verengen ... Schultern beben ... na ja solche Sache eben.

Genau so wie die Beschreibung von Charakteren. Ich habe da ein kleines Beispiel, ich weiß nicht, ob man es verbessern könnte:

Seine Pupillen waren so stark erweitert, dass es den Anschein hatte, seine Augen wären tiefe, schwarze Löcher. Das Funkeln darin glich Flammen in einem Totenschädel und gab seinem Aussehen etwas Dämonisches. Das lange, schwarze Haar umschmeichelte sein bleiches Gesicht, an seinen Lippen haftete Blut.

Kurzum: Er sah gefährlich aus. LOL

Lg

elbenstein

von elbenstein

 
Der Teil:
elbenstein hat geschrieben:Aussehen etwas Dämonisches
Ist gerade wieder gesagt anstatt beschrieben :P
Ansonste finde ich den Ansatz aber schon Mal nicht schlecht. Ich würde es vielleicht ein bisschen direkter probieren.

Ich hab mich Mal dran versucht, bestehe nicht drauf, das es besser ist, empfinde es im Augenblick nur so.

Seine Augen waren tiefe, schwarze Löcher in denen ein dämonisches Feuer glühte. Langes, schwarzes Haar umrahmte sein schädelartiges Gesicht. Auf seinen Lippen schimmerte (frisches) Blut.

Was ich geändert habe und warum:
Damit alle was davon haben, das Ganze etwas ausführlicher (Alle Anmerkungen beziehen sich nur auf den geschriebenen Text und sind zu keinem Zeitpunkt Ausdruck meiner Meinung über den Verfasser):

Das mit den Pupillen klang in meinen Ohren zu klinisch und war ein indirekter Vergleich. Dadurch dass das "wie" weg fällt hat man gleich ein Bild des finsteren Blicks vor Augen.
Dass sie nur den Anschein eines Loches haben ergibt sich von selbst (so lange du nichts gegenteiliges schreibst).

Ich hab das Wort "Dämon" in ein Adjektiv verwandelt, jetzt ist es nur noch ein "nebenbei" und kein "mit der Nase drauf stoßen". Deshalb liegt die Betonung nun auf dem "Feuer" in den Augen, und der Leser kann sich ans Vorstellen halten.

Auch aus dem Schädel hab ich ein Adjektiv gemacht, aus demselben Grund, diesmal liegt die Betonung auf dem Gesicht. Allerdings würde ich zu "eingefallen" tendieren, wenn der Schädel nicht absolut essentiell ist.

Bei den Haaren klang "umschmeicheln" für mich zu zart, zerbrechlich, angenehm, und passte in meinen Ohren nicht zum grusligen Gesamtbild, deshalb wurde es in ein schlichte, kühles, leidenschaftsloses "umrahmt" geändert.

Das passive "haften" habe ich in ein aktives, unheimliches "schimmern" geändert um noch besser zum vorangegangenen glühen der Augen zu passen.
Das "frisch" ist optional, jenachdem ob es das ist oder eben nicht. Ich würde es nur einfügen wenn es nicht sein eigenes ist, weil es dadurch einen Hauch von Vampir bekommt.

***

@all und elbenstein im Speziellen:
Was hältst du davon? Welche Version findest du besser? Was würdest du an den beiden Versionen ändern?

lg
Jacky ;)

von Jacky

 
Hi und vielen Dank Jacky ! :D

Dein erster Satz gefällt mir eindeutig besser als meiner. Der Zweite ist nicht ganz so passend, aber nur deswegen, weil du ja nicht wusstest, dass dieser "Dämon" ein Vampir ist, der sonst alles andere als häßlich ist. 8)

Ich hoffe ich lern das noch :shock: Hab schon wieder beschrieben anstatt zu zeigen und habs nicht mal gemerkt :oops:

Vielen Dank!!! :wink:

Lg

elbenstein

von elbenstein

 
Gern geschehn :)

Freut mich, wenn es dir hilft. Das kommt schon noch, je öfter du es versuchst, desto einfacher wird es werden. Und ausrutschen tut jeder Mal. Dafür ist der erste Entwurf ja da (nein ich verkneif mir diesmal, dass da schlecht Schreiben erlaubt ist :P)

Hmm .. selbst wenn es sich um einen extrem hübschen Vampir handelt, würde ich glaube ich nicht "umschmeichelt" nehmen, eben weil es so nett und freundlich klingt. Dann vielleicht nur "umrahmte sein Gesicht" oder "fiel ihm in die Stirn" oder etwas innovatives in die Richtung. Da Vampire ja doch eher die Eigenschaft haben irgendwie kühl, distanziert oder unnahbar zu sein, ... ist ja auch nur eine Idee. Was letzten Endes passt musst du entscheiden. Ist ja deine Geschichte und du weißt was drin vor kommt 8)

Wenn du das als ersten Satz verwenden möchtest, dann würde ich mir an deiner Stelle vielleicht überlegen, noch eine Handlung voraus schicken. Zugegebener Maßen klingt das so schon ganz gut, es wirft Fragen auf, erzeugt eine Gewisse Neugier. Aber eben nur was die Person betrifft.

Wenn du ihn vorher noch etwas tun lässt, etwas das zu ihm passt, für den Leser aber überraschend ist hast du ihn gleich auf zwei Ebenen gepackt. Das heißt selbst wenn dein Leser herausgefunden hat, das "er" ein Vampir ist, gibt es da immer noch etwas, was ihn bei der Stange hält, was ihn fragen lässt "und was ist damit?".

Verstehst du was ich meine? Wie machst du das bisher? Oder kommt das vielleicht danach?

von Jacky

 
Hallo Jacky :wink:

Habs jetzt mal soweit abgeändert und einen größeren Absatz reingestellt.


Lea war wie paralysiert, starrte auf das Schauspiel, das sich ihr bot. Der Fremde entließ die Frau aus seiner Umarmung, sie sank leblos auf das Sofa zurück. An ihrem Hals klaffte eine Wunde, aus der unaufhörlich Blut hervorsickerte. Ihr Arm rutschte hinunter auf den Boden und ein dünnes Rinnsal des hellroten Lebenssaftes zog seine Spur an ihm hinab.

Der Mann fixierte Lea mit seinem stechenden Blick. Seine Augen waren tiefe, schwarze Löcher in denen ein dämonisches Feuer glühte. Das lange, schwarze Haar umrahmte sein bleiches Gesicht, an seinen Lippen haftete das Blut. Im nächsten Moment verwandelte sich sein wütender Blick in ein grausames Lächeln, Lea glaubte spitze, weiße Eckzähne hervorblitzen zu sehen. Ganz ruhig, ermahnte sie sich selbst und sah sich nach dem Regisseur und dem Filmteam um. Doch die beiden waren alleine. Okay, dann proben sie für ihren nächsten Einsatz, überlegte sie, als er sich der billige Vlad Dracul –Verschnitt abrupt erhob und auf sie zukam.



Ich habs grad selbst gesehen LOL ... sein wütender Blick in ein grausames Lächeln ... :roll: Oh mann ... zweimal in einem Satz beschrieben und nicht gezeigt ...
Wie würdest Du das lösen??

von elbenstein

 
Hallo elbenstein,

hmm ich glaube ich fand ich deinen ersten Satz beim ersten Mal wesentlich besser :oops: ich will dir auch erklären warum:

elbenstein hat geschrieben:Lea war wie paralysiert, starrte auf das Schauspiel, das sich ihr bot.

Setz dich in einen bequemen Sessel, schließ die Augen und sag diesen Satz einmal vor dich hin. Dann überleg, welche Gefühle das in dir hervorruft. Was siehst du?

Sie war "paralysiert", sagst du mir. Und sie starrt auf ein "Schauspiel", aber was sie da sieht verrätst du zunächst einmal nicht. Wie wäre es mit:

JackiePTB hat geschrieben:[Name] starrte mit weit aufgerissenen Augen auf das Paar, sie umklammerte immer noch das [merkwürdige und für die Geschichte wichtiges Objekt]. Der Rotschopf entglitt seiner Umarmung und fiel tot zu Boden. Seine Augen waren tiefe, schwarze Löcher die sie mit einem Glühen fixierten. Langes, schwarzes Haar fiel lasziv auf seine Schultern. Auf seinen Lippen schimmerte Blut.


Warum:
Deine Protagonistin hat gleich einen Namen (das hast du auch schon gemacht, das ist gut), dein Leser weiß mit wem er sich identifizieren soll. Die weit aufgerissenen Augen und das "starren" zusammen zeigen, dass sie "paralysiert" ist. Es wird unterschwellig klar, dass es sich um einen Vampir handelt. Durch das "merkwürdige Objekt" hat der Leser aber eine Zweite Ebene, auf die sich seine Fragen konzentrieren können.

Dadurch dass du "den Mann" nur mit einem Pronomen ausstattest, lässt du offen was genau er ist, was ihn mit noch einem Tick mehr Geheimnis umgibt. Darf man natürlich auch nicht übertreiben.

Allerdings würde ich auch meinen Abschnitt auch noch einmal überarbeiten und mich auf ein Erkennungsmerkmal des Vampirs beschränken. Entweder die Augen, das Gesicht oder die Haare. Auch die Bezeichniung "Paar" und "Rotschopf" passt mir noch nicht. Da muss etwas spezifischeres hin, was zum Rest der Geschichte passt. Gleich im Anschluss würde ich meinen Leser aufklären wo das ganze statt findet, damit er sich ein Bild machen kann.

Der zweite Absatz:
Du machst im ersten Absatz schon sehr deutlich, dass es sich um einen Vampir handelt. Das weckt Erwartungen im Leser "eine Vampirgeschichte, aha". Im Zweiten (denkt zumindest dein Protagonist), dass es sich um Theater handelt. An dem Punkt wo du schreibst "der billige Vlad Dracul Verschnitt" war ich mir nicht mehr sicher welche der beiden Sichtweisen nun stimmt und fühlte mich ein bisschen veräppelt. Natürlich kannst du so etwas machen um den Leser zu überraschen, aber nur, wenn es einen bestimmten Punkt klar macht, wenn es für die Geschichte notwendig ist. Auf jeden Fall musst du dich fragen: Würde dein Charakter wirklich denken, dass es sich um ein Schauspiel handeln?

Was noch völlig fehlt ist die Ortsinformation, die deinem Leser vielleicht einen kleinen Hinweis darauf geben würde, was er jetzt glauben soll.

Zu dem wütenden Blick und dem grausamen Lächeln. Würde deine Protagonistin beide als solche erkennen? Du schreibst ja aus ihrer Perspektive, also ist es wichtig, dass du beschreibst was sie sieht. Du könntest etwas schreiben wie "ein abfälliges Lächeln" (abfällig ist falsch, überheblich vielleicht, arrogant oder hässlich? Kommt auf deinen Charakter an). Außerdem ist mir gerade aufgefallen, kann man bei einem Lächeln überhaupt die Eckzähne sehen, selbst wenn sie von einem Vampir sind? Ich glaube da muss man schon "hämisch grinsen", aber das kommt wiederum auf die Anatomie deines Dämons an.

Mein Tipp:
Schreib deine Geschichte, fang mit einem super schlechten ersten Satz an, oder mit einem Geliehenen. Schreib die Geschichte zu Ende und dann ändere den ersten Satz in etwas, das neugierig macht auf das Ende, von dem du ja schon weißt wie es aussieht.

Wenn man ab und zu Dinge sagt anstatt sie zu zeigen ist das auch nicht weiter wild. Vor Allem nicht im ersten Entwurf. Je mehr du es übst, desto einfacher wird es gehen.

Ich hoffe ich konnte dir weiter helfen.

So und jetzt geh ich Koffer packen, gleich geht's in den Urlaub. Alle weiteren Antworten von mir, dann in einer Woche
lg
Jacky ;)

von Jacky

 
Hi Jacky,

Ich hoffe, Du hattest einen wunderschönen Urlaub :D

Ich sollte vielleicht an dieser Stelle sagen, dass meine Textausschnitte aus einem fertigen Roman stammen. :wink: Das heißt, die Leser wissen an dieser Stelle schon sehr viel über Lea und sie wissen auch, WO das hier stattfindet und was dem vorangegangen ist.

"Sie starrte auf das Schauspiel..."
Zu diesem Zeitpunkt haben die Leser schon gesehen, was passiert ist. Und ja, Lea denkt wirklich einen kurzen Moment, das kann nur eine Inszenierung sein, denn wer glaubt schon an Vampire??


Liebe Grüße

elbenstein

von elbenstein

 
Hallo elbenstein,
ja der Urlaub war wirklich, wirklich toll. Im Augenblick wühle ich mich noch durch endlose E-Mails, aber das pack ich auch schon noch.

Zu deinem Satz, .. das klärt einiges, ich war die ganze Zeit der irrigen Annahme, dass sollte ein "erster Satz" werden.

Zu dem "Schauspiel", da kann ich natürlich nur von mir ausgehen. Je nach Schauplatz würde ich wohl am ehesten von einem perversen Mord ausgehen, der nur in sofern etwas mit Vampiren zu tun hat, als das besagter Mörder sich skuriler Weise für einen ebensolchen hält (entschuldige ich bin noch etwas schwülstig angehaucht vom zuletzt gelesenen Fantasyroman). Aber wie schon gesagt, wenn das zu ihrem Charakter passt, kann sie alles denken 8)

Dann bin ich ja mal gespannt, was noch weiter aus deiner Geschichte wird
lg
Jacky ;)

von Jacky

 
Mit diesem Prinzip (zeigen nicht beschreiben) kann man es auch übertreiben. Sonst hieße es ja nicht Schreiberlinge, sondern Zeigerlinge. Vor allem bei Nebenfiguren und bei Platzhaltern darf ruhig jemand auch mal "traurig" sein, wenn er das ist. Sonst kommt noch einer und sagt: "Wie bitte? Ihre Hände zitterten, während sie ihre Bluse öffnete? Eine einsame Träne fiel auf das Revers, färbte den Stoff dunkel? Sie schaute der nächsten Träne nach, als sie auf ihre Hand fiel? Ein Schluchzen entrang sich ihrer Kehle? - Das hättest du aber auch billiger haben können. Schreib: Sie war traurig - und die Geschichte ist erledigt."

Außerdem dürfen wir Schreiberlinge ruhig soviel Vertrauen in unsere Leser setzen, dass diese die dazupassenden Attribute in ihrer Phantasie selbst ergänzen.

Die Gefahr ist nämlich, dass man zu (unter dem Strich) noch gefährlicheren Vergleichen, bildhaften Umschreibungen und dergl. Zuflucht nimmt. Nicht umsonst kann man einen direkten Vergleich zu Groschenromanen ziehen. Und das alles, weil wir uns mit Händen und Füssen sträuben, zu schreiben: "Sie war traurig" (obwohl sie genau das war).

Geht es hingegen um Hauptcharaktere, sollte man m. E. dieses Prinzip stärker beachten. Ich habe z.B. in "Haikiki" von einer Situation geschrieben, in der sich der Bösewicht mitten in der Nacht mit einem Abgesandten der madagassischen Rebellen trifft. Diesen gedenkt er Waffen zu verkaufen, der Halunke. Das sollte in einem ungemütlichen, irritierenden Ambiente, das dem Leser unter die Haut geht, spielen.

Und das sah in der Urfassung anno 1989 so aus: "Es war eine unheimliche Nacht, als sich Marcos ..." Asche über mein Haupt. In tiefer Erschütterung gehen wir zum Begräbnis eines solchen Textes.

In der neuesten Fassung steht dort: "Finster war die Nacht gewesen, und der Teil des Hafens schlecht beleuchtet, als er den Boten erwartete. Zum Teil funktionierten die Straßenlampen nicht. Selbst da, wo zufällig eine verstaubte Glühbirne am Eingang einer Lagerhalle es annähernd hell machte, traten die Gegenstände nur halb aus dem Dunkel hervor. Sogar vertraute Objekte erhielten dadurch einen unwirklichen Anstrich. Hinter Marcos tönten die gedämpften Geräusche der nächtlichen Stadt, vor ihm rauschte das Meer, weiter draußen bemerkte er ein Wetterleuchten. Eine leichte Brise wehte aus Nordost, ohne dass sie Erfrischung gebracht hätte. Vielmehr blies das Lüftchen Marcos die Ausdünstungen von Fischmarkt und Abfällen in die Nase ...

In nur schwer festzustellender Entfernung tuckerte ein Fischerboot vorbei. Vielleicht war es auch gar kein Fischerboot. Von allen Seiten waren diffuse Geräusche zu hören, die Marcos nicht wirklich einordnen konnte ... Im Großen und Ganzen erinnerte das Szenario Marcos an die Horrorfilme, die er in seiner Jugendzeit begeistert zuhauf gesehen hatte ...

Da stellte er doch tatsächlich so etwas wie ein flaues Gefühl im Magen fest. Wie ärgerlich! Er, einer der mächtigsten Agenten der Welt, sollte irritiert sein, nur weil ein Igel im nächstbesten Gebüsch in der Dunkelheit nach Käfern suchte? Lächerlich! Wenn schon, dann hatte sich jedes lebende Wesen in der Umgebung vor ihm in Acht zu nehmen, nicht umgekehrt ..."

Jetzt finde ich es besser.

zorro

von zorro

 
Ich schreibe erst seid kurzem und hab immer so meine Probleme mit "zeigen nicht erzählen". Und es gibt einiges was ich da noch nicht ganz verstehe.

Da stellte er doch tatsächlich so etwas wie ein flaues Gefühl im Magen fest.


Ist das nicht auch erzählt?

Ich habe gelesen man soll viel mit Vergleichen und Metaphern arbeiten, aber ihr habt dass jetzt gar nicht oder nur sehr wenig gemacht.

Bitte gebt mir jetzt nicht wieder irgendein Beispiel. Beispiele dazu hab ich jetzt genug gesehen. Ich möchte einfach nur gesagt bekommen wie man zeigt. Also einfach eine Liste von "Tricks" die man dazu benutzen kann.

von SuperAlex123

 
Hhmm...das hört sich so an, als müsste es eine Liste geben, die man wie eine Einkaufsliste abarbeitet.
So einfach ist das, glaube ich, allerdings nicht.
Stelle dir doch einfach vor, was du bei deinem Leser erreichen willst. Möchtest du zeigen wie grauenvoll die Nacht war, oder wie flau der Magen? :D
Und hier kommt meines Erachtens die Grenze die man beim Zeigen ziehen sollte. Wenn du jedes, aber auch wirklich jedes Gefühl zeigen willst, dann wirst du niemals fertig.
Natürlich hätte man schreiben können, dass der Magen sich krampfartig zusammenzog, der Mund trocken wie eine Wüste war und die Haut überzogen von Gänsehaut usw. ... aber wahrscheinlich war das dem Autor in diesem Moment nicht so wichtig.
Das, was du als Schwerpunkt der aktuellen Gefühlslage siehst, solltest du zeigen. Mach einfach die Augen zu (aber nicht einschlafen). :D

Stevie

von Stevie

 
Hallo,

das mit dem "zeigen statt beschreiben" finde ich eine sehr wichtige Anregung und versuche das auch umzusetzen. Allerdings findet das seine Grenzen bei einer Geschichte in der die Hauptperson in der ich-Perspektive erzählt. Hier kann man zwar auch eine Menge zeigen, nämlich alles was die Person sieht, aber das Innenleben gerade dieser Person ist da schwieriger. Wer beschreibt sich schon selbst in gewissen Gefühlslagen? Da muß es dann doch oftmals eher heißen "ich war traurig", oder fällt Euch da noch etwas ein?

von bueschelhof

 
Finde ich jetzt gar nicht, im Gegenteil.
Genau wie in der 3.Person-Perspektive ist es auch hier möglich, einfach solche Dinge wie "wütend schlug ich mit der Faust auf den Tisch." oder "traurig zupfte ich an meinem Fingernagel" zu schreiben.

Schwieriger wird es zwar bei inneren Monologen und Rückblenden, aber auch da bieten sich immer Möglichkeiten an. z.B.: " Geistesabwesend strich meine Hand über das zerkratzte Polster, während ich an sein Gesicht dachte."

Tatsächlich finde ich es aus der Ich-Perspektive beinahe noch einfacher, so zu schreiben, weiß auch nicht warum. Aber in letzter Zeit bin ich sowieso großer Freund der Ich-Perspektive :wink: .

Vergnüglichst
Jorenn

von Jorenn

 
Hi!

Also ich bin dabei meine erste funfiktion Geschichte zu schreiben und mir fällt es immer wieder schwer Dinge zu zeigen und nicht zu beschreiben.
Vor allem bei Monolog. Wenn die Personen sich unterhatlen oder wichtige Informationen mit rein müssen um den Leser auf ein betsimmten Weg zu bringen, falle ich oft in das Chema hinein :? ...Er sagte, entgegnete wütend, seine Stimme klang traurig usw.

Wie komme ich aus dieser eingefahrenen Gewohnheit heraus, welche Stützen, Tips gibt es dazu?

Könntet ihr einige Beispiele bitte nennen, wie so ein Monolg aussehen könnte, ohne immer dieses - sagen, eröffnen, antwortete- zu gebrauchen.

Danke

Gruß

Saphir

von Saphir

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